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Bleiberechtskämpfe und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit

Title: Bleiberechtskämpfe und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit

Term Paper , 2015 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Fabian Borghoff (Author)

Social Work
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Obwohl soziale Bewegungen allgemein bereits im Jahr 1989 als ein etablierter Bestandteil des wissenschaftlichen Themenkanons in der soziologischen Forschung galten gibt es bislang keine repräsentative Studien über die Bleiberechtsbewegungen im speziellen. Dies verwundert angesichts einer breiten Debatte des Themas Flucht und Asyl in der
deutschen Öffentlichkeit. Ob in Blogeinträgen, Fernsehsendungen, Wahlkämpfen, auf Demos, seitens der Wirtschaft und Politik oder in rechtsoffenen Zusammenschlüssen, wie HogeSa oder Pegida, wird mal populistisch, mal differenziert die Frage nach einer Daseinsberechtigung von fremden Menschen in diesem Land thematisiert. Eine breite öffentliche Aufmerksamkeit erhalten in diesem Kontext zum einen Geschehnisse, die mit Aggression oder Gewalt verbunden sind, wie z.B. die Ausschreitungen in den frühen neunziger Jahren, das Sterben der Boatpeople im Mittelmeerraum oder der Misshandlung von Flüchtlingen von Secruity-Personal und zum anderen Diskussionen, die Stereotype von Geflüchteten zeichnen und ihnen „kriminelles Verhalten“ oder „Asylmissbrauch“ vorwerfen.

Die folgende Betrachtung soll sich dem Thema in keiner dieser Betrachtungsweisen nähern, sondern die Bedeutung von Bleiberechtskämpfen an sich und für die Soziale Arbeit in den Fokus rücken und so einen Beitrag zur Umsetzung einer Sozialen Arbeit leisten, die sich zwischen individuellen Lebenslagen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen einordnet.
In der vorliegenden Arbeit werden daher Bleiberechtskämpfe zum Zentrum der Betrachtung gemacht. Dabei wird zunächst der Begriff „Soziale Bewegungen“ definiert, deren Merkmale herausgestellt und im Verhältnis zur Sozialen Arbeit betrachtet. Darauf folgt eine Beschreibung der spezifischen Situation von Geflüchteten. Anknüpfend an ihre rechtlichen Einschränkungen wird zu den Bleiberechtskämpfe übergeleitet. Hierbei wird die Geschichte beleuchtet, deren Akteure benannt, ihre Aktionsformen, sowie ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Sozialen Bewegungen herausgestellt. Anschließend werden bestehende Verbindungen zwischen der Sozialen Arbeit und dem Bleiberechtsaktivismus vorgestellt und auf ihre Möglichkeiten und Grenzen hin geprüft. Den Abschluss bilden Forderungen, die als mögliche Konsequenzen für die Soziale Arbeit, in Form einer politischen Positionierung, ins Feld geführt werden.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. (Neue) Soziale Bewegungen

1.1 Definition

1.2 Merkmale

1.3 Verhältnis zur Sozialen Arbeit

2. Situation der Geflüchteten

2.1 Definitionen

2.2 Situation weltweit und in Deutschland

2.3 rechtliche Situation

3. Bleiberechtskämpfe

3.1 Forderungen

3.2 Historie

3.3 Organisationsformen

3.4 Aktionsformen

3.5 Erfolge

3.6 Vergleich mit anderen sozialen Bewegungen

4. Möglichkeiten und Grenzen eines Zusammenwirkens von Aktivismus und Sozialer Arbeit

4.1 Praxisbeispiel: GGUA e.V. - Flüchtlingshilfe aus Münster

4.2 Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Bleiberechtsaktivismus und Sozialer Arbeit

4.3 Grenzen des Zusammenwirkens von Bleiberechtsaktivismus und Sozialer Arbeit

5. Konsequenzen für die Soziale Arbeit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Bleiberechtskämpfen für die Soziale Arbeit und analysiert, wie beide Bereiche in einem Spannungsfeld zwischen individuellen Lebenslagen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen kooperieren können. Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen eines Zusammenwirkens aufzuzeigen und daraus Handlungskonsequenzen für die Soziale Arbeit abzuleiten.

  • Analyse von (neuen) sozialen Bewegungen und deren Verhältnis zur Sozialen Arbeit.
  • Darstellung der Lebensbedingungen von Geflüchteten und der rechtlichen Situation in Deutschland.
  • Untersuchung der Geschichte, Organisations- und Aktionsformen der Bleiberechtskämpfe.
  • Bewertung der Rolle des Aktivismus im Kontext professioneller Sozialer Arbeit.
  • Entwicklung von Forderungen für eine politisch agierende Soziale Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Forderungen

Den kleinsten gemeinsamen Nenner, der Bleiberechtskämpfe, bildet die Forderung, dass die Geflüchteten in dem Land bleiben dürfen, in dem sie sich aufhalten. Die Motivation hierfür pendelt zwischen dem Verweis auf individuelles Leid und der Infragestellung des Konzeptes von Nationalstaaten. Wichtig für ein Kennzeichen dieser Bewegung ist, dass die freie Entscheidung des Betroffenen akzeptiert wird.

Weitere zentrale Forderungen, welche von der überwiegenden Mehrheit der Aktiv*innen mitgetragen werden und die in enger Verbindung zu den, im vorherigen Kapitel, beschriebenen Einschränkungen und Auflagen stehen, sind:

– die Abschaffung der Residenzpflicht

– der uneingeschränkte Zugang zum Arbeitsmarkt

– die Abschaffung von „Flüchtlingslagern“ (Sammelunterkünfte für Flüchtlinge)

– die Abschaffung von Essenspaketen und Gutscheinen

– die Abschaffung der Abschiebehaft

– die Abschaffung der Drittstaatenregelung

– die Abschaffung von Rücknahmeabkommen und der Unterscheidung zwischen sicheren und sicheren Herkunftsstaaten

– die Ermöglichung von unbezahlten Integrations- und Sprachkursen

– die Abschaffung der europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX (näheres dazu im nächsten Kapitel)

– die Abschaffung von „verdachtsunabhängigen Kontrollen“ aufgrund rassistischer Merkmale („racial profiling“)

Zusammenfassung der Kapitel

1. (Neue) Soziale Bewegungen: Definition und Merkmale sozialer Bewegungen werden erläutert und in den theoretischen Kontext zur Sozialen Arbeit gestellt.

2. Situation der Geflüchteten: Es erfolgt eine Analyse der Begrifflichkeiten, der weltweiten Fluchtbewegungen sowie der prekären rechtlichen Situation in Deutschland.

3. Bleiberechtskämpfe: Dieses Kapitel beleuchtet die Forderungen, die historische Entwicklung, Organisationsstrukturen und Aktionsformen sowie die Erfolge der Bleiberechtsbewegung.

4. Möglichkeiten und Grenzen eines Zusammenwirkens von Aktivismus und Sozialer Arbeit: Anhand des Praxisbeispiels der GGUA e.V. werden die Potenziale und Konfliktlinien einer Kooperation von Aktivismus und Sozialarbeit aufgezeigt.

5. Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Die Arbeit schließt mit konkreten Forderungen an die Soziale Arbeit ab, um auf die prekäre Lebenssituation von Geflüchteten politisch und professionell zu reagieren.

Schlüsselwörter

Bleiberechtskämpfe, Soziale Arbeit, Geflüchtete, Soziale Bewegungen, Asylrecht, Politische Positionierung, Rassismuskritik, Menschenrechte, Aktivismus, Empowerment, Solidarität, GGUA, Aufenthaltsstatus, gesellschaftliche Teilhabe, Abschiebepraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Interaktion zwischen Bleiberechtskämpfen und der Sozialen Arbeit im Kontext der aktuellen rechtlichen und gesellschaftlichen Situation von Geflüchteten.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Theorie sozialer Bewegungen, die rechtliche und soziale Situation von Geflüchteten sowie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen aktivistischen Gruppen und professionellen Sozialarbeitern.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit ihre professionelle Rolle nutzen kann, um die Lebensbedingungen von Geflüchteten durch eine politisierte Haltung nachhaltig zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis vorhandener Literatur und fachlicher Diskurse sowie um eine Fallanalyse (GGUA e.V.).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung sozialer Bewegungen, die Analyse der Situation Geflüchteter, die Historie der Bleiberechtskämpfe und die Untersuchung der Kooperationsmöglichkeiten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bleiberechtskämpfe, Menschenrechte, Solidarität und politische Positionierung geprägt.

Was ist das „Dilemma“ der Sozialarbeiter bei politischem Engagement?

Die Arbeit thematisiert den Konflikt zwischen der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber bzw. staatlichen Vorgaben und dem ethischen Anspruch, Partei für das Klientel zu ergreifen.

Welche Bedeutung hat das Praxisbeispiel GGUA e.V.?

Die GGUA dient als Modell, um zu zeigen, wie eine Fachberatungsstelle politische Lobbyarbeit mit zivilem Ungehorsam und professioneller Beratung erfolgreich verbinden kann.

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Details

Title
Bleiberechtskämpfe und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit
College
University of Siegen
Grade
1,0
Author
Fabian Borghoff (Author)
Publication Year
2015
Pages
42
Catalog Number
V950121
ISBN (eBook)
9783346289827
ISBN (Book)
9783346289834
Language
German
Tags
bleiberechtskämpfe relevanz soziale arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Borghoff (Author), 2015, Bleiberechtskämpfe und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950121
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