Trotz größter Sicherheitsvorkehrungen kommt es immer wieder zu Unfällen in Betrieben. Diese Arbeit untersucht, inwiefern aufgrund pädagogisch-psychologischer Erkenntnisse, hier insbesondere im Bereich der Motivation, Maßnahmen zur Unfallverhütung ergriffen werden können.
Aufgrund dieser Erkenntnisse wird ein Trainingskonzept entwickelt, dass die Mitarbeiter dazu motivieren soll, bestehende Unfallverhütungsmaßnahmen einzuhalten und umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. KAPITEL - EINLEITUNG
2. KAPITEL - UNFALLVERHÜTUNG IM BETRIEB
2.1 Grundbegriffe
2.2 Gesetzliche Grundlagen
2.3 Unfallverhütung in der BRD
2.4 Maßnahmen zur Unfallverhütung: Technik, Organisation, Verhalten
2.5 Attribution von Unfällen
2.6 Ursache-Wirkungs-Modelle mit ganzheitlicher Sichtweise
3. KAPITEL - DARSTELLUNG DER SICHERHEITSARBEIT DER MERCEDES-BENZ AG, WERK WÖRTH
3.1 Strukturelle Arbeitssicherheitsorganisation im Werk Wörth
3.2 Aufgaben und Ziele des Arbeitsschutzes
3.3 Bisherige Maßnahmen zur Arbeitssicherheit
3.4 Gruppenarbeit im Werk Wörth und ihre Relevanz für die Seminarkonzeption
4. KAPITEL - KLEINGRUPPENKONZEPTE IN ORGANISATIONEN
4.1 Charakteristika von Gruppen in Organisationen
4.2 Durch Kleingruppen Mitarbeiter motivieren
4.3 Zusammenfassende Bewertung mit Ausblick auf die Seminarkonzeption
5. KAPITEL - SEMINARKONZEPTION
5.1 Gedanken zur Planung
5.2 Seminarverlauf (grob) und Rahmenplanung
5.3 Gegliederter Seminarverlauf: Zeit, Inhalt, Methode/Durchführung, Lernziele
5.4 Seminarinhalt und Durchführung
6. KAPITEL - RESÜMEE UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit entwickelt eine Seminarkonzeption zur Mitarbeiterschulung im Bereich der Unfallverhütung für die Mercedes-Benz AG im Werk Wörth, mit dem primären Ziel, durch Partizipation und die Förderung intrinsischer Motivation die Arbeitssicherheit nachhaltig zu steigern und sicherheitswidriges Verhalten zu reduzieren.
- Analyse theoretischer Grundlagen und gesetzlicher Rahmenbedingungen der betrieblichen Unfallverhütung
- Untersuchung der strukturellen Arbeitssicherheitsorganisation bei Mercedes-Benz, Werk Wörth
- Bewertung von Kleingruppenkonzepten als Instrument zur Verhaltensbeeinflussung und Motivation
- Entwicklung eines achtphasigen Modells zur methodischen Gestaltung von Sicherheitsmoderationen
- Konzeption eines dreitägigen Seminars zur Qualifizierung von Gruppensprechern als Mediatoren
Auszug aus dem Buch
Das Fischgrätenmodell. - Das Fischgrätenmodell von Ishikawa (1985, zitiert nach König, Kirschstein & Weller, 1989, S.113) verdeutlicht diesen Zusammenhang sehr schön: Der Gabelstaplerfahrer soll leergeräumte Paletten aus der Lagerhalle auf den Betriebshof fahren und diese dort stapeln. Er fährt schnell und hat zu viele Paletten geladen. Als ein Mitarbeiter um die Ecke in die Halleneinfahrt einbiegt, muß er bremsen. Die oberste Palette rutscht herunter und fällt dem Mitarbeiter auf den Fuß. Drei gebrochene Zehen sind die Folge.
Obwohl auch hier eine Ursache-Wirkungs-Analyse vorgenommen wird, läßt sich dennoch erkennen, daß verschiedene Bedingungen ineinandergreifen und sich “vernetzen“. Am Ende dieses Netzes steht der Unfall. Demnach gibt es nicht nur eine Ursache, die den Unfall bedingt. Vielmehr führt gerade die Vernetzung der unglücklichen Bedingungen zu dem Unfall.
