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Die kritische Weißseinsforschung und ihre Anwendbarkeit für die Soziale Arbeit am Beispiel der Geflüchtetenhilfe

Titel: Die kritische Weißseinsforschung und ihre Anwendbarkeit für die Soziale Arbeit am Beispiel der Geflüchtetenhilfe

Hausarbeit , 2017 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Fabian Borghoff (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Führte der Ansatz des kritischen Weißseins in antirassistischen und feministischen Bewegungen bereits zu angeregten Diskussionen, Selbstreflexionen von einzelnen Akteur*innen in ihren sozialen Gruppen, ist er in der Sozialen Arbeit bisher eher marginal, zumeist in ihren Bezugsdisziplinen, präsent. Um diesem Defizit zu begegnen, setzt sich die vorliegende Arbeit thematischen mit der theoretischen Anwendbarkeit der kritischen Weißseinsforschung für die Soziale Arbeit auseinander.

Hierzu soll zunächst die kritische Weißseinsforschung erläutert, ihre Kerninhalte dargelegt sowie ihre Entwicklungsgeschichte beschrieben werden. Konsequenterweise muss sie hierbei von ihren angloamerikanischen Wurzeln abgegrenzt und im deutschsprachigen Raum verortet werden. Dem folgt das zweite Kapitel, in welchem die Soziale Arbeit selektiv, am Beispiel der
Geflüchtetenhilfe auf ihre Anknüpfungspunkte für das kritische Weißsein als Analyseinstrument überprüft wird. Obgleich einer eigenständigen Analyse der Raum fehlt, kann somit doch die Legitimität der Frage ihrer Anwendbarkeit gestellt und im anschließenden Kapitel auf ihre Möglichkeiten und Grenzen kritisch überprüft und abschließend diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die kritische Weißseinsforschung

1.1 Begriffsbestimmung

1.2 Einordnung der kritischen Weißseinsforschung in die (kritische) Rassismusforschung

1.3 Entstehungsgeschichte

1.4 Besonderheiten im deutschsprachigen Raum

1.5 Zentrale Aspekte

2. Soziale Arbeit im Bereich der Geflüchtetenhilfe

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Adressat*innen

2.3 Aufgaben

3. Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes der kritischen Weißseinsforschung für die Soziale Arbeit mit Geflüchteten

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der kritischen Weißseinsforschung als Analyseinstrument innerhalb der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext der Geflüchtetenhilfe. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie durch eine rassismuskritische Perspektive auf „Weißsein“ als unsichtbare, privilegierte Norm bestehende Machtverhältnisse und Exklusionsmechanismen in der pädagogischen Praxis sichtbar gemacht und hinterfragt werden können.

  • Theoretische Fundierung der kritischen Weißseinsforschung und deren Geschichte.
  • Analyse der Normativität von Weißsein als unsichtbares Privileg.
  • Kontextualisierung von Sozialer Arbeit und ihren Zielgruppen (Geflüchtete).
  • Reflexion über Machtasymmetrien zwischen Professionellen und Adressat*innen.
  • Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Integration rassismuskritischer Ansätze in die Praxis.

Auszug aus dem Buch

1.1 Begriffsbestimmung

Um die kritische Weißseinsforschung zu bestimmen, muss zunächst der Begriff „Weißsein“ bestimmt werden. Dies ist nicht ganz einfach, da er mehrere Bedeutungen und Perspektiven beinhaltet. So stellen Tißberger, Dietze, Hrzàn und Husmann-Kastein in ihrem gemeinsam herausgegebenen Sammelband „Weiß – Weißsein – Whiteness“ in Anlehnung an bisherige Veröffentlichungen fünf Funktionsweisen von Whiteness heraus, welche hier synonym für Weißsein verwendet werden:

– „als ,the unmarked marker“ (Spivak),

– als „Unsichtbarkeit einer herrschenden Normalität“ (Wachendorfer)

– als „Ort von Privilegien“ (Frankenberg, McIntosh),

– als „subjekttheoretischer Entwurf“ (Seshadri-Crooks),

– als realitätsmächtige kulturelle Imagination von Normativität“ (Morrison, Dyer)

