Die Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Anerkennung und wie diese mit dem Ich und der Identität zusammenhängt. Der Autor stützt sich auf die Theorie von Axel Honneth, der den Anerkennungsgedanken unter anderem auf der Basis der meadschen Identitätsentwicklung definiert.
Da Anerkennung ein wichtiges Grundbedürfnis des Menschen ist, eröffnet sich die Frage, wie mit diesem intimen Phänomen in der Schulzeit umgegangen werden sollte und inwiefern man Schüler/Schülerinnen durch Anerkennung auf dem schwierigen Weg zu einer ausgebildeten Identität unterstützen kann. Sowohl Anerkennung als auch Identität und Ich sind Begriffe, die sehr schwer definiert werden können. Um diese Begriffe näher zu manifestieren, werden die Theorien von Mead und Honneth, die diese Begriffe als Kernthemen beinhalten, erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
2. ANERKENNUNG UND ICH
2.1 DER SYMBOLISCHE INTERAKTIONISMUS
2.2 IDENTITÄT NACH MEAD
2.3.DER ANERKENNUNGSGEDANKE NACH HONNETH
3. ANERKENNUNG IM ETHIKUNTERRICHT
3.1 TEILRAHMENPLAN ETHIK IN DER GRUNDSCHULE
3.2 ANERKENNUNG IN DER SCHULE
4.FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Anerkennung in ihrer Wechselwirkung mit der Ich-Entwicklung und Identitätsbildung von Schülern. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Anerkennungsprozesse theoretisch fundiert sind und inwiefern der Ethikunterricht in der Grundschule dazu beitragen kann, Kinder in diesem Entwicklungsprozess wirksam zu unterstützen.
- Grundlagen der Identitätsbildung nach George Herbert Mead
- Die Theorie der Anerkennung nach Axel Honneth
- Analyse des Teilrahmenplans Ethik in der Grundschule hinsichtlich Identitätsförderung
- Bedeutung von Anerkennung im schulischen Kontext und Machtverhältnisse
Auszug aus dem Buch
2.1 Der symbolische Interaktionismus
Die Kernthese von Meads Theorie lautet folgendermaßen:
„Der Prozeß, aus dem heraus sich die Identität entwickelt, ist ein gesellschaftlicher Prozeß, der die gegenseitige Beeinflussung der Mitglieder der Gruppe, also das vorherige Bestehen der Gruppe selbst voraussetzt“ (Mead 1995, S.207)
Mead geht davon aus, dass sich die Identität eines Menschen im Laufe seines Lebens entwickelt. Dies geschieht, indem er mit anderen Personen interagiert. Die Interaktion zwischen Personen erfolgt laut ihm immer symbolisch, also z.B. durch Sprache, Gesten und Zeichen. Mead nimmt an, dass sowohl die menschliche Intelligenz als auch die tierische größtenteils keine Identität voraussetzt, erst durch die Möglichkeit symbolische Interaktion zu betreiben unterscheiden wir uns von den Tieren und erhalten die Möglichkeit eine Identität auszubilden (vgl. Mead 1995, S. 177). Kommunikation läuft nicht zufällig ab, sondern in einer Sammlung situationsspezifischer Handlungsweisen. Diese nennt Mead soziale Rolle. Laut Mead kann eine Identität nicht unabhängig von der Gesellschaft entstehen, da sie das Produkt ständiger Anpassung an das Gegenüber ist. Somit „hängt es von den auftretenden gesellschaftlichen Reaktionen ab, welche Identität wir haben“ (Mead 1995, S.185).
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Anerkennung als Grundbedürfnis und deren Relevanz für die schulische Identitätsentwicklung.
2. ANERKENNUNG UND ICH: Theoretische Herleitung der Begriffe Ich, Identität und Anerkennung basierend auf den Modellen von Mead und Honneth.
2.1 DER SYMBOLISCHE INTERAKTIONISMUS: Erläuterung der Identitätsentwicklung als soziologischen Prozess durch symbolische Interaktion.
2.2 IDENTITÄT NACH MEAD: Detaillierte Betrachtung der Instanzen "I" und "me" sowie deren ständiger Wechselwirkung für die Selbstbildung.
2.3.DER ANERKENNUNGSGEDANKE NACH HONNETH: Verknüpfung von Meads Sozialpsychologie mit Hegels Denkmodellen zur reziproken Anerkennung.
3. ANERKENNUNG IM ETHIKUNTERRICHT: Untersuchung der praktischen Umsetzung von Anerkennung als pädagogisches Handlungsfeld im Unterricht.
3.1 TEILRAHMENPLAN ETHIK IN DER GRUNDSCHULE: Analyse der didaktischen Leitvorstellungen des rheinland-pfälzischen Lehrplans im Hinblick auf Identitätsbildung.
3.2 ANERKENNUNG IN DER SCHULE: Diskussion der Schule als Sozialinstanz, in der Anerkennungsdefizite Machtgefälle erzeugen können.
4.FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der Rolle des Ethikunterrichts als notwendiges Werkzeug zur Unterstützung der Identitätsfindung.
Schlüsselwörter
Anerkennung, Identität, Ich, symbolischer Interaktionismus, George Herbert Mead, Axel Honneth, Ethikunterricht, Grundschule, Sozialisation, Selbstbewusstsein, Pädagogik, Identitätsentwicklung, Teilrahmenplan, soziale Rolle, Schule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Bedeutung der sozialen Anerkennung für die Entwicklung des "Ichs" und der Identität von Heranwachsenden im Kontext der Institution Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft sozialphilosophische Theorien (Mead, Honneth) mit schulpraktischen Lehrplanvorgaben und pädagogischen Herausforderungen im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, inwiefern Schüler im Rahmen ihrer Identitätsbildung gezielt durch Anerkennungsprozesse, insbesondere im Ethikunterricht, unterstützt werden können.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?
Als Basis dienen der symbolische Interaktionismus von George Herbert Mead sowie die Anerkennungstheorie von Axel Honneth.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, untersucht den Teilrahmenplan Ethik auf parallele Konzepte und reflektiert die strukturellen Bedingungen von Schule als Ort der Anerkennung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Anerkennung, Identität, Ich, Mead, Honneth und schulische Identitätsbildung geprägt.
Inwieweit spielt der Ethikunterricht eine besondere Rolle für das "Ich"?
Der Ethikunterricht bietet laut Autorin einen spezifischen Raum, in dem das "Ich" zum expliziten Unterrichtsgegenstand wird, losgelöst von klassischen Kompetenzen wie Lesen oder Rechnen.
Welche Bedeutung haben die Spielkonzepte "play" und "game" nach Mead für die Schule?
Diese Konzepte verdeutlichen, wie Kinder durch das Übernehmen von Rollen die Fähigkeit erlernen, sich in andere hineinzuversetzen, was als grundlegender Prozess für die Kommunikation und soziale Reife in der Schule gilt.
- Arbeit zitieren
- Johanna Klemm (Autor:in), 2020, Anerkennung, Identität und Ich in der Schule. Inwieweit können Schüler in der Identitätsbildung unterstützt werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/949743