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Aufführungsanalyse der Oper Otello von Elijah Moshinsky

Title: Aufführungsanalyse der Oper Otello von Elijah Moshinsky

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Thiele (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Eine der größten Otelloinszenierungen unserer Zeit wurde 1992 im Royal Opera House Covent Garden in London auf die Bühne gebracht. Neben Regisseur Elijah Moshinsky war die seltene Klasse der Produktion auch Dirigent Georg Solti zu verdanken. Doch auch die hochkarätige Besetzung mit Kiri Te Kanawa als Desdemona und Plácido Domingo in seiner einschlägigen Paraderolle als Otello trugen zum enormen Erfolg bei. Nicht zuletzt weil gerade diese beiden Opernkünstler ihre Rollen sowohl gesanglich als auch schauspielerisch verkörperten wie kaum ein anderer, wurde explizit diese Otelloinszenierung aus dem Royal Opera House mehrfach auf Tonträgern aufgezeichnet sowie filmisch von der BBC festgehalten.
Diese Filmaufzeichnung von 1992 möchte ich nun zu einer Aufführungsanalyse heranziehen. Meine Arbeit teilt sich in drei Hauptuntersuchungspunkte ein. Zum ersten möchte ich mich mit Inszenierung selbst beschäftigen, das heißt, was genau bedeutet es überhaupt zu inszenieren. Zum zweiten werde ich mich der verfilmten Oper widmen. Denn nur durch das Kameraauge ist es mir möglich, diese Oper zu beurteilen, obgleich natürlich das Filmische meine Wahrnehmung an sich beeinflusst. An dritter Stelle werde ich mich konkreten Details der Inszenierung widmen. Hierfür beziehe ich mich auf den Fragenkatalog zur Inszenierungsanalyse von Patrice Pavis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inszenierung

2.1 Der Begriff Inszenierung

2.2 Wort-Musik-Verhältnis in der Inszenierungspraxis

2.3 Werktreue wider Regietheater

3. Oper als Film

3.1 Individualität von Opernaufführung und Film

3.2 Ist Oper als Film überhaupt möglich?

3.3 Verfälschung

4. Aufführungsanalyse Otello

4.1 Bühnenbild

4.2 Beleuchtung

4.3 Farbe und Kostüme

4.4 Dualismus der Figuren

4.5 Darsteller und ihre Anlegung

5. Fazit

6. Quellen

6.1 Literatur

6.2 Audiovisuelle Medien

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine fundierte Aufführungsanalyse der 1992 unter der Regie von Elijah Moshinsky am Royal Opera House Covent Garden in London produzierten Oper "Otello" von Giuseppe Verdi vorzunehmen. Dabei wird untersucht, wie filmische Mittel die Wahrnehmung der Bühnenkunst beeinflussen und wie die Inszenierung die zentralen Themen des Werkes durch szenische Gestaltung, Licht und Symbolik interpretiert.

  • Grundlagen der Inszenierungspraxis und der Begriff der Werktreue
  • Die mediale Herausforderung der Opern-Verfilmung und deren Wahrnehmung
  • Analyse der szenischen Gestaltung (Bühnenbild, Beleuchtung, Kostümwahl)
  • Darstellerische Interpretation und der symbolische Dualismus der Hauptfiguren

Auszug aus dem Buch

4.1 Bühnenbild

Das Königliche Opernhaus in Covent Garden London ist das bedeutendste Opernhaus in Großbritannien und bietet dementsprechend eine gigantische Hauptbühne, welche in Otello bespielt wird. Die Szenen sind oftmals mit gewaltigen Bühnen- und Kulissenteilen ausgestattet, welche nicht zuletzt die Höhe der Bühne ausfüllen können. Die Kulissenteile muten wie schweres Gestein an und erinnern z.B. durch die Säulen, die besagte Höhe schaffen, an den Baustil der Gotik, welches wiederum auf das Ende des 15. Jahrhunderts verweist, in dem das Otellodrama angelegt ist. Schon zu Beginn des Stückes wird also augenscheinlich, dass es sich hierbei um eine weitgehend naturalistische Inszenierung handelt, obgleich sie trotzdem mit Requisiten und Bühnenteilen recht sparsam umgeht. Insgesamt wird den Darstellern ein großer Raum geschaffen den sie bespielen können. Diese räumliche Weite wiederum, welche durch die Bühnenhöhe erneut potenziert wird, schafft gerade bei Einzelauftritten oder Duetten eine sehr bedrückende Atmosphäre, als könnte die mächtige Welt über den Rollen zusammenbrechen.

Ein Beispiel hierfür bietet die zweite Szene des dritten Aktes, in welchem Otello erstmals gegenüber Desdemona den Zweifel an ihrer Treue durchklingen lässt. Als er sie zu Boden fallen lässt und sich von ihr abwendet, bleibt er gesäumt von den Säulen auf beiden Seiten der Bühne. Sie wiederum spricht nachdrücklich auf ihn ein, wobei er in äußerster Verzweiflung weinend, einen tatsächlichen aber auch räumlichen Ausweg zu suchen scheint, doch keinen zu finden im Stande ist. Dies wird durch die Kadrierung und Bühnenenge weiter verstärkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Shakespeares Dramen für Verdis Schaffen ein und definiert den Fokus der Analyse auf die BBC-Aufzeichnung von Moshinskys Otello-Inszenierung.