[Anm. d. A.: Zitat i.O. als Aufzählung im Fließtext; hier zur Verdeutlichung in Spiegelstrichen] (Tißberger/Dietze/Hrzàn/Husmann-Kastein, 2009, S.8)

Diese Aufzählung spricht wesentliche Aspekte des Weißseins an, gibt aber keine Auskunft über die rassifizierende Funktionsweise weißer Hegemonie. Dies wird in einem Zitat von Wollrad deutlich. Sie postuliert Weißsein als:

„ein System rassistischer Hegemonie, eine Position strukturell verankerter Privilegien, einen Modus von Erfahrung, eine spezifische und wandelbare Identität, die zugesprochen, erkämpft und verloren werden kann. Schließlich ist Weiß-sein nicht nur Bestandteil von Rassifizierungsprozessen, sondern gleichzeitig Initiator und Motor dieser Prozesse.“ (Wollrad 2005, S.21)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die kritische Weißseinsforschung: Dieses Kapitel definiert Weißsein als soziale Konstruktion und unsichtbare Norm und verortet den Forschungsansatz in der Rassismusforschung.

2. Soziale Arbeit im Bereich der Geflüchtetenhilfe: Hier werden der Begriff der Sozialen Arbeit, die Zielgruppen und die spezifischen Aufgabenfelder im Kontext der Unterstützung von Geflüchteten erörtert.

3. Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes der kritischen Weißseinsforschung für die Soziale Arbeit mit Geflüchteten: Das Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der kritischen Theorie auf die pädagogische Praxis und analysiert bestehende Machtasymmetrien.

4. Fazit: Die abschließende Betrachtung bewertet das Potenzial der Theorie als politisches Analyseinstrument innerhalb der komplexen Strukturen der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Weißseinsforschung, Whiteness, Rassismuskritik, Soziale Arbeit, Geflüchtetenhilfe, Hegemonie, Privilegien, Normalitätskonstruktion, Postkoloniale Theorie, Intersektionalität, Machtverhältnisse, Rassifizierung, Diskriminierung, Soziale Gerechtigkeit, Reflexivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Weißseinsforschung und deren Relevanz für die Soziale Arbeit, speziell in der Arbeit mit geflüchteten Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von „Weißsein“ als Privileg, die Analyse von Rassismus in Institutionen und die kritische Reflexion des professionellen Selbstverständnisses in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu prüfen, inwieweit die kritische Weißseinsforschung als theoretisches Analyseinstrument geeignet ist, um Machtverhältnisse und Exklusionsmechanismen in der Arbeit mit Geflüchteten sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und postkolonialer Theorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Weißseinsforschung, die Darstellung des Arbeitsfeldes der Geflüchtetenhilfe sowie die direkte Verknüpfung beider Bereiche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Rassismuskritik, Privilegien, Hegemonie und die kritische Reflexion von Normalitätsvorstellungen im sozialen Kontext.

Inwiefern beeinflusst Weißsein die Arbeit mit Geflüchteten?

Das Konzept verdeutlicht, dass die „weiße“ Norm als unsichtbarer Standard fungiert, der Geflüchtete oft als „das Andere“ markiert und somit ungleiche Machtverhältnisse in der Betreuung reproduziert.

Welche Herausforderungen identifiziert der Autor in der Anwendung?

Eine zentrale Herausforderung ist die Gefahr einer zu abstrakten Theorie, die in der komplexen Alltagspraxis der Sozialen Arbeit und bei der Arbeit mit normierten gesetzlichen Rahmenbedingungen schwer operationalisierbar sein kann.

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Details

Titel
Die kritische Weißseinsforschung und ihre Anwendbarkeit für die Soziale Arbeit am Beispiel der Geflüchtetenhilfe
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Autor
Fabian Borghoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V950100
ISBN (eBook)
9783346289841
ISBN (Buch)
9783346289858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weißseinsforschung anwendbarkeit soziale arbeit beispiel geflüchtetenhilfe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Borghoff (Autor:in), 2017, Die kritische Weißseinsforschung und ihre Anwendbarkeit für die Soziale Arbeit am Beispiel der Geflüchtetenhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950100
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Leseprobe aus  24  Seiten
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