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Die Fixierung in der Pflege aus strafrechtlicher Sicht

Ein kurzer Essay

Title: Die Fixierung in der Pflege aus strafrechtlicher Sicht

Essay , 2020 , 8 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Pascal Eichler (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Die Arbeit beschäftigt sich im Folgenden mit den möglichen Arten von freiheitsentziehenden Maßnahmen. Diese werden beschrieben und unter strafrechtlichen Aspekten untersucht und bewertet werden.

Freiheitsentziehende Maßnahmen sind in der Kranken-, als auch Altenpflege alltäglich. Vor allen in Funktionsbereichen wie beispielsweise einer Intensivstation, in denen Pflegekräfte immer wieder überaus belastenden Situationen ausgesetzt sind und unter permanentem Zeitdruck stehen, kommt es zu Situationen, in denen nicht kooperative oder delirante Patienten fixiert werden. Es ist üblich einem Patienten der sich im sogenannten "Weaning", dem Entwöhnen von der Beatmungsmaschine, befindet, die Hände zu fixieren, damit sich dieser nicht den Beatmungsschlauch ziehen kann. Zudem ist es typisch, jene beschriebene unruhige oder desorientierten Patienten, mit Medikamenten wie Propofol, Dexdor oder Haloperidol ruhig zu stellen. Ein weiteres Beispiel stellt eine ältere Patientin dar, bei der ein mögliches Aufstehen durch das Anbringen von Bettgittern verhindert werden soll. Neben gesundheitlichen Aspekten spielen aber auch finanzielle Aspekte eine Rolle, welche zum Beispiel nach einem Sturz während eines Krankenhausaufenthaltes in