Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Selbstdarstellung junger Erwachsener auf der Social Media-Plattform Instagram. Hierfür werden im ersten Kapitel zunächst die theoretischen Hintergründe der Arbeit dargestellt. An dieser Stelle werden die im Vorwort eingeführten Begriffe der Selbstdarstellung, Adoleszenz und Fremdwahrnehmung vertiefend erklärt und im Kontext von Social Media verknüpft. Hierbei werden auch für das Thema Selbstdarstellung relevante Studien eingebettet.
Im nächsten Kapitel wird der methodische Teil dargestellt und erläutert. Hier werden die Instrumente der Datenerhebung, die Bildung der Stichproben und die Methode der Analyse, die im Rahmen der Studie herangezogen werden, dargestellt. Im darauffolgenden Kapitel werden die Ergebnisse dargestellt.
In unserer schnell entwickelnden Welt gibt es unterschiedliche Plattformen, die für den Austausch von verschiedenen Arten von Informationen genutzt werden. Beispiele dafür sind Twitter, Snapchat oder Instagram. Das letztgenannte Netzwerk lässt sich als eine Photo-Sharing-Plattform bezeichnen, wo überwiegend Inhalte in der Form von Fotos beziehungsweise Bildern geteilt werden. Entsprechend kann man die eigene Meinung äußern, indem man einen Like oder Kommentar hinterlässt.
Diese Plattform hat in den letzten Jahren stark an Nutzern zugenommen. Laut Statistiken nutzen Instagram im April 2017 rund 700 Mio. Menschen weltweit. Damit belegt Instagram gemessen an der Anzahl der monatlich aktiven Nutzer in einem Ranking der größten sozialen Netzwerke den achten Platz. Trotzdem wurde diese Plattform von den Wissenschaftlern bisher noch nicht vertiefend untersucht. Der Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist diesbezüglich die Selbstdarstellung junger Erwachsener auf Instagram. Eine besonders große Rolle spielt die Selbstpräsentation bei der Bildung der eigenen Persönlichkeit, die sich während des Heranwachsens vollzieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Theorie der Selbstdarstellung im Alltag (Goffman, 1959)
2.2. Selbstdarstellung im Jugendalter
2.2.1. Der Begriff Jugend
2.2.2. Differenzierung von Jugend und Adoleszenz
2.2.3. Identität
2.3. Identität und Selbstdarstellung der Jugendlichen auf sozialen Netzwerken
2.3.1. Internet und Jugendliche
2.3.2. Soziale Netzwerke
2.3.3. Selbstdarstellung off- und online
2.3.4. Soziale Netzwerke und Selbstdarstellung
2.3.5. Forschungsstand
2.4. Photosharing Plattform Instagram
2.5. Forschungsfrage
3. Methodische Vorgehensweise
3.1. Qualitatives Interview
3.2. Problemzentriertes Interview
3.3. Auswahl des Samples und Besonderheiten des Interviewverlaufs
3.4. Datenaufnahme
3.5. Themenanalyse
4. Ergebnisse
4.1. Einzelfallanalyse
4.1.1. Interview mit M.
4.1.2. Interview mit V.
4.2. Fallübergreifende Analyse
4.2.1. Themenbereiche: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.2.2. Ziel der Fotos
4.2.3. Rolle der fremden Bewertungen
4.2.4. Follower-Kreis (Abonnenten)
4.2.5. Bearbeitung der Fotos
4.2.6. Schönheitsbegriff auf Instagram
4.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie junge Erwachsene ihre Identität durch Selbstdarstellung auf der Plattform Instagram inszenieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle fremder Bewertungen (Likes und Kommentare) im Prozess der Selbstpräsentation und beleuchtet, ob Nutzer dabei strategisch vorgehen.
- Strategische Selbstdarstellung und Identitätsbildung im virtuellen Raum
- Einfluss von fremden Bewertungen auf das Nutzerverhalten bei Instagram
- Nutzung von Bildbearbeitungsfiltern als Instrument der Selbstinszenierung
- Wahrnehmung einer "standardisierten Schönheit" und deren Einfluss auf die Selbstdarstellung
- Vergleich der Selbstdarstellungspraktiken bei Instagram im Kontrast zu anderen sozialen Netzwerken
Auszug aus dem Buch
4.2.6. Schönheitsbegriff auf Instagram
Der letzte gesonderte Themenbereich innerhalb der durchgeführten Gespräche ist der Schönheitsbegriff bei Instagram. Er bezieht sich auf die zweite Unterforschungsfrage: „Inwieweit kann man von einer „standardisierten Schönheit“ im Rahmen von Instagram sprechen?“. Die Forscherin möchte untersuchen, was innerhalb dieses sozialen Netwerks als schön zu angesehen wird und ob es bestimmte Merkmale gibt, die bezüglich Schönheit kennzeichnend für diese App sind.
