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Theorien für eine gerechtere Welt. Das Gerechtigkeitskonzept von Martha Nussbaum als Bewertungsmaßstab der UN

Titel: Theorien für eine gerechtere Welt. Das Gerechtigkeitskonzept von Martha Nussbaum als Bewertungsmaßstab der UN

Bachelorarbeit , 2020 , 38 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Isabel Thoma (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Arbeit soll trotz der ernüchternden Einschätzung, es fehle an effektiven globalen Institutionen, das Augenmerk auf das Bestehende gerichtet werden. Daher wird die Organisation der Vereinten Nationen in den Blick genommen als internationale Organisation, die mit derzeit 193 Mitgliedsstaaten den weitumfassendsten Wirkungsanspruch erhebt und auch inhaltlich beansprucht, sich weitgefasst um sämtliche Fragen zu kümmern, mit denen die Menschheit im 21. Jahrhundert konfrontiert wird.

Beantwortet werden soll die Frage, auf welchen Grundlagen Martha Nussbaum, Philosophin unserer Zeit, ihren Gerechtigkeitsansatz zur Förderung einer achtbaren Welt konzipiert und wie sie vor dessen Hintergrund internationale Institutionen allgemein, die UN im Speziellen und den Kosmopolitismus unserer Zeit bewertet.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, gibt das folgende Kapitel einen Überblick über relevante, gerechtigkeitstheoretische Entwicklungen sowie die wichtigsten Schlüsselkonzepte von der Antike bis zur Gegenwart. Mit John Rawls ‚Theorie der Gerechtigkeit‘ und deren Erweiterung zum ‚Recht der Völker‘ wird die Basis für die gegenwärtig diskutierten Gerechtigkeitskonzepte geschaffen. Auch Martha Nussbaum entwickelt ihre Theorie unter anderem aus den Konzepten Rawls. Gleichzeitig kritisiert sie grundsätzliche seiner Annahmen und leitet daraus ihren eigenen sogenannten "Fähigkeitenansatz" ab. Aktueller Bezugsgegenstand der theoretischen Überlegungen ist die UN. Konkret wird nachvollzogen, wie Nussbaum auf Basis ihrer Vorstellungen von Gerechtigkeit Institutionen allgemein, die UN im Besonderen und den modernen Kosmopolitismus bewertet.

Viele Probleme, mit denen sich Regierungen und Bürger heutzutage beschäftigen, gehen über den Einzelnen, aber auch über Staatsgrenzen hinaus. Terrorismus, Cyber-Security, Menschenrechtsverletzungen, Armut, Überbevölkerung, Ausbeutung, Migration, Klimawandel, Raubbau an Bodenschätzen, Finanzkrisen, Hungersnöte und - zuletzt wieder präsent in der Debatte – die Gesundheitsversorgung und der Ausbruch von Pandemien, das sind nur einige der Herausforderungen unserer Zeit, die weltweit Auswirkungen haben und denen entsprechend auf globaler Ebene begegnet werden muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Die derzeitige Welt internationaler Organisationen

2 Gerechtigkeitstheorien

2.1 Gerechtigkeitstheoretische Ideen von der Antike bis heute

2.2 John Rawls kontraktualistischer Gerechtigkeitsansatz

2.2.1 ‚Eine Theorie der Gerechtigkeit‘

2.2.2 ‚Das Recht der Völker‘

2.3 Martha C. Nussbaums Vorstellung einer achtbaren globalen Gemeinschaft

2.3.1 Kritik an Rawls und den globalen Erweiterungen seiner Theorie

2.3.2 Der Fähigkeitenansatz

3 Die UN von ihrer Gründung bis heute

4 Bewertung unserer globalen Struktur durch Nussbaum

4.1 Die Unverzichtbarkeit von Institutionen

4.2 Anspruch und Realität der UN

4.3 Nussbaums kosmopolitisches Ideal

5 Fazit: Theorien, die unserer komplexen Welt gerecht werden

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gerechtigkeitskonzept der Philosophin Martha Nussbaum und analysiert, wie dieses als Maßstab für die Bewertung internationaler Institutionen, insbesondere der Vereinten Nationen (UN), sowie des modernen Kosmopolitismus dienen kann.

  • Grundlagen der Gerechtigkeitstheorien von der Antike bis zur Gegenwart
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem kontraktualistischen Ansatz von John Rawls
  • Einführung und Analyse von Martha Nussbaums Fähigkeitenansatz
  • Bewertung der UN vor dem Hintergrund eines globalen Gerechtigkeitsverständnisses
  • Reflexion über die Rolle von Patriotismus und globaler Verantwortung im modernen Kosmopolitismus

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Kritik an Rawls und den globalen Erweiterungen seiner Theorie

Nussbaum setzt sich immer wieder mit der Theorie Rawls auseinander, da sie seine dort ausgebreitete Idee eines Gesellschaftsvertrags überzeugender findet als sämtliche andere Theorien. Trotzdem plädiert sie zur Lösung des Problems globaler Gerechtigkeit für einen neuen Ansatz, da sie überzeugt ist, eine solche Lösung sei nicht mit kontraktualistischen Vorannahmen umzusetzen (vgl. Nussbaum 2010: 211).

