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Lobbyismus in der Europäischen Union am Beispiel der Dieselabgasaffäre

Title: Lobbyismus in der Europäischen Union am Beispiel der Dieselabgasaffäre

Bachelor Thesis , 2020 , 102 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Samuel Kohnle (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

In der Bachelorabschlussarbeit soll das Phänomen der Interessenvertretung auf Ebene der Europäischen Union einer intensiven Untersuchung unterzogen werden. Dabei eröffnet sich ein breites Spektrum möglicher Untersuchungsgegenstände, welches durch die Fokussierung auf die Dieselabgasaffäre im deutsch-europäischen Kontext limitiert werden soll.

Im Vorfeld der Untersuchung wird eine Annäherung an das Phänomen der Interessenvertretung erfolgen. Dazu zählt einerseits die theoretische Erschließung der beiden zentralen Paradigmen der Interessenvertretungstheorie, genauer gesagt Korporatismus und Pluralismus. Zudem wird das Phänomen der Interessenvertretung allgemein in Bezug auf Entstehung, Entwicklung und Abgrenzung zu Lobbyismus genauer behandelt. Die theoretischen Vorarbeiten abschließend werden in idealtypischer Konstruktion mithilfe des Politikzyklusmodells die Einflussmöglichkeiten im politischen Entscheidungsfindungsprozess dargelegt. Hierbei soll außerdem auf die drei zentralen Organe der EU, die Europäische Kommission, der Europäischer Rat und das Europäische Parlament eingegangen werden. Damit wird die bereits oben erwähnte zentrale Forschungsfrage um weitere Forschungsfragen ergänzt: Was ist Interessenvertretung im Allgemeinen und wie funktioniert Interessenvertretung auf europäischer Ebene?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Teil 1: Theoretische Annäherungen an das Thema der Interessenvertretung

1. Thema und Fragestellung

2. Relevanz

3. Lobbyismus/Interessenvertretung – Definition, Abgrenzung und Forschungsstand

3.1 Historischer Abriss

3.2 Definition und Abgrenzung

3.3 Akteure

3.4 Adressaten

3.5 Funktionen und Anforderungen

4. Gegenwärtiger Forschungsstand

5. Theoretischer Bezugsrahmen

5.1 Politikwissenschaftliche Einordnung von Interessenvertretung

5.1.1 Pluralismus

5.1.2 Korporatismus

5.1.3 Die Europäische Union zwischen Pluralismus und Korporatismus?

5.2 Der Policy-Zyklus

5.3 Der akteurszentrierte Institutionalismus

5.4 Netzwerkanalyse

6. Das methodische Vorgehen

6.1 Einzelfallstudie

6.2 Dokumentenanalyse

7. Institutionelle Rahmenbedingungen und Institutionen der EU

7.1 Der Rat der Europäischen Union

7.2 Die Europäische Kommission

7.3 Das Europäische Parlament

7.4 Das Komitologieverfahren

Teil 2: Analyse der Dieselabgasaffäre und der RDE-Gesetzgebung

1. Einleitende Bemerkungen zur Dieselabgasaffäre

1.1 EU-Abgasnorm

1.2 Tests der Verbrauchsermittlung

1.2.1 Der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ)

1.2.2 WLTP-Messverfahren

1.2.3 Unzulässige Abgasnachbehandlung

2. Erste Phase: Die Asymmetrie strengerer Grenzwerte und schlechterer Luftqualität

2.1 Abriss der ersten Phase der Dieselabgasaffäre

2.2 Lobbyinduzierte Entwicklungen der ersten Phase

2.3 Beurteilung lobbyinduzierter Entwicklungen der Agenda-Setting und Policy-Formation-Phase aus demokratietheoretischer Perspektive

2.3.1 Agenda-Setting

2.3.2 Policy Formation

2.3.3 Demokratietheoretische Einordnung

3. Zweite Phase: Bekanntwerden der Manipulation in der Öffentlichkeit und die RDE-Gesetzgebung

3.1 Abriss der zweiten Phase der Dieselabgasaffäre

3.2 Lobbyinduzierte Entwicklungen der zweiten Phase

3.3 Beurteilung lobbyinduzierter Entwicklungen der Policy-Formation-Phase aus demokratietheoretischer Perspektive

3.3.1 Policy Formation

3.3.2 Demokratietheoretische Einordnung:

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der Interessenvertretung auf EU-Ebene anhand der Dieselabgasaffäre, um zu klären, ob in diesem Kontext von einer Dysfunktion des pluralistischen Interessenvertretungssystems gesprochen werden kann.

  • Theoretische Fundierung von Pluralismus und Korporatismus im EU-Kontext
  • Analyse von Interessenvertretungsprozessen mittels Policy-Zyklus und Netzwerkanalyse
  • Untersuchung der Einflussnahme der Automobilindustrie auf EU-Gesetzgebungsverfahren
  • Bewertung lobbyinduzierter Entwicklungen aus demokratietheoretischer Perspektive
  • Kritische Analyse der RDE-Gesetzgebung und Konformitätsfaktoren

Auszug aus dem Buch

1. Thema und Fragestellung

In der vorliegenden Bachelorabschlussarbeit soll das Phänomen der Interessenvertretung auf Ebene der europäische Union einer intensiven Untersuchung unterzogen werden. Dabei eröffnet sich ein breites Spektrum möglicher Untersuchungsgegenstände, welches durch die Fokussierung auf die Dieselabgasaffäre im deutsch-europäischen Kontext limitiert werden soll.

