Diese Arbeit befasst sich mit dem wirtschaftlichen Wandel Kubas hinsichtlich der Fragestellung „Sklaverei und Zuckerhandel in Kuba. Welche Rolle spielten sie für die Wirtschaft Spaniens?“ Um dies zu beantworten, soll zunächst die Phase der frühen Kolonialzeit in Kuba beschrieben werden, welche zeigen wird, dass Kuba zunächst eine wirtschaftlich schwache Kolonie war. Daraufhin wird zum Aufschwung des wirtschaftlichen Sektors durch den Zuckerhandel übergeleitet. Das Ausmaß des Aufschwunges hing von der Anzahl der Arbeitskräfte ab. Der Bedarf an Arbeitskräften stieg stetig an und parallel dazu wurde der Handel mit afrikanischen Sklaven gestärkt. In den weiteren Kapiteln dieser Arbeit soll auch der Weg Kubas zur wichtigsten Zuckerplantagenregion der Welt erläutert werden. Hierbei wird vor allem betont, dass Spanien auf illegale Methoden griff, um dies zu erreichen. Diese Arbeit ist literaturbasiert und strebt eine Beantwortung der Problemfrage mithilfe der herangezogenen Werke an. Die Arbeit wird zeigen, dass afrikanische Sklaven auf den Zuckerplantagen eine wichtige Rolle für den Aufschwung der Wirtschaft Spaniens spielten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kuba und die Anfänge des Zuckerhandels
2.1 Besetzung Kubas und Bedeutung Havannas
2.2 Bedeutung von Zucker für die Karibik
3.3 Der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs
3. Afrikanische Sklaven als Arbeitskräfte
4. Zuckerplantagen in Kuba
5. Der Illegale Handel
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Wandel Kubas während der Kolonialzeit und analysiert die entscheidende Rolle der Sklaverei sowie des Zuckerhandels für die wirtschaftliche Entwicklung des spanischen Mutterlandes. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Kuba von einer militärisch orientierten, wirtschaftlich eher unbedeutenden Kolonie zu einer weltweit führenden Zuckerproduzentenregion aufsteigen konnte.
- Die Entwicklung der spanischen Kolonialstrategie in Kuba vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.
- Die Auswirkungen der sogenannten "Zuckerrevolution" auf die karibische Wirtschaftsstruktur.
- Der Zusammenhang zwischen dem Bedarf an Arbeitskräften auf Zuckerplantagen und dem atlantischen Sklavenhandel.
- Die Bedeutung illegaler Handelsrouten (Hidden Atlantic) für die Aufrechterhaltung der kubanischen Zuckerproduktion.
- Der Beitrag der technologischen Mechanisierung zur Steigerung der Produktivität im 19. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
3.3 Der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs
Vergleicht man die europäischen Kolonialmächte im Karibikraum unter dem wirtschaftlichen Sektor miteinander, so wird auffällig, dass Spanien mit Kuba deutlich hinter England mit Jamaika und Frankreich mit Saint-Domingue lag. Sowohl in Jamaika als auch in Saint-Domingue seien bereits während der frühen Kolonialzeit hohe wirtschaftliche Gewinne erzielt worden. Man könnte nun die Prognose aufstellen, dass Kuba keine Voraussetzungen für den Ausbau von Plantagen besaß und deshalb bis ins 18. Jahrhundert wirtschaftlich schwach blieb.
Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall gewesen. Kuba hat eine große Menge an Naturressourcen besessen. Es wird nämlich beschrieben, dass Kuba über fruchtbare Böden in Küstennähe, funktionsfähige Handelshäfen, Wälder und weitere Voraussetzungen, welche Kuba zu hohen wirtschaftlichen Erfolgen verleiten würden, besaß. Flächenmäßig war Kuba viel größer als Jamaika oder Saint-Domingue. Hinsichtlich des Themas dieser Arbeit ist es nun wichtig die Zuckerproduktion und den Sklavenhandel in den Fokus zu rücken. Um 1760 habe Jamaika dreimal mehr Zucker als Kuba produziert, Saint-Domingue hingegen besaß 800 Zuckerplantagen, was auch eine deutliche Überlegenheit gegenüber Kuba betonte. Auch hinsichtlich des Bevölkerungszuwachses stand Kuba weit hinter englischen und französischen Kolonialgebieten. Dies könnte daran liegen, dass in den englischen Besitzungen schon während der frühen Kolonialzeit viele afrikanische Sklaven als Arbeitskräfte eingesetzt wurden und in den spanischen Kolonien noch nicht. In Jamaika habe es im Jahre 1760 nämlich viermal so viele Sklaven wie in Kuba gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den wirtschaftlichen Wandel Kubas und formuliert die zentrale Fragestellung nach der Rolle von Sklaverei und Zuckerhandel für Spanien.
