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Das Methaphernverständnis bei Cicero. Sprachliche Bilder im Allgemeinen und im ersten Buch der "Tusculanen"

Title: Das Methaphernverständnis bei Cicero. Sprachliche Bilder im Allgemeinen und im ersten Buch der "Tusculanen"

Examination Thesis , 2010 , 107 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lisa Kadach (Author)

Latin philology - Literature
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Die Arbeit versucht in gewissem Sinne Pionierarbeit zu leisten, indem sie unter anderem zum Ziel, anhand ausgewählter ciceronischer Werke dessen Metaphernverständnis von den Anfängen in seinem Jugendwerk "De inventione" bis hin zu seiner letzten rhetorischen Schrift, den "Topica", näher zu beleuchten. In einem zweiten Schritt soll dann der Versuch unternommen werden, herauszufinden, inwiefern sich Ciceros metasprachliche Äußerungen zum Thema Metapher in praktischer Anwendung in einer anderen Schrift finden lassen. Diesem Zweck dient das erste Buch seiner "Tusculanae disputationes", in dessen Proömium Cicero bereits die bedeutende Rolle, die der Bildsprache im Allgemeinen dort zukommt, verdeutlicht. Des Weiteren verdeutlicht Cicero in diesem Zitat gleichzeitig seine Hauptintention, zum Beispiel die Darstellung der Philosophie in lateinischer Sprache und ihre Einführung in Rom.

Folglich besteht die Arbeit aus zwei aufeinander aufbauenden Hauptteilen: Der erste befasst sich mit Ciceros Metaphernverständnis allgemein, während im zweiten die praktische Umsetzung im ersten Buch der "Tusculanae disputationes" im Vordergrund steht. Für die Beschäftigung mit dem Theorieteil wurden rhetorische Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen Ciceros ausgewählt, wie "De inventione", "De oratore", der "Orator" und die "Topica". Somit kann auch untersucht werden, wie sich Ciceros Metaphernverständnis im Laufe seines literarischen Wirkens entwickelt hat. Den Abschluss des Hauptteiles bildet eine Zusammenfassung der in den "Tusculanen" erzielten Ergebnisse: Es wird erneut Bezug auf den ersten Teil der Arbeit genommen, um herauszufinden, inwiefern Ciceros Metaphernverständnis möglicherweise verifiziert werden muss und inwieweit Cicero seinen in den rhetorischen Werken metasprachlich aufgestellten Regeln in der Praxis folgt. Des Weiteren wird es einen kurzen Ausblick darauf geben, auf welche weitergehenden Forschungsfragen man mithilfe der Analyse von Ciceros Metaphern Antworten finden

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Allgemeine Einführung

II. Ciceros Metaphernverständnis

1. Metaphern in Antike und Moderne – einige Vorbemerkungen

2. Das Metaphernverständnis in De inventione

2.1 Einführung in Werk und Textstellen

2.2 Analyse der wichtigsten Textpassagen

3. Das Metaphernverständnis in De oratore

3.1 Einführung in Werk und Textstellen

3.2 Analyse der wichtigsten Textpassagen

3.2.1 Metaphernarten (3, 155 – 156)

3.2.2 Wirkung und Zweck von Metaphern (3, 157 – 158)

3.2.3 Gründe für die Beliebtheit von Schmuckmetaphern (3, 159 – 161)

3.2.4 Zu vermeidende Dinge ( 3, 162 – 165)

3.2.5 Die Metaphern-Definition in de orat. 3, 157

4. Das Metaphernverständnis im Orator

4.1 Einführung in Werk und Textstellen

4.2 Analyse der wichtigsten Textpassagen

5. Das Metaphernverständnis in den Topica

5.1 Einführung in Werk und Textstelle

5.2 Analyse der wichtigsten Textpassage

III. Zwischenfazit und Ausblick

IV. Sprachliche Bilder im ersten Buch der Tusculanen

1. Ciceros Philosophie und die Rolle der Tusculanen – eine Einführung

2. Erster Teil: Thematische Gliederung

2.1 Hauptteil A (Cic. Tusc. 1, 26 – 81)

2.1.1 Wahrnehmungstheoretische Bilder (Cic. Tusc. 1, 46; 67; 73)

2.1.2 Das Verhältnis zwischen Körper und Seele

a) Der Körper als Haus (Cic. Tusc. 1, 51; 58)

b) Der Körper als Gefäß (Cic. Tusc. 1, 52)

c) Der Körper als Gefängnis (Cic. Tusc. 1, 74; 75)

2.1.3 Die Bildsprache der memoria (Cic. Tusc. 1, 61) – eine Skizze ihrer Rezeptionsgeschichte

2.1.4 Tamquam in rate vs. tamquam ratis – ein textkritisches Problem in Cic. Tusc. 1, 73

2.2 Hauptteil B (Cic. Tusc. 1, 82 – 111)

2.2.1 Geldmetaphorik (Cic. Tusc. 1, 93; 100)

2.2.2 Hafenmetaphorik (Cic. Tusc. 1, 107)

2.3 Die Metaphernparade am Schluss des ersten Buches

3. Zweiter Teil: Gliederung nach Aufbau

3.1 Bilder ohne Vergleichspartikel

3.2 Bilder mit Vergleichspartikel

3.2.1 Die Vergleichspartikel tamquam

3.2.2 Die Vergleichspartikel quasi

3.3 Komparativsätze/Sonstiges

V. Gesamtzusammenfassung

VI. Ausblick: Die Quellenfrage des ersten Buches der Tusculanae disputationes

1. Die Quellenfrage der wahrnehmungstheoretischen Bilder

2. Die Quellenfrage der Bilder zum Verhältnis von Körper und Seele

3. Die Quellenfrage der Wachstafelmetapher

4. Die Quellenfrage der Geld- und Hafenmetaphorik

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Metaphernverständnis Ciceros in seinen rhetorischen Schriften und analysiert dessen praktische Anwendung im ersten Buch der Tusculanae disputationes, um die Entwicklung seiner rhetorischen Theorie und deren Einfluss auf die philosophische Praxis zu beleuchten.

