In der Arbeit soll der Frage nach den Aufgabenfeldern und der Einflussnahme der Könige im spartanischen Doppelkönigtum nachgegangen werden. Erwähnenswerte Quellen sind in diesem Forschungsbereich Stefan Link, Anthony Andrewes, Andreas Luther und Victor Ehrenberg, welche dem Doppelkönigtum besondere Bedeutung zugemessen haben. Des Weiteren Karl-Wilhelm Welwei, Lukas Thommen, Manfred Clauss, Ernst Baltrusch und James Hooker, welche sich allgemein mit der spartanischen Geschichte und Kultur auseinandergesetzt haben.
Das sogenannte Doppelkönigtum gilt allgemein als eine spartanische Besonderheit und als fester Bestandteil des spartanischen Sonderwegs. Bereits Herodot, die thematische Hauptquelle, war die Lykurglegende weitestgehend bekannt, er betrachtete Lykurg schon im 6. Jahrhundert als Schöpfer des spartanischen Kosmos. Die Stellung, die den spartanischen Königen in Staat und Gesellschaft nach Recht und althergebrachter Sitte zukam, ist zwiespältig.
Es ist anzunehmen, dass die Aufgaben der spartanischen Könige sich nicht nur auf sakrale Funktionen bzw. die Erkundung des göttlichen Willens und die Führung des spartanischen Heeres beschränkten, sondern auch die weitere politische und soziale Einflussnahme durch die Versammlungsteilhabe und die Rechtsprechung ihrem Aufgabenbereich zugerechnet werden kann.
Struktur der Arbeit
1. Einleitung: Das spartanische Doppelkönigtum
2. Die Aufgaben der spartanischen Könige
2.1. Heeresleitung
2.2. Erkundung und Pflege des göttlichen Willens
2.3. Politische und gesellschaftliche Einflussnahme
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
4.1. Quellenverzeichnis
4.2. Forschungsliteratur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die tatsächliche politische und soziale Rolle der Könige im spartanischen Doppelkönigtum, indem sie deren Aufgabenbereiche und Einflussmöglichkeiten anhand der antiken Quellenlage analysiert und kritisch hinterfragt.
- Stellung der Könige im politischen Gefüge Spartas
- Militärische Führungsaufgaben und deren Wandel
- Sakrale Funktionen und göttliche Legitimation
- Politischer Einfluss durch Versammlung und Rechtsprechung
Auszug aus dem Buch
2.1. Heeresleitung
Die Funktion der Heeresführung ist insbesondere in Herodots Beschreibungen zu finden, während in der lykurg’schen Rhetra nur ihre Funktion als Ratsmitglied und Mitglied der Volksversammlung beschrieben ist.14 Erwähnenswert ist allerdings, dass Herodot das Interesse verfolgte, Sparta als stabilen und naheliegenden Bündnispartner des Kroisos und Machtfaktor der griechischen Welt zu Beginn der griechisch-persischen Auseinandersetzungen zu charakterisieren und, so Thommen, sogar gegenüber Athen hervorzuheben.15 „Wenn die Könige einen Feldzug unternehmen, sollen sie beim Vormarsch als erste gehen, beim Rückzug als letzte“16 dabei steht ihnen ein Geleitschutz von rund hundert besonderen Spartiaten zu.17 Dreher führt an, dass der Ursprung des königlichen Feldherrenamtes in den zahlreichen militärischen Unternehmungen Spartas, für die zwei Heerführer benötigt wurden, begründet ist.18 Den Königen oblag außerdem die Entscheidung, gegen welches Land ins Feld gezogen19 und wo und wann das Heerlager aufgeschlagen wurde. 20 Allerdings ist vor dem Hintergrund bestimmter Ereignisse21 anzunehmen, dass eine Kriegserklärung nicht nur in der Hand der Könige lag und sich die militärischen Vorrechte nur auf den konkreten Feldzug beschränkten.22 Dafür spricht ebenfalls, dass sich in späterer Zeit auch das Ephorat in die Kriegsbeschlüsse einbrachte und sich die Volksversammlung darüber hinaus als Beschlussorgan begründete.23
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das spartanische Doppelkönigtum: Die Einleitung beleuchtet die zwiespältige Stellung der spartanischen Könige und die Herausforderungen der lückenhaften Quellenlage für die historische Forschung.