2. Kuba und die Anfänge des Zuckerhandels: Dieses Kapitel behandelt die frühe koloniale Geschichte Kubas, die strategische Bedeutung Havannas sowie die allgemeine Bedeutung des Zuckers für die Karibikregion.
2.1 Besetzung Kubas und Bedeutung Havannas: Der Abschnitt erläutert die Ankunft der Spanier, die Dezimierung der indigenen Bevölkerung und Havannas Rolle als zentraler Knotenpunkt im spanischen Verteidigungssystem.
2.2 Bedeutung von Zucker für die Karibik: Hier wird der Prozess der "Zuckerrevolution" und die damit einhergehende Umstellung auf eine monokulturelle Plantagenwirtschaft beschrieben.
3.3 Der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs: Es wird analysiert, wie trotz anfänglicher wirtschaftlicher Schwäche durch Steuersenkungen und königliche Förderung der Grundstein für den kubanischen Zuckerboom gelegt wurde.
3. Afrikanische Sklaven als Arbeitskräfte: Dieser Teil beleuchtet die Abhängigkeit der Zuckerplantagen von Zwangsarbeit und die Ausweitung des Sklavenhandels im 18. Jahrhundert.
4. Zuckerplantagen in Kuba: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung zur kapitalistischen Zuckerwirtschaft, die Rolle der industriellen Revolution und das Vorbild der englischen Zuckerinseln.
5. Der Illegale Handel: Der Text befasst sich mit dem "Hidden Atlantic", den illegalen Schmuggelpraktiken und deren Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Produktion nach dem offiziellen Verbot des Sklavenhandels.
6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass der Zuckerhandel und die Sklaverei essenziell für Spaniens wirtschaftliche Machtstellung und den Wandel Kubas zur weltweit größten Zuckerproduzentenregion waren.
Schlüsselwörter
Sklaverei, Zuckerhandel, Kuba, Spanien, Kolonialzeit, Plantagenwirtschaft, Havanna, Zuckerrevolution, Atlantischer Sklavenhandel, Wirtschaftsgeschichte, Hidden Atlantic, Arbeitskräfte, Industrialisierung, Schmuggel, Weltmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung Kubas während der spanischen Kolonialzeit und wie das Land durch den Aufbau der Zuckerproduktion zu einer bedeutenden wirtschaftlichen Kraft wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Plantagenwirtschaft, der Rolle der afrikanischen Zwangsarbeit und dem massiven Einfluss des Zuckerhandels auf die spanische Wirtschaft.
Welches primäre Ziel verfolgt der Text?
Das Ziel ist es, die Rolle der Sklaverei und des Zuckerhandels in Kuba zu ergründen, um deren Bedeutung für den Wohlstand und die wirtschaftliche Strategie Spaniens zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit ist literaturbasiert und analysiert verschiedene historische Quellen und Werke, um die Forschungsfrage fundiert zu beantworten.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung Kubas, die ökonomischen Auswirkungen der Zuckerproduktion, die Bedeutung der Sklaverei und die Rolle des illegalen Handels (Hidden Atlantic).
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind neben Sklaverei und Zuckerproduktion insbesondere der "Hidden Atlantic", die koloniale Ausbeutung und die technologische Modernisierung der Plantagen.
Wie wirkten sich Krankheiten auf die koloniale Arbeitskraft in Kuba aus?
Durch die Dezimierung der indigenen Bevölkerung aufgrund europäischer Krankheiten entstand ein massiver Mangel an Arbeitskräften, was die Kolonisatoren dazu zwang, vermehrt auf afrikanische Sklaven zurückzugreifen.
Warum war der illegale Handel für die spanische Wirtschaft von Bedeutung?
Da legale Sklavenkontingente den wachsenden Bedarf der florierenden Zuckerplantagen nicht decken konnten, ermöglichte der illegale Schmuggel die Fortführung des wirtschaftlichen Wachstums.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Sklaverei und Zuckerhandel in Kuba. Welche Rolle spielten sie für die Wirtschaft Spaniens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947996