Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Sonstiges

Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit. Chance für die Zukunft oder Risiko für die Entwicklung?

Titel: Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit. Chance für die Zukunft oder Risiko für die Entwicklung?

Seminararbeit , 2020 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Simone Albert (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit meiner Arbeit will ich mich dem komplexen Themenfeld "Kindliche Mehrsprachigkeit" nähern und einigen Fragen auf den Grund gehen: Was genau bedeutet eigentlich Mehrsprachigkeit und welche Rahmenbedingen braucht es, damit sie erfolgreich gelingt? Ist frühe Mehrsprachigkeit eine Chance für die Zukunft oder tatsächlich ein Risiko für die Entwicklung?

Mehrsprachigkeit ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Alleine in Deutschland hat jede vierte Person einen Migrationshintergrund, das sind rund 20,8 Millionen Menschen. (Statistisches Bundesamt, 2019) Weltweit betrachtet ist Mehrsprachigkeit sogar der Normalfall und keineswegs eine Ausnahme. Für viele Kinder aus diesen Familien ist ein "lebensweltlich mehrsprachiges" Aufwachsen ganz selbstverständlich.

Die zunehmende Globalisierung und aktuelle Ereignisse wie die Corona-Pandemie zwingen uns dazu, enger zusammenzuwachsen und machen Mehrsprachigkeit zu einer wichtigen Ressource. Sprache ist ein Türöffner und das wichtigste Mittel für eine gelungene Kommunikation und Verständigung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen zur Mehrsprachigkeit

2.1 Zum Begriff Mehrsprachigkeit

2.2 Der simultane Spracherwerb

2.3 Der sukzessive Spracherwerb

2.4 Die Phasen des Doppelspracherwerbs

3. Wichtige Einflussfaktoren

3.1 One Person - one Language

3.2 Positive emotionale Bindung

3.3 Qualität und Quantität des sprachlichen Angebots

4. Mehrsprachigkeit als Chance nutzen

4.1 Kognitive Vorteile

4.2 Interkulturelle Vorteile und Kommunikationsfähigkeit

4.3 Vorteile beim Lernen weiterer Sprachen

4.4 Bessere Chancen für Schule und Beruf

5. Mögliche Risiken der Mehrsprachigkeit

5.1 Reduzierter Wortschatz und Defizite in der altersgerechten Sprachentwicklung

5.2 Sprachverweigerung und Sprachverlust

5.3 Sprachmischung und Doppelte Halbsprachigkeit

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Themenfeld der kindlichen Mehrsprachigkeit, um zu klären, welche Definitionen existieren, welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung notwendig sind und ob frühe Mehrsprachigkeit eher eine Chance oder ein Risiko für die kindliche Entwicklung darstellt.

  • Grundlagen und Definitionen des simultanen sowie sukzessiven Spracherwerbs
  • Wichtige Einflussfaktoren für eine gelungene mehrsprachige Erziehung
  • Kognitive und interkulturelle Vorteile der Mehrsprachigkeit
  • Analyse potenzieller Risiken und deren wissenschaftliche Einordnung
  • Bedeutung der Mehrsprachigkeit für Bildung und Berufschancen

Auszug aus dem Buch

4.1 Kognitive Vorteile

Lange kursierte das Vorurteil, dass frühe Mehrsprachigkeit das kindliche Gehirn überfordert und sich negativ auf die kognitive Entwicklung auswirkt. Mittlerweile konnten neuro linguistische Studien und Forschungen diese Bedenken widerlegen.

Tracy (2014) bezieht sich auf Studienergebnisse von Bialystok (2004) die belegen, dass sich die andauernde sprachliche Konkurrenzsituation positiv auf die Hirnleistungen auswirkt. Die Co-Existenz einer zweiten Sprache stellt eine Herausforderung da. In einem Interview bezeichnet Tracy (2014) die "Sprache als komplexeste Fähigkeit des Menschen. Das menschliche Gehirn sei in der Lage, flexibel zwischen den Sprachen umzuschalten. Das funktioniere, in dem es irrelevante Informationen unterdrückt. Bei Menschen, die regelmäßig in zwei oder mehr Sprachen kommunizieren, schienen sich sowohl das normale kognitive Altern als auch Demenzerscheinungen hinauszögern zu lassen." (vgl. auch Tracy 2014, S. 31) Durch das Erlernen von Sprachen werden viele Hirnarealen miteinander verknüpft. Diese Verbindungen wirken sich vor allem im Alter positiv auf unsere Gedächtnisleistung aus.

