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Deutsche Kriegslyrik seit dem Barock. Die Entwicklung der Darstellung von Krieg

Título: Deutsche Kriegslyrik seit dem Barock. Die Entwicklung der Darstellung von Krieg

Trabajo Escrito , 2007 , 112 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Tim Reese (Autor)

Didáctica de la asignatura Alemán - Historia de la literatura, épocas
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Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit thematisiert das Thema Kriegslyrik. Vom 30-jährigen Krieg ausgehend, umfasst die Arbeit die wesentlichen deutschen Literaturepochen vom Barock bis 1945. Schwerpunkte werden im Barock ("Tränen des Vaterlandes"), zur Zeit der Befreiungskriege (E.M. Arndt), im Expressionismus (1. Weltkrieg, "Grodek") und abschließend mit "Hiroshima" gesetzt.

Insgesamt besteht das Ziel darin, anhand ausgewählter Gedichte zu zeigen, wie sich das Bild des Krieges innerhalb der Lyrik vom Barock bis hin zum Abwurf der Atombombe entwickelt hat. An geeigneten Passagen werden Querverweise zu anderen Epochen gezogen und dies mit Gedichten unterlegt, ohne allerdings eine genaue Interpretation anzulegen. Es wird mehr Wert auf den Zusammenhang der Gedichte und die politisch motivierte Aussagekraft der Zeit gelegt, als auf die Beschreibung der genauen Details jedes einzelnen Gedichtes; dennoch soll eine genaue Gedichtanalyse zumindest bei den ausgewählten Schwerpunktgedichten den Gehalt des Gedichtes untermauern.

In der Lyrik des Barocks war das oberste Gebot, wie auch für die Literatur insgesamt, die Wahrung der Tugend und der Ordnung. Lyrik diente der Huldigung der Obersten. Im Zeitalter des Absolutismus galt der König oder der jeweilige Herrscher als unantastbar und so musste die Lyrik vor allem ihm gefallen. Denn durch diese Lobgedichte für die Obrigkeit wird den Untertanen ebenso eine Verhaltenslehre aufgestellt – diese Darstellungsweise war gewollt und wurde so auch häufig praktiziert. Allerdings gab es im Barock auch politisch motivierte Lyrik, die sich gegen den Kaiser oder gegen die Herrschenden allgemein richtete. Diese Verse waren aber zumeist anonyme Flugblätter, die die übrige Bevölkerung über Missstände im Reich aufklären oder für eine politische Richtung gewinnen wollten und dadurch das wichtigste, politische Ausdrucksmittel darstellten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der lyrische Umgang mit dem Thema Krieg in den Epochen

II.1 Das Barock

II.1.1 Das Barock als Epoche

II.1.2 Lyrik im Barock

II.1.3 Der historische Kontext

II.1.4 Andreas Gryphius

II.1.5 Das Sonett und der Alexandriner als Gedichtart und Versform des Barocks

II.1.6 Tränen des Vaterlandes / Anno 1636

II.1.6.1 Zur Entstehungsgeschichte

II.1.6.2 Die Sprache des Andreas Gryphius

II.1.6.3 Vergleich der Fassungen von 1636 und 1663

II.1.6.3 Interpretation des Gedichtes

II.1.6.4 Einordnung des Gedichts

II.2 Aufklärung

II.2.1 Die Aufklärung als Epoche

II.2.2 Lyrik der Aufklärung

II.3 Vom Sturm und Drang bis zur Romantik

II.3.1 Der Sturm und Drang und die Romantik als Epoche

II.3.2 Lyrik des Sturm und Drang und der Romantik

II.4 Lyrik zur Zeit der Befreiungskriege

II.4.1 Historischer Kontext

II.4.2 Ernst Moritz Arndt

II.4.3 Das Vaterlandslied 1812

II.4.3.1 Interpretation des Gedichtes

II.4.3.2 Einordnung des Gedichtes

II.5 Vom Biedermeier bis zum Realismus

II.5.1 Die Epochen und Strömungen

II.5.2 Der historische Kontext

II.5.3 Das Biedermeier

II.5.4 Junges Deutschland

II.5.5 Vormärz

II.5.6 Der Realismus bzw. die Lyrik des Nachmärz bis zur Reichsgründung

II.6 Vom Naturalismus zum Expressionismus

II.6.1 Der Naturalismus als Epoche

II.6.2 Lyrik des Naturalismus – Lyrik im Kaiserreich

II.6.3 Der Übergang zum Expressionismus und die Lyrik des Ersten Weltkriegs

II.6.4 Expressionismus

II.6.5 Georg Trakl – Ein expressionistischer Dichter und Opfer des Ersten Weltkrieges