2. Inszenierung: Das Kapitel erläutert den Begriff der Inszenierung, das Spannungsfeld zwischen Wort und Musik sowie die theoretische Debatte um Werktreue versus Regietheater.

3. Oper als Film: Hier wird die Problematik der filmischen Übertragung von Opern thematisiert, insbesondere in Bezug auf die medial bedingte Verfälschung und die Veränderung der Rezeptionsbedingungen.

4. Aufführungsanalyse Otello: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Untersuchung der Londoner Inszenierung anhand von Bühnenbild, Licht, Kostümen, Figurenkonstellation und schauspielerischer Leistung.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Moshinsky eine werkgetreue und erfrischende Inszenierung gelungen ist, die den Fokus auf das Wesentliche richtet, ohne ins Museumhafte zu verfallen.

6. Quellen: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Literatur sowie der als Grundlage dienenden audiovisuellen Medien.

Schlüsselwörter

Opernaufführung, Elijah Moshinsky, Giuseppe Verdi, Otello, Inszenierung, Werktreue, Regietheater, Oper als Film, Aufführungsanalyse, Bühnenbild, Beleuchtung, Desdemona, Jago, Plácido Domingo, Theaterrezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und praktischen Analyse der Oper "Otello" von Giuseppe Verdi in einer spezifischen Inszenierung von Elijah Moshinsky aus dem Jahr 1992.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Inszenierungspraxis, die Schwierigkeiten der Opern-Verfilmung sowie eine detaillierte semiotische Analyse der szenischen Elemente der Produktion am Royal Opera House.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine Gesamtanalyse der Aufführung, um aufzuzeigen, wie Regie und Darstellung den Konflikt zwischen Gut und Böse in Verdis Oper unter Berücksichtigung des gewählten Mediums (Film) interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf den Fragenkatalog zur Inszenierungsanalyse von Patrice Pavis sowie auf musikdramaturgische Fachliteratur zur Operninterpretation.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Inszenierung und Medialität sowie in eine spezifische Analyse der Produktion: Bühnenbild, Licht, Kostümdesign, Figurendualismus und schauspielerische Rollenführung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Werktreue, Regietheater, Medialität, Oper als Film und Aufführungsanalyse definiert.

Wie bewertet der Autor die mediale Verfälschung durch den Film?

Der Autor argumentiert, dass jede filmische Abbildung eine unvermeidbare Interpretation und somit Verfälschung des Bühnengeschehens darstellt, diese jedoch legitim ist, solange sie das kulturelle Spektrum erweitert.

Welche Bedeutung kommt der Lichtgestaltung im Kapitel 4.2 zu?

Die Lichtgestaltung ist essenziell, da sie durch ihre Sparsamkeit und den Kontrast zwischen "Schattenwelt" (Jago) und "klarem Licht" (Desdemona) die psychologischen Aspekte der Intrige hervorhebt.

Wie wird das Bühnenbild in Bezug auf die Tragödie analysiert?

Das Bühnenbild, insbesondere die monumentalen Säulen und der Schachbrettboden, wird als symbolischer Raum gedeutet, der die Ausweglosigkeit und die schicksalhafte Zuspitzung des Konflikts unterstreicht.

Was macht laut Autor den Erfolg der Moshinsky-Inszenierung aus?

Der Erfolg liegt in der Balance: Moshinsky setzt das Werk ins Zentrum, vermeidet sowohl museale Erstarrung als auch egozentrisches Regietheater, und verlässt sich auf die hochkarätige gesangliche und schauspielerische Umsetzung des Ensembles.

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Details

Title
Aufführungsanalyse der Oper Otello von Elijah Moshinsky
College
University of Bayreuth
Course
Aufführungsanalyse
Grade
1,0
Author
Martin Thiele (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V94634
ISBN (eBook)
9783640106912
ISBN (Book)
9783640123032
Language
German
Tags
Aufführungsanalyse Otello Othello Verdi Shakespeare Oper Moshinsky Wagner Domingo Bühnenbild Opernhaus Inszenierungsanalyse Solti Kostüm Beleuchtung Dualismen Darsteller Rollen Hamlet Adaption Falstaff Handlick Tannhäuser Aufführung Inszenierung Faccio Tamagno Covent Garden Kanawa BBC Fischer-Lichte Sartre Musik Donington Regietheater Werktreue Konwitschny Rigoletto Opernaufführung Jago Desdemona Cassio Boito Leiferkus Montage Verfilmung Abfilmung Dokumentation
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Quote paper
Martin Thiele (Author), 2008, Aufführungsanalyse der Oper Otello von Elijah Moshinsky, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94634
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