Kann der Zusammenhang von emotionaler Intelligenz und Extra Effort durch die instrumentellen Führungsverhaltensweisen einer emotional intelligenten Führungskraft erklärt werden?
Vielen Führungskräften ist der Nutzen von emotionaler Intelligenz nicht bewusst und sie konzentrieren sich überwiegend auf die Delegation von Aufgaben, da sie damit mehr vertraut sind. Empathiefähigkeit ist für den neu entwickelten Führungsstil „instrumentelle Führung“, welcher das Paradigma der transaktionalen-transformationalen Führung ergänzt, notwendig, um die Ziele und Strategien der Organisation zu kommunizieren. Instrumentelle Führung stützt sich, im Gegensatz zu den bisherigen Führungsstilen, auf die Kompetenz der Führungskraft und berücksichtigt erstmalig die strategischen und aufgabenorientierten Führungsverhaltensweisen. Der Führungsstil gilt als Indikator für effektive Führung, welche einen positiven Einfluss auf Arbeitsleistung, Arbeitszufriedenheit und Commitment, welches zu erhöhtem Umsatz führt, hat. Die Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitern führt wiederum zu „Extra Effort“, was einen hohen wirtschaftlichen Nutzen für Organisationen darstellt, da die Arbeitsleistung gesteigert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Emotionale Intelligenz
2.2 Instrumentelle Führung
2.3 Extra Effort
2.4 Hypothesenherleitung
3. Methoden
3.1 Stichprobenbeschreibung
3.2 Vorgehen der Befragung
3.3 Beschreibung der Messinstrumente
3.4 Statistische Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistiken und Interkorrelationen
4.2 Überprüfung der Hypothesen
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Stärken und Schwächen der Untersuchung
5.3 Implikation für die Theorie
5.4 Implikation für die Praxis
5.5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der emotionalen Intelligenz von Führungskräften, ihrem instrumentellen Führungsverhalten und der Anstrengungsbereitschaft (Extra Effort) der Mitarbeiter. Ziel der Forschungsfrage ist es zu klären, ob instrumentelle Führung den positiven Zusammenhang zwischen emotionaler Intelligenz und Extra Effort mediiert.
- Emotionale Intelligenz als Führungseigenschaft
- Konzeptualisierung und Funktionen instrumenteller Führung
- Bedeutung des Erfolgsfaktors Extra Effort
- Analyse von Mediatoreffekten im Führungszusammenhang
- Empirische Überprüfung mittels quantitativer Datenerhebung
Auszug aus dem Buch
2.2 Instrumentelle Führung
Der Führungsstil instrumentelle Führung wurde von Antonakis und House im Jahr 2002 entwickelt, um das Full Range Leadership Modell von Bass aus dem Jahr 1985, welches die transaktionale, die transformationale und die Laissez-faire Führung beinhaltet, zu ergänzen (Antonakis & House, 2002). Antonakis und House (2002) stellten fest, dass das Modell die strategischen und aufgabenorientierten Handlungen der Führungskraft nicht beinhaltet. Auf Grund dessen wurde der instrumentelle Führungsstil entwickelt, welcher sich in den Funktionen Strategic Leadership und Follower Work Facilitation untergliedert. Durch die Ergänzung der instrumentellen Führung ist das Extended Full Range Leadership Modell (EFLRM) im Jahr 2002 entstanden (Antonakis & House, 2002).
Mit der instrumentellen Führung erklärt das EFLRM nicht nur was auf zwischenmenschlicher und transaktionaler Ebene während der Führung passiert, sondern was auf strategischer Ebene und auf der Ebene der Arbeitserleichterung passiert. Das Modell beinhaltet insgesamt 12 Dimensionen zu den Führungsstilen transaktionale, transformationale, instrumentelle und Laissez-faire Führung (Antonakis & House, 2014). „Diese [Dimensionen] lassen sich in einem zweidimensionalen Kontinuum“ (Jackenroll, 2016, Abs. 2) hinsichtlich der Aktivität (Active) der Führungskräfte und der Effektivität (Effective) des gezeigten Führungsverhaltens einordnen. Die Dimensionen der instrumentellen Führung lassen sich hinsichtlich ihrer Effektivität im mittleren Bereich zwischen der transaktionalen und der transformationalen Führung einordnen und die Führungskräfte zeigen in gleicher Weise ein mittleres Maß an Aktivität (Jackenroll, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz emotionaler Intelligenz und instrumenteller Führung ein und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich des Zusammenhangs zu Extra Effort ab.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden die zentralen Variablen emotionale Intelligenz, instrumentelle Führung sowie Extra Effort definiert und auf Basis bestehender Literatur Hypothesen abgeleitet.
3. Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt die Stichprobenbeschreibung, das Vorgehen bei der Befragung, die eingesetzten Messinstrumente sowie die statistischen Auswertungsverfahren.
4. Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven Statistiken präsentiert und die Ergebnisse der hierarchischen Regressionsanalysen zur Hypothesenprüfung dargestellt.
5. Diskussion: Dieser Teil interpretiert die Ergebnisse, reflektiert die Stärken und Schwächen der Untersuchung und zieht Implikationen für Theorie und Praxis sowie ein abschließendes Fazit.
Schlüsselwörter
Emotionale Intelligenz, Instrumentelle Führung, Extra Effort, Führungserfolg, Mitarbeiterführung, Full Range Leadership Modell, Arbeitszufriedenheit, Motivation, Mediatoreffekt, Führungskraft, Mitarbeiter, Arbeitsleistung, Persönlichkeitseigenschaften, Führungstraining, Quantitative Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der emotionalen Intelligenz von Führungskräften auf deren instrumentelles Führungsverhalten und die daraus resultierende Anstrengungsbereitschaft (Extra Effort) der Mitarbeiter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Konzepte der emotionalen Intelligenz, der instrumentellen Führung, die Mechanismen von Extra Effort sowie deren gegenseitige statistische Korrelationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob instrumentelle Führung als Mediator fungiert, der den Zusammenhang zwischen der emotionalen Intelligenz der Führungskraft und dem Extra Effort der Mitarbeiter erklärt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Untersuchung durchgeführt, bei der Daten an zwei Messzeitpunkten mittels Online-Fragebogen und einem Assessment Center mit Rollenspielen erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Konstrukte, die Herleitung von vier Hypothesen sowie eine empirische Überprüfung dieser mittels hierarchischer Regressionsanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie instrumentelle Führung, emotionale Intelligenz, Extra Effort, Mediation und Führungseffektivität aus.
Warum konnte die Mediationshypothese nicht bestätigt werden?
In dieser Untersuchung zeigte sich kein signifikanter Einfluss der emotionalen Intelligenz auf die instrumentelle Führung, was die Voraussetzung für eine Mediation nach dem Modell von Baron und Kenny verletzte.
Welchen Einfluss hat das Alter auf den Extra Effort laut der Studie?
Die Ergebnisse zeigen eine negative Korrelation zwischen dem Alter der Mitarbeiter und ihrem Extra Effort, was darauf hindeutet, dass die Anstrengungsbereitschaft bei älteren Mitarbeitern tendenziell abnimmt.
- Quote paper
- Marie Happe (Author), 2017, Der Zusammenhang zwischen emotionaler Intelligenz, instrumenteller Führung und Extra Effort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951094