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Genderbewusstsein in der Schulsozialarbeit am Beispiel der Trans*Identität

Titel: Genderbewusstsein in der Schulsozialarbeit am Beispiel der Trans*Identität

Bachelorarbeit , 2019 , 60 Seiten , Note: 1,9

Autor:in: Annika Franke (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Bereich der Schulsozialarbeit ist Gender und Vielfalt ein unausweichlicher Gegenstand. Darin beinhaltet ist der adäquate Umgang mit trans*identen Schüler*Innen und die zu überwindenden Herausforderungen. Deshalb bezieht sich die Forschungsfrage dieser Bachelorarbeit darauf, welche Funktion die Soziale Arbeit im Sinne einer gendersensiblen und bewusstseinsbildenden Profession im Arbeitsfeld der Schule übernehmen kann.

Welche Anforderungen werden an die präventive Methodik mit trans*identen Kindern und Jugendlichen gestellt? Die Autorin hat dieses Thema gewählt, da ihrer Meinung nach geschlechter- und vielfaltsbewusste Schulsozialarbeit ein unumgängliches und wichtiges Thema darstellt. Die Bildung einer persönlichen Identität und die damit verbundene Selbstfindungsphase sind relevante Abschnitte des Kinder- und Jugendalters und verlaufen somit parallel zum schulischen Alltag. Eine genderbewusste Schulsozialarbeit steht vor der Aufgabe, sich den Bedürfnissen nicht heteronormativer Schüler*Innen anzunehmen.

Strukturell ist der folgende Text aufgeteilt, sodass im ersten Teil theoretische Grundlagen geschaffen werden. Dies beinhaltet Definitionen und wissenschaftliche Theorien. Anschließend findet eine praktische Verifizierung mit Statistiken, Studien sowie einem Interview zum Schwerpunkt der Aufklärung an Schulen statt. Der letzte Abschnitt des Hauptteils beinhaltet die Möglichkeiten der methodischen Umsetzung von Genderkompetenzen und zugleich die Bedeutung von Gender in der Schulsozialarbeit. Die Erkenntnisse der einzelnen Teilabschnitte werden im Schlussteil zusammengebracht, und zurückführend wird die Perspektive für eine genderbewusste Schulsozialarbeit verdeutlicht. Die Situation trans*identer Klient*Innen soll erläuternd betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

I.Teil: Theoretische Grundlagen:

1 Trans*Identität

1.1 Definition

1.2 Der Ablauf der Transition

1.2.1 Medizinische Aspekte zum Erwerb der gefühlten Identität

1.2.2 Trans*Identität im rechtlichen Kontext

2 Die strukturelle Heteronormierung

3 Gendertheorie nach Judith Butler

3.1 Konstruktivistischer Ansatz

3.2 Dekonstruktivistischer Ansatz

4 Gender Mainstreaming

5 Überleitung

II. Teil: Praktische Verifizierung

1 Statistiken zur sozialen Situation von homosexuellen, bisexuellen, trans*identen und intergeschlechtlichen Jugendlichen in Deutschland

2 Interview mit Nadine Bochert-Apfelbacher – Leiterin des Projekts „Schule unterm Regenbogen“

3 Auswertung der Statistiken und des Interviews

III. Teil: Konsequenzen für die (Schul-) Sozialarbeit

1 Die Bedeutung genderbewusster Sozialer Arbeit im Arbeitsfeld der Schule

2 Genderkompetenzen in der Praxis der Schulsozialarbeit

3 Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung an Schulen

4 Die Besonderheit der Trans*Kinder

5 Die Relevanz der Elternarbeit

6 Die Begleitung trans*identer Schüler*Innen unter Einbeziehung der Netzwerkarbeit

Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion der Sozialen Arbeit im Kontext einer gendersensiblen und bewusstseinsbildenden Begleitung im schulischen Umfeld. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung von Anforderungen an eine präventive Methodik für trans*idente Kinder und Jugendliche, um Diskriminierung abzubauen und eine geschlechterbewusste Schulgestaltung zu fördern.

  • Grundlagen der Trans*Identität und die strukturelle Heteronormierung.
  • Gendertheoretische Ansätze nach Judith Butler in der Anwendung.
  • Empirische Einblicke durch Statistiken und Experteninterviews zur Schulsituation.
  • Methodische Konsequenzen für die Schulsozialarbeit und Elternarbeit.
  • Strategien zur Vernetzung und Antidiskriminierungsarbeit in der Schule.

Auszug aus dem Buch

1.1 Definition

Wenn von Trans*Identität gesprochen wird, kommt es vermehrt zu Verwirrung bezüglich der unterschiedlichen Begrifflichkeiten. Die Bezeichnungen im Rahmen von Gender und Queer sind weitgefasst, deshalb ist eine klare Abgrenzung untereinander notwendig. Die Trans*Identität beschreibt den Zustand, in dem das biologische Geschlecht mit der eigenen Identität nicht übereinstimmt und eine Anpassung stattfindet.

Die internationale Klassifikation psychischer Störungen und verwandter Gesundheitsprobleme, abgekürzt ICD-10, definiert diesen Zustand als Störung der Geschlechtsidentität mit folgendem Wortlaut unter dem Code F64.0: „Es besteht der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.“ (WHO 2015: S.294).

