„The man who first discovered that a debt is a saleable commodity … made the
discovery which has most deeply affected the fortunes of human race”. (Henry
Dunning Macleod)
Verbriefung im weitesten Sinne beinhaltet jeden Prozess der Transformation
wirtschaftlicher Beziehungen in eine Transaktion. Innovation, unterstützt durch
Technologie, verändert permanent das Erscheinungsbild der Finanzwelt. Die
Verbriefung führt zu einer zunehmenden Desintermediation in einem Finanzsystem,
d.h. zu einem relativen Bedeutungsverlust von Finanzintermediären. Unternehmen/
Banken streben nach der Reduktion eigener Finanzierungskosten und sind auf der
Suche nach günstigen Refinanzierungsquellen. In diesem Zusammenhang ermöglicht
die Verbriefung einen direkten Zugang zum Kapitalmarkt, d.h. ohne Zwischenschaltung
von Finanzintermediären. Dies soll wiederum nicht heißen, dass deren Bedeutung dabei
eliminiert wird, viel mehr kommt diesen in diesem Kontext eine neue Rolle zu.
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel ABS als alternative günstigere
Refinanzierungsmöglichkeit vorzustellen. Der folgende Beitrag beschreibt die
Grundstruktur und Funktionsweise von ABS. Sie soll einen Überblick über die
Verbriefungsarten von ABS, die Motivation für Originator und Investor sowie über die
wesentlichen Strukturelemente vermitteln. Im Rahmen dieser Untersuchung wird
speziell auf die Verbriefung von Kreditkartenforderungen eingegangen. Dabei bezieht
sich die Untersuchung im Einzelnen auf das Wesen einer Kreditkartentransaktion mit
ihren wichtigsten Komponenten. Dem Verständnis der Materie wird durch eine Reihe
von grafischen Darstellungen und praktischen Bespielen beigetragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundidee der Verbriefung
2.1 Verbriefungsarten
2.1.1 True-Sale-Verbriefung
2.1.2 Synthetische Verbriefung
3. Verbriefung von Kreditkartenforderungen
3.1 Revolvierende Strukturen
3.2 Muster Trust Strukturen
3.2.1 Seller’s Interest
3.2.2 De-Linked Master Trust Strukturen
3.3 Performanceanalyse von Kreditkartenforderungen
3.3.1 Portfolio Yield
3.3.2 Charge Off Rate
3.3.3 Payment Rate
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Asset Backed Securities (ABS) als Instrument zur Refinanzierung, wobei der Fokus auf der Verbriefung von Kreditkartenforderungen liegt, um deren Struktur, Funktionsweise und Risikobewertung zu verdeutlichen.
- Grundlagen und Definitionen der Verbriefung und ihrer Arten
- Strukturelle Details von Kreditkartenverbriefungen, insbesondere Master Trust Modelle
- Unterscheidung zwischen True-Sale- und synthetischen Verbriefungen
- Methoden der Performanceanalyse anhand von Portfolio-Schlüsselkennzahlen
Auszug aus dem Buch
3.1 Revolvierende Strukturen
Die Kreditkartenforderungen haben eine kurzfristige Natur und können jederzeit zurückgezahlt werden. Um das Transaktionsvolumen konstant zu halten, müssen diese Portfolios revolvierend strukturiert werden, indem bereits getilgte Forderungen im Portfolio durch neue ersetzt werden. Auf diese Weise können die Kreditkarten-ABS mit einer Laufzeit emittiert werden, die über die Laufzeit der einzelnen zugrunde liegenden Forderungen hinausgeht.
Kreditkartentransaktionen haben die Besonderheit, dass die auf den Pool eingehenden Zahlungen bereinigt um Ausfälle zwischen den Investoren und dem Originator entsprechend deren Anteilen am Forderungspool aufgeteilt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Verbriefung zur Desintermediation von Finanzsystemen ein und definiert das Ziel, ABS als Refinanzierungsquelle mit Fokus auf Kreditkartenforderungen vorzustellen.
2. Grundidee der Verbriefung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext von ABS, die Marktbedeutung in den USA im Vergleich zu Europa sowie die Unterscheidung zwischen True-Sale- und synthetischen Verbriefungsmodellen.
3. Verbriefung von Kreditkartenforderungen: Der Hauptteil beschreibt die Komplexität und Struktur von Kreditkartenverbriefungen, insbesondere durch den Einsatz revolvierender Strukturen, Master Trusts und spezieller Analysevariablen wie Portfolio Yield.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Vorteile der Verbriefung für die Refinanzierung und Risikostreuung zusammen und ordnet die aktuelle Marktentwicklung im Jahr 2006 kritisch ein.
Schlüsselwörter
Asset Backed Securities, Verbriefung, Kreditkartenforderungen, True-Sale, Synthetische Verbriefung, Master Trust, Revolvierende Strukturen, Portfolio Yield, Charge-Off Rate, Credit Enhancement, Risikotransfer, Refinanzierung, Transaktionsstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Finanzinstrument der Verbriefung von Aktiva, insbesondere Asset Backed Securities (ABS), und deren praktischer Anwendung zur Refinanzierung durch Banken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Arten der Verbriefung (True-Sale und synthetisch), die spezifische Struktur der Verbriefung von Kreditkartenforderungen sowie deren Performanceanalyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Autoren ist es, ABS als alternative, kostengünstige Refinanzierungsmöglichkeit darzustellen und dem Leser ein Verständnis für die Funktionsweise und Risikokomponenten von Kreditkartentransaktionen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine literaturgestützte Analyse der Funktionsweise und Strukturen von Verbriefungstransaktionen, ergänzt durch grafische Darstellungen und Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Verbriefungsarten, die Erläuterung von revolvierenden Strukturen und Master Trusts bei Kreditkartenforderungen sowie die Definition und Analyse von Performance-Kennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Asset Backed Securities, Master Trust, Kreditkartenforderungen, True-Sale-Verbriefung, synthetische Verbriefung und Performance-Variablen wie der Portfolio Yield.
Was unterscheidet eine True-Sale- von einer synthetischen Verbriefung?
Bei einer True-Sale-Verbriefung erfolgt ein tatsächlicher zivilrechtlicher Übergang der Forderungen auf eine Zweckgesellschaft, während bei der synthetischen Variante lediglich das Kreditrisiko über Derivate transferiert wird.
Warum sind "revolvierende Strukturen" bei Kreditkartenforderungen notwendig?
Da Kreditkartenforderungen kurzfristig sind und ständig getilgt werden, erlauben revolvierende Strukturen durch den kontinuierlichen Ersatz von Forderungen die Emission von Wertpapieren mit einer längeren Laufzeit als die der zugrunde liegenden Einzelforderungen.
- Citation du texte
- Andrej Berschadsky (Auteur), 2007, Abgabe und Verbriefung von Aktiva - Schwerpunkt: Verbriefung von Kreditkartenforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94613