Konzept zur Reduzierung von Bewegungsmangel, zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen


Einsendeaufgabe, 2019

13 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 BEDARFSANALYSE ZUM GEWÄHLTEN SCHWERPUNKTTHEMA BZW. GESUNDHEITSPROBLEM
1.1 Bewegungsempfehlungen und Bewegungsverhalten
1.2 Datenlage zum Gesundheitsproblem

2 WIRKSAMKEIT KÖRPERLICHER AKTIVITÄT

3 ZIELGRUPPE

4 ZIELE UND INHALTE

5 LITERATURVERZEICHNIS

6 TABELLENVERZEICHNIS

1 Bedarfsanalyse zum gewählten Schwerpunktthema bzw. Gesundheitsproblem

Mein gewähltes Schwerpunktthema ist das Konzept zur Reduzierung von Bewegungs­mangel und Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen durch gesundheitssportliche Aktivität.

1.1 Bewegungsempfehlungen und Bewegungsverhalten

Laut eines Empfehlungsschreibens, welches vom Bundesgesundheitsministerium veröf­fentlicht wurde, gelten für Kinder und Jugendliche folgende Empfehlungen zur gesund­heitswirksamen körperlichen Aktivität:

Bei Kleinst- und Kleinkindern im Alter von 0 bis 3 Jahren sind die Empfehlungen noch recht offen formuliert und die Kinder sollten sich „so viel wie möglich bewegen und so wenig wie möglich in Ihrem natürlichen Bewegungsdrang gehindert werden“ (Pfeifer et al., 2016, S. 5). Für die Kindergartenkinder ab 3 Jahren gibt es schon eine erste Zahl, die an aktiven Minuten täglich mindestens erfüllt werden sollte: 180 Minuten. Die Bewe­gung kann dabei angeleitet oder auch nichtangeleitet nach dem Willen der Kinder erfol­gen.

Im Altersbereich der 6- bis 11-Jährigen werden die Empfehlungen deutlich genauer formuliert und es wird auch eine Mindestintensität der Bewegung festgelegt. Grund­schulkinder sollten sich demnach täglich mindestens 90 Minuten bei moderater oder hoher Intensität bewegen. Allerdings können ganze 60 Minuten davon durch Alltagsak­tivitäten erreicht werden. Dazu zählt auch schon eine ausreichende Anzahl an absolvier­ten Schritten, in diesem Altersbereich 12.000 Schritte pro Tag.

Für Jugendliche bis 18 Jahre gelten dieselben Bewegungsempfehlungen, wie sie für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren festgelegt wurden.

Ergänzend zu diesen allgemeinen Empfehlungen wurden auch einige weitere zu beach­tende Aspekte aufgeführt, um die Empfehlungen zu präzisieren. Demnach sollten ab dem Grundschulalter an wenigstens zwei Tagen pro Woche die großen Muskelgruppen mit höherer Intensität beansprucht werden. Außerdem müssen die individuellen Ent­wicklungsstände berücksichtigt werden. Ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist, dass bewegungsarme Kinder nur langsam an die Erfüllung der Empfehlungen her­angeführt werden, um einer Überlastung bzw. negativen Effekten durch zu anstrengende körperliche Aktivität vorzubeugen.

Wenn nun die tatsächlichen Bewegungsgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen betrachtet werden, fällt auf, dass die Empfehlungen häufig nicht erfüllt werden und ab dem 10. Lebensjahr mit zunehmendem Alter tendenziell immer weniger umfangreich Sport getrieben wird. Die Erkenntnisse sind entnommen aus der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS)“ des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2018, welche in Form des Teilberichts „Körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (Finger, Varnaccia, Borrmann, Lange & Mensink, 2018, S. 24-28) veröffentlicht wurde. In dieser repräsentativen Studie wurden 10.023 Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren bzw. bei den 3 bis 10-Jährigen deren Eltern aus ganz Deutschland zur körperlich-sportlichen Aktivität pro Woche befragt. Dabei kam heraus, dass Mädchen mit nur 22,4% generell seltener die Bewegungsemp­fehlungen erfüllen als Jungen (29,4%). Außerdem wurde festgestellt, dass mit zuneh­mendem Alter bei beiden Geschlechtern die Empfehlungen immer seltener erreicht wurden. Im Alter von 14 bis 17 Jahren sind die Unterschiede zwischen beiden Ge­schlechtern am gravierendsten, Jungen (16%) erreichen die Empfehlungen in diesem Altersbereich mehr als doppelt so häufig wie die Mädchen (7,5%). Ebenfalls einen Ein­fluss hat anscheinend der sogenannte sozioökonomische Status (SES). Jungen und Mädchen mit niedrigem SES weisen eine deutlich höhere Prävalenz geringer körperli­cher Aktivität auf, als Kinder im selben Altersbereich mit mittlerem und hohem SES. Durch das Vorhandensein älterer Daten können die vorliegenden Werte gut im Verlauf der Jahre eingeordnet werden. So wurden die Bewegungsempfehlungen bei Mädchen zwischen 2010 und 2014 leicht seltener erreicht, während sich bei Jungen keine Verän­derung zeigte.