Trans*Identität wird nach dem ICD-10 den psychischen Krankheiten zugeordnet. Allerdings ist Trans*Identität nicht als psychische Krankheit wahrzunehmen, da vielmehr die seelischen Belastungen als Krankheitsbild zu betrachten sind. Diese entstehen zum Beispiel aufgrund von Diskriminierungen, zugleich aber auch durch Selbsthass und Selbstzweifel. Es folgen oftmals psychische Erkrankungen wie Depressionen. Die Bestimmung nach dem ICD 10 als Persönlichkeits- und Verhaltensstörung hat zu der gesellschaftlichen Stigmatisierung von trans*identen Menschen als Anomalie erheblich beigetragen. In der Neufassung, dem ICD-11, wird diese irrtümliche Einordnung aufgehoben. Stattdessen wird Trans*Identität in die Kategorie der „Geschlechts-Inkongruenz” eingegliedert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Trans*Identität: Definition und Abgrenzung von Begriffen sowie Erläuterung der Transition und rechtlicher Rahmenbedingungen.

2 Die strukturelle Heteronormierung: Analyse gesellschaftlicher Normen, die Trans*Identität als Abweichung kennzeichnen.

3 Gendertheorie nach Judith Butler: Darstellung konstruktivistischer und dekonstruktivistischer Ansätze zur Identitätsbildung.

4 Gender Mainstreaming: Untersuchung der strukturellen Integration von Gendergerechtigkeit in gesellschaftliche Prozesse.

5 Überleitung: Zusammenführung theoretischer Aspekte als Basis für die praktische Verifizierung.

1 Statistiken zur sozialen Situation von homosexuellen, bisexuellen, trans*identen und intergeschlechtlichen Jugendlichen in Deutschland: Aufarbeitung aktueller Daten zur Lebensrealität und Diskriminierungserfahrungen.

2 Interview mit Nadine Bochert-Apfelbacher – Leiterin des Projekts „Schule unterm Regenbogen“: Einblicke in ein konkretes Aufklärungsprojekt an Schulen.

3 Auswertung der Statistiken und des Interviews: Synopse der empirischen Ergebnisse und Ableitung für die Praxis.

1 Die Bedeutung genderbewusster Sozialer Arbeit im Arbeitsfeld der Schule: Darstellung der Notwendigkeit einer reflexiven, geschlechtersensiblen professionellen Haltung.

2 Genderkompetenzen in der Praxis der Schulsozialarbeit: Definition zentraler Fähigkeiten und deren Anwendung im Schulalltag.

3 Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung an Schulen: Strategien zur Informationsvermittlung an Lehrkräfte, Eltern und Schülerschaft.

4 Die Besonderheit der Trans*Kinder: Fallbeispielbasierte Analyse zur Unterstützung von Trans*Kindern im pädagogischen Raum.

5 Die Relevanz der Elternarbeit: Fokus auf die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung und deren Förderung durch Fachkräfte.

6 Die Begleitung trans*identer Schüler*Innen unter Einbeziehung der Netzwerkarbeit: Bedeutung multiprofessioneller Zusammenarbeit zur Absicherung gelingender Transitionsbegleitung.

Schlüsselwörter

Trans*Identität, Schulsozialarbeit, Gender Mainstreaming, Heteronormativität, Transition, Judith Butler, Gendersensibilität, Aufklärungsarbeit, Diskriminierung, Identitätsbildung, Netzwerkarbeit, Queer, Genderkompetenz, Elternarbeit, Schule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie eine genderbewusste Schulsozialarbeit die Lebensbedingungen trans*identer Kinder und Jugendlicher verbessern kann, indem sie aktiv gegen Diskriminierung vorgeht und ein inklusives Umfeld schafft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung von Geschlecht, die Analyse der rechtlichen und sozialen Situation von Trans*Personen sowie die praktische Umsetzung gendergerechter Ansätze im schulischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Ermittlung der Funktionen, die die Schulsozialarbeit übernehmen kann, um ein gendergerechtes Schulklima zu fördern und präventiv gegen Trans*Feindlichkeit vorzugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praktischen Verifizierung, bestehend aus der Auswertung vorhandener Statistiken und einem qualitativen Interview mit einer Fachexpertin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (u.a. Gendertheorien nach Butler), eine praktische Verifizierung durch Studien und ein Experteninterview sowie die Ableitung von Handlungsmaximen für die (Schul-)Sozialarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Trans*Identität, Schulsozialarbeit, Gender Mainstreaming, Heteronormativität und Diskriminierungsschutz sind zentrale Begriffe, die den Fokus der Arbeit präzise zusammenfassen.

Warum ist das Projekt „Schule unterm Regenbogen“ relevant?

Das Projekt dient als Praxisbeispiel dafür, wie durch Aufklärungsarbeit und „Peer-to-Peer“-Ansätze Vorurteile abgebaut und Kompetenzen bei Lehrkräften sowie Schülern gestärkt werden können.

Welche Rolle spielt die Elternarbeit bei der Begleitung von Trans*Kindern?

Die Eltern-Kind-Bindung ist eine tragende Komponente; die Arbeit verdeutlicht, dass Schulsozialarbeiter die Aufgabe haben, Eltern in den Transitions-Prozess einzubinden und Zweifel abzubauen, um das Kind positiv zu bestärken.

Wie gehen Schulsozialarbeiter mit dem Thema Coming Out in der Schule um?

Sie agieren als Begleiter, die Sicherheit geben, bei der Identitätsfindung unterstützen und den Kontakt zu anderen Institutionen vermitteln, um den Prozess für das Kind so belastungsarm wie möglich zu gestalten.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Genderbewusstsein in der Schulsozialarbeit am Beispiel der Trans*Identität
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
1,9
Autor
Annika Franke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
60
Katalognummer
V956961
ISBN (eBook)
9783346305930
ISBN (Buch)
9783346305947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heteronormativität Transidentität Schulsozialarbeit Gender Diversity Gendermainstreaming
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Franke (Autor:in), 2019, Genderbewusstsein in der Schulsozialarbeit am Beispiel der Trans*Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956961
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  60  Seiten
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