In der medialen Öffentlichkeit erfolgt mit Verwendung des Terminus Interessenvertretung sogleich die Assoziation mit dem Phänomen Lobbyismus. Pharmalobby, Atomlobby und nicht zuletzt die Autolobby erfreuen sich zunehmender Erwähnung und werden meist in Zusammenhang mit verschiedensten Skandalen genannt, sei es der Arbeitsplatzwechsel eines hochrangigen Politikers in die Vorstandsriege eines Wirtschaftsunternehmens oder der Verdacht illegitimer Einflussnahme von Lobbyisten auf entsprechende Gesetzgebungsverfahren oder politische Entscheidungsträger. Es erscheint damit naheliegend, dass die überwiegenden Negativassoziationen bezüglich der Termini Interessenvertretung und Lobbyismus mit dieser einseitigen Betrachtungsweise in der öffentlichen Wahrnehmung einhergehen.

Die erwähnte automobile Interessenvertretung gehört zu den wohl bekanntesten Beispielen, die in den letzten Jahren regelmäßig im Fokus der Öffentlichkeit stand. Das wohl prominenteste Beispiel vor dem aktuellen Dieselgate war die Affäre um die Einführung des Rußpartikelfilters bei Dieselfahrzeugen im Jahre 2003. Grob skizziert war es Anliegen der deutschen Automobilhersteller, allen voran des Volkswagenkonzerns, den Rußpartikelfilter zu vermeiden und eine innermotorische Rußpartikelreduzierung zu forcieren. Die Gegenseite, bestehend aus einer bizarr anmutenden Allianz von Umweltverbänden und französischer Automobillobby, setzte sich für die zeitnahe Einführung des Rußpartikelfilters ein. Die Politik beschloss nach andauernden Debatten über die gesundheitsschädlichen Risiken von Rußpartikeln deutlich strengere Abgasgrenzwerte für Dieselmotoren und stellte zudem steuerliche Anreize für den Kauf von Autos mit Rußpartikelfilter in Aussicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thema und Fragestellung: Einführung in die Thematik der Interessenvertretung und Definition der zentralen Forschungsfrage im Kontext der Dieselabgasaffäre.

2. Relevanz: Erläuterung der strukturellen und inhaltlichen Bedeutung der Untersuchung im deutsch-europäischen Kontext.

3. Lobbyismus/Interessenvertretung – Definition, Abgrenzung und Forschungsstand: Theoretische Abgrenzung der Begriffe und historische Einordnung des Phänomens.

4. Gegenwärtiger Forschungsstand: Überblick über existierende Studien und theoretische Ansätze zur Interessenvertretung auf EU-Ebene.

5. Theoretischer Bezugsrahmen: Detaillierte Darstellung der Paradigmen Pluralismus und Korporatismus sowie des Politikzyklus-Modells und der Netzwerkanalyse.

6. Das methodische Vorgehen: Begründung der Wahl der Einzelfallstudie und der Dokumentenanalyse als qualitative Forschungsmethoden.

7. Institutionelle Rahmenbedingungen und Institutionen der EU: Vorstellung der relevanten EU-Akteure und ihrer Rolle in Gesetzgebungsprozessen.

Teil 2: Analyse der Dieselabgasaffäre und der RDE-Gesetzgebung: Chronologische Analyse des Diesel-Skandals unter Berücksichtigung von Lobbying-Einflüssen.

4. Konklusion: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bewertung der Dysfunktion des pluralistischen Systems.

Schlüsselwörter

Interessenvertretung, Lobbyismus, Dieselabgasaffäre, Europäische Union, Pluralismus, Korporatismus, Policy-Zyklus, RDE-Gesetzgebung, Konformitätsfaktoren, Automobilindustrie, Gesetzgebungsprozess, PEMS, Abgasmanipulation, politische Einflussnahme, institutioneller Rahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Interessenvertretung in der Europäischen Union anhand des Industrieskandals um die Manipulation von Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Lobbyings, die Strukturen der europäischen Gesetzgebung sowie der Einfluss der Automobilindustrie auf Regulierungsverfahren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist die Untersuchung, inwiefern die Dieselabgasaffäre als Symptom einer Dysfunktion des pluralistischen Interessenvertretungssystems in der EU betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der Einzelfallstudie und führt eine qualitative Dokumentenanalyse durch, um Prozesse der politischen Entscheidungsfindung nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen und eine detaillierte, chronologische Analyse der Dieselabgasaffäre unter Anwendung des Policy-Zyklus-Modells.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Begriffe sind Interessenvertretung, Lobbyismus, Pluralismus, RDE-Gesetzgebung, Konformitätsfaktoren und EU-Institutionen.

Welche Rolle spielen die Konformitätsfaktoren in der RDE-Gesetzgebung?

Konformitätsfaktoren dienen als Puffer für technische Messunsicherheiten bei Realbetriebstests (PEMS), werden in der Arbeit jedoch als Einfallstor für lobbygetriebene Aufweichungen von Emissionsgrenzwerten kritisch bewertet.

Wie bewertet der Autor die Rolle der EU-Kommission?

Die Arbeit kritisiert die Rolle der Kommission, da diese trotz ihres Anspruchs auf Neutralität eine Nähe zur Automobilindustrie zeigt, die in einer inoffiziellen E-Mail-Korrespondenz dokumentiert ist.

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Details

Title
Lobbyismus in der Europäischen Union am Beispiel der Dieselabgasaffäre
College
University of Augsburg
Grade
1,3
Author
Samuel Kohnle (Author)
Publication Year
2020
Pages
102
Catalog Number
V958877
ISBN (eBook)
9783346299352
ISBN (Book)
9783346299369
Language
German
Tags
Lobbyismus EU Europäische Union Interessenvertretung Verkehrspolitik Automobilindustrie Autoindustrie Dieselabgasaffäre Dieselgate Abgasskandal Abgasaffäre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Samuel Kohnle (Author), 2020, Lobbyismus in der Europäischen Union am Beispiel der Dieselabgasaffäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958877
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