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Maria als Stadtpatronin von Straßburg

Titel: Maria als Stadtpatronin von Straßburg

Seminararbeit , 2012 , 38 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Yvonne Joosten (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Maria war vom 13. Jahrhundert bis Anfang des 16. Jahrhunderts die Stadtpatronin von Straßburg. Die Bürger der Stadt wählten sie zur Schutzherrin, um sich von der Herrschaft des Straßburger Bischofs zu befreien. Im Mittelpunkt des Ringens um bürgerliche Autonomie stand das Liebfrauenmünster. Indem die bischöfliche Marienkirche symbolisch durch den Marienaltar in eine Bürgerkirche umgewandelt wurde, glückte die kommunale Umformulierung ehemals geistlicher Sinnangebote.
Mit der Übernahme der Bauverwaltung und der Gründung des dem Altar angeschlossenen Liebfrauenwerks flossen dem Stadtrat genügend Gelder zu, um die Geschicke der Stadt und den Bau der Kirche weitgehend bestimmen zu können.
Mit der Marienkirche als Ort der Identifikation und Integration hatte sich der Stadtrat des Konsenses und der Loyalität der Bürger versichert. Indem das Marienbild auf den Herrschaftszeichen der Stadtgemeine – Siegel, Münzen, Stadtrechtsdruck und Heerfahne – abgebildet wurde, nutzten und verstärkten die städtischen Führungsgruppen die verbindende Kraft des Marienkults.

Ziel dieser Arbeit ist es, das Straßburger Stadtpatrozinium Marias anhand der zentralen Elemente der Marienverehrung wie Marienstatue, Stadtsiegel und Münzen, Stadtrechtsdruck, Stadtbanner und dem Marienzyklus am Südquerhausportal unter Einbeziehung der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse der besprochenen Zeit, die Straßburg und das Münster betreffen, zu veranschaulichen und außerdem an ihnen die Bedingungen, die zur kommunalen Umformulierung führten, aufzuzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Straßburg

3. Das Straßburger Münster

4. Maria als Stadtpatronin von Straßburg

4.1. Marienstatue im Münster mit Marienaltar und -kapelle

4.2. Stadtsiegel und Münzen

4.3. Stadtrechtsdruck, Stadtbanner

4.4. Der Marienzyklus am Südquerhausportal des Straßburger Münsters

5. Mit Maria von der Bischofsstadt zur Bürgerstadt

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Marias als Stadtpatronin von Straßburg zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Stadtrat durch die bewusste Aneignung marianischer Symbole und die Umformulierung religiöser Machträume die kommunale Autonomie gegenüber dem bischöflichen Herrschaftsanspruch symbolisch legitimierte und festigte.

  • Die Funktion Marias als Schutzherrin und Freiheitspatronin der Stadt
  • Die symbolische Umdeutung der bischöflichen Kirche zur Bürgerkirche
  • Die Rolle städtischer Hoheitszeichen wie Stadtsiegel, Münzen und Stadtbanner
  • Die Bedeutung des Marienkults für die Gruppenidentität und das kulturelle Gedächtnis
  • Die politische Instrumentalisierung von Riten und religiösen Darstellungen

Auszug aus dem Buch

4. Maria als Stadtpatronin von Straßburg

Es gibt wohl keine andere mittelalterliche deutsche Stadt, in der Maria so oft als Patronin bezeichnet wird wie Straßburg. Jakob Twinger von Königshofen erwähnt Maria in seiner Chronik als „die do Patrona ist und frowe des münsters und der stette“. Im Vorwort eines Straßburger Kopialbuchs wird sie als „der stat Straszburg gnedige Patron und houbtfrowe“ bezeichnet. Und in einer Verordnung über die jährliche Lukasprozession wird sie „patronin und schirmerin der stat Strosburg“ genannt. Ratsmandate, Zunft- und Polizeiordnungen begannen mit der Formel: „Dem almehtigen Got, siner würdigen muter Marien und allen lieben heiligen zu lobe und zu eren.“

Ihr Bild findet sich auf den städtischen Hoheitszeichen wie dem Stadtsiegel, dem Stadtbanner und auf Münzen. Der Marienaltar im Münster war ihr geweiht und unter dem Marienzyklus am Südquerhausportal fanden wichtige geistliche und bürgerliche Rechtshandlungen statt. Zwischen 1434 und 1488 stand auf der Turmspitze des Liebfrauenmünsters „ein gewaltiges vergoldetes Muttergottesbild“. Es wurde entfernt, weil es sich als zu schwer für die Spitze erwies.