  • Analyse von Ciceros Metapherntheorie anhand rhetorischer Werke
  • Untersuchung der praktischen Umsetzung bildlicher Sprache im ersten Buch der Tusculanae disputationes
  • Erarbeitung der bildlichen Charakteristika in verschiedenen Schaffensphasen Ciceros
  • Untersuchung der Quellenproblematik und philosophischen Einflüsse auf Ciceros Bildsprache
  • Systematisierung der Metaphern nach Themenfeldern und Aufbau

Auszug aus dem Buch

Metaphernarten (3, 155 – 156)

(155) tertius ille modus transferendi verbi late patet, quem necessitas genuit inopia coacta et angustiis, post autem delectatio iucunditasque celebravit. nam, ut vestis frigoris depellendi causa reperta primo, post adhiberi coepta est ad ornatum etiam corporis et dignitatem, sic verbi translatio instituta est inopiae causa, frequentata delectationis. nam „gemmare vitis, luxuriem esse in herbis, laetas segetes” etiam rustici dicunt. quod enim declarari vix verbo proprio potest, id translato cum est dictum, inlustrat id, quod intellegi volumus eius rei, quam alieno verbo posuimus, similitudo. (156) ergo hae translationes quasi mutuationes sunt, cum quod non habeas aliunde sumas; illae paulo audaciores, quae non inopiam vindicant, sed orationi splendoris aliquid arces sunt; quarum ego quid vobis aut inveniendi rationem aut genera ponam?

Zusammenfassung der Kapitel

I. Allgemeine Einführung: Zusammenfassung der Ausgangslage der Forschung und Vorstellung des Studienziels, Ciceros Metaphernverständnis von seinen Anfängen bis zu seinen späten rhetorischen Schriften zu beleuchten.

II. Ciceros Metaphernverständnis: Detaillierte theoretische Untersuchung der rhetorischen Werke De inventione, De oratore, Orator und Topica bezüglich Ciceros Definition und Gebrauch der Metapher.

III. Zwischenfazit und Ausblick: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die Metaphernkonstanten und Vorbereitung der praktischen Anwendung auf die Tusculanae disputationes.

IV. Sprachliche Bilder im ersten Buch der Tusculanen: Anwendungsteil, in dem die Bildsprache der Tusculanae disputationes nach Themenfeldern und formalem Aufbau detailliert analysiert wird.

V. Gesamtzusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Metapherntheorie Ciceros und deren Verifizierung durch die praktische Anwendung im vorangegangenen Kapitel.

VI. Ausblick: Die Quellenfrage des ersten Buches der Tusculanae disputationes: Untersuchung der möglichen philosophischen Vorbilder Ciceros anhand seiner verwendeten Metaphorik.

Schlüsselwörter

Cicero, Metapher, Metaphernverständnis, De oratore, Tusculanae disputationes, similitudo, Rhetorik, Philosophie, Bildsprache, Redeschmuck, Sprachmodelle, antike Rhetorik, Quellenfrage, elocutio, Analogie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Ciceros theoretisches Verständnis der Metapher sowie deren praktische Verwendung in seinem Werk Tusculanae disputationes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind antike Rhetorik, Metapherntheorie, das Verhältnis von Philosophie und Rhetorik bei Cicero sowie die Analyse bildlicher Sprache als Ausdrucksmittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Ciceros Metaphernverständnis anhand seiner rhetorischen Werke zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit er seine metasprachlich aufgestellten Regeln in der Praxis seiner philosophischen Schriften anwendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin analysiert Ciceros Werke in ihrer chronologischen Reihenfolge, um Entwicklungen aufzuzeigen, und untersucht die Anwendung dieser Theorie im ersten Buch der Tusculanae disputationes mittels diachronischer Analyse und thematischer sowie formaler Gliederung der Bildsprache.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Aufarbeitung von Ciceros Schriften De inventione, De oratore, Orator und Topica als auch die detaillierte Analyse der Metaphern und Sprachbilder im ersten Buch der Tusculanae disputationes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Cicero, Metapher, Rhetorik, similitudo, Bildsprache und Redeschmuck.

Wie bewertet Cicero die "Notwendigkeit" versus den "Schmuck" einer Metapher?

Cicero unterscheidet zwischen notwendigen Metaphern, die eine lexikalische Lücke füllen, und schmückenden Metaphern, die dem Reiz und der Anschaulichkeit dienen, wobei er eine Entwicklung vom notwendigen zum schmückenden Gebrauch feststellt.

Warum ist das erste Buch der Tusculanen für diese Analyse so bedeutend?

Das erste Buch der Tusculanae disputationes enthält eine besonders hohe Dichte an Metaphern, deren korrekte Auffassung für das Verständnis der philosophischen Argumentation zur Unsterblichkeit der Seele essenziell ist.

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Details

Title
Das Methaphernverständnis bei Cicero. Sprachliche Bilder im Allgemeinen und im ersten Buch der "Tusculanen"
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Lisa Kadach (Author)
Publication Year
2010
Pages
107
Catalog Number
V956506
ISBN (eBook)
9783346297587
ISBN (Book)
9783346297594
Language
German
Tags
methaphernverständnis cicero sprachliche bilder allgemeinen buch tusculanen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Kadach (Author), 2010, Das Methaphernverständnis bei Cicero. Sprachliche Bilder im Allgemeinen und im ersten Buch der "Tusculanen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956506
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