Wenn man Kinder fragt, was Geld denn eigentlich sei, dann hört man sehr oft etwas wie „Geld ist Papier, mit dem man sich Sachen kaufen kann.“ Bei genauerer Betrachtung ist Geld mehr als nur Papier. Es ist im Prinzip ein Buchhaltungssystem, das ausdrückt, wie viel von einem Gegenstand einer Person gehört. Um all dies zu gewährleisten, muss es eine Institution geben, die das Geld verwaltet, aufbewahrt und in Umlauf bringt, welche vereinfacht als unser Staat oder auch als ‚die Wirtschaft‘ bezeichnet wird. Dieses System existiert schon seit Jahrzehnten und funktioniert mehr oder weniger gut. Dennoch gibt es unzählige Menschen, die sagen, dass wir uns in einer Währungsrevolution befinden. Hierbei beziehen Sie sich fast immer auf die Kryptowährung, zu der auch Bitcoin als eine der größten Säulen zählt. Diese Kryptowährungen setzen sich vor allem dadurch ab, dass Sie keine Institution haben, welche die Währung verwaltet und kontrolliert. Sie werden durch die Nutzer kontrolliert und dokumentiert, was die Transaktionen und Investitionen sowohl anonym als auch sicher machen soll.
Warum wird die Investition in Bitcoin also dennoch als so risikoreich angesehen, wenn man heute immer häufiger hört, dass Bitcoin die Währung der Zukunft sei und man selbst in seinem Bekanntenkreis mindestens eine Person kennt, die bereits in dieses imaginäre Zahlungsmittel investiert hat. Außerdem steigt durch den Nachfragezuwachs an der Bitcoin Börse auch das Bedürfnis vieler Investoren, sich gegen eventuelle Verluste ihres Vermögens abzusichern, denn wann immer es dazu kommen könnte, etwas zu verlieren, möchte der Mensch dieses Risiko eliminieren. Doch ist für Versicherungen ein Produkt zur Risikoabsicherung des Verlustes von Bitcoins überhaupt durchführbar, rentabel und sinnvoll, wenn es sich dabei um eine Hochrisiko-Investition handelt? Mit dieser zentralen Frage nach der Versicherbarkeit von immateriellen Vermögensgegenständen besonders im Hinblick auf Bitcoin soll sich die weitere Arbeit beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind immaterielle Vermögensgegenstände?
2.1 Immaterielle Vermögensgegenstände Definition
2.2 Definition Bitcoin
2.2.1. Was bedeutet Blockchain?
2.3 Bedeutungszuwachs von immateriellen Vermögensgegenständen
3. Versicherbarkeit von immateriellen Vermögensgegenständen
3.1 Allgemein
3.2 Am Beispiel Bitcoin
3.2.1 Wie genau entsteht eine Versicherung?
3.2.2 Versicherungsrelevante Risiken von Bitcoin
3.2.3 Möglichkeiten einer Bitcoin-Versicherung
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen die Kryptowährung Bitcoin als immaterieller Vermögensgegenstand versicherbar ist. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob ein Produkt zur Risikoabsicherung bei hochvolatilen digitalen Währungen überhaupt durchführbar, rentabel und sinnvoll gestaltet werden kann.
- Grundlagen immaterieller Vermögenswerte und deren Bedeutung
- Funktionsweise und Risikoprofil von Bitcoin sowie der Blockchain-Technologie
- Herausforderungen bei der Risikoanalyse und Prämienkalkulation für digitale Assets
- Konstruktive Ansätze zur Umsetzung von Versicherungspolicen für Kryptowährungen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Versicherungsrelevante Risiken von Bitcoin
Um die Versicherbarkeit von Bitcoin zu überprüfen, muss zunächst eine Risikoanalyse durchgeführt werden. Als Erstes steht die Identifizierung des Risikos. Durch die schwankenden Börsenkurse sowie der Tatsache, dass Bitcoin eine Währung ist, wird schnell ersichtlich, dass es sich hierbei um ein Risiko handelt. Der Wert des Versicherungsgegenstandes, also hier der Wert eines Bitcoin, ist durch den Börsenkurs gegeben und somit quantifizierbar. Problematisch sind jedoch die Schwankungen des Börsenkurses. So war Bitcoin im Dezember 2018 auf einem Allzeithoch und ein Coin über 15.000 € wert. Nicht mal zwei Monate später war der Coin nur noch 5500 € wert, was vor allem den aufkommenden Regulierungen und den jüngsten Hackerangriffen geschuldet ist. Dieses Problem müsste man in einer Versicherung berücksichtigen. Hierbei sei anzumerken, dass die Volatilität in den nächsten Jahren sogar ansteigen kann. Ein Grund hierfür ist der zunehmende Bekanntheitsgrad der Kryptowährung und der daraus resultierende zunehmende Einstieg von Personen in die Branche, die nur geringe finanzielle Mittel besitzen. Selbige sind nicht imstande große Verluste auszusitzen, sondern müssen in einem solchen Fall aus der Branche aussteigen. Dadurch wird dann die Konkurrenz gestärkt und die Volatilität nimmt zu.