Unfälle werden in diesem Modell in zwei Bereiche geteilt:
• Verhalten + Organisation (Mensch, Umgebung, Methode)
• Organisation + Technik (Maschine, Material, Einrichtungen)
Demzufolge sind organisatorische Mängel immer beteiligt, wenn ein Unfall geschieht. Dies steht ganz im Gegensatz zu den Vermutungen der befragten Manager aus der schon angesprochenen Untersuchung (Wenninger, 1991), die hauptsächlich (bis zu 95% Prozent) die Ursache eines Unfalls im menschlichen Fehlverhalten sahen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. KAPITEL - EINLEITUNG: Definiert die Relevanz der Arbeitssicherheit und motiviert die Entwicklung einer neuen Seminarkonzeption unter Einbeziehung psychologischer und pädagogischer Erkenntnisse.
2. KAPITEL - UNFALLVERHÜTUNG IM BETRIEB: Klärt grundlegende Begrifflichkeiten, gesetzliche Rahmenbedingungen und analysiert verschiedene Maßnahmen der Unfallverhütung sowie Theorien zur Unfallattribution.
3. KAPITEL - DARSTELLUNG DER SICHERHEITSARBEIT DER MERCEDES-BENZ AG, WERK WÖRTH: Analysiert die spezifische Sicherheitsstruktur und die bisherigen Maßnahmen im Werk Wörth sowie die Rolle der Gruppenarbeit.
4. KAPITEL - KLEINGRUPPENKONZEPTE IN ORGANISATIONEN: Untersucht theoretische Merkmale von Gruppen, deren Einfluss auf die Leistung und das Risikoverhalten sowie die Eignung verschiedener Kleingruppenkonzepte zur Mitarbeitermotivation.
5. KAPITEL - SEMINARKONZEPTION: Stellt die konkrete Planung, den methodisch-didaktischen Seminarverlauf und die entwickelte Methode des achtphasigen Modells zur Realisation von Sicherheitsmoderationen dar.
6. KAPITEL - RESÜMEE UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Erreichung der Zielsetzungen und gibt Ausblicke auf zukünftige Implementierungsschritte.
Schlüsselwörter
Arbeitssicherheit, Unfallverhütung, Seminarkonzeption, Mitarbeitermotivation, Gruppenarbeit, Gruppensprecher, Ishikawa-Modell, Ursachenanalyse, Partizipation, Unternehmenskultur, Sicherheitsmanagement, Arbeitspsychologie, Pädagogik, Moderationsmethoden, Acht-Phasen-Modell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung einer pädagogischen Seminarkonzeption für die Mercedes-Benz AG im Werk Wörth, um Mitarbeiter durch Qualifizierung zu sicherheitsgerechtem Verhalten zu bewegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen Arbeitssicherheit, Kleingruppenarbeit in Organisationen, pädagogische Konzepte zur Motivationssteigerung sowie die methodische Analyse von Unfallursachen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines praxisnahen Seminarkonzepts, das Sicherheitsfachkräften ein Instrumentarium an die Hand gibt, um Gruppensprecher in Sachen Arbeitssicherheit zu qualifizieren und so das Sicherheitsbewusstsein der Belegschaft zu stärken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Literaturanalysen, teilnehmende Beobachtungen von Gruppengesprächen und unstrukturierte Interviews verwendet, ergänzt durch die Adaption von Modellen wie dem Ishikawa-Modell und der Theorie der Verhaltensketten nach Burkhardt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Unfallverhütung und Gruppenkonzepte erörtert, danach die betriebsspezifische Situation bei Mercedes-Benz analysiert und schließlich das konkrete Seminarkonzept inklusive des neu entwickelten Acht-Phasen-Modells vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitssicherheit, Partizipation, Gruppensprecher, intrinsische Motivation, Sicherheitsmoderation und das Acht-Phasen-Modell.
Welche Rolle spielen Gruppensprecher in diesem Konzept?
Gruppensprecher fungieren als zentrale Mediatoren zwischen der Belegschaft und den Vorgesetzten; durch die spezielle Schulung sollen sie in der Lage sein, Sicherheitsaspekte direkt in die Gruppengespräche zu integrieren.
Warum wurde das Acht-Phasen-Modell entwickelt?
Das Modell dient als strukturiertes Instrumentarium, um im Rahmen von Gruppengesprächen ganzheitliche Ursachenanalysen durchzuführen und zielgerichtete Maßnahmen zur Unfallvermeidung effizient zu vereinbaren.
- Arbeit zitieren
- Ingo Kallenbach (Autor:in), 1996, Unfallverhütung im Betrieb - Entwicklung einer Konzeption zur Mitarbeiterschulung innerhalb eines Automobilunternehmens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94596