Die vorliegende Ausarbeitung basiert auf dem Seminar „Probleme und Epochen der Bildungsgeschichte: Schule im Zeitalter der Aufklärung“ und richtet ihren thematischen Schwerpunkt auf die Gründung und die Entwicklung der Lehrerseminare im Rahmen der Lehrerbildung zur Zeit der Aufklärung. Hierbei gilt es zunächst den Beruf Lehrers sowie die dazugehörigen Voraussetzungen zu beleuchten und anschließend die Anfänge der Lehrerbildung zu skizzieren. Im Folgenden wird das "Seminar" hinsichtlich seiner Inhalte und Teilnehmer vorgestellt. Anschließende Themen sind der Ausbau und die Einrichtung des Lehrerausbildung Seminars. Letztlich werden die Kernaussagen dieser Arbeit zusammengefasst, kritisch reflektiert und durch einen möglichen Ausblick erweitert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lehrerbildung-und Berufung
2.1. Voraussetzungen der Lehrerberufung
2.2. Elementarschullehrerbildung
3. Entstehung des Seminarwesens
4. Über das Seminar
5. Ausbau und Einrichtung der Seminare
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Lehrerausbildung während der Aufklärung, mit einem besonderen Fokus auf die Gründung und Institutionalisierung der ersten Lehrerseminare in Preußen. Dabei wird beleuchtet, wie sich das Anforderungsprofil und der soziale Status des Lehrberufs von einer kirchlich geprägten Nebentätigkeit hin zu einer professionalisierten pädagogischen Aufgabe entwickelten.
- Historische Voraussetzungen und soziale Lage des Lehrerberufs vor der Aufklärung
- Rolle der Kirchen und des preußischen Staates bei der Einführung der Schulpflicht
- Gründung und pädagogische Konzepte der ersten Lehrerseminare durch Wegbereiter wie August Hermann Francke und Johann Julius Hecker
- Lehrpläne, Anforderungen und die Entwicklung der Seminarorganisation
- Professionalisierung des Lehrberufs durch staatliche Reglements und administrative Reformen
Auszug aus dem Buch
3. Entstehung des Seminarwesens
Nach Vorgänger und Vorbild, August Hermann Francke und dessen Seminaridee, gründete der Franckeschüler Johann Julius Hecker 1748 das Berliner Seminar, welches die erste Lehrerbildungseinrichtung in Preußen war und zu den bedeutendsten Gründungen dieser Zeit zählte. Hecker selbst stammt aus Werden (Ruhr) und wurde 1707 als Sohn eines Stadtlehrers geboren. Neben der Franckeschen Anstalt besuchte er das Gymnasium in Essen, wirkte ebenfalls als Lehrer und war sogar als Schulinspektor und Prediger tätig. Im August 1763 veröffentlichte Hecker das Generallandschulreglement, welches als erstes Schulgesetz Preußens für Verbesserungen im Bildungswesen sorgen sollte. Das Gesetz umfasste 26 Paragraphen, Anordnungen über Schulzeit, Schulgeld und Schulstrafe sowie über Lehrerwahl, Unterricht, Disziplin und Schulaufsicht (vgl. Zimmermann, 1953, S. 3). Bezüglich der Lehrerbildung äußerte Hecker, dass „keine zu Schulmeister und Küster genommen werden sollen, als welche in dem Churmärkischen Küster- und Schulmeisterseminario zu Berlin eine Zeitlang gewesen, und darin den Seidenbau sowohl, als die vorteilhafte […] Methode des Schulhaltens gefasset haben“ (Sauer, 1987, S. 13). Diese Forderungen waren ein Versuch den Neuzugang an Lehrern besser überprüfen zu können, um so das bestehende Niveau binnen der Lehrerschaft anzuheben. Dieser Versuch erzielte jedoch nur geringe Erfolge. Darüber hinaus sollten alle sich im Lehrer-amt befindlichen Personen ausgesondert werden, da diese nach den Kriterien des Reglements als unqualifiziert galten. Hecker fordert in seinem Generallandschulreglement insgesamt eine bessere Auswahl des Lehr-personals, eine bessere Vorbildung für diese sowie besseren Unterricht und bessere Gehälter (vgl. Zimmermann, 1953, S. 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage der Schulpflicht unter Friedrich Wilhelm I. ein und skizziert die Entstehung des ersten Lehrerseminars in Berlin durch Johann Julius Hecker.
