Ziel dieser Arbeit ist es, festzustellen ob es sich bei dieser oxidativen Haarfärbung, um eine weniger strukturschädigende Alternative als zu den herkömmlichen Produkten handelt. Dabei soll geprüft werden ob die aufgestellten Kriterien erfüllt werden oder ob diese nicht der Wahrheit entsprechen und den Verbraucher mit Hilfe falscher Versprechungen zum Kauf anregen sollen, um das Produkt besser vermarkten zu können.
Die vorliegende Bachelorarbeit wird in verschiedene Abschnitte gegliedert. Die Haarfarbe Perfect 10 by Nice ‘n Easy von Clairol wird mit handelsüblichen Haarfärbemitteln verglichen. Zunächst sollen die Versprechungen der Homepage auf den Wahrheitsgemäß untersucht werden. Die Hersteller werben mit einem satten Farbergebnis in nur zehn Minuten und eine 100 % Grauhaarabdeckung. Auch eine Hellerfärbung der Haare soll in dieser kurzen Einwirkzeit gelingen.
Für die erste Untersuchung werden Haarsträhnen mit der Haarfarbe Perfect 10 by Nice ‘n Easy von Clairol präpariert. Ein Teil der Haarsträhnen wird mit einem Extra Lichtblond eingefärbt und die anderen Strähnen mit einem Goldbraun. Um einen optimalen Vergleich der Farbintensivität zu bekommen, werden unterschiedliche Einwirkzeiten festgelegt, bis die Farbe von den Haarsträhnen wieder abgespült wird. Als Vergleich dienen Haarsträhnen, die mit den herkömmlichen Haarfarbemitteln eingefärbt werden, deren Einwirkzeit der, der Haarfarbe Perfect 10 by Nice ‘n Easy von Clairol entsprechen.
Der wissenschaftliche Bericht „A New Oxidant für Hair Coloring“ ermöglicht Einblicke in die chemischen Bestandteile der Haarfarbe. Anhand dieser Publikation kann die Wirkungsweise dieser Haarfarbe besser nachvollzogen werden.
Die präparierten Haarsträhnen werden anschließend miteinander verglichen und auf Kämmbarkeit, Glanz, Sprödigkeit und Farbintensität geprüft. Zunächst soll geprüft werden ob durch die unterschiedlichen Einwirkzeiten Farbunterschiede zu sehen sind. Im nächsten Schritt wird der pH-Wert der getesteten Produkte gemessen. Der letzte Teil dieser Arbeit soll Aufschluss über die Haarstruktur der verschieden behandelten Haarproben geben, die unter einem dafür vorgesehenen Mikroskop genau geprüft werden, um herauszufinden ob deutliche Unterschiede der Haarstruktur ersichtlich sind.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
1.1.DAS HAAR
1.1.2.AUFBAU UND STRUKTUR DES HAARES
1.1.3.CHEMISCHE BESTANDTEILE DER HAARE
1.2.DIE NATÜRLICHE HAARFARBE
1.3.DIE GESCHICHTE DER HAARFARBE
1.4.HAARFÄRBEMITTEL
1.4.2.SEMIPERMANENTE HAARFÄRBEMITTEL
1.4.3.PERMANENTE HAARFÄRBEMITTEL
1.4.4.CHEMISCHE VORGÄNGE BEI EINER OXIDATIVEN HAARFÄRBUNG
1.5.HAARSCHÄDEN
1.6.DIE NEUE ART DES PERMANENTEN HAARFÄRBENS
1.8.AUFGABENSTELLUNG
2.ALLGEMEINER TEIL
2.1.ÜBERBLICK
2.2.DAS FARBERGEBNIS
2.2.1.VERGLEICH DER FARBERGEBNISSE EINER DUNKELFÄRBUNG
2.2.2.VERGLEICH DER FARBERGEBNISSE EINER HELLERFÄRBUNG
2.2.3.VERGLEICH DER FARBERGEBNISSE MIT 80 % WEIßANTEIL
2.3.VERGLEICH DES ÄUßEREN ERSCHEINUNGSBILD DER HAARSTRUKTUREN
2.4.PH-WERT – MESSUNG
2.5.MIKROSKOPISCHE UNTERSUCHUNGEN DER HAARPROBEN
2.5.1.MIKROSKOPISCHE AUFNAHMEN NACH 10 MINÜTIGER EINWIRKZEIT
2.5.2.MIKROSKOPISCHE AUFNAHMEN NACH 20 MINÜTIGER EINWIRKZEIT
2.6. FAZIT
3. EXPERIMENTELLER TEIL
3.1.VERSUCH: EINFLUSS DER WASSERSTOFFPEROXID-KONZENTRATIONEN AUF DAS BLONDIERERGEBNIS
ABBILDUNG 29: EINFLUSS DER WASSERSTOFFPEROXID-KONZENTRATIONEN AUF DAS BLONDIERERGEBNIS. HAARSTRÄHNE PERMANENT NATURAL COLORS VON POLY PALETTE (LINKS), BEHANDELTE STRÄHNE (RECHTS)6 %(LINKS), 9 %(MITTIG), 12 %(RECHTS).
3.2.VERSUCH: EINFLUSS DER WASSERSTOFFPEROXID-KONZENTRATIONEN AUF DIE HELLERFÄRBUNG.
ABBILDUNG 31: EINFLUSS DER WASSERSTOFFPEROXID-KONZENTRATIONEN AUF DIE HELLERFÄRBUNG. NATURHAAR (LINKS), BEHANDELTE STRÄHNE (RECHTS)6 %(LINKS), 9 %(MITTIG), 12 %(RECHTS).
3.3.VERSUCH: AUFGABE DES BLONDIERPULVERS.
ABBILDUNG 32: AUFGABE DES BLONDIERPULVERS. NATURHAAR (LINKS), BEHANDELTE STRÄHNE (RECHTS)6 % IGES WASSERSTOFFPEROXID(LINKS), BLONDIERPULVER(MITTIG), 6 % IGES GEMISCH(RECHTS).
3.4.VERSUCH: BESTIMMUNG DES PH-WERTS
3.5 VERSUCH: H2O2 VERSETZT MIT EINER KALIUMIODID-LÖSUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Untersuchung, ob eine moderne oxidative Haarfarbe mit verkürzter Einwirkzeit eine strukturschonendere Alternative zu herkömmlichen Produkten darstellt, wobei insbesondere die Werbeversprechen bezüglich Farbergebnis und Grauhaarabdeckung kritisch hinterfragt werden.
- Vergleich von Haarfarben mit unterschiedlichen Einwirkzeiten
- Untersuchung der strukturellen Schädigung des Haares mittels Mikroskopie
- Analyse des pH-Werts verschiedener Haarfärbepräparate
- Beurteilung der Grauhaarabdeckung und Farbintensität
- Chemische Grundlagen des oxidativen Färbevorgangs
Auszug aus dem Buch
1.1.2.Aufbau und Struktur des Haares
„Jedes menschliche Haar zeigt einen typischen Aufbau in drei konzentrische Regionen: Cuticula, Cortex und Medulla.“6 Die Cuticula oder auch Schuppenschicht genannt, ist die äußerste, eine transparente Schicht, die das Haar schützend umgibt. Diese Schicht besteht aus sechs bis zehn Cuticulazellen, die jedes einzelne Haar wie einen Schuppenpanzer umgibt.5 Eine Cuticulazelle ist eine Schuppe, die circa 0,35 bis 0,45 µm dünn ist, eine Breite von etwa 28 bis 38 µm hat und eine Länge circa 40 bis 48 µm aufweist.6
Durch einen Zellmembrankomplex, der wie eine Kitt wirkt, werden die einzelnen Zellen der Schuppenschicht eng miteinander verbunden. Dieser Zellmembrankomplex ist überwiegend aus Zellmembran aufgebaut und entsteht während der Verhornung der Zellen. Die äußere Schicht hat einen erheblichen Einfluss auf das äußere Erscheinungsbild des Haares. Bei einem strukturunbeschädigten Haar ist die Schuppenschicht flach aneinander geordnet und ist durch eine fast ebene Struktur gekennzeichnet.5 Das Innere des Haares bekommt durch die Schuppenschicht Stabilität, dient als Schutz vor äußeren Einflüssen und ist besonders stabil gegen chemische Haarbehandlungen. Jedoch kann es durch zu starkes Frisieren der Haare zur Schädigung dieser äußeren Schicht kommen. Die Folgen reichen von aufgespaltenen Haarspitzen bis zu abgebrochenen Haaren.7
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Einführung in die Haarstruktur, die Geschichte der Haarfärbung, chemische Grundlagen der Coloration sowie die Definition der Aufgabenstellung.