Eine große Glocke, die Mariana, wurde noch im Jahr 1520 gegossen. Mit 21.000 kg war sie damals die größte Glocke des Landes. Nach einem Jahr zersprang sie allerdings, was für das Vorzeichen eines Unglücks gehalten wurde.

Die Omnipräsenz Mariens als Patrona Civium zeigt sich auch in der Verordnung, dass Straßburger Maler drei Meisterstücke mit marianischer Thematik abzuliefern hatten, um die Meisterprüfung zu bestehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale These ein, dass die Wahl Marias zur Stadtpatronin ein Instrument der Straßburger Bürger war, um sich von der Herrschaft des Bischofs zu emanzipieren.

2. Straßburg: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung Straßburgs von der römischen Zeit bis hin zur freien Kaiserstadt und beleuchtet den Bürgerkampf gegen den Klerus.

3. Das Straßburger Münster: Es wird die Baugeschichte des Münsters im Kontext des Kampfes um städtische Autonomie und der Auseinandersetzungen mit Bischof Walter von Geroldseck beschrieben.

4. Maria als Stadtpatronin von Straßburg: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die vielfältigen Erscheinungsformen des Marienkults, von der Statue über Siegel und Münzen bis hin zum Stadtbanner und dem Marienzyklus am Portal.

5. Mit Maria von der Bischofsstadt zur Bürgerstadt: Das Kapitel reflektiert, wie die Verehrung Marias gezielt zur Identitätsstiftung und zur rechtlichen Festigung der Bürgerstadt eingesetzt wurde.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die städtische Identität Straßburgs maßgeblich durch die Transformation religiöser Symbole in ein bürgerliches Selbstverständnis geprägt wurde.

Schlüsselwörter

Straßburg, Stadtpatronin, Maria, Marienverehrung, Bürgerstadt, Liebfrauenmünster, Marienaltar, Autonomie, Sakralgemeinschaft, Stadtsiegel, Stadtbanner, Marienzyklus, Mittelalter, Identität, Reformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die politische und soziale Rolle der Marienverehrung als identitätsstiftendes Merkmal der Stadt Straßburg während des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Instrumentalisierung von Heiligenkulten, die städtische Baupolitik am Münster und die Verwendung religiöser Symbole als Hoheitszeichen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll belegt werden, wie die Bürger von Straßburg Maria nutzten, um ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Bischof rechtlich und symbolisch zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt eine kulturwissenschaftliche Annäherung, die kunsthistorische Analysen von Denkmälern und Objekten mit historischen und sozialen Kontexten verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Elemente wie die Marienstatue, städtische Siegel, Münzprägungen, das Stadtbanner und den bildlichen Zyklus am Südquerhausportal.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Straßburg, Stadtpatronin, Marienaltar, Bürgerstadt, Autonomie, Sakralgemeinschaft und kulturelles Gedächtnis.

Wie wurde das Marienpatrozinium im Stadtbild sichtbar gemacht?

Neben dem Altar und der Statue wurde Maria auf dem Stadtsiegel, dem Stadtbanner und durch einen aufwendigen Marienzyklus am Südquerhausportal des Münsters omnipräsent dargestellt.

Welche Rolle spielte das Stadtbanner in kriegerischen Auseinandersetzungen?

Das große Stadtbanner wurde als „Träger magischer Schutzzeichen“ auf einem Fahnenwagen in Schlachten geführt und diente als Symbol für den Kriegsruhm und die politische Souveränität der Stadt.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Maria als Stadtpatronin von Straßburg
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Yvonne Joosten (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
38
Katalognummer
V951352
ISBN (eBook)
9783346294890
ISBN (Buch)
9783346294906
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maria Stadtpatronin Straßburg Straßburger Münster Liebfrauenmünster Bischof Walter von Geroldseck Bellum Walterianum Marienzyklus am Südquerhausportal Marienaltar Marienstatue kulturelles Gedächtnis Stadtsiegel Stadtbanner Mittelalter Ikonoklasmus Idolatrie.
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Joosten (Autor:in), 2012, Maria als Stadtpatronin von Straßburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951352
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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