Die Notwendigkeit des Risiko-Managements in Projekten unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und Grenzen

Eine Analyse


Essay, 2020

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Risikomanagement in Projekten
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Ziele und Aufgaben

3 Analyse der Notwendigkeit
3.1 Möglichkeiten und Vorteile
3.2 Grenzen und Nachteile

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Projektrisikomanagement-Prozess

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen des Risikomanagements in Projekten

Abkürzungsverzeichnis

MaRisk Mindestanforderungen an das Risikomanagement

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Finanzmarktkrise ab dem Jahr 2007 hat gezeigt, dass angesichts der immer zunehmenden Komplexität und Dynamik des Wirtschaftslebens die Unternehmen vor großen Herausforderungen stehen. Um weiterhin als Unternehmen am Markt zu bestehen und zu funktionieren, gilt es, einen Wettbewerbsvorteil zu generieren. Oft versucht sich ein Unternehmen durch innovative Projekte vorwärts zu bewegen. Doch jede Medaille besitzt auch eine Rückseite. Aufgrund der Individualität jedes einzelnen Projektes verbergen sich Risiken, die entdeckt, bewertet, analysiert und entsprechend behandelt werden sollten. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber, z.B. im Finanzwesen, die MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) veröffentlicht.

Lohnt sich der Aufwand für den Einsatz eines Risikomanagements in Projekten, wenn wahrscheinlich nicht alle Risiken ausgeschaltet werden können?

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit des Risikomanagements in Projekten. Sie zeigt auf, welche Möglichkeiten und Grenzen für das Risikomanagement in Projekten bestehen. Dazu werden im zweiten Kapitel die grundlegenden Begriffe wie Risikomanagement und Projekt erläutert. Zudem werden dessen Ziele und Aufgaben beleuchtet. In Kapitel 3 folgt die Analyse der Notwendigkeit des Risikomanagements in Projekten, mitunter den Möglichkeiten und Vorteilen und Grenzen und Nachteilen. Das vierte Kapitel schließt die Arbeit mit dem Fazit und einem Ausblick ab.

2 Risikomanagement in Projekten

2.1 Begriffsbestimmungen

Was ist ein Risiko? Ein Risiko liegt meist in der Zukunft und ist deshalb schwierig zu definieren. Im Allgemeinen kann Risiko als Differenz zwischen zwei Ergebnissen gesehen werden. Zum einen das erhoffte und erwartete Ergebnis, zum anderen das schlechtere Ergebnis, welches wohlmöglich das Ziel nicht erreicht. Beispiele dafür könnten ein Flugzeugabsturz, eine zu spät erhaltende Baugenehmigung oder ein Anstieg des Ölpreises sein. Solche Beispiele könnten Risiken sein, die zukünftige Ereignisse zu einem minderwertigen Ergebnis führen.1

Was ist ein Projekt? Ein Projekt wird nach DIN69901 als Vorhaben definiert. Es ist durch Einmaligkeit, konkrete Zielvorgaben, zeitliche und ressourcenmäßige Begrenzung und innerhalb einer Organisation charakterisiert. Projekte unterscheiden sich durch die Einmaligkeit von Routineaufgaben.2

Was ist ein Projektrisikomanagement? In einem Projekt verbergen sich Markt- und Branchenrisiken, Managementrisiken, Personalrisiken, Produktrisiken, Prozessrisiken sowie finanzielle und rechtliche Risiken. All diese Risiken gilt es mithilfe eines Projektrisikomanagements so gut es geht zu meistern.3

2.2 Ziele und Aufgaben

Das Risikomanagement in Projekten befasst sich damit, den Umfang möglicher Planabweichungen bereits im Vorfeld zu identifizieren und möglicherweise präventiv anzugehen. Projekte, ohne das Eingehen von Risiken, sind nicht möglich und daher besteht die Zielsetzung des Risikomanagements nicht nur aus Risikominimierung, sondern vielmehr aus Schaffung von Transparenz über die Risikosituation des Projektes. Ziel dabei ist es, einen bewussten Umgang mit der Unvorhersehbarkeit der Zukunft zu schaffen. Das Risikomanagement unterstützt bei bestehender Unsicherheit das Projektmanagement hinsichtlich der Projektkomplexität, Projektdynamik und Zielerreichung im Projekt.4

Um die beschriebenen Ziele zu erreichen, bedarf es dem Verständnis eines kontinuierlichen Prozesses im Risikomanagements eines Projektes. Den Prozess zeigt die folgende Abbildung:

