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Königinnen der Nacht? Zum Verhältnis von Schwarzen Frauen und Pflanzen in Otobong Nkangas Performance Diaspore (2014/2020)

Titel: Königinnen der Nacht? Zum Verhältnis von Schwarzen Frauen und Pflanzen in Otobong Nkangas Performance Diaspore (2014/2020)

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 47 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marie Egger (Autor:in)

Kunst - Installationen, Aktionskunst, 'moderne' Kunst
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit legt eine fokussierte Interpretation der Performance Diaspore (2014/2020) der nigerianisch-belgischen Künstlerin Otobong Nkanga vor. Dazu wird das Werk beschrieben, und seine Einbettung in kulturtheoretische Diskurse mit Blick auf das Œuvre der Künstlerin analysiert. Den Anlass hierzu gaben ein Besuch einer Einzelausstellung Nkangas im Gropius Bau Berlin und ein Seminar am kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin.

Das Seminar „Feministische Positionen in der Kunst Afrikas und seiner Diaspora“ widmete sich der Repräsentation afrikanischer und afrodiasporischer Künstlerinnen aus feministischer und postkolonialer Perspektive. Es stellte auch ökofeministische Zugänge zu den Werken Schwarzer Künstlerinnen zur Disposition: Ökofeminist*innen beschäftigt die strukturelle Ähnlichkeit der Repression von Frauen und der Natur, die sie beide intrinsisch miteinander verbunden sehen.

Das Werk, so die These, verschränkt ökologische, feministische und postkoloniale Diskurse miteinander. Um dieser Annahme auf den Grund zu gehen, stellt sich der Autor die Frage, wie Diaspore Schwarze Frauen und Pflanzen zu einander ins Verhältnis setzt. Dazu wird die Performance im Kontext der Ausstellung und anhand fotografischer und filmischer Dokumentationen beschrieben. Der Autor vollzieht semiotische Referenzen auf die o. g. Diskurse im Œuvre der Künstlerin nach und untermauert diese mit ausgewählten Fachtexten schlaglichtartig.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Vorbemerkung

1. Einleitung

2. Otobong Nkanga, Diaspore (2014/2020)

3. Der Blick auf Schwarze weibliche Körper

3.1 Feministische Topoi im Œuvre Nkangas

3.2 Zum Diskurs der Schwarzen Frau als Care-Arbeiterin

4. Ökologische Perspektiven auf Schwarze und weibliche Körper

4.1 Wurzeln und Chimären in Nkangas Zeichnungen

4.2 Ökologische Sprachbilder in Paul Gilroys Theorie der Schwarzen Diaspora

4.3 Modi irdischen Lebens: Von ökofeministischer und posthumanistischer Agency

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Performance Diaspore der Künstlerin Otobong Nkanga und analysiert, wie das Werk Schwarze Frauen und Pflanzen in ein gegenseitiges Verhältnis setzt. Dabei liegt der Fokus auf der Verschränkung von feministischen, postkolonialen und ökologischen Diskursen, um zu ergründen, inwiefern die Performance rassistische Blickregime transcodiert und das Verhältnis von Natur und Mensch neu verhandelt.

  • Die kritische Analyse rassifizierender Blickregime auf den Schwarzen weiblichen Körper.
  • Die Verknüpfung von feministischen und ökologischen Ansätzen im Kontext der Care-Arbeit.
  • Die Untersuchung der Pflanze als Symbolträgerin und translokales Element in der Diaspora.
  • Die Anwendung posthumanistischer Konzepte (z.B. Intraaktion) auf die künstlerische Praxis.

Auszug aus dem Buch

3.2 Zum Diskurs der Schwarzen Frau als Care-Arbeiterin

Laut Charmaine Nelsons Untersuchung der Repräsentation Schwarzer Arbeiterinnen durch weiße Künstler*innen, festigten Darstellungen von Frauen „in starched uniforms, heads tied in scarfs, performing domestic labour“ im 19. und 20. Jahrhundert →essentialisierende und rassifizierende Blickregime der visuellen Kultur:

„The white artist’s motivation to represent black women overwhelmingly within public contexts of domestic labour locates a desire to reinscribe the space between black and white experiences and to fix colonial perceptions of difference as biological and racial instead of social and historical.”