2.ALLGEMEINER TEIL: Überblick über die verwendeten Produkte, Darstellung des Farbergebnisses sowie Vergleich der Haarstrukturen und pH-Wert-Messungen.
3. EXPERIMENTELLER TEIL: Durchführung verschiedener Versuche zu Wasserstoffperoxid-Konzentrationen, zur Aufgabe von Blondierpulver sowie zur chemischen Reaktion von H2O2 mit Kaliumiodid.
Schlüsselwörter
Haarfärbung, oxidative Haarfarbe, Haarschäden, Schuppenschicht, Wasserstoffperoxid, Einwirkzeit, Farbintensität, pH-Wert, Haarstruktur, Grauhaarabdeckung, Coloration, Mikroskopie, Keratin, Haarpflege, Blondierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob eine neue Generation oxidativer Haarfarben, die mit einer deutlich kürzeren Einwirkzeit beworben wird, eine schonendere Alternative zu konventionellen Produkten darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der chemische Aufbau des Haares, die chemischen Vorgänge bei einer oxidativen Haarfärbung, die Auswirkungen chemischer Mittel auf die Haarstruktur sowie die experimentelle Überprüfung von Farbergebnissen und Haarschäden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es festzustellen, ob die Werbeversprechen der Hersteller bezüglich einer schnelleren und gleichzeitig schonenderen Färbung der Realität entsprechen oder ob sie zur Verkaufsförderung dienen, während die Haarstruktur tatsächlich geschädigt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt experimentelle Methoden, darunter den direkten Farbvergleich von präparierten Haarsträhnen, pH-Wert-Messungen der verwendeten Produkte sowie mikroskopische Untersuchungen der Haaroberfläche zur Analyse von Strukturschäden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Haarstruktur und Färbechemie sowie einen experimentellen Teil, in dem verschiedene Haarfarben getestet und deren Auswirkungen durch Beobachtung, Fühlen und mikroskopische Aufnahmen bewertet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Haarfärbung, oxidative Haarfarbe, Haarschäden, Einwirkzeit, Schuppenschicht, Farbintensität und Haarstruktur.
Warum wurde Glycin in die untersuchte Haarfarbe integriert?
Glycin dient als Radikalfänger, um die Entstehung schädlicher Carbonat-Radikale während des Oxidationsprozesses zu verhindern und somit die Zugfestigkeit des Haares zu erhalten.
Welches Ergebnis liefern die mikroskopischen Untersuchungen?
Die Untersuchungen zeigen oft erschreckende Strukturschäden in der Schuppenschicht, selbst bei der kürzeren Einwirkzeit der modernen Produkte, was verdeutlicht, dass chemische Färbeprozesse grundsätzlich die Haaroberfläche beeinträchtigen.
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- Anonym (Author), 2012, Eine neue Generation der oxidativen Haarfärbung. Die zeitsparende, schonendere Art des Colorierens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/952195