Abbildung 1: Projektrisikomanagement-Prozess

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Becker, W., Ebner, R., Fischer-Petersohn, D., Ruhnau, M ., 2015, S. 14

Die Identifikation der Risiken steht an erster Stelle, da sie die Informationsbasis für den weiteren Prozess stellt. Sie hat als Ziel alle Einzelrisiken des Projektes vollständig, systematisch, kontinuierlich und proaktiv zu erfassen. Bei dem folgenden Schritt werden die wesentlichen Risiken bewertet, um diese vorrangig zu steuern. Auf dieser Basis muss die Wirkung jedes einzelnen Risikos auf die Zielgrößen Zeit, Kosten und Leistung des Projektes ermittelt und aggregiert werden, um im Anschluss die wesentlichen Risiken optimal steuern zu können. Bei der Steuerung geht es um die Initiierung risikopolitischer Maßnahmen, damit das Projekt optimal unter den gegebenen Bedingungen (weiter) durchgeführt werden kann. Dabei gilt es kontinuierlich die Projektrisiken zu überwachen und zu kontrollieren. Alle Verfahren und Annahmen sollten für Dritte verständlich dokumentiert werden.5 Das bedeutet, dass die Integration des Projektberichtswesen inkl. Risikoberichte eine wichtige Aufgabenstellung ist, damit sich alle Projektbeteiligten immer auf dem gleichen Stand befinden.6

Die drei Top-Projektrisiken, die in fast allen Projekten auftreten, lassen sich wie folgt beschreiben:

1. Das Projekt wird überladen, ist sehr komplex und es bedarf parallele Grundsatzabklärungen. Diese Grundsatzabklärungen können langwierig sein und das Projekt sehr belasten.
2. Die Abhängigkeit zu anderen Projekten. Dies bedeutet, dass das eine Projekt von einem anderen Projekt abhängig ist, bspw. per Anforderungen oder Anfragen.
3. Qualität der Kosteneinschätzungen: Die Kosten überschreiten das Budget.7

3 Analyse der Notwendigkeit

Bedarf es denn auch wirklich einem Risikomanagement in Projekten? Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus? An welche Grenzen stoßt das Risikomanagement in Projekten? Es kommt sicher auf den Unternehmensbereich, den Umfang und die Größe bzw. Gewichtung eines Projektes an.

Besondere Wichtigkeit wird dem Risikomanagement im Bauwesen zugesprochen, da mit der Errichtung von Baukonstruktionen besondere und hohe Risiken einhergehen.8 Jedes Bauwerk ist einzigartig und ein Unikat, sodass es ein ausschlaggebendes Merkmal zur Betitelung eines Projektes enthält. Bei einem Bauprojekt sind daher Kennzahlen zu definieren, die im besten Fall eingehalten werden sollten. Die Möglichkeit der Abweichung, d.h. der Gefahr, dass während der Planung die Kennzahlen nicht eingehalten werden, muss mit einem Risikomanagement umgangen werden.9 Beispiele hierfür könnten sein, dass der Preis eines Bauteils teurer ist oder die Einbauleistung eines Bauteils länger dauert als geplant. Im schlimmsten Fall kann es dazu kommen, dass bei Aufträgen eine fehlende Risikointegration bei der Angebotskalkulation zu Verlusten führt und durch ausbleibende Gewinne das Unternehmen in Insolvenz gehen muss.10

Diese Ausführungen belegen das hohe Risikopotenzial des Bauwesens. Um unvorhersehbare Risiken im Bauablauf zu verhindern, muss jede Projektstufe analysiert werden und es müssen angemessene Reaktionen geplant werden. Das ist die Begründung für die Notwendigkeit eines Risikomanagements im Bauwesen.11

Neben dem Bauwesen ist das Risikomanagement in Logistikprojekten ebenfalls ein etabliertes System. Zwei Beispiele sollen die Notwendigkeit des Risikomanagements in Projekten verdeutlichen:

Der Modekonzern Hugo Boss hatte im Jahr 2014 ein neues Warenlager mit einer Höhe von 21 Metern und einer Länge von 279 Metern errichtet, allerdings erst mit dem dritten Anlauf. Das Lager hatte in der Region lange für Unruhe gesorgt. Bürgerproteste waren die Folge, weshalb Hugo Boss besonders mit den Kommunen in Kontakt stand, damit die Bürger in die Planungen einbezogen werden.12 Das Risikomanagement in diesem Projekt hatte keine genaue Planung und Organisation für dieses Szenario erstellt.