Als Nächstes müssen die Gefahren ermittelt werden, denen der Bitcoin ausgesetzt ist. Hierzu zählt vermutlich als Erstes der Diebstahl sowie Betrugsversuche durch nicht seriöse Bitcoin Börsen. Auch Spamattacken stellen eine Gefahr des Bitcoins dar, denn sie können zu drastisch fallenden Kursen und damit einem Einsturz der Währung führen, wenn durch solche Attacken keine Transaktionen mehr möglich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Risikosituation von Bitcoin-Investments und führt die zentrale Forschungsfrage nach der Versicherbarkeit dieser immateriellen Vermögensgegenstände ein.
2. Was sind immaterielle Vermögensgegenstände?: Dieses Kapitel definiert immaterielle Vermögenswerte und Bitcoin, erläutert die Funktionsweise der Blockchain und beschreibt den wachsenden Stellenwert dieser digitalen Werte.
3. Versicherbarkeit von immateriellen Vermögensgegenständen: Das Kapitel analysiert die allgemeinen Anforderungen an eine Versicherung, identifiziert spezifische Risiken von Bitcoin und entwickelt einen beispielhaften Ansatz zur Prämienkalkulation einer entsprechenden Police.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass eine Versicherung für Bitcoin technisch umsetzbar ist, wobei die Datenlage zur Risikokalkulation aufgrund der jungen Historie der Währung aktuell noch eine wesentliche Herausforderung darstellt.
Schlüsselwörter
Bitcoin, Kryptowährung, Versicherung, Immaterielle Vermögensgegenstände, Blockchain, Risikoanalyse, Volatilität, Schadenswahrscheinlichkeit, Prämienberechnung, Risikomanagement, Digitale Währung, Absicherung, Schadensersatz, Finanzrisiko, Investition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, digitale Werte, speziell die Kryptowährung Bitcoin, im Rahmen einer klassischen Schadensversicherung abzusichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Definition immaterieller Wirtschaftsgüter, die technische Funktionsweise von Bitcoin (Blockchain), die Identifizierung von Investitionsrisiken und die versicherungstechnische Kalkulationsmethodik.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob ein Produkt zur Risikoabsicherung für Bitcoin als Hochrisiko-Investment durchführbar, rentabel und sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und eine exemplarische mathematische Modellierung zur Prämienberechnung auf Basis von Marktdaten und Schadensstatistiken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Risikoanalyse des Bitcoins, der Abgrenzung zu herkömmlichen Versicherungen und der praktischen Anwendung von Sicherheits- und Schwankungszuschlägen bei der Prämienfindung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bitcoin, Kryptowährung, Versicherbarkeit, Risikoanalyse und Volatilität charakterisiert.
Warum ist eine Versicherung gegen den „Bitcoin-Crash“ kaum realisierbar?
Ein systemischer Zusammenbruch würde alle Versicherungsnehmer simultan treffen, was den für Versicherungen essenziellen Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit unmöglich macht.
Welche Rolle spielt die Volatilität bei der Prämienberechnung?
Die hohe Volatilität erfordert zusätzliche Schwankungszuschläge, um die finanzielle Stabilität des Versicherers bei unvorhersehbaren Markteinbrüchen zu gewährleisten.
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- Philipp Sbresny (Autor), 2018, Überprüfung der Versicherbarkeit von immateriellen Vermögensgegenständen am Beispiel Bitcoin, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950104