Die Arbeit wird sich mit der Frage auseinandersetzen, warum Russland die Krim 2014 für sich beansprucht hat. Dies soll anhand zweier Theorien aus den internationalen Beziehungen geschehen. Dafür werden die Theorien des Neorealismus und des Konstruktivismus herangezogen. Zu Beginn der Arbeit soll der Verlauf der Annexion genauer betrachtet werden, um den Sachverhalt besser analysieren zu können. Daraufhin werden die Theorien des Neorealismus und des Konstruktivismus genauer betrachtet und erläutert. Die Analyse versucht daraufhin mit den zuvor betrachteten Theorien das Verhalten Russlands zu erklären. Am Ende der Arbeit erfolgt ein abschließendes Fazit in welchem die wichtigsten Punkte der Analysen nochmal aufgefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Verlauf der Krim-Annexion
3. Theorien der internationalen Beziehungen
3.1 Neorealismus
3.2 Konstruktivismus
4. Analyse der Krim Annexion durch Russland
4.1 Neorealistische Ansätze
4.2 Konstruktivistische Ansätze
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Beweggründe Russlands für die Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014, indem sie das Ereignis aus der Perspektive zweier unterschiedlicher Theorien der internationalen Beziehungen analysiert und miteinander vergleicht.
- Die historische Entwicklung und der Ablauf der Krim-Krise
- Grundlagen und Kernannahmen des Neorealismus
- Grundlagen und Kernannahmen des Konstruktivismus
- Anwendung neorealistischer Erklärungsansätze auf das russische Handeln
- Anwendung konstruktivistischer Erklärungsansätze auf das russische Handeln
Auszug aus dem Buch
3.1 Neorealismus
Bei der folgenden Betrachtung des Neorealismus stehen die Annahmen von Kenneth N. Waltz im Vordergrund. Die wichtigsten Akteure im Neorealismus sind die Staaten. Sie werden als „einheitlich handelnde korporative Akteure verstanden“ (Schimmelpfennig 2015: 67). Welches politische System in einem Staat vorherrscht spielt für Neorealisten keine Rolle. Für sie ist jeder Staat im Kern gleich (vgl. Schörnig 2010: 71). In diesem Zusammenhang definiert der Neorealismus drei Kernannahmen, die für alle Staaten gelten: 1. Neorealisten gehen davon aus, dass das oberste zentrale Bedürfnis eines Staates das Überleben darstellt. Damit ist insbesondere der Erhalt der staatlichen und geographischen Integrität gemeint (vgl. Schörnig 2010: 72). 2. Bei der Umsetzung ihrer zentralen Präferenzen orientieren sich Staaten in ihren Entscheidungen an der Zweck-Mittel-Rationalität. Das heißt, dass sie versuchen ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Über den Willen anderer Staaten herrscht allerdings Unsicherheit weshalb aggressiven Handlungen der anderen Staaten gerechnet werden muss (vgl. ebd.: 72). 3. Jedem Staat stehen gewisse Machtmittel zur Verfügung. Dies können neben Waffensystemen und Soldaten auch ökonomische oder soziale Faktoren sein. Zu welchem Maß ein Staat über jene Machtmittel verfügt ist aber von Staat zu Staat unterschiedlich (vgl. ebd.: 72). Neorealisten bestreiten nicht, dass auch andere Akteure wie NGO`s oder internationale Organisationen eine gewisse Bedeutung in den internationalen Beziehungen haben. Allerdings sind es aus neorealistischer Perspektive vor allem die Staaten, welche einen maßgeblichen Einfluss auf die internationale Politik haben (vgl. ebd.: 72).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Ausgangslage der Ukraine-Krise ein und formuliert die Forschungsfrage zur Erklärung des russischen Verhaltens bei der Annexion der Krim anhand zweier Theorien.
2. Der Verlauf der Krim-Annexion: Dieses Kapitel zeichnet den zeitlichen Ablauf der Ereignisse von den Protesten 2013 bis zur faktischen Annexion der Krim durch Russland nach.
3. Theorien der internationalen Beziehungen: Es werden die theoretischen Grundlagen des Neorealismus und des Konstruktivismus dargelegt, wobei insbesondere auf Akteure, Strukturen und Prozesse eingegangen wird.
4. Analyse der Krim Annexion durch Russland: Die zuvor erläuterten Theorien werden auf die Annexion angewendet, um die Entscheidung Russlands aus machtpolitischer sowie identitätsstiftender Perspektive zu beleuchten.
5. Fazit: Das Fazit führt die Analyseergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass erst die Kombination beider theoretischer Ansätze ein umfassendes Verständnis des russischen Handelns ermöglicht.
Schlüsselwörter
Internationale Beziehungen, Krim-Annexion, Russland, Ukraine-Krise, Neorealismus, Konstruktivismus, Sicherheitspolitik, Machtverteilung, Identität, Normen, Geopolitik, Außenpolitik, Souveränität, Machtgleichgewicht, Interessenmaximierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 aus einer wissenschaftlichen Perspektive der Internationalen Beziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Neorealismus und des Konstruktivismus sowie deren praktische Anwendung auf die Ereignisse in der Ukraine.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das russische Handeln bei der Krim-Annexion durch die Anwendung von zwei ausgewählten politikwissenschaftlichen Theorien zu erklären und zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der eine literaturgestützte Theoriebildung auf einen konkreten historischen Fall (Krim-Krise) angewandt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorien, den historischen Ablauf der Krim-Krise und die anschließende Analyse der Beweggründe Russlands durch die Brille beider Theorien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die Anarchie im internationalen System, die Nutzenmaximierung der Staaten, die Rolle von Identitäten und Normen sowie die Sicherheitspolitik Russlands.
Wie bewertet der Neorealismus den Nutzen der Annexion für Russland?
Der Neorealismus betrachtet die Annexion als Versuch Russlands, seinen Nutzen durch den Gewinn an Energieressourcen und die Sicherung strategisch wichtiger Militärstützpunkte im Sinne der eigenen Sicherheit zu maximieren.
Wie erklärt der Konstruktivismus die Rolle der ethnischen Russen auf der Krim?
Aus konstruktivistischer Sicht spielt die Zugehörigkeit zur russischen Identitätsgemeinschaft eine zentrale Rolle; Russland sah sich verpflichtet, die Sicherheit seiner "Landsleute" vor einer vermeintlich feindlichen, pro-westlichen Regierung zu schützen.
- Arbeit zitieren
- Ferdi Schwed (Autor:in), 2020, Die Annexion der Krim durch Russland. Erklärungen mit Theorien der internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956424