2. Lehrerbildung-und Berufung: Das Kapitel analysiert die ursprünglichen, oft kirchlich geprägten Voraussetzungen für den Lehrerberuf sowie die ersten Ansätze zur Elementarschullehrerbildung durch August Hermann Francke.
3. Entstehung des Seminarwesens: Hier wird die Gründung des Berliner Seminars im Jahr 1748 als zentrale Bildungseinrichtung und der Einfluss des Generallandschulreglements auf die Professionalisierung des Lehrstandes thematisiert.
4. Über das Seminar: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Ausgestaltung der Seminare, die Differenzierung zwischen Präparanden und Seminaristen sowie die fachliche Breite der damaligen Lehrpläne.
5. Ausbau und Einrichtung der Seminare: Das Kapitel befasst sich mit der administrativen Expansion und qualitativen Weiterentwicklung des Seminarwesens zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Einbezug von Reorganisationsmaßnahmen.
6. Fazit: Die Arbeit fasst die Professionalisierung des Lehrerberufs von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zusammen und reflektiert die Entwicklung der Seminarorganisation.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Lehrerbildung, Schulpflicht, Lehrerseminar, Preußen, Johann Julius Hecker, August Hermann Francke, Schulmeister, Elementarschulwesen, Professionalisierung, Generallandschulreglement, Pädagogik, Bildungsgeschichte, Unterrichtsmethoden, Lehrplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Lehrerausbildung im preußischen Staat während des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, insbesondere die Entstehung des Seminarwesens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die soziale Stellung des Lehrers vor der Aufklärung, der Einfluss kirchlicher und staatlicher Vorgaben auf die Ausbildung sowie die Professionalisierung durch organisierte Seminarstrukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Gründung und Entwicklung der Lehrerseminare zu skizzieren und zu analysieren, wie sich der Lehrberuf durch diese neuen Institutionen zu einem eigenständigen Berufsfeld wandelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode, bei der einschlägige bildungsgeschichtliche Literatur und Dokumente wie das Generallandschulreglement ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Voraussetzungen des Lehrerberufs, die Bedeutung von Persönlichkeiten wie Francke und Hecker für die Seminarbildung sowie die inhaltliche und administrative Ausgestaltung dieser Anstalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lehrerbildung, Aufklärung, Preußen, Seminarwesen, Schulpflicht, Professionalisierung und Generallandschulreglement.
Wer war Johann Julius Hecker und welche Rolle spielt er im Dokument?
Hecker war ein evangelischer Theologe und Berater Friedrichs des Großen, der 1748 das erste Berliner Lehrerseminar gründete und maßgeblich am preußischen Generallandschulreglement beteiligt war.
Was unterscheidet Präparanden von Seminaristen in der damaligen Ausbildung?
Präparanden besuchten das Seminar nur kurzzeitig für eine Grundunterweisung, während Seminaristen eine ausführliche Ausbildung genossen und gezielt für städtische Stellen vorbereitet wurden.
Warum war der Lehrerberuf vor der Aufklärung oft eine Nebentätigkeit?
Aufgrund der geringen Bezahlung waren Lehrer häufig gezwungen, ihren Dienst mit anderen Ämtern wie dem des Küsters, Kantors oder einem Handwerksberuf zu verbinden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
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- Linda Wieczorek (Author), 2018, Lehrerausbildung im Zeitalter der Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951136