Der Begriff Qualität wird von vielen Autoren in unterschiedlicher Weise definiert und enthält eine Fülle von Einflußfaktoren, die ihn in einen sehr komplexen Kontext stellen. Qualität galt und gilt als eine Eigenschaft zur Erfüllung von Produktions- und Abliefererfordernissen. Die Konzentration auf produktionswirtschaftliche Anforderungsprofile, die definiert werden als von den Ingenieuren und Technikern machbare oder realisierbare Produkteigenschaften, waren und sind noch oftmals Maßstab für Qualität. Die Einhaltung von Spezifikationen und Standards sind naturgemäß auf statistische Kennzahlen wie Fehlerhäufigkeit, Ausschuß, Schwankungen innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen, die sowohl vom Unternehmen selbst als auch durch gesetzliche Normen definiert werden, beschränkt. Ziel ist die 100%ige Einhaltung der Standards als Maßstab für Qualität.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Qualität in Unternehmungen und geht kurz an Beispiel von Fallstudien auch auf die Normung und Zertifizierung ein.
Inhaltsverzeichnis
I. Einordnung des Qualitätsbegriffs in die Betriebswirtschaftslehre
1) Qualität als Faktor des Wettbewerbs
2) Qualitätsmanagementsystem / Normung / Recht
3) Gegenüberstellung von traditioneller und moderner Qualitätspolitik
II. Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen (QM-Systeme)
4) QM-Systeme
• Elemente eines QM-Systems
• Voraussetzungen
5) Erfolgreiche QM-Systeme in der Praxis
a) Xerox
b) Cadillac Motor Car Company
6) Probleme der Implementierung
c) Fallstudie aus der Maschinenbauindustrie
d) Kritik am Total Quality Management (TQM)
III. Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Qualität als zentralen betriebswirtschaftlichen Faktor und analysiert die empirischen Erfahrungen bei der Einführung von Qualitätsmanagementansätzen in Unternehmen, um deren strategischen Wert und die damit verbundenen Herausforderungen kritisch zu bewerten.
- Einordnung des Qualitätsbegriffs in die moderne Betriebswirtschaftslehre
- Struktur und Voraussetzungen von Qualitätsmanagementsystemen (QM-Systemen)
- Praxisbeispiele zur erfolgreichen Implementierung von Total Quality Management (TQM)
- Analyse von Implementierungsproblemen und Kritik am Qualitätsmanagement
- Kritische Würdigung der Erfolgsmessung und des Ressourcenbedarfs
Auszug aus dem Buch
Erfolgreiche QM-Systeme in der Praxis
Das Unternehmen Xerox ist ein geeignetes Beispiel für eine erfolgreiche Durchsetzung des ganzheitlich orientierten Qualitätsmanagementansatzes TQM. Das Unternehmen mit Sitz in Stamford, Connecticut beschäftigt mehr als 50.000 Mitarbeiter in 83 Niederlassungen in den USA. Die Produkte sind Kopierer und Drucker aller Art, wobei dieses Unternehmen als erstes im Jahre 1959 die Technologie des Kopierens vermarktet hat. Bis Mitte der siebziger Jahre hielt Xerox über 50 % des Marktanteils an Kopiergeräten weltweit aufgrund der patentrechtlich geschützten Technologie.
Die amerikanische Kartellbehörde zwang Xerox in den folgenden Jahren 1700 Patente freizugeben mit der Folge, daß diese Technologie der Papiervervielfältigung insbesondere durch japanische Konkurrenten imitiert und teilweise verbessert wurde. Xerox verlor seine marktbeherrschende Stellung und hatte zudem in vielen Unternehmensfunktionen folgende Probleme erkannt: Die Zahl der Zulieferer und der Beschäftigten war zu hoch, die Durchlaufzeiten in der Fertigung sowie die Zahl von Reklamationen und Ausschuß ließen auf grundsätzliche Probleme in der Produktion und anderen Bereichen schließen.
Das Management von Xerox beschloß den Ansatz des Total Quality Managements und formulierte folgende Qualitätspolitik: Xerox ist ein Qualitätsunternehmen. Qualität ist ein wirtschaftlicher Faktor. Qualität beinhaltet, den Kundenanforderungen unserer internen und externen Kunden entsprechende innovative Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Kontinuierliche Qualitätsverbesserung ist Aufgabe eines jeden Mitarbeiters im Unternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einordnung des Qualitätsbegriffs in die Betriebswirtschaftslehre: Dieses Kapitel definiert den Begriff Qualität als wettbewerbsrelevanten Faktor und stellt den rechtlichen sowie normativen Rahmen vor, der zwischen traditioneller Qualitätskontrolle und moderner Qualitätspolitik unterscheidet.
II. Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen (QM-Systeme): Hier werden die wesentlichen Elemente und Voraussetzungen für QM-Systeme erörtert und anhand von Praxisbeispielen (Xerox, Cadillac) sowie einer Fallstudie aus der Maschinenbauindustrie veranschaulicht und kritisch hinterfragt.
III. Kritische Würdigung: Der abschließende Teil reflektiert die Notwendigkeit von QM-Systemen und analysiert die Herausforderungen bei deren Erfolgsmessung sowie die strategische Bedeutung des Qualitätsmanagements für den langfristigen Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Qualitätsmanagementsystem, TQM, Wettbewerbsfaktor, Kundenzufriedenheit, Prozessqualität, DIN ISO 9000, Fehlermanagement, Qualitätskosten, Zertifizierung, Unternehmenskultur, Benchmarking, Produkthaftung, Strategische Unternehmensentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rolle von Qualität als einen zentralen betriebswirtschaftlichen Erfolgsfaktor und beleuchtet die empirischen Erfahrungen bei der Umsetzung von Qualitätsmanagementsystemen (QM-Systemen) in der Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Einordnung des Qualitätsbegriffs, den Aufbau und die Voraussetzungen von QM-Systemen, den Vergleich zwischen traditioneller Qualitätspolitik und Total Quality Management (TQM) sowie die Problematiken bei der Implementierung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, den Nutzen und die Herausforderungen von Qualitätsmanagementansätzen aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese strategisch in Unternehmen erfolgreich verankert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Fallstudien (z. B. Xerox, Cadillac) und empirischen Ergebnissen zur Implementierung von QM-Systemen in Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der QM-Elemente, die Analyse von Praxisfällen sowie die Untersuchung von Implementierungsproblemen, etwa im Bereich Dokumentenmanagement und der TQM-Kritik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Qualitätsmanagement, TQM, Kundenzufriedenheit, Prozessqualität, Qualitätskosten, DIN ISO 9000 und strategische Unternehmensentwicklung.
Welche Rolle spielt die Produkthaftung im Kontext des Qualitätsmanagements?
Der Autor erläutert, dass rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere die Produkthaftung gemäß § 823 BGB, ein Qualitätsmanagement erforderlich machen, um Haftungsrisiken durch den Prozess der Qualitätssicherung effizient zu minimieren.
Warum ist die Messung von Qualitätskosten so problematisch?
Das Hauptproblem liegt laut Autor darin, dass Qualitätskosten bisher primär im Fertigungsbereich verortet werden, während für umfassende QM-Systeme eine bereichsübergreifende Ermittlung erforderlich wäre, die in bestehenden Kostenrechnungssystemen oft nicht vorgesehen ist.
- Arbeit zitieren
- Florian Schoetzke (Autor:in), 2000, Qualität als betriebswirtschaftlicher Faktor - Empirische Erfahrung mit der Umsetzung von Qualitätsmanagementansätzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9579