BMW hatte im Jahr 2013 seine Kunden verärgert, weil sich aufgrund einer umfassenden Prozess- und Software-Umstellung im Ersatzteillager starke Rückstände in der Teileversorgung gebildet haben.13 Hier hat das Risikomanagement den Zeitplan mit seinen Risiken nicht ausreichend berücksichtigt.

In der heutigen Zeit ist wohl ein Risikomanagement in vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. In der heutigen Zeit geht es oft um Digitalisierung. Digitalisierung bringt Projekte im Bereich der Informatik mit. In der Informatik bringen Projekte ebenfalls Risiken mit. Wenn es um die Einführung eines neuen Systems oder einer neuen Software geht, dann spielen die Bonität des Herstellers, die Branchenerfahrung und andere Referenzen eine große Rolle in der Risikoeinschätzung.14

3.1 Möglichkeiten und Vorteile

Im Allgemeinen kann das Risikomanagement Nutzen und Vorteile bringen, die ein Unternehmen oder Projekt effektiv genießt. Dazu zählen die Ermittlung und Anzeige von Risiken und Unsicherheiten und dessen Auswirkungen auf die Zielsetzungen. Das Risikomanagement liefert Informationen für Entscheidungen. Zudem zeigt es Schwachstellen in Systemen und Organisationen auf. Gleichzeitig weist es auf alternative und vergleichende Lösungen hin und das Risikomanagement lehrt Erfahrungen zur Vermeidung künftiger Risiken.15 Des Weiteren nimmt Risikomanagement Ängste, dadurch, dass ein offener Umgang mit Risiken und eine Motivation zur kritischen Auseinandersetzung geschaffen werden, sodass Risiken früher erkannt werden. Genauso begrenzt es Unsicherheiten, welche Menschen entweder zu tollkühnen Handlungen oder zu Risikofeindlichkeit veranlassen. Es gibt ein besseres Gefühl bei allen Projektbeteiligten.16

[...]


1 Vgl. Pinnells, E., Pinnells, J., Risiko, 2007, S. 2.

2 Vgl. Pinnells, E., Pinnells, J., Risiko, 2007, S. 2.

3 Vgl. Becker, W., Ebner, R., Fischer-Petersohn, D., Ruhnau, M., Projektrisikomanagement, 2015, S. 12 f.

4 Vgl. Becker, W., Ebner, R., Fischer-Petersohn, D., Ruhnau, M., Projektrisikomanagement, 2015, S. 13 f.

5 Vgl. Becker, W., Ebner, R., Fischer-Petersohn, D., Ruhnau, M., Projektrisikomanagement, 2015, S. 14 f.

6 Vgl. Bea, F., Hesselmann, S., Scheurer, S., Risikobericht, S. 65.

7 Vgl. Kuster, J. et al., Top-Projektrisiken, 2019, S. 103.

8 Vgl. Flemming, C., Schach, R., Scherer, R., Bauwesen, 2014, S. 229.

9 Vgl. Flemming, C., Schach, R., Scherer, R., Bauwesen, 2014, S. 233.

10 Vgl. Flemming, C., Schach, R., Scherer, R., Bauwesen, 2014, S. 231.

11 Vgl. Seehawer, S., Risikopotenzial, 2015, S. 72.

12 Vgl. Hartel, D., Logistikprojekte, 2015, S. 147.

13 Vgl. Hartel, D., Logistikprojekte, 2015, S. 147.

14 Vgl. Riedl, R., Information-Projekte, 2019, S. 119.

15 Vgl. Hoffmann, W., Vorteile, 2017, S. 5.

16 Vgl. Hoffmann, W., Vorteile, 2017, S. 5.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Notwendigkeit des Risiko-Managements in Projekten unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und Grenzen
Untertitel
Eine Analyse
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management Essen, Standort Duisburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V959012
ISBN (eBook)
9783346307231
ISBN (Buch)
9783346307248
Sprache
Deutsch
Schlagworte
notwendigkeit, risiko-managements, projekten, berücksichtigung, möglichkeiten, grenzen, eine, analyse
Arbeit zitieren
Tom Thielen (Autor), 2020, Die Notwendigkeit des Risiko-Managements in Projekten unter Berücksichtigung der Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/959012

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