Chilla et al. (2010) berufen sich ebenfalls auf etwaige Forschungsergebnisse von Bialystok (2001), die mehrsprachigen Kindern eine erhöhte Aufmerksamkeitskontrolle attestieren. Bilinguale Kinder lassen sich durch fehlsteuernde Informationen nicht so leicht ablenken und können sich schneller auf eine neue Aufgabe konzentrieren. Zu diesem Ergebnis kam Bialystok (2001) nachdem diverse kognitive Tests mit Probanden im Vorschulalter durchgeführt wurden. Es wird evaluiert, dass der Grund hierfür das ständige Inhibieren einer Sprache ist. Der ständige Sprachwechsel trainiert das Gehirn und die daraus resultierenden Leistungen lassen sich auf andere kognitive Bereiche transferieren. (vgl. Chilla; Rothweiler; Babur 2010, S. 25f.) Was damit gemeint ist, illustrieren die Autorinnen an folgendem Beispiel: "Die Entscheidung, ob ein Satz wie "Warum bellt die Katze so laut?" grammatisch korrekt ist, fällt mehrsprachigen Kindern leichter als einsprachigen - sie können sich besser auf die grammatische Aufgabe konzentrieren und den semantischen Fehler ignorieren" (ebd., S. 26).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Mehrsprachigkeit in der modernen Gesellschaft und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob frühe Mehrsprachigkeit eine Chance oder ein Risiko darstellt.

2. Grundlagen zur Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Formen der Mehrsprachigkeit, insbesondere den simultanen und sukzessiven Spracherwerb, und erläutert die Phasen der Entwicklung.

3. Wichtige Einflussfaktoren: Es werden zentrale Rahmenbedingungen wie das Prinzip "eine Person - eine Sprache", die Bedeutung emotionaler Bindung sowie die Qualität des sprachlichen Inputs analysiert.

4. Mehrsprachigkeit als Chance nutzen: Hier stehen die kognitiven, interkulturellen und bildungsbezogenen Vorteile mehrsprachiger Erziehung im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Betrachtung.

5. Mögliche Risiken der Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit Vorurteilen wie dem reduzierten Wortschatz, Sprachverweigerung und der "doppelten Halbsprachigkeit" auseinander.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Vorteile der Mehrsprachigkeit die Risiken bei korrekter Begleitung deutlich überwiegen.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Spracherwerb, Bilingualismus, Kindheit, Sprachentwicklung, kognitive Vorteile, Sprachmischung, Sprachverlust, Interdependenzhypothese, Identitätsbildung, Bildungschancen, Integration, Migrationshintergrund, Sprachförderung, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der kindlichen Mehrsprachigkeit und untersucht, wie diese erfolgreich in der Erziehung umgesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs, förderliche Rahmenbedingungen, die Vorteile mehrsprachigen Aufwachsens sowie der Umgang mit Risiken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Eltern und Interessierten aufzuzeigen, dass frühe Mehrsprachigkeit ein wertvolles Potenzial darstellt und wie sie aktiv zur gesunden Entwicklung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse aktueller sprachwissenschaftlicher, psychologischer und neurobiologischer Studien und Publikationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Erwerbstypen (simultan/sukzessiv), die Einflussfaktoren (z.B. Sprachtrennung), die kognitiven Chancen sowie die kritisch diskutierten Risiken ausführlich dargelegt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Bilingualismus, kognitive Flexibilität, Sprachförderung und die Abgrenzung von Sprachkompetenz zu vermeintlichen Defiziten.

Warum ist das Prinzip "One Person - one Language" laut dieser Arbeit so wichtig?

Es hilft dem Kind, die beiden Sprachsysteme bereits frühzeitig im Alltag durch die direkte Personenzuordnung voneinander zu unterscheiden und implizit korrekt zu erlernen.

Wie bewertet die Autorin die sogenannte "doppelte Halbsprachigkeit"?

Die Arbeit hinterfragt dieses Konzept kritisch und stellt dar, dass viele Sprachwissenschaftler es als Mythos betrachten, da Sprachprobleme eher im sozialen Umfeld oder der Qualität des Inputs als in der Mehrsprachigkeit selbst begründet liegen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit. Chance für die Zukunft oder Risiko für die Entwicklung?
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Fakultät für Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Sprachliche Bildung
Note
1,3
Autor
Simone Albert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V946275
ISBN (eBook)
9783346284433
ISBN (Buch)
9783346284440
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehrsprachigkeit Bilingual Zweisprachig Sprachliche Bildung Chancen Risiken Kindheitspädagogik frühe Kindheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simone Albert (Autor:in), 2020, Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit. Chance für die Zukunft oder Risiko für die Entwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/946275
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum