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Die Postdemokratie nach Colin Crouch und die Relevanz für die Soziale Arbeit

Title: Die Postdemokratie nach Colin Crouch und die Relevanz für die Soziale Arbeit

Seminar Paper , 2020 , 7 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jessica Jänsch (Author)

Sociology - Basics and General
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Colin Crouch, ein britischer Politikwissenschaftler, prägte 2004 den Begriff der Postdemokratie mittels seiner eigens erschienenen Publikation "Postdemocrazia". Als Postdemokratie bezeichnet er eine Variante der Demokratie, die die eigentliche demokratische Phase bereits durchlaufen hat. Die Gesellschaft befindet sich demnach in einer Phase „nach“ der Demokratie.

Um den Begriff der Postdemokratie besser zu verstehen, skizziert Crouch das Modell einer Parabel in einem Koordinatensystem. Er beschreibt mit diesem, wie sich Demokratie zu Postdemokratie entwickelt: X ist dabei das Phänomen, das beschrieben werden soll, post-x (Beispiel hier: Post-Demokratie). Er definiert 3 Zeiträume: Zeitraum 1 ist gekennzeichnet durch fehlende Merkmale, die man mit Demokratie in Verbindung setzt (freie Wahlen, Rechte usw.), im Grunde eine vordemokratische Phase. Zeitraum 2 beschreibt den Höhepunkt der Demokratie. Sämtliche Bereiche werden von der Demokratie beeinflusst. Zeitraum 3 wird als „post-x“ charakterisiert. Seiner Auffassung nach bewegt sich die Postdemokratie also über die Demokratie hinaus.

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Inhaltsverzeichnis

1 Postdemokratie nach Colin Crouch

2 Relevanz seiner Diagnose für die Soziale Arbeit

3 Gegenwärtige Bedeutsamkeit seiner Diagnose

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, das Konzept der Postdemokratie nach Colin Crouch theoretisch zu erläutern, dessen Relevanz für die Soziale Arbeit kritisch zu hinterfragen und die aktuelle empirische Validität der Diagnose im Kontext politischer Öffentlichkeit zu beleuchten.

  • Theoretische Grundlagen des Postdemokratie-Modells
  • Zentrale Merkmale: Elitenherrschaft, Entmachtung der Bürger und Medienverfall
  • Konfliktfeld: Privatisierung und Ökonomisierung öffentlicher Einrichtungen
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit als Akteurin in einer postdemokratischen Gesellschaft
  • Empirische Überprüfung postdemokratischer Tendenzen in der aktuellen Medienlandschaft

Auszug aus dem Buch

1 Postdemokratie nach Colin Crouch

Colin Crouch, ein britischer Politikwissenschaftler, prägte 2004 den Begriff der Postdemokratie mittels seiner eigens erschienenen Publikation ‚Postdemocrazia‘. Als Postdemokratie bezeichnet er eine Variante der Demokratie, die die eigentliche demokratische Phase bereits durchlaufen hat. Die Gesellschaft befindet sich demnach in einer Phase „nach“ der Demokratie. (vgl. Crouch 2013, S. 31)

Um den Begriff der Postdemokratie besser zu verstehen, skizziert Crouch das Modell einer Parabel in einem Koordinatensystem. Er beschreibt mit diesem wie sich Demokratie zu Postdemokratie entwickelt: X ist dabei das Phänomen, das beschrieben werden soll, post-x (Beispiel hier: Post-Demokratie). Er definiert 3 Zeiträume: Zeitraum 1 ist gekennzeichnet durch fehlende Merkmale, die man mit Demokratie in Verbindung setzt (freie Wahlen, Rechte, usw.), im Grunde eine vordemokratische Phase. Zeitraum 2 beschreibt den Höhepunkt der Demokratie. Sämtliche Bereiche werden von der Demokratie beeinflusst. Zeitraum 3 wird als „post-x“ charakterisiert: „Etwas Neues ist in Erscheinung getreten, die Bedeutung von x läßt nach, das Neue geht in einem gewissen Sinn über X hinaus“ (ebd., S. 31). Seiner Auffassung nach bewegt sich die Postdemokratie also über die Demokratie hinaus (vgl. ebd.).

Crouch fokussiert 4 zentrale Merkmale einer Postdemokratie:

(1.) Demokratische Institutionen sind formal zwar weiterhin vollkommen intakt, politische Verfahren und Regierungen verändern sich jedoch: Der Einfluss privilegierter Eliten nimmt zu, die egalitäre Gesellschaft gerät in die Krise (vgl. ebd., S.13). Politische Entscheidungen werden im geheimen getroffen und sie orientieren sich stark an den Interessen der Wirtschaft (vgl. ebd., S. 10).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Postdemokratie nach Colin Crouch: Dieses Kapitel führt das theoretische Konzept der Postdemokratie ein, definiert die drei Phasen der demokratischen Entwicklung nach Crouch und erläutert die vier zentralen Merkmale wie Elitenherrschaft und Medienverfall.

2 Relevanz seiner Diagnose für die Soziale Arbeit: Hier wird der Zusammenhang zwischen den strukturellen Veränderungen im Staat und den Auswirkungen auf die Soziale Arbeit beleuchtet, wobei besonders die Gefahren durch Privatisierung und die Rolle der Profession im Umgang mit der gesellschaftlichen Passivität diskutiert werden.

3 Gegenwärtige Bedeutsamkeit seiner Diagnose: Dieses Kapitel prüft die Aktualität von Crouchs Thesen anhand einer empirischen Studie von Claudia Ritzi, die insbesondere die Medialisierung und ökonomische Ausrichtung der politischen Öffentlichkeit bestätigt.

Schlüsselwörter

Postdemokratie, Colin Crouch, Soziale Arbeit, Demokratie, Partizipation, Privatisierung, politisches Engagement, Massenjournalismus, Neoliberalismus, politische Kommunikation, Machtdynamik, gesellschaftliche Krise, Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeit, Wirtschaftslobbyismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Konzept der Postdemokratie des Politikwissenschaftlers Colin Crouch und analysiert, wie dieses Modell unsere heutige Gesellschaft und das Feld der Sozialen Arbeit beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Machtverlust der Bürger, der Einfluss wirtschaftlicher Eliten, der Verfall der politischen Kommunikation durch Boulevardisierung und die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Profession der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, die postdemokratische Diagnose von Crouch theoretisch darzulegen und deren Relevanz sowie die Herausforderungen für die Soziale Arbeit in einer Zeit zunehmender Ökonomisierung zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit politikwissenschaftlicher Fachliteratur sowie eine Einbeziehung empirischer Befunde, um die Validität der Crouch'schen Diagnose zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung des Konzepts, die Übertragung der Diagnose auf die Soziale Arbeit und eine empirische Bestätigung durch die Arbeit von Claudia Ritzi.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch die Begriffe Postdemokratie, Soziale Arbeit, politische Partizipation und ökonomische Umstrukturierung geprägt.

Wie unterscheidet sich die "postdemokratische" Phase von einer klassischen Demokratie?

In der Postdemokratie bleiben demokratische Institutionen zwar formal erhalten, jedoch werden Entscheidungen zunehmend hinter verschlossenen Türen im Sinne wirtschaftlicher Interessen getroffen, während die Bürger in eine passive, durch PR gesteuerte Rolle gedrängt werden.

Welche Rolle kommt der Sozialen Arbeit laut Thomas Wagner in diesem Kontext zu?

Soziale Arbeit soll ihre Adressaten aktiv in ihrer Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit unterstützen, um gegen die zugewiesene passive Rolle in der Gesellschaft zu wirken und echte Partizipation einzufordern.

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Details

Title
Die Postdemokratie nach Colin Crouch und die Relevanz für die Soziale Arbeit
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Aachen  (K)
Grade
1,0
Author
Jessica Jänsch (Author)
Publication Year
2020
Pages
7
Catalog Number
V950794
ISBN (eBook)
9783346291127
Language
German
Tags
postdemokratie colin crouch relevanz soziale arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Jänsch (Author), 2020, Die Postdemokratie nach Colin Crouch und die Relevanz für die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950794
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