Das Betriebspraktikum für Schülerinnen und Schüler. Welche Hilfestellungen benötigen Jugendliche, um für ihren Berufseinstieg zu profitieren?


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Schulische Förderungen: Die Lehrkräfte und die Schulleitung
2.1.1 Vor dem Praktikum
2.1.2 Begleitung während des Praktikums
2.1.3 NachbereitungdesPraktikums
2.2 Außerschulische Förderungen: Die Eltern
2.2.1 VordemPraktikum
2.2.2 Begleitung während des Praktikums
2.2.3 NachbereitungdesPraktikums

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Seit den 70er Jahren zeichnet sich in der Gesellschaft ein Wandel ab. Auch der Bildungssektor ist dadurch betroffen: Ein Haupt- oder Realschulabschluss ist heute in der Gesellschaft weniger akzeptiert als noch vor einigen Jahrzehnten. Als Folge gelingt vielen Junge Erwachsene der Übergang von der Schule in das Berufsleben deutlich weniger schnell und unproblematisch.1 2 Im Oktober 2014 wiesen 3,7% der jungen Erwachsenen, trotz Schulabschluss, keine Lehrstelle auf. 2 Seit 2010 wird seitens der Politik in NRW mit dem Programm Kein Abschluss ohne Anschluss (KAOA) - Übergang Schule-Beruf in NRW aktiv gegen dieses Problem gearbeitet. Ziel ist es, den Schülerinnen direkt im Anschluss der Schule den Start in das Berufsleben zu erleichtern. Eines der Instrumente dafür lautet Praxisphasen und ihrer Verbindung mit Unterricht, wobei im folgendem der Fokus auf das Schülerbetriebspraktikum, welches ein Teil davon ist, gelegt wird.

Das dreiwöchige Schülerbetriebspraktikum, welches je nach Schulform in der 8. bzw. in der 9. Jahrgangsstufe absolviert wird, ist für die Schülerinnen ein verpflichtendes Schulelement.3 Wie wichtig dieses Praktikum sein kann zeigt eine Umfrage, bei der 32% der Schülerinnen angaben, aufgrund eines von ihnen absolvierten Praktikums sich für ihren Ausbildungsberuf entschieden zu haben.4 Aus der Problematik der unbesetzten Lehrstellen und den arbeitslosen jungen Erwachsenen ergibt sich für die vorliegende Ausarbeitung folgende Leitfrage:

In wie weit kann das Pflichtpraktikum ein wichtiger Wegweiserfür die Zukunft der Schülerinnen werden? Welche Rollen sollten bei diesem Prozess die Institution Schule, die Lehrkräfte sowie die Eltern einnehmen?

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW veröffentlicht mit der Broschüre Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule - Beruf wichtige Leitlinien, sodass darauf aufbauen die vorliegende Ausarbeitung verfasst wird.

Die detailierte Darstellung der Förderung und Unterstützung für die jungen Erwachsenen wird separiert in die schulische sowie die außerschulische Förderung.

2 Hauptteil

2.1 Schulische Förderung: Die Lehrkräfte und die Schulleitung

Im Unterricht der 8. Jahrgangsstufe setzen sich die meisten Schülerinnen das erste Mal mit dem Thema Berufsorientierung auseinander, für viele Schülerinnen beginnt in der Schule somit der Weg in das Berufsleben. Bei dem Projekt KAOA beteiligen sich alle Schulen in NRW, um die Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf effektiv zu nutzen.5 Trotzdem fühlen sich manche Eltern und Schülerinnen mit dem umfangreichen und wichtigen Entscheidungsprozess der Berufsorientierung überfordert, dies liegt auch daran, dass die Förderungsprogramme der Schule teilweise noch stark variieren.6

2.1.1 Vor dem Praktikum

Die Unterstützung in der Schule soll eine eigenverantwortliche Auswahl der Betriebe und Bewerbung seitens der jungen Erwachsenen für ihren Praktikumsplatz erzielen.7 Allerdings gaben ein Drittel der Schülerinnen bei einer Umfrage in der 9. Klasse als Grund für ihre mangelnde Bewerbungsinitiative an, noch keine Ahnung zu haben welchen Beruf sie ausüben wollen. Es ist notwendig den Schülerinnen die außerordentliche Wichtigkeit des Prozesses der Berufsorientierung zu verdeutlichen. Die Schülerinnen sollten nicht mit dem Gedanken auf drei schulfreie Woche in das Praktikum gehen, sondern mit dem Wunsch neue Erkenntnisse zu ihrer Berufswahl zu gewinnen und mit der Vorfreude auf einen von ihnen ausgewählten Beruf.8 Als Grundlage, dass ein Praktikum hilfreich ist, müssen die Interessen der Schülerinnen erkannt und intensiviert werden. Aus dem Bildungsbericht 2014 ging hervor, dass bei der Hälfte der jungen Erwachsenen der ausschlaggebende Grund für die Vertragsauflösung ihrer Ausbildung, eine falsche Vorstellung des Berufes vorlag, dies kann damit verhindert werden.9