Nelson weist über diese bildhistorische Problemstellung hinaus, wenn sie das Fehlen von Repräsentationen Schwarzer Arbeiterinnen in Pflege-, Bildungs- und Hotelbranche kritisiert. Denn diese Tätigkeiten gehören zum Sektor der Fürsorge- bzw. Care-Arbeit, die meist unbezahlt von Frauen, und im globalen Norden häufig von Migrantinnen aus armen Ländern, verrichtet wird. Der Diskurs um die Sorgearbeit betrifft frauenspezifisch soziale Ungleichheiten, und visualisiert sich als →symbolische Ordnung in stereotypisierenden und stigmatisierenden Repräsentationen Schwarzer Frauen bei der Arbeit – einem Narrativ das sich in Bildvergleichen auf die Symbolik der Performance Diaspore beziehen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorbemerkung: Die Autorin legt ihre eigene Perspektive als weiße Kunstgeschichtsstudierende dar und führt in die terminologische Verwendung ihrer Begrifflichkeiten ein.

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsinteresse an Otobong Nkangas Performance Diaspore und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die theoretische Verankerung in feministischen und postkolonialen Diskursen.

2. Otobong Nkanga, Diaspore (2014/2020): Hier erfolgt eine detaillierte Beschreibung des Werkes und seiner ortsspezifischen Installation im Gropius Bau unter Einbeziehung des historischen Kontextes der Entstehung.

3. Der Blick auf Schwarze weibliche Körper: Das Kapitel befasst sich mit der Objektifizierung Schwarzer Frauen und analysiert Nkangas Ikonografie sowie den Diskurs über die Schwarze Frau als Care-Arbeiterin.

4. Ökologische Perspektiven auf Schwarze und weibliche Körper: Dieser Teil beleuchtet die ökologische Dimension, verbindet diese mit Paul Gilroys Diaspora-Theorie und diskutiert Ansätze der Ökofeministinnen und des Posthumanismus.

5. Fazit: Die Autorin fasst ihre Analyseergebnisse zusammen, reflektiert ihre eigene Position innerhalb der Untersuchung und benennt bestehende Forschungslücken.

Schlüsselwörter

Otobong Nkanga, Diaspore, Schwarze Frauen, Pflanzen, Ökofeminismus, Posthumanismus, Care-Arbeit, Blickregime, Postkolonialismus, Transkulturalität, Intersektionalität, Rassismus, Kunstgeschichte, Identität, Agency.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Performance Diaspore von Otobong Nkanga hinsichtlich ihres Umgangs mit dem Schwarzen weiblichen Körper und ökologischen Aspekten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind Feminismus, postkoloniale Theorie, Ökologie, Kunstgeschichte und die kritische Analyse visueller Stereotype.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Nkangas Werk das Verhältnis zwischen Schwarzen Frauen und Pflanzen darstellt und inwieweit es rassistische Blickregime herausfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert semiotische Bildanalysen mit kulturtheoretischen Diskursen und bezieht dabei postkoloniale sowie posthumanistische Theorien ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ikonografie Nkangas, eine Auseinandersetzung mit Care-Arbeit und eine ökologische Perspektivierung durch Theorien der Schwarzen Diaspora.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Ökofeminismus, Blickregime, Diaspore, Posthumanismus und Intersektionalität.

Warum wird der Titel "Königinnen der Nacht" mit einem Fragezeichen versehen?

Das Fragezeichen reflektiert die kritische Selbstreflexion der Autorin, die hinterfragt, ob sie als weiße Frau mythologische und essentialisierende Assoziationen bei der Deutung des Werks einer Schwarzen Künstlerin legitim verwenden darf.

Welche Rolle spielen die "Wurzellosen" im Vergleich zur Performance Diaspore?

Die Autorin stellt sie als Kontrast gegenüber: Während die Pflanzen bei Diaspore auf den Köpfen der Performerinnen ruhen, wirken die Wurzellosen in anderen Werken Nkangas autonomer und dienen als Vergleichsfolie für die Bedingtheit von Verwurzelung.

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Details

Titel
Königinnen der Nacht? Zum Verhältnis von Schwarzen Frauen und Pflanzen in Otobong Nkangas Performance Diaspore (2014/2020)
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Kunsthistorisches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Feministische Positionen in der Kunst Afrikas und seiner Diaspora
Note
1,0
Autor
Marie Egger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
47
Katalognummer
V948252
ISBN (eBook)
9783346286932
ISBN (Buch)
9783346286949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
königinnen nacht verhältnis schwarzen frauen pflanzen otobong nkangas performance diaspore
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Egger (Autor:in), 2020, Königinnen der Nacht? Zum Verhältnis von Schwarzen Frauen und Pflanzen in Otobong Nkangas Performance Diaspore (2014/2020), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948252
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  47  Seiten
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