Bereits in seinem Hauptwerk – Eine Theorie der Gerechtigkeit – geht Rawls selbst skizzenhaft auf eine konkrete Anwendung seiner Ideen auf globaler Ebene ein. Kern seiner Theorie ist jedoch, dass ein Gesellschaftsvertrag von sich gleichenden Parteien auf gegenseitigen Vorteil abgeschlossen wird, damit ein kooperatives Zusammenleben innerhalb eines Staates möglich ist. Auf globale Ebene übertragen würde dies bedeuten, dass sich gleichende Staaten auf ein kooperatives Zusammenleben einigen. Diese Analogie ist für Nussbaum aus mehreren Gründen unzulässig. Denn davon auszugehen, dass sämtliche Regierungen ihr gesamtes Volk vertreten, Staaten selbstgenügsam seien, kein Staat in der Lage sei, andere zu beherrschen und der Status quo der Staaten grundsätzlich legitim sei – das ist eine verzerrte Vorstellung unserer tatsächlichen Welt. In dieser gibt es eine Reihe von Regierungen, welche nicht beanspruchen können, die Belange ihrer gesamten Gesellschaft zu repräsentieren, Staaten sind in sämtlichen Bereichen mit anderen Staaten vernetzt, allein die G8 beherrschen de facto alle weiteren Staaten und viele Völker empfinden den Status quo in ihrem Staat als nicht legitim und lehnen sich gegen diesen auf (vgl. Nussbaum 2010: 215f.). Demzufolge ist es nicht plausibel davon auszugehen, sich gleichende durch ihre Regierenden repräsentierte Staaten kämen global zu einer Übereinkunft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die derzeitige Welt internationaler Organisationen: Die Einleitung beleuchtet die globale Vernetzung und die damit verbundenen Herausforderungen, die ein Nachdenken über globale Gerechtigkeit und internationale Organisationen notwendig machen.

2 Gerechtigkeitstheorien: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über gerechtigkeitstheoretische Entwicklungen von der Antike bis zur Gegenwart, mit Fokus auf John Rawls und Martha Nussbaum.

3 Die UN von ihrer Gründung bis heute: Das Kapitel zeichnet die Geschichte und Entwicklung der Vereinten Nationen als einflussreichste internationale Organisation nach und benennt bestehende Herausforderungen.

4 Bewertung unserer globalen Struktur durch Nussbaum: Hier wird Nussbaums Gerechtigkeitskonzept auf Institutionen allgemein, die UN im Speziellen und den modernen Kosmopolitismus angewandt.

5 Fazit: Theorien, die unserer komplexen Welt gerecht werden: Das Fazit fasst die Relevanz globaler Gerechtigkeitstheorien zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, verschiedene Ansätze zur Bewältigung der sozialen Komplexität unserer Welt zu nutzen.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeitstheorie, Martha Nussbaum, John Rawls, Fähigkeitenansatz, Globale Gerechtigkeit, Vereinte Nationen, UN, Institutionen, Kosmopolitismus, Patriotismus, Menschenrechte, Gesellschaftsvertrag, Internationale Organisationen, Globalisierung, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen für eine gerechtere Weltordnung und analysiert, wie philosophische Gerechtigkeitskonzepte, insbesondere der Ansatz von Martha Nussbaum, zur Bewertung internationaler Institutionen genutzt werden können.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören Gerechtigkeitstheorien, die Rolle und Legitimität internationaler Institutionen sowie das Spannungsfeld zwischen Nationalstaat, globaler Kooperation und Kosmopolitismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu klären, auf welchen Grundlagen Martha Nussbaum ihren Gerechtigkeitsansatz konzipiert hat und wie sie vor diesem Hintergrund die Vereinten Nationen sowie den modernen Kosmopolitismus bewertet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende gerechtigkeitstheoretische Konzepte (insbesondere von Rawls und Nussbaum) auf aktuelle globale Strukturen und die UN angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gerechtigkeitskonzepte, eine historische und strukturelle Betrachtung der UN sowie eine kritische Bewertung der globalen Struktur durch die Linse von Nussbaums Philosophie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Charakteristika sind der Fähigkeitenansatz, globale Gerechtigkeit, der Kontrast zwischen Kontraktualismus und Nussbaums Philosophie sowie die Debatte um die Legitimität der UN.

Wie bewertet Martha Nussbaum die Vereinten Nationen?

Nussbaum sieht in der UN eine notwendige Ansammlung von Institutionen, äußert jedoch deutliche Kritik an ihrer Effizienz, Korruption und der oftmals fehlenden Legitimität bei der Lösung globaler Probleme.

Warum hält Nussbaum den Patriotismus für wichtig?

Nussbaum argumentiert, dass ein gesunder Patriotismus die gemeinschaftsstiftende Kraft besitzt, um Individuen dazu zu motivieren, Verantwortung über die eigenen nationalen Grenzen hinaus zu übernehmen und somit global moralisch zu handeln.

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Details

Titel
Theorien für eine gerechtere Welt. Das Gerechtigkeitskonzept von Martha Nussbaum als Bewertungsmaßstab der UN
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Soziologie)
Note
1,3
Autor
Isabel Thoma (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
38
Katalognummer
V947991
ISBN (eBook)
9783346284754
ISBN (Buch)
9783346284761
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theorien welt gerechtigkeitskonzept martha nussbaum bewertungsmaßstab
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabel Thoma (Autor:in), 2020, Theorien für eine gerechtere Welt. Das Gerechtigkeitskonzept von Martha Nussbaum als Bewertungsmaßstab der UN, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947991
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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