Welche PESTEL-Faktoren machen Japan als Wirtschaftsraum attraktiv/unattraktiv?


Hausarbeit, 2020

14 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 PESTEL als Analysemethode

3 Analyse von Japan
3.1 Politische Faktoren
3.2 Wirtschaftliche Faktoren
3.3 Technologische Faktoren

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wachstum des realen BIP von 2017 bis 2020 (Statista 2020)

Abbildung 2: Verfügbares Einkommen Japan (Statistik Bureau 2020)

Abbildung 3: Export von Gütern von 2009 bis 2019 (Statista,2020)

Abbildung 4: Import von Gütern von 2009 bis 2019 (Statista,2020)

Abkürzungsverzeichnis

ASEAN Vereinigung südostasiatischer Staaten zur Förderung von Frieden und Wohlstand

BIP Bruttoinlandsprodukt

BoJ Bank of Japan

EU Europäische Union

F&E Forschung & Entwicklung

G20 Zusammenschluss aus 19 Staaten und der EU. Sie repräsentiert die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer

G4 Deutschland, Brasilien, Indien und Japan. Sie streben eine umfassende Erweiterung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen von 15 auf 25 Mitglieder an

G7 Deutschland,Frankreich,Italien,Japan,Kanada,Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten

IMF International Monetary Fund

JPY Japanese Yen

RCEP Regional Comprehensive Economic Partnership

USD US-Dollar

WTO Welthandelsorganisation

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit untersucht auf Basis der PESTEL-Analyse, einem anerkannten strategischen Tool unserer Zeit, warum Japan als Wirtschaftsraum attraktiv/ unattraktiv ist.

Japan ist nach den USA und der Volksrepublik China die drittstärkste Volkswirtschaft der Welt und befindet sich in seiner längsten Wachstumsphase seit der Nachkriegsgeschichte. Aktuell hat der G7 Staat Japan jedoch mit China als starken Konkurrenten im Exportsektor zu kämpfen.

Diese Arbeit untersucht die Chancen und Risiken des Wirtschaftsraums Japan mittels der politischen, wirtschaftlichen und technologischen Faktoren anhand der PESTEL-Analyse.

2 PESTEL als Analysemethode

Mit Hilfe der PESTEL-Analyse ist es möglich, das Unternehmensumfeld im Hinblick auf spezifische Marktgegebenheiten, wahrscheinliche Entwicklungen sowie deren Auswirkungen zu beschreiben und fundierte Entscheidungsgrundlagen für das Management zu schaffen.1 Da das Makroumfeld einen erheblichen Einfluss auf die Strategieentwicklung von Unternehmen hat, sollen hier die Einflussfaktoren der PESTEL-Analyse vorgestellt werden. PESTEL steht dabei für die politischen (political), wirtschaftlichen (economic), sozio-kulturellen (social), technologischen (technological), ökologisch-geografische (environmental) sowie rechtlichen (legal) Einflussfaktoren, die auf das Unternehmen einwirken, wenn es um die Erschließung bzw. Bearbeitung von Märkten geht.2 Oftmals wird auch von STEEP, STEEP-Analyse, STEP-Analyse oder von der PEST-Analyse gesprochen. Dabei handelt es sich um die gleiche Analyseform wie bei der PESTEL-Analyse, nur werden Aspekte, beispielsweise Environmental und Legal bei der PEST-Analyse nicht berücksichtigt.

Um den Wirtschaftsraum Japan zu untersuchen, beschränkt sich die Ausarbeitung auf die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Faktoren.

3 Analyse von Japan

3.1 Politische Faktoren

Ein wichtiger Bestandteil der japanischen Außenpolitik ist das Bündnis mit den USA sowie eine aktive multilaterale Politik. Durch den Sicherheitsvertrag von 1960 sind beide Länder zur Verteidigung und Wahrung der Stabilität Japans verpflichtet.3

Jedoch führt die Neuausrichtung der amerikanischen Außenpolitik unter Präsident Donald Trump im Verhältnis zu Japan zu Belastungen zwischen beiden Ländern. In den Jahren 2016 und 2017 war Japan kein ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und kämpfte zusammen mit den anderen G4 Staaten (Deutschland, Brasilien und Indien) um einen ständigen Sitz. Wichtige regionale Schwerpunkte von Japans Außenpolitik sind die guten Beziehungen zu den Nachbarstaaten China, Russland, Süd-Korea, Indien und Australien, da Japan selbst nur über wenige natürliche Ressourcen verfügt. Aufgrund der G7-Mitgliedschaft ist Japan ständiger Bestandteil der euroatlantischen Wertegemeinschaft und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen Frieden, Demokratie sowie Rechtstaatlichkeit.4 Im Jahr 2019 hatte Japan den G20-Vorsitz inne und hat eine sehr stabile Außenpolitik, welche sich voraussichtlich nur wenig in den nächsten Jahren ändern wird.

Des Weiteren übernimmt Japan große internationale Verantwortung und organisierte z.B. die Entsendung der Blauhelmsoldaten von 2011-2017 in den Süd Sudan und fördert den Wiederaufbau in Ländern wie dem Irak oder Afghanistan. Internationale Konferenzen wie zum Beispiel die 6. Internationale Tokioter Konferenz, welche sich mit dem Thema Entwicklung in Afrika beschäftigt, sind von regelmäßigem Bestand in Japan. Die EU und Japan pflegen vor allem bei den Themen Klimaschutz, Lebensmittelsicherheit und der Sicherheitspolitik enge Beziehungen.5 Am 1 Februar 2019 trat das Strategische Partnerschaftsabkommen sowie das Wirtschaftspartnerabkommen zwischen der EU und Japan in Kraft.6 Mit dem aufstrebenden Staat China hat sich Japan auf ein gegenseitiges Nutzen der strategischen Beziehungen geeinigt, um zugleich das Spannungspotential zu verringern. Belastet wird das Verhältnis explizit durch den Territorialstreit um die Senkaku-Inseln.

Japan setzt vor allem auf regionale Zusammenarbeit mit Staaten aus Südostasien und deren Regionalorganisation ASEAN und zählt als einer der größten Investoren für die Entwicklung und Integration der ASEAN-Staaten. Des Weiteren verhandelt Japan aktuell ein multilaterales regionales Freihandelsabkommen, das RCEP, sowie ein trilaterales Freihandelsabkommen mit den Staaten China und Süd-Korea. Aufgrund des Beitritts Russland und der USA zum Ostasiengipfel erhofft sich Japan neue Ideen für die Region, um eine gute politische Zusammenarbeit zu gewährleisten.

3.2 Wirtschaftliche Faktoren

Wirtschaftswachstum wird als der Anstieg des inflationsbereinigten Marktwerts der von einer Volkswirtschaft im Laufe der Zeit produzierten Waren und Dienstleistungen definiert.7 Statistiker und Ökonomen messen herkömmlicherweise ein solches Wachstum als die prozentuale Steigerungsrate des realen BIP.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wachstum des realen BIP von 1980 bis 2021 (Statista 2020)

Die Statistik zeigt das Wachstum des BIP in Japan im Zeitraum 1980 bis 2019 und die Prognose bis zum Jahr 2021.

Im Jahr 2020 ist ein deutlicher Rückgang des realen BIP im Vergleich zu 2019 zu sehen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bleiben nicht ohne Konsequenzen für Japan, was der Rückgang des BIP verdeutlicht. Laut Auswertungen der Weltbank9 ist Japan nach den USA und der Volksrepublik China die drittstärkste Volkswirtschaft der Welt und befindet sich in seiner längsten Wachstumsphase seit der Nachkriegsgeschichte.

Japan erwirtschafte 2018 mit einer Bevölkerung von 126,7 Mio. Einwohnern insgesamt 6% des weltweiten BIP. Im Jahr 2015 und 2016 lag das Wachstum unter 1 %, doch bereits im Jahr 2017 stieg das Wirtschaftswachstum auf 1,7%. Für das Jahr 2021 wird das Wachstum des BIP in Japan auf rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.

Durch ein sehr hohes Pro-Kopf Einkommen von 43.043 USD (2020)10 zählt Japan als ein hoch entwickeltes Land mit stark exportorientierter Wirtschaftsstruktur.

Trotz des starken Wirtschaftswachstums profitiert Japan auch von den Aufholprozessen der asiatischen Schwellenländer. Im Jahr 2009 nahm China die Position des stärksten Abnehmers ein. Seit 2015 ist die USA wieder das Hautabnehmerland von Japan. Nach Auswertungen des Auswärtigen Amts waren es in 2017 19,3 % Export in die USA und 19,0% entfielen auf China.

Die Verschuldung Japans liegt aktuell bei rund 237% des BIP. Das Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, wurde von 2020 auf 2025 verschoben.

Die BoJ hält aufgrund der niedrigen Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Sie senkte die Inflationsprognose bis März 2021. Das Ziel der Notenbanker von 2 Prozent wurde somit erneut verschoben.11 Jedoch ist aktuell das Inflationsziel noch nicht in Sicht. Im Jahr 2019 betrug die Inflation 0,9%.12 Dies ist ein positiver Faktor für auswärtige Firmen, um einen Standort nach Japan zu legen.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verfügbares Einkommen Japan (Statistik Bureau 2020)

In Betracht auf die Statistik der Einkommensentwicklung Japans ist deutlich zu erkennen, dass das Einkommen 2012-2018 relativ konstant blieb und seit dem Jahr 2018 leicht an-steigt.14 Die geringen Anstiege des Pro-Kopf-Einkommens weisen für auswärtige Unternehmen eher einen negativen Faktor auf.15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Export von Gütern von 2009 bis 2019 (Statista,2020)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Import von Gütern von 2009 bis 2019 (Statista,2020)