In Absprache der Schule zwischen Lehrpersonen und Schulleitung übernehmen meist die Klassenlehrerinnen die Verantwortung dafür, den Schülerinnen eine Einführung in das Berufsleben zu geben. Dies geschieht u.a. mit einem Besuch des Berufsinformationszentrums und der Teilnahme an der Potenzialanalyse. Zu Beachten ist unbedingt, dass die Lehrpersonen genügend Wissen über die Berufe und den Bewerbungsablauf haben, welche sie sich eventuell aneignen müssen. Nur so können die Lehrpersonen eine Anregung von Zukunftsgedanken seitens der Junge Erwachsene erzielen. Zu Vermitteln sind u.a. Anforderungen und Tätigkeitsfelder, sodass die Schülerinnen keinen falschen Eindruck von den Berufen bekommen und gegeben falls auch negative Aspekte (z.B. frühes Aufstehen) von Berufen nicht übersprungen werden.10

Während der Bewerbungsphase und der Praktikumsplatzsuche brauchen die Schülerinnen von den Lehrpersonen Hilfestellungen, da eine Bewerbung für die meisten noch unbekannt ist. Um einen geeigneten Praktikumsplatz zu bekommen, ist zuerst einmal die Bewerbung ausschlaggebend. Bei diesem erforderlichen Punkt scheitern viele Schülerinnen aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse. Eine Hilfestellung im Unterricht seitens der Lehrpersonen ist unumgänglich, hier bietet es sich an, die Deutschlehrerinnen mit einzubeziehen. Dafür können sich die Lehrpersonen untereinander austauschen und den Unterricht zusammen absprechen.

Vor der Bewerbung kommt bei vielen jungen Erwachsenen die Frage auf, in welchem Betrieb sie überhaupt ein Praktikum machen wollen. Die Schule kann behilflich sein eine geeignete Stelle zu vermitteln. Gibt es Betriebe, bei denen in der Vergangenheit positive Erfahrungen gesammelt wurden?

Weiterhin müssen die Schülerinnen aufgeklärt werden, dass es auch die Möglichkeit gibt das Praktikum im Ausland zu bestreiten. Bei Interesse von Schülerinnen ist eine Vermittlung zu einer Agentur, die Praktikumsstellen im Ausland organisiert, sinnvoll. Um den Schülerinnen weitere Informationen zum gesamten Praktikumsablauf zu liefern, ist zusätzlich eine Einladung von professionellen Bewerbungstrainern und Experten in den Unterricht nützlich.11

Bevor die Praxisphase angetreten wird muss zwischen Lehrperson, Praktikant und Betrieb eine Absprache zur Praktikumsausübung stattfinden. Dazu gehören eine gemeinsame Zielsetzung, die Besprechung der Arbeitszeiten und die Einsatzgebiete des Junge Erwachsene. Außerdem sollte der Lehrperson ein fester Ansprechpartner des Betriebes genannt werden. Damit kann man einer Ausnutzung des Praktikanten frühzeitig entgegenwirken und läuft nicht Gefahr, dass eine der Parteien unzufrieden mit dem Ablauf der Praxisphase ist. Diese Dinge können in einer Praktikumsvereinbarung schriftlich festgehalten werden.12

2.1.2 Begleitung während des Praktikums

Während der dreiwöchigen Praxisphase wird jede Praktikantin bzw. jeder Praktikant von einer Lehrperson betreut, die Lehrperson dient als Ansprechperson bei Problemen und Fragen. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem der Besuch der Praktikumsstätte um einen ortsnahen Eindruck über die Tätigkeit zu bekommen. Neben dem Besuch, dient eine telefonische Nachfrage bei Praktikant und Betrieb für eine zusätzliche Einschätzung.13

Um eine gesetzliche Absicherung der Schule zu erbringen, ist bei der Kontrolle auf geregelte Arbeitszeiten und auf die Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu achten. Dazu gehört auch die Überprüfung, ob der Praktikant vor Gefahren gewarnt wurde und in die Betriebsordnung eingeführt wurde.14

Im Idealfall soll bereits während der Ausübung des Praktikums mit dem Praktikumsbericht begonnen werden, welcher jeder Praktikant anzufertigen hat. Das Nachfragen und die Unterstützung der Lehrperson ist da sehr sinnvoll, da nur die wenigsten Junge Erwachsene nach ihrem Arbeitstag Lust haben sich an den Schreibtisch zu setzen. Hierzu gehört auch ein Abschlussgespräch am Ende der Praxisphase, damit die Schülerinnen ein Feedback bekommen und sich dadurch besser reflektieren können.15