II.6.6 Grodek

II.6.6.1 Entstehungsgeschichte

II.6.6.2 Über die Sprache und die Chiffre Trakls

II.6.6.3 Interpretation des Gedichtes

II. 6.6.4 Einordnung des Gedichtes

II.7 Von der Weimarer Republik über die Neue Sachlichkeit bis 1933

II.8 Drittes Reich – Lyrik im gleichgeschalteten Deutschland

II.9 Der Abwurf der Atombombe 1945 – Eine neue Zeitrechnung der Kriegsführung

II.9.1 Die Literatur und Lyrik nach 1945

II.9.2 Der historische Kontext

II.9.3 Marie-Luise Kaschnitz – Eine Zeitgenossin

II.9.4 Hiroshima

II.9.4.1 Interpretation des Gedichtes

II.9.4.2 Einordnung des Gedichtes

III. Zusammenfassung

IV. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Kriegslyrik vom Barock bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, mit dem Ziel, die Wandlungen in der literarischen Auseinandersetzung mit Krieg, Zerstörung und dem Bild des Menschen in Extremsituationen anhand repräsentativer Epochen und Gedichte aufzuzeigen.

  • Analyse zentraler Kriegsgedichte (Andreas Gryphius, Ernst Moritz Arndt, Georg Trakl, Marie Luise Kaschnitz)
  • Untersuchung der historischen und biographischen Kontexte der jeweiligen Epochen
  • Betrachtung des Wechsels von barocker Weltklage hin zu nationalistischer Verherrlichung und späterer apokalyptischer Deutung
  • Erörterung der Entwicklung der Kriegsführung und deren Spiegelung in der zeitgenössischen Lyrik

Auszug aus dem Buch

II.1.4 Andreas Gryphius

Vieles über das Leben des Andreas Gryphius muss unbekannt bleiben, da die von ihm selbst verfasste Biografie als endgültig verloren gilt. Doch das wichtigste aus seinem Leben erfahren wir aus zweiter Hand von Baltzer Siegmund von Stosch sowie von Johannes Theodor Leubscher. Ihnen hat die Selbstbiografie Gryphius’ vorgelegen, weshalb wir vom Leben des Andreas Gryphius mehr erfahren, als von anderen großen Dichtern der Barockzeit. Es soll bei der folgenden Biografie weniger um das Nacherzählen der einzelnen Lebensdaten und Wege des Dichters gehen, sondern eher um einen kurzen Abriss der wichtigsten Erlebnisse und Rückschläge des wohl bedeutendsten deutschen Dichter der Barockzeit.

Hierdurch sollen seine Einstellung und sein politischer Hintergrund beleuchtet werden und diese Schlüsse später auch in die Interpretation seines mit bekanntestem Sonett „Tränen des Vaterlandes“ eingearbeitet werden. Nach der Kurzbiografie werde ich am Ende dieses Kapitels ebenfalls Aussagen zur Sprache und den Stilmitteln des Dichters anführen.

Andreas Gryphius wurde am 2. Oktober 1616 in Glogau geboren. Die z. T. falsch angegebenen Geburtsdaten lassen sich zum einen auf einen Lesefehler zurückführen (die römische Zahl II wurde als 11 angesehen) und zum anderen verwirrt die eigene Angabe des Dichters. Sein Sonett „Der Autor über seinen Geburtstag den 29. September MDCXVI“ ist eine von ihm gewollte Vorverlegung seines Geburtstages, um den Erzengel Michael als seinen Patron zu beanspruchen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass jeder Krieg zwar gleich in seiner Zerstörung, aber individuell in seinen historischen Umständen ist, und erläutert das Vorgehen der Arbeit anhand ausgewählter Lyrikbeispiele.

II.1 Das Barock: Dieses Kapitel erläutert die Epoche des Barocks und die Lyrik als Medium zur Darstellung von Tugend, Ordnung und Vergänglichkeit (Vanitas), wobei das Sonett „Tränen des Vaterlandes“ als zentrales Antikriegsgedicht analysiert wird.

II.2 Aufklärung: Hier werden die Epoche der Aufklärung und die Entstehung neuer dichterischer Ausdrucksformen beleuchtet, die durch Vernunftgedanken und eine erste kritische Distanz zur Obrigkeit geprägt sind.

II.3 Vom Sturm und Drang bis zur Romantik: Dieses Kapitel thematisiert die literarischen Bewegungen der „Deutschen Bewegung“ und die Rolle des subjektiven Empfindens sowie die Anfänge nationaler Identitätsfindung in der Lyrik.

II.4 Lyrik zur Zeit der Befreiungskriege: Diese Untersuchung widmet sich der Lyrik, die im Kampf gegen Napoleon entstand, und analysiert die Funktion von Arndts „Vaterlandslied“ als patriotisches Instrument zur Nationalstaatswerdung.

