Eine wissenschaftliche Bearbeitung der historischen Jesusforschung wäre sehr weitreichend und facettenreich, weshalb sich diese Seminararbeit hauptsächlich auf die politische Großwetterlage zur Zeit Jesu bezieht. Um eine dezidiert evangelische Betrachtungsweise der Arbeit zu gewährleisten wird eine Übersetzung und Analyse des dreifachen Synchronismus im Lukasevangelium herangezogen. In jenen Abschnitten erfolgt eine knapp abgefasste Aufzählung politischer Würdenträger, welche zeitgleich zur Jesusbewegung agierten. Des Weiteren wird eine geographische, historische und politische Strukturierung der Welt beschrieben. Der Synchronismus hat dabei zum Ziel, unterschiedliche geschichtswirksame Fraktionen in Beziehung zu setzen und Berührungspunkte zwischen den Parteien zu knüpfen. Eine genaue exegetische Analyse des Synchronismus würde über den Rahmen der Arbeit hinausgehen. Daher lautet die Fragestellung: "Welche Bedeutung hat der Synchronismus für die Jesusgeschichte und das frühe Christentum?"
Um dies zu beantworten, müssen vorab einzelne Teilschritte abgearbeitet werden. Zunächst setzt sich die Hausarbeit zur Aufgabe den Synchronismus zu analysieren und historisch zu filtern. Im weiteren Verlauf wird die gefilterte Historizität mittels nichtbiblischer Quellen überprüft und gegebenenfalls ergänzt. Abschließend wird die Relevanz einer Nennung der politischen Großwetterlage im Lukasevangelium hinterfragt. Die Problematik besteht synchron darin, das Konstrukt der politischen Landschaft zur Zeit Jesu zu entflechten, um eine Bearbeitung der Thematik zu ermöglichen. Während der Beantwortung der genannten Fragestellung stützt sich die Arbeit auf den Forschungsstand zahlreicher Monografien und Sammelbände. Zudem findet das WiBiLex Anwendung. Es ist jedoch das fortgeschrittene Alter einiger literarischer Werke zu beachten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS LUKASEVANGELIUM- EIN ÜBERBLICK
2.1 Die Autorenfrage
2.2 Lukas als christlicher Historiker
2.3 Zusammenfassung Lukasevangelium
3. DER SYNCHRONISMUS
Lukas 1,5
3.2 Lukas 2,1.2
Lukas 3, 1.2
4. QUELLENANALYSE
5. AUßERCHRISTLICHE QUELLEN
6. REKONSTRUKTION DER POLITISCHEN GROßWETTERLAGE
Lukas 1,5
Lukas 2,1.2
Lukas 3,1.2
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des dreifachen Synchronismus im Lukasevangelium für die Einordnung der Jesusgeschichte in den zeitgeschichtlichen Kontext. Das primäre Ziel besteht darin, die im Evangelium erwähnten politischen Akteure und Herrschaftsverhältnisse zu analysieren und mittels außerchristlicher Quellen historisch zu verifizieren, um die Absicht des Evangelisten als Geschichtsschreiber zu beleuchten.
- Historische Analyse des Synchronismus im Lukasevangelium
- Rekonstruktion der politischen Großwetterlage zur Zeit Jesu
- Vergleich biblischer Angaben mit außerchristlichen antiken Quellen
- Untersuchung des Lukasevangeliums als Geschichtswerk
- Rolle der römischen Fremdherrschaft und jüdischer Klientelkönige
Auszug aus dem Buch
Lukas 1,5
In diesem Abschnitt liegt das Hauptaugenmerk auf der Nennung des Königs Herodes von Judäa (73-4 n.Chr.). Diese Randfigur des Neuen Testamentes bleibt dem Abendland als brutaler Kindermörder von Bethlehem in lebhafter Erinnerung. Die Bibel spielt ihm die Rolle der personifizierten Bosheit zu. Er wird hauptsächlich als Regent charakterisiert, welcher das Leben unzähliger Säuglinge zu beenden bereit war, aus Furcht vor einem messianischen Kleinkind. Christlicher Beleg dafür ist das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums. Doch ist diese Passage des Evangeliums nur ein geringer Bestandteil dessen, was die antike Quellenlage über das Leben des Königs bereithält. Ein Regent mit der Namensdefinition „der Heldenhafte“ und einem Reich vergleichbar der Größenordnung Davids und Salomos, ist über seine Gewaltsamkeit hinaus charakterisierbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die historische Jesusforschung und Definition der Fragestellung bezüglich der politischen Rahmenbedingungen bei Lukas.
2. DAS LUKASEVANGELIUM- EIN ÜBERBLICK: Diskussion der Autorenschaft sowie Analyse des Evangeliums als Geschichtswerk und dessen Quellen.
3. DER SYNCHRONISMUS: Strukturierte Übersetzung und Darstellung der relevanten Bibelstellen (Lk 1,5; 2,1.2; 3,1.2) mit Fokus auf zeitgenössische politische Würdenträger.
4. QUELLENANALYSE: Exegetische Untersuchung der Abschnitte im Lukasevangelium im Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen Religion, Recht und Gerechtigkeit.
5. AUßERCHRISTLICHE QUELLEN: Überblick über nichtchristliche antike Quellen, insbesondere Flavius Josephus, zur Überprüfung historischer Begebenheiten.
6. REKONSTRUKTION DER POLITISCHEN GROßWETTERLAGE: Synthese der biblischen Angaben mit Sekundärliteratur zur historischen Einordnung von Herodes, Augustus und der Tetrarchie.
7. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung des Synchronismus für die Jesusgeschichte und die Adressaten des Evangeliums.
Schlüsselwörter
Lukasevangelium, Historische Jesusforschung, Synchronismus, Politische Großwetterlage, Herodes der Große, Flavius Josephus, Römische Fremdherrschaft, Zeitgeschichte, Quellenanalyse, Kaiser Augustus, Tetrarchie, Palästina zur Zeit Jesu, Christentumsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den politischen und zeitgeschichtlichen Kontext Jesu, wie er im sogenannten Synchronismus des Lukasevangeliums beschrieben wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Hausarbeit?
Zentral sind die Untersuchung des Lukasevangeliums als Geschichtswerk, die Rekonstruktion der politischen Landschaft Palästinas und der Abgleich mit außerchristlichen Quellen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Fragestellung lautet: „Welche Bedeutung hat der Synchronismus für die Jesusgeschichte und das frühe Christentum?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exegetische Analyse der lukanischen Bibelstellen vorgenommen, die durch eine historische Quellenkritik mittels antiker nichtchristlicher Literatur ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Synchronismus, die quellenkritische Betrachtung der historischen Berichte sowie eine detaillierte Rekonstruktion der politischen Großwetterlage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind historischer Jesus, Lukasevangelium, politischer Kontext, Synchronismus und antike Geschichtsschreibung.
Welche Rolle spielt Flavius Josephus in dieser Untersuchung?
Flavius Josephus dient als zentrale außerchristliche Quelle, um die historischen Rahmenbedingungen der Herrschaftsverhältnisse, wie sie bei Lukas erwähnt werden, zu verifizieren.
Wie bewertet der Autor die historische Genauigkeit bei Lukas?
Der Autor stellt fest, dass Lukas zwar den Anspruch eines Historikers erhebt, jedoch für eine exakte historische Rekonstruktion auf weitere Quellen angewiesen ist, da das Evangelium theologische Perspektiven priorisiert.
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- Anonym (Autor), 2020, Die politische Großwetterlage zur Zeit Jesu. Übersetzung und Analyse des dreifachen Synchronismus im Lukasevangelium, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957942