2.1.3 Nachbereitung des Praktikums

Nach der Absolvierung des Betriebspraktikum müssen vor allem die Schülerinnen selbst aktiv werden: Sie müssen sich selber und ihre Erfahrungen während der drei Wochen reflektieren und dokumentieren, welches in Form eines Praktikumsberichtes festgehalten wird. Es dient zur Verdeutlichung, ob ihre Schlüsselqualifikationen weiterentwickelt wurden und zur Feststellung, ob der kennen gelernte Beruf gefällt oder ob er nicht gefällt.16 Den Lehrpersonen kommt hier die Aufgabe der Förderung zu der Selbsteinschätzung der Schülerinnen zu, da ihnen oftmals eine gezielte Einschätzung der eigenen Charakteristika schwer fällt.17

Für eine spätere Bewerbung ist eine Bescheinigung der ausgeübten Tätigkeit, die vom Betrieb ausgestellt wird, mit Hinweisen zu vermittelten Kenntnisse, Sozial­und Arbeitsverhalten hilfreich. Hat der Betrieb gefallen, sollte darauf hingewiesen werden, den Kontakt zu halten. Weiterhin kann eine Anfrage über eine mögliche Ausbildung und dessen Bewerbungsverfahren gestellt werden, in diesem Kontext bietet sich ein Dankschreiben an den Praktikumsbetrieb an.18

Die Lehrpersonen sollten darauf hinweisen, dass die drei Wochen oft nicht reichen um genügende Einblicke zu bekommen und es durchaus hilfreich ist, sich noch weiter mit dem Beruf auseinander zu setzen, falls das Praktikum gefallen hat. Seitens der Lehrpersonen ist die Aufmerksamkeit gegenüber den Schülerinnen geboten, die eventuelle eine spezielle Förderung bekommen sollten. Für diesen Fall sind z.B. Praxiskurse oder ein Langzeitpraktikum in Klasse 9 eine Option. Hierbei gibt es nur begrenzte Kapazitäten, deswegen ist eine genaue Einschätzung und spätere Absprache auf der Schulkonferenz wichtig. Vor allem muss dabei auch auf die Wünsche und Vorstellungen der Schülerinnen eingegangen werden.19

[...]


1 Walter, B. (2010): Die berufliche Orientierung jungerMenschen, S. 25

2 Ebitsch, S. (2013): Start ins Berufsleben

3 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Praxisphasen, in: KAOA, S. 33/34

4 Bergzog, T. (2011): Das Betriebspraktikum als Instrument schulischer Berufsorientierung, S.8

5 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Umsetzung, in: KAOA, S. 7f

6 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2011): Bildungskonferenz Zusammen Schule machen für NordrheinWestfalen, S. 4f

7 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Praxisphasen, in: KAOA, S. 33/34

8 Rahn, s., Brüggemann, T. u. Hartkopf, E. (2013): Berufliche Orientierungsprozesse Junge Erwachsener in der Sekundarstufe I. Ergebnisse aus dem Berufsorientierungspanel (BOP), In: Berufsorientierung S. 117f

9 Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2014): Bildung in Deutschland 2014 - Berufliche Ausbildung, S. llOf

10 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Praxisphasen, in: KAOA, S. 33/34

11 Kohlmann, I. u. Umberg, F. (2013): Checkliste Schulen, In: Checklisten Schülerbetriebspraktikum, S. 14f

12 Kohlmann, I. u. Umberg, F. (2013): Checkliste Betriebe, In: Checklisten Schülerbetriebspraktikum, S. 8f

13 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Praxisphasen, in: KAOA, S. 33/34

14 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhrein-Westfalen (Hrsg.) (2013): Leitfaden Schülerbetriebspraktika

15 Kohlmann, I. u. Umberg, F. (2013): Checkliste Schulen, In: Checklisten Schülerbetriebspraktikum, S. 14f

16 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Praxisphasen, in: KAOA, S. 33/34

17 Kohlmann, I. u. Umberg, F. (2013): Checkliste Schulen, In: Checklisten Schülerbetriebspraktikum, S. 14f

18 Kohlmann, I. u. Umberg, F. (2013): Checkliste Schulen, In: Checklisten Schülerbetriebspraktikum, S. 14f

19 Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (Hrsg.) (2011): Praxisphasen, in: KAOA, S. 33/34

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Betriebspraktikum für Schülerinnen und Schüler. Welche Hilfestellungen benötigen Jugendliche, um für ihren Berufseinstieg zu profitieren?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V946974
ISBN (eBook)
9783346283849
ISBN (Buch)
9783346283856
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betriebspraktikum, schülerinnen, schüler, welche, hilfestellungen, jugendliche, berufseinstieg
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Das Betriebspraktikum für Schülerinnen und Schüler. Welche Hilfestellungen benötigen Jugendliche, um für ihren Berufseinstieg zu profitieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/946974

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