II.5 Vom Biedermeier bis zum Realismus: Hier werden die politischen und gesellschaftlichen Spannungsfelder von 1815 bis zur Reichsgründung 1871 sowie die Rolle der Dichter in dieser Zeit der Zensur und des gesellschaftlichen Umbruchs dargestellt.

II.6 Vom Naturalismus zum Expressionismus: Dieses Kapitel analysiert den Wandel der Lyrik im Kaiserreich und die expressionistische Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg, wobei Georg Trakls „Grodek“ als zentrales Zeugnis für die Hilflosigkeit des Individuums dient.

II.7 Von der Weimarer Republik über die Neue Sachlichkeit bis 1933: Hier werden die politische Zersplitterung und die wirtschaftlichen Krisen der Weimarer Republik und deren Reflexion in der zeitgenössischen, oft satirischen oder resignativen Lyrik behandelt.

II.8 Drittes Reich – Lyrik im gleichgeschalteten Deutschland: Dieses Kapitel untersucht die Vereinnahmung und Funktionalisierung der Lyrik für Propagandazwecke durch die Nationalsozialisten und das Verbot kritischer Stimmen.

II.9 Der Abwurf der Atombombe 1945 – Eine neue Zeitrechnung der Kriegsführung: Das Kapitel schließt die Arbeit ab, indem es die atomare Bedrohung als neue existenzielle Gefahr thematisiert und Marie Luise Kaschnitz’ „Hiroshima“ als Mahnung gegen die Entmenschlichung analysiert.

Schlüsselwörter

Kriegslyrik, Barock, Aufklärung, Befreiungskriege, Expressionismus, Nationalbewusstsein, Pazifismus, Andreas Gryphius, Ernst Moritz Arndt, Georg Trakl, Marie Luise Kaschnitz, Vanitas, Antikriegsgedicht, Literaturgeschichte, politische Lyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der deutschen Kriegslyrik von der Zeit des Barock bis hin zur Ära der Atombombe im Jahr 1945, um zu zeigen, wie sich das literarische Bild des Krieges über Jahrhunderte hinweg verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Darstellung von Krieg, Zerstörung und Leid in der Lyrik, die Rolle der Religion, die Entwicklung eines deutschen Nationalgefühls sowie die Spiegelung politischer und historischer Ereignisse in der Dichtung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, anhand ausgewählter Gedichte und ihrer Epochen aufzuzeigen, wie Dichter auf die kriegerischen Ereignisse ihrer Zeit reagierten und inwiefern sich apokalyptische Vorausdeutungen durch die deutsche Literaturgeschichte ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit kombiniert epochengeschichtliche Überblicksdarstellungen mit einer detaillierten Analyse spezifischer, repräsentativer Gedichte. Dabei fließen biographische Aspekte der Dichter sowie der historische Kontext direkt in die Gedichtinterpretation ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Epochenkapitel (Barock, Aufklärung, Romantik/Befreiungskriege, Naturalismus/Expressionismus, Weimarer Republik, NS-Zeit), in denen jeweils der historische Hintergrund skizziert und ein zentrales Gedicht als Beispiel intensiv analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kriegslyrik, Epochenstil, politisch motivierte Dichtung, nationales Bewusstsein, apokalyptische Bildersprache und individuelle Betroffenheit der Dichter charakterisiert.

Warum wird Andreas Gryphius’ „Tränen des Vaterlandes“ als Einstieg gewählt?

Das Gedicht dient als Ausgangspunkt, da es zeitlos anwendbar ist, das Barock repräsentiert und die „Vanitas“-Problematik sowie die Schrecken des Krieges mit einer formalen Strenge darstellt, die für spätere Vergleiche essenziell ist.

Welche Rolle spielt der Abwurf der Atombombe für den Autor?

Der Abwurf der Atombombe markiert das Ende der Untersuchung, da er für den Autor eine neue Zeitrechnung darstellt, in der es nicht mehr nur um Politik oder Gerechtigkeit geht, sondern um die Frage der existentiellen Vernichtung der gesamten Menschheit.

Final del extracto de 112 páginas  - subir

Detalles

Título
Deutsche Kriegslyrik seit dem Barock. Die Entwicklung der Darstellung von Krieg
Universidad
University of Osnabrück
Calificación
1,0
Autor
Tim Reese (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
112
No. de catálogo
V948045
ISBN (Ebook)
9783346292452
ISBN (Libro)
9783346292469
Idioma
Alemán
Etiqueta
deutsche kriegslyrik barock entwicklung darstellung krieg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tim Reese (Autor), 2007, Deutsche Kriegslyrik seit dem Barock. Die Entwicklung der Darstellung von Krieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948045
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