Zusammenfassend liegen die Empfehlungen erwartungsgemäß über den tatsächlichen Bewegungsgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen. Generell bewegen sich die be­fragten Jungen häufiger, als die Mädchen. Dies wird vor Allem bei den 11- bis 17­Jährigen deutlich. Jedoch muss beachtet werden, dass sich diese Zahlen lediglich auf die sportliche, angeleitete und organisierte Ausübung körperlicher Aktivität beziehen und z.B. nicht berücksichtigen, ob die Kinder täglich trotz fehlender sportlicher Aktivität die empfohlene Anzahl an Schritten erreichen. Andererseits ist es wahrscheinlich, dass bei der Befragung eher mehr Umfang angegeben wird, als das Kind tatsächlich aktiv ist.

1.2 Datenlage zum Gesundheitsproblem

Um die Bedeutung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu verdeutlichen wird zunächst die Prävalenz bestimmt. Die Prävalenz sagt in diesem Beispiel aus, wie viele Kinder im Verhältnis zu allen Kindern einer Bevölke­rungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt übergewichtig oder adipös sind. Das „Journal of Health Monitoring“ (2018) beziffert die Prävalenz für 3- bis 17-Jährige in Deutschland für Übergewicht auf 15,4% und für Adipositas auf 5,9%. Dabei wurden keine Unterschiede zwischen dem weiblichen und männlichen Geschlecht festgestellt. Folgendes wird allerdings ergänzt: „Übergewichts- und Adipositasprävalenzen steigen mit zunehmendem Alter an. Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status (SES) sind deutlich häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen als Gleichaltrige mit hohem SES.“ (Schienkiewitz, Brettschneider, Damerow & Schaffrath Rosario, 2018, S.16-21). Eine positive Entwicklung lässt sich dennoch feststellen: Die Inzidenz, also die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr, hat sich nach anfänglichen Stei­gerungen in den letzten Jahren stabilisiert.

Die Auswirkungen von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter sind sehr weitreichend. Gerade soziale Probleme treten bei übergewichtigen und adipösen Kindern häufig auf. Aufgrund Ihrer Physis werden sie von anderen Kindern gehänselt und gemobbt. Eine langfristige Folge dieser Stigmatisierung ist wiederum, dass es Ihnen schwerer fällt, abzunehmen. (Universitätsmedizin Leipzig IFB Adipositas Erkrankun­gen, 2016). Weitere Auswirkungen können sich auch auf körperlicher Ebene bemerkbar machen, da auch Kinder und Jugendliche schon Krankheiten entwickeln können, die auf das zu hohe Körpergewicht zurückzuführen sind. Dazu zählen unter anderem „Typ-2- Diabetes, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen oder eine Fettleber“ (Universitätsme­dizin Leipzig IFB Adipositas Erkrankungen, 2019).

Auch auf die deutsche Volkswirtschaft haben Übergewicht und Adipositas einen enor­men Einfluss. In einem Artikel der Agentur für Bildungsjournalismus (2018) spricht die Gesundheitsökonomin Diana Sonntag die Kosten an, welche dem deutschen Staat ent­stehen würden, wenn alle aktuell übergewichtigen Kinder und Jugendlichen Ihr Leben lang übergewichtig blieben. Diese Kosten des lebenslangen Übergewichts lägen bei 1,8 Billionen Euro bzw. 8.000€ für jeden Jungen und 9.000€ für jedes Mädchen.

Die aktuellsten mir vorliegenden tatsächlichen Krankheitskosten für Übergewicht und Adipositas aus dem Jahr 2008 liegen bei 8,6 Milliarden Euro. Laut diverser Studien liegen die aktuellen Kosten aber bereits bei knapp 20 Milliarden Euro. (welt.de, 2016)

Folgende Risikofaktoren sind möglich:

- Niedriger Sozioökonomischer Status (SES)

Das Robert-Koch-Institut hat in seiner KiGGS herausgefunden, dass Kinder und Ju­gendliche mit niedrigem SES häufiger übergewichtig sind, als Kinder mit hohem SES. Aufgrund dieser Datenlage lässt sich der niedrige SES als eigener Risikofaktor festlegen. Bestimmte Gegebenheiten, die in vielen Familien mit niedrigem SES auf­treten, sind anscheinend dafür verantwortlich, dass die Kinder zu viel Körperge­wicht haben.

- Falsche Ernährung

Übergewicht entsteht im Grundsatz dadurch, dass mehr Kalorien aufgenommen werden, als verbraucht werden. Vor Allem durch stark zuckerhaltige Nahrung wird dem Körper zu viel Energie zugeführt, welche dann zum Aufbau von Fettgewebe genutzt wird.

- Bewegungsmangel

Der Mangel an Bewegung geht auch mit dem vorherigen Punkt der falschen Ernäh­rung einher. Durch übertriebene Nahrungsaufnahme und zu wenig Bewegung kom­men viele Kinder nicht auf die nötige Anzahl an täglichen aktiven Minuten und ver­brennen somit nicht genug Kalorien.

- Familiäres Umfeld

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist das familiäre Umfeld. Oft ist den Eltern gar nicht bewusst, was sie durch falsche Ernährung oder eigene schlechte Gewohnheiten bei den Kindern anrichten. Außerdem neigen die Kinder von übergewichtigen Eltern häufiger dazu, selbst an Übergewicht zu erkranken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Konzept zur Reduzierung von Bewegungsmangel, zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2,0
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V947577
ISBN (eBook)
9783346281869
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept, reduzierung, bewegungsmangel, prävention, übergewicht, adipositas, kindern, jugendlichen
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Konzept zur Reduzierung von Bewegungsmangel, zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947577

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Konzept zur Reduzierung von Bewegungsmangel, zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden