Einführung in die Telearbeit


Hausarbeit, 2002

27 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Begriffsbestimmung

3. Historie der Telearbeit
3.1 Telearbeit Mitte der 70er Jahre
3.2 Telearbeit zu Beginn der 80er Jahre
3.3 Telearbeit zu Beginn der 90er Jahre
3.4 Telearbeit heute

4. Einige wichtige Voraussetzungen für Telearbeit
4.1 Die richtige Tätigkeit
4.2 Die richtige Technik
4.3 Der richtige Mitarbeiter

5. Erscheinungsformen der Telearbeit
5.1 Die außerbetriebliche Arbeitsstätte
5.2 Selbständige Telearbeit
5.3 Teleheimarbeit
5.4 Telecenter
5.5 On-Site-Telearbeit
5.6 Mobile Telearbeit

6. Arbeitszeitmodelle für die Telearbeit
6.1 Permanente Telearbeit
6.2 Alternierende Telearbeit
6.3 Sporadische Telearbeit
6.4 Arbeitszeit des Telearbeiters

7. Wichtige soziale Gesichtspunkte der Telearbeit
7.1 Im privaten Umfeld
7.2 Im betrieblichen Umfeld

8. Die Zukunft der Telearbeit

9. Resümee

Darstellungsverzeichnis

Darst. 1: Merkmale von Telearbeit

Darst. 2: Anforderungen an einen Telearbeiter

Darst. 3: Betriebsvereinbarungen zur Telearbeit

Darst. 4: Off-Line-/On-Line-Telearbeit

Darst. 5: Satellitenbüro

Darst. 6: Nachbarschaftsbüro

Darst. 7: Zeitmodelle der Telearbeit

Darst. 8: Beispiel für eine Aufteilung zwischen Präsenztagen und Telearbeit bei einer wöchentlichen Verteilung

Darst. 9: Jährlicher Anstieg von Telearbeitern 1994 – 99 in %

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Vorbemerkung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Telearbeit (in Deutsch­land). Sie soll einen Einblick in die Thematik bieten, gleichzeitig aber auch mögliche Spannungsfelder aufzeigen, die sich im Rahmen von Telearbeit ergeben können. Am Schluss soll dann noch ein Ausblick auf die Zukunft geworfen werden, d.h. darauf, wie sich die Telearbeit in Deutschland wahrscheinlich entwickeln wird, auch wenn dies nur eine Prognose sein kann.

Zum besseren Verständnis soll als erstes aber der Begriff Telearbeit näher erklärt und die historische Entwicklung der Telearbeit kurz aufgezeigt werden.

2. Begriffsbestimmung

Eine eindeutige Bestimmung des Begriffs Telearbeit ist schwierig, da es bisher keine allseits anerkannte Definition gibt.

Vielmehr existieren eine Vielzahl von Definitionen, denen i.d.R. allerdings zwei Merk­male gemeinsam sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine der verständlichsten und umfangreichsten Definitionen liefert der Leitfaden Tele­arbeit des BMA. Sie lautet folgendermaßen:

„Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder zeitweise an einem außerhalb der zentralen Betriebsstätte lie­genden Arbeitsplatz verrichtet wird. Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebs­stätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden.“[1]

Eine weitere ebenfalls sehr umfangreiche Definition findet sich bei Dostal:

„Telearbeit bezeichnet die wohnortnahe Arbeit unabhängig vom Firmenstandort an mindestens einem Arbeitstag pro Woche, wobei die (Zusammen)Arbeit über räumliche Entfernungen hinweg unter primärer Nutzung von Informations- und Kommunikations­technologien erfolgt und eine Telekommunikationsverbindung zum Arbeitgeber bzw. Auftraggeber zur Übertragung von Arbeitsergebnissen genutzt wird.“[2]

Welche Definition allerdings die richtigere ist, läßt sich nicht entscheiden und obliegt dem Geschmack des Betrachters.

3. Historie der Telearbeit

Eindeutiger als die Begriffsbestimmung gestaltet sich die historische Entwicklung der Telearbeit, die sich in drei Abschnitte gliedern läßt:

3.1 Telearbeit Mitte der 70er Jahre

Das erste Mal tauchte der Begriff Telearbeit Mitte der 70er Jahre in den USA in einer Untersuchung von Nilles auf. Die Idee war es damals, im Hintergrund der Ölkrise das Pendeln zum Arbeitsplatz zu substituieren, d.h. Arbeitsvorgaben und –ergebnisse mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnik physisch zu transportieren.[3]

3.2 Telearbeit zu Beginn der 80er Jahre

In Deutschland tauchte der Begriff Telearbeit Anfang der 80er Jahre auf. Zu dieser Zeit gab es eine Vielzahl von Untersuchungen und Veröffentlichungen, die sich mit der Thematik der Telearbeit beschäftigten, sowie erste Modellversuche.[4]

Beispielhaft hierzu seien nur das Buch „The Third Wave“ von Toffler genannt, in dem er revolutionäre Veränderungen und einen grundlegenden Wandel der Gesellschaft prognostiziert und andere Zukunftsszenarien [der Telearbeit, T.L.].[5] Ebenfalls zu erwäh­nen ist eine Studie des BMFT über die Auswahl, Eignung und Auswirkung von infor­mationstechnisch ausgestatteten Arbeitsplätzen.[6]

Allerdings blieb es weitestgehend bei Modellversuchen, Forschungsprojekten, Disserta­tionen und anderen Veröffentlichungen. Als Ursachen dafür werden u.a. die damals noch recht hohen Kosten genannt, die eine Ausstattung der Haushalte mit der entspre­chenden Informationstechnik mit sich gebracht hätte, sowie die z.T. zweifelhafte bzw. ungeprüfte Legalität mancher Modelle. Eine weitere Ursache dürfte auch in der Haltung der Gewerkschaften zu finden sein, die sich schon früh gegenüber dem Thema Telear­beit sperrten.[7]

3.3 Telearbeit zu Beginn der 90er Jahre

Nach den 80er Jahren folgte eine Phase relativer Stagnation, bevor es zu Beginn der 90er Jahre auch in Deutschland erneute Anläufe gab, Telearbeit in größerem Maße ein­zuführen.[8]

Als Vorreiter muß hier IBM genannt werden, die 1991 das Konzept der Telearbeit er­folgreich in Deutschland umsetzten. Dabei blieb es nicht bei einem Modellversuch, sondern es handelte sich um ein langfristig angelegtes Vorhaben, daß auf positiven Er­fahrungen aus den USA und dem europäischen Ausland beruhte.[9]

Danach folgten weitere Unternehmen, die Telearbeit in großem Stil eingeführt haben.[10]

3.4 Telearbeit heute

Heutzutage ist davon auszugehen, daß die technischen Voraussetzungen für die Telear­beit geklärt und umgesetzt, sowie die Arbeits- und Aufgabengebiete gefunden sind. Man ist aus der Versuchs- und Modellphase heraus und es dürfte eine immer stärkere Realisierung von Telearbeit zu erwarten sein.[11]

4. Einige wichtige Voraussetzungen für Telearbeit

Um Telearbeit realisieren zu können, bedarf es einiger Grundvoraussetzungen. Die wichtigsten sind dabei die Tätigkeit, die Technik und der Mitarbeiter, auf die im folgen­den kurz eingegangen wird.