Die Abbildungen drei und vier stellen den Wert des Exports sowie des Imports von Gütern im Verlauf der Jahre 2009 bis 2019 dar. Aus Japan exportiert wurden 2019 Waren für ca. 705,5 Mrd. USD und importiert Waren für ca. 720,7 Mrd. USD. Die große Abhängigkeit beim Import betrifft hauptsächlich den Rohstoff-, Energie-, und Lebensmittelbereich. Japan zählt als Vorreiter der Zukunftstechnologie (z.B. Robotik) und hat hier einen starken Exportsektor. Die gut ausgestattete exportorientierte Wirtschaftsstruktur, betrifft insbeson-dere den Automobilsektor sowie die Elektronik- und Chemieindustrie. Durch die alternde Bevölkerung bleibt aufgrund der schwachen Binnennachfrage der Export für Japan ein wichtiger Bestandteil ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.16

Die drei größten Import- sowie Exportsektoren zwischen Japan und Deutschland waren im Jahr 2018 Bekleidung, chemische Erzeugnisse sowie Datenverarbeitungsgeräte.17

3.3 Technologische Faktoren

Japan gab im Jahr 2018 3,24% des BIP für F&E aus und liegt mit diesem Wert auf Platz 3 im weltweiten Ländervergleich. Auf die technologischen Faktoren bezieht sich außerdem die hohe Internetnutzung, welche bei 91,1% (Stand 2016) liegt. Positiv hervorzuheben ist weiter die exzellente Infrastruktur für Innovationen, denn der japanische Markt beheimatet viele große innovationsgetriebene Unternehmen und ist auf dem Weltmarkt renommiert für hochtechnisierte Produkte. Dies lässt sich auch anhand der Zahlen von Forschern in Japan abbilden, welche gerechnet auf eine Million Einwohner bei 5.305 (Stand 2017) liegt.

Die Fahrzeugindustrie ist einer der wichtigsten Beschäftigungszweige Japans. Etwa 5,5 Millionen Arbeitsplätze hängen von der Autoindustrie ab, was fast 9% aller Beschäftigten Japans entspricht.18 Somit nimmt der Automobilsektor eine überdurchschnittlich wichtige Rolle in der japanischen Bruttowertschöpfung ein. Deutlich wird dies in Bezug darauf, dass Japan bei Hybrid- und Batterietechnik eine führende Position innehat. Diese soll nun durch die Brennstoffzellentechnik und autonomes Fahren ausgeweitet werden.

Ein großes Risiko für Japans Technologie und Forschungssektor besteht jedoch in der zunehmenden Konkurrenz Indiens und, vor allem auf dem asiatischen Markt, durch China.

[...]


1 vgl. Sebastian Trautmann, PEST Analyse (2013) S.52

2 vgl. Sebastian Trautmann, PEST Analyse (2013) S.52

3 vgl. Davis Chiavacci, Japan 2019 – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Kapitel: Außenpolitik

4 vgl. Auswärtiges Amt - Außenpolitik Japan 2019

5 vgl. Davis Chiavacci, Japan 2019 – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Kapitel: Außenpolitik

6 vgl. Auswärtiges Amt - Außenpolitik Japan 2019

7 vgl. Bpb (2016): Wirtschaftswachstum: Wachstum, Quantitatives Wachstum, Qualitatives Wachstum

8 vgl. Bpb (2016): Wirtschaftswachstum: Wachstum, Quantitatives Wachstum, Qualitatives Wachstum

9 vgl. Statista (2018): Die 20 Länder mit dem größten BIP im Jahr 2018

10 vgl. Statista (2020): BIP pro Kopf in Japan bis 2024

11 Statista (2020): Inflationsrate von 1980 bis 2019 und Prognosen bis 2021

12 vgl. Auswärtiges Amt, Japan- Wirtschaft 2019

13 vgl. IMF/World Economic Outlook Database 2019

14 Angabe des Einkommens in der Grafik in TsdJPY

15 vgl. Trading Economics 2018

16 vgl. WTO 2019a; WTO 2019b

17 vgl. Außenwirtschaftsportal Bayern 2018

18 vgl. Spiegel 2016

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Welche PESTEL-Faktoren machen Japan als Wirtschaftsraum attraktiv/unattraktiv?
Hochschule
International School of Management, Standort Dortmund
Note
1,7
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V951698
ISBN (eBook)
9783346292971
ISBN (Buch)
9783346292988
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, pestel-faktoren, japan, wirtschaftsraum
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Welche PESTEL-Faktoren machen Japan als Wirtschaftsraum attraktiv/unattraktiv?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951698

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