Die Interviewten wurden zunächst gefragt, was sie als „schön“ bei Instagram finden. Ausgangspunkt für fünf von allen ist die Schönheit allgemein. Sie erzählen, dass sie Schönheit zunächst mit Natur assoziieren und bei Instagram können sie selten etwas Natürliches finden. Auch weitere Aspekte, die den Schönheitsbegriff bei Instagram bezeichnen, kommen auf. Demnächst werden Auszüge der Interviews themeneingeordnet zitiert und entsprechend analysiert, um am Ende des Kapitels herauszufinden, ob bestimmte Standards bezogen auf die Schönheit bei Instagram existieren.
PZI A1. (Z. 85): „(…) mädels fotos und videos hochladen, in denen eine KÜNSTliche schönheit gezeigt wird. da werden tatsächlich jede::n tag videos mit vi:::el make up, mit künstlichen wimpern, mit gemalten augenbrauen, mit extensions statt mit schönen natürlichen haaren, mit engen klamotten, die auf bestimmten körperteile aufweisen, gepostet. (…) es gibt sogar bestimmte körperpositionen, die in instagram als schön gesehen werden. die jungen menschen versuchen ein aktives leben zu demonstrieren u:nd ich denke das ist (.) auch teil des gesamten schönheitsbild“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung sozialer Netzwerke für die Selbstdarstellung und identifiziert Instagram als bisher wissenschaftlich unterrepräsentierte, aber hochrelevante Plattform.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel verknüpft klassische Theorien zur Selbstdarstellung (Goffman) mit dem Kontext der Adoleszenz, Identitätsbildung und der spezifischen Dynamik sozialer Netzwerke.
3. Methodische Vorgehensweise: Hier wird der Einsatz problemzentrierter Interviews als qualitative Forschungsmethode begründet und der Prozess der Stichprobenauswahl sowie Themenanalyse dargelegt.
4. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die Analyse von neun Interviews, unterteilt in Einzelfallanalysen und eine fallübergreifende Untersuchung zu Themen wie Zielfindung, Fremdbewertung und Schönheitsidealen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Relevanz der strategischen Selbstdarstellung und benennt Potenziale für weiterführende Forschung.
Schlüsselwörter
Selbstdarstellung, Instagram, Identität, Adoleszenz, Soziale Netzwerke, Impression-Management, Online-Identität, Peer-Group, Schönheitsideale, Bildbearbeitung, Qualitative Forschung, Problemzentriertes Interview, Nutzerverhalten, Fremdwahrnehmung, Influencer-Kultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Selbstdarstellung junger Erwachsener auf der Plattform Instagram und wie diese ihre Identität im virtuellen Raum inszenieren.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Identitätsbildung im Jugendalter, der Einfluss von "Likes" und Kommentaren auf das eigene Selbstbild sowie die Auswirkung von Schönheitsstandards auf die Nutzer.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, eine Forschungslücke zu schließen, indem die Bedeutung fremder Bewertungen für die Selbstdarstellung auf Instagram empirisch erforscht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt, basierend auf problemzentrierten Interviews mit neun verschiedenen Instagram-Nutzern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Interviews hinsichtlich spezifischer Themen wie dem Ziel der hochgeladenen Fotos, der Bedeutung der Follower-Struktur und der Nutzung von Bearbeitungsfiltern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Selbstdarstellung, Instagram, Identität, Adoleszenz, Impression-Management und soziale Netzwerke.
Wie unterscheidet sich Instagram laut der Studie von Facebook?
Die Befragten gaben an, dass Instagram stärker durch visuelle Inhalte dominiert wird, während Facebook eine größere inhaltliche Vielfalt und textbasierte Statusmeldungen zulässt.
Welche Rolle spielen Bearbeitungsfilter bei der Selbstdarstellung?
Filter werden als wesentliche Werkzeuge wahrgenommen, um Fotos "schöner" und "interessanter" zu gestalten, da Nutzer den Drang verspüren, sich optimal und "standardisiert" zu präsentieren.
- Quote paper
- Ellora Angelova (Author), 2017, Selbstdarstellung junger Erwachsener auf der Online-Plattform Instagram. Die Inszenierung des perfekten Alltags, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950896