4.1 Die richtige Tätigkeit

Nicht jede Tätigkeit eignet sich für Telearbeit. Da Telearbeit i.d.R. unter der Verwen­dung von I&K-Technik ausgeführt wird, läßt sich damit ein grober Rahmen für die Tä­tigkeit abstecken. So sollten die Aufgaben sich über Bildschirmarbeitsplätze erledigen lassen und die Ergebnisse sollten messbar, abrechenbar und/oder leicht bewertbar sein. Ferner sollte das entstehende Produkt immateriell sein und sich über Kommunikations­medien zum Arbeitgeber transportieren lassen.[12]

Weiter wird die Auswahl der geeigneten Tätigkeit vom Grad der spontanen, persönli­chen Kommunikation abhängig gemacht, wobei die Betonung auf spontan liegt, d.h. auf eine nicht planbare Kommunikation, was eine jederzeitige Erreichbarkeit des Mitarbei­ters erfordern würde, die sich allerdings bei Telearbeit nicht immer gewährleisten läßt.[13]

Außerdem spielt die erforderliche Anwesenheit des Mitarbeiters im Unternehmen eine Rolle, d.h. ob eine ständige Anwesenheit des Mitarbeiters im Unternehmen wirklich erforderlich ist, oder sich diese auf einige Tage in der Woche reduzieren läßt, sowie die Notwendigkeit, auf schriftliche Unterlagen zurückgreifen zu müssen, die sich im Unter­nehmen befinden, was letztlich eine Frage der Kosten ist, d.h. ob es sich lohnt, den Mit­arbeiter oder die Unterlagen hin und her zu transportieren.[14]

Hinzu kommt noch die Frage nach der Akzeptanz durch Vorgesetzte sowie die Notwen­digkeit von konzentriertem Arbeiten. Nicht jede Arbeit wird von Vorgesetzten akzep­tiert. Je näher sie sich am Kunden befindet, desto größer ist die Akzeptanz. Was die Notwendigkeit konzentrierten Arbeitens betrifft, so lassen sich größere Probleme häufig besser ungestört, d.h. z.B. in Form von Telearbeit erledigen, wie z.B. Übersetzungsauf­träge.[15]

Betrachtet man alle diese Kriterien für eine geeignete Telearbeitstätigkeit, so läßt sich nur folgender Schluss ziehen:

„Alle Aufgaben, die – auch nur hilfsweise – auf die Informationsebene übertragen wer­den können, lassen sich in Telearbeit realisieren. Damit sind bereits alle Bürotätigkeiten telemäßig abzuwickeln. Bei Mischaufgaben lassen sich wesentliche Teile – eben jene informationsbezogenen – in neuer Form über Telekommunikation abwickeln. Nur ... Aufgaben, die bisher ... als „Handarbeit am Produkt“ ... klassifiziert wurden, entziehen sich ... der Telearbeit.“[16]

4.2 Die richtige Technik

Ist eine geeignete Tätigkeit für Telearbeit gefunden, stellt sich die Frage nach der not­wendigen und auch richtigen Technik. Diese läßt sich in drei Komponenten unterteilen.

a) Hardwareausstattung
b) Softwareausstattung
c) Telekommunikationsausstattung[17]

zu a) Hardwareausstattung

Unter Hardwareausstattung versteht man Arbeitsplatzsysteme, die die Aufgabenbear­beitung des Telearbeiters unterstützen. Sie sollten dabei sowohl für die eigentliche Auf­gabe als auch für notwendige Kommunikationsdienste geeignet sein und mit der Unter­nehmenshardware zusammenarbeiten können.[18]

Bei der Auswahl der geeigneten Ausstattung ist darauf zu achten, daß gewisse Mindest­anforderungen wie z.B. die Größe des Arbeitsspeichers oder der Festplatte erfüllt wer­den, man sich aber auch ausreichend Reserven für evtl. steigende Anforderungen an­schafft. Ferner gilt es, bestimmte Normen z.B. bei der Wahl des Monitors zu beachten.[19]

zu b) Softwareausstattung

Bei der Softwareausstattung wird i.d.R. unterschieden zwischen

aa) Anwendungssoftware

bb) Kommunikationssoftware

cc) Systemsoftware

zu aa) Anwendungssoftware

„Die Auswahl der Anwendungssoftware wird weitgehend bestimmt durch die Aufgabe am Arbeitsplatz und den bestehenden Anwendungssystemen im Unter­nehmen. Die Anwendungssoftware wird daher ... bereits durch die am Büroar­beitsplatz genutzten Anwendungsprogramme vorgegeben.“[20]

zu bb) Kommunikationssoftware

Unter Kommunikationssoftware versteht man die Software, die den Informa­tionsaustausch zwischen den Rechnern der Telearbeitsplätze und den Unterneh­men sowie die Kommunikation mit außen über öffentliche Netze Unterstützt. Als Beispiel sei hier MS Outlook Express genannt.[21]

zu cc) Systemsoftware

Als Systemsoftware bezeichnet man das Betriebssystem. Dies ist notwendig, damit Anwendungs- und Kommunikationssoftware auf einem Rechner laufen. Ferner steuert das Betriebssystem sämtliche an den Rechner angeschlossenen Einheiten wie z.B. Monitor, Drucker, Scanner, etc.. Das Betriebssystem ist die wichtigste Software und man sollte sich umfassend über die richtige Wahl des Betriebssystems informieren. Meist wird allerdings das Betriebssystem durch das im Unternehmen verwendete System vorgegeben.[22]

Bei der richtigen Auswahl der Software, sowohl der Anwendungs- und der Kommuni­kationssoftware als auch der Systemsoftware ist darauf zu achten, „ ... dass sich die Software den Bedürfnissen des Menschen anpassen muss und nicht umgekehrt.“[23]

zu c) Telekommunikationsausstattung

Eine Telekommunikationsausstattung ist notwendig, um Informationen zwischen dem dezentralen Arbeitsplatz und dem Unternehmen austauschen zu können. Dabei wird unterschieden zwischen

aa) Sprachkommunikation

bb) Datenkommunikation / Textkommunikation[24]

[...]


[1] BMA, Telearbeit, 2001, S.10.

[2] Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S. 64.

[3] Vgl. Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S.61f; vgl. Godhardt, Rahmenbedingun­gen der Telearbeit, 1994, S. 21.

[4] Vgl. Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S.62; vgl. Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 22.

[5] Vgl. Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 23.

[6] Vgl. Fenski, Außerbetriebliche Arbeitsverhältnisse, 1999, S.85.

[7] Vgl. Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S.62f.

[8] Vgl. Rensmann, Wegweiser Telearbeit, 1998, S.25.

[9] Vgl. Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 39.

[10] Vgl. Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S.63.

[11] Vgl. Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S.64.

[12] Vgl. Rensmann, Wegweiser Telearbeit, 1998, S.33.

[13] Vgl. Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 120.

[14] Vgl. Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 120.

[15] Vgl. Rensmann, Wegweiser Telearbeit, 1998, S.34f.

[16] Vgl. Dostal, Telearbeit in der Informationsgesellschaft, 1999, S.84.

[17] Vgl. Fenski, Außerbetriebliche Arbeitsverhältnisse, 1999, S.90f.

[18] Vgl. Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 136; vgl. Fenski, Außerbetriebliche Arbeitsverhältnisse, 2000, S.90.

[19] Vgl. BMA, Telearbeit, 2001, S.85ff.

[20] Godhardt, Rahmenbedingungen der Telearbeit, 1994, S. 138; vgl. Fenski, Außerbetriebliche Arbeitsver­hältnisse, 2000, S.90f.

[21] Vgl. BMA, Telearbeit, 2001, S.82; vgl. Rensmann, Wegweiser Telearbeit, 1998, S.23.

[22] Vgl. BMA, Telearbeit, 2001, S.83.

[23] BMA, Telearbeit, 2001, S.83.

[24] Vgl. Fenski, Außerbetriebliche Arbeitsverhältnisse, 2000, S.91.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Telearbeit
Hochschule
Hochschule Bremen  (FB Wirtschaft)
Veranstaltung
Personalwirtschaft
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
27
Katalognummer
V9548
ISBN (eBook)
9783638162210
ISBN (Buch)
9783638683890
Dateigröße
600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Telearbeit, Personalwirtschaft
Arbeit zitieren
Thorben Lange (Autor), 2002, Einführung in die Telearbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9548

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