2. Die Aufgaben der spartanischen Könige: Dieses Kapitel ordnet die Könige als primi inter pares in das spartanische System ein und erläutert ihre Einbindung in das soziale und politische Gefüge.
2.1. Heeresleitung: Der Abschnitt analysiert die militärische Rolle der Könige als Feldherren und wie sich deren Kompetenzen im Laufe der Zeit durch neue Gesetze veränderten.
2.2. Erkundung und Pflege des göttlichen Willens: Hier werden die sakralen Pflichten der Könige, ihre Rolle als Priester und die religiöse Legitimation ihrer Herrschaft beleuchtet.
2.3. Politische und gesellschaftliche Einflussnahme: Dieses Kapitel beschreibt die politische Gestaltungsmacht der Könige in der Volksversammlung, ihre Rolle in der Rechtsprechung und ihre Teilhabe an Mahlgemeinschaften.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Könige trotz politischer Einschränkungen durch ihre militärische und religiöse Macht eine standhafte und prestigeträchtige Position innehatten.
4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten antiken Quellen und der modernen wissenschaftlichen Forschungsliteratur.
4.1. Quellenverzeichnis: Verzeichnis der Primärtexte wie Herodot, Plutarch, Aristoteles und Xenophon.
4.2. Forschungsliteratur: Verzeichnis der herangezogenen Sekundärliteratur zur spartanischen Geschichte.
Schlüsselwörter
Sparta, Doppelkönigtum, Heeresleitung, Ephoren, Lykurg, Große Rhetra, sakrale Funktionen, Herodot, Xenophon, politische Macht, Volksversammlung, Feldherren, Priesterwürden, griechische Antike, Sozialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Rechte und Pflichten der Könige im spartanischen Doppelkönigtum, um deren tatsächliche politische Machtstellung innerhalb des spartanischen Staates zu ergründen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die militärische Führung, die religiöse Legitimation durch sakrale Aufgaben sowie die politische Einflussnahme auf die Gesetzgebung und die soziale Ordnung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Untersuchung geht der Frage nach, inwiefern die spartanischen Könige über ihre sakralen und militärischen Funktionen hinaus tatsächlichen politischen und sozialen Einfluss ausüben konnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Berichte von Autoren wie Herodot, Plutarch, Xenophon und Aristoteles unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Heeresleitung, religiöse Verpflichtungen sowie politische Teilhabe und Einflussnahme der Könige.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sparta, Doppelkönigtum, Heeresleitung, Ephoren, sakrale Funktionen, politische Macht und die Verfassung des Lykurg.
Welche Rolle spielten die Ephoren in Bezug auf die Könige?
Die Ephoren übten eine Kontrollfunktion aus; sie konnten Könige suspendieren, bei der Thronfolge mitwirken und die Einhaltung der Verfassung überwachen, was die Macht der Könige einschränkte.
Wie legitimierten die Könige ihren Status?
Ihre Stellung wurde einerseits durch ihre Abstammung von den Herakliden und die damit verbundene göttliche Legitimation sowie andererseits durch den Eid auf die lykurg’sche Verfassung gestützt.
Warum war das Doppelkönigtum eine Besonderheit?
Das Nebeneinander von zwei gleichgestellten Königen aus den Häusern der Agiaden und Eurypontiden war in der griechischen Welt einzigartig und prägte den spartanischen Sonderweg.
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- Mara Kesting (Author), 2020, Das spartanische Doppelkönigtum. Rechte und Pflichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958276