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Massenvergewaltigung als Kriegsstrategie im serbisch-bosnischen Krieg 1992-1995

Titel: Massenvergewaltigung als Kriegsstrategie im serbisch-bosnischen Krieg 1992-1995

Hausarbeit , 2008 , 35 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Alexandra Samoleit (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die historische und sozio-politische Analyse von Massenvergewaltigungen im serbisch-bosnischen Krieg 1992-1995.

Folgt man der Theorie, dass der weibliche Körper vor allem im Krieg mit einer Vielzahl von nationalen, kulturellen und ideologischen Bedeutungen belegt wird, gelangt man zu der Frage, ob es sich im serbisch-bosnischen Fall um Massenvergewaltigung als Instrument des Völkermordes handelt und ob auf dem Körper der bosnischen Frau symbolisch die Minderwertigkeit der Bosnier dargestellt und ein Vernichtungsfeldzug gegen ihre ethnische und kulturelle Integrität geführt wurde?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Versuch einer begrifflichen und theoretischen Einordnung

2.1. Vergewaltigung, Sexualität und Geschlecht

2.2. Die Funktionen von Vergewaltigung im Krieg

2.2.1. Der sozio-kultureller Akt

2.2.2. Der symbolischer Akt

2.2.3. Der kommunikative Akt

2.3. Massenvergewaltigungen in Bosnien als Strategie des Völkermords?

2.4. Schlussfolgerung

3. Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien 1991-1995

3.1. Kriegsverlauf

3.2. Massenvergewaltigungen im Krieg und andere Kriegsverbrechen

4. Der sozio-politische und historische Hintergrund

4.1. Geo-politische Identitäten

4.2. Historische Identitäten

4.3. Geschlechterrollen und gesellschaftliche Einflüsse

5. Reaktionen auf die Massenvergewaltigungen und das Problem der theoretischen Einordnung

5.1. Reaktionen nach dem Krieg in den beteiligten Staaten

5.2. Die feministischen Reaktionen

5.3. Definitionsprobleme im internationalen Recht

5.4. Die Fragen nach Verantwortlichkeit und kollektiven Verbrechen

6. Fazit und Kritik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische und sozio-politische Dimension von Massenvergewaltigungen im serbisch-bosnischen Krieg 1992-1995, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie sexualisierte Gewalt systematisch als strategisches Instrument in ethnischen Konflikten und zur Durchsetzung von Genozid eingesetzt wurde.

  • Die symbolische und kommunikative Funktion von Vergewaltigung im Krieg
  • Der Zusammenhang zwischen ethno-nationalistischen Ideologien und sexualisierter Gewalt
  • Historische Identitätskonstruktionen und das Feindbild des „Anderen“
  • Die Rolle der patriarchalischen Gesellschaftsstruktur und Geschlechterrollen
  • Reaktionen auf internationaler und lokaler Ebene sowie die juristische Einordnung

Auszug aus dem Buch

2.2.1.Der sozio-kultureller Akt

Bei dem Vergleich von Vergewaltigungen in Friedenszeiten und im Krieg wird deutlich, dass der weibliche Körper in beiden Fällen sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Bedeutungen zugewiesen bekommt.5

Vergewaltigungen im Krieg sind verknüpft mit gesellschaftlichen Normen und Werten bezüglich beider Geschlechterrollen und der Bewertung von männlicher und weiblicher Sexualität. Der Einsatz von Gewalt gegen Frauen im Krieg steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bedeutung von Sexualität, Ehre und dem weiblichen Körper in der gesellschaftlichen Ordnung, wie sie zu Friedenszeiten existiert. Vergewaltigung im Krieg ist daher keine Anomalie sondern verknüpft mit bereits existierenden sozio-kulturellen Dynamiken. Daher kann Massenvergewaltigung im Krieg nur dann eine wirksame Strategie sein, wenn sowohl Täter als auch Opfer ihre spezifische soziologische Bedeutung verstehen.6 Geschlechtsspezifische Gewalt im Krieg hat ihre Wurzeln und Parallelen in der alltäglichen Gewalt gegen Frauen. In Friedenszeiten werden Elemente des individuellen weiblichen Körpers, vor allem jene Aspekte, die mit Sexualität und Reproduktion verbunden sind, als Ausgangspunkt für Aggression und Dominanz gegenüber Frauen benutzt. Während des Krieges verliert der weibliche Körper einer Frau größtenteils sein individuelles Potential und wird als ein sozialer Körper verstanden. Nach dem Krieg kehrt sich diese Bedeutungszuweisung wieder um und der weibliche Körper erhält seine individuelle Bedeutung zurück, welche sich vor allem in den Angriffen der Gesellschaft auf die im Krieg vergewaltigten Frauen äußert.7 Im Zuge dieser Verschiebung erhält die Vergewaltigung, vor allem die Massenvergewaltigung im Krieg, eine symbolische Funktion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das Thema als historische und sozio-politische Untersuchung von Massenvergewaltigungen im Kontext des serbisch-bosnischen Krieges.

2. Versuch einer begrifflichen und theoretischen Einordnung: Analysiert Vergewaltigung nicht als rein sexuellen Akt, sondern als strategisches Instrument mit symbolischen und kommunikativen Funktionen innerhalb ethnischer Konflikte.

3. Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien 1991-1995: Beschreibt den Zerfall Jugoslawiens, den Kriegsverlauf und die systematische Nutzung von Kriegsverbrechen als Teil einer größeren Strategie.

4. Der sozio-politische und historische Hintergrund: Untersucht nationale Mythen, Identitätskonstruktionen und das Feindbild der „bosnischen Muslime“ im Kontext einer patriarchalischen Gesellschaft.

5. Reaktionen auf die Massenvergewaltigungen und das Problem der theoretischen Einordnung: Erörtert die Reaktionen beteiligter Staaten, feministischer Organisationen und die Schwierigkeiten einer juristischen Definition im internationalen Recht.

6. Fazit und Kritik: Kritisiert die Marginalisierung der weiblichen Agency und fordert eine differenziertere Forschung über die Ursachen und Kontexte sexualisierter Gewalt in Konflikten.

Schlüsselwörter

Massenvergewaltigung, Bosnienkrieg, Kriegsstrategie, Völkermord, ethnische Säuberung, Geschlechterrollen, Nationalismus, Identitätskonstruktion, Patriarchat, Sexualisierte Gewalt, internationales Recht, Kollektivverbrechen, Opfererfahrungen, Kriegsverbrechen, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht Massenvergewaltigungen im serbisch-bosnischen Krieg (1992-1995) als gezielte Kriegsstrategie.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Neben der politischen Analyse von Kriegsverbrechen werden besonders die symbolischen Funktionen von Gewalt, die Rolle von Geschlechterrollen sowie historische Identitätsmythen thematisiert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sexualisierte Gewalt in Bosnien systematisch als Mittel zur Vertreibung und Zerstörung einer Gemeinschaft genutzt wurde, anstatt sie lediglich als Begleiterscheinung zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt einen sozio-politischen und historischen Analyseansatz, der verschiedene Ebenen wie internationale Berichte, soziologische Identitätstheorien und feministische Ansätze kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Gewalt, die Analyse des Kriegsverlaufs, die Untersuchung historischer Identitäten und die kritische Auseinandersetzung mit Reaktionen auf die Verbrechen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Massenvergewaltigung, Völkermordstrategie, ethnische Säuberung, Nationalismus und patriarchale Gesellschaftsstrukturen.

Wie unterscheidet sich der bosnische Fall laut der Autorin von anderen historischen Beispielen?

Der entscheidende Unterschied liegt im gemeinsamen kulturellen und gesellschaftlichen Kontext von Tätern und Opfern, der es ermöglichte, Vergewaltigung als effektives symbolisches Instrument einzusetzen.

Welche Rolle spielt die Konstruktion des Feindbildes in dieser Arbeit?

Die Konstruktion des „Anderen“ (insbesondere der „Türken“ als Ur-Feind der Serben) dient laut Autorin als ideologische Basis, um die Gewalt gegen bosnische Muslime zu rechtfertigen.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Massenvergewaltigung als Kriegsstrategie im serbisch-bosnischen Krieg 1992-1995
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,5
Autor
Alexandra Samoleit (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
35
Katalognummer
V950124
ISBN (eBook)
9783346289773
ISBN (Buch)
9783346289780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg Vergewaltigung Bosnien Jugoslawien Serbien Gender
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Samoleit (Autor:in), 2008, Massenvergewaltigung als Kriegsstrategie im serbisch-bosnischen Krieg 1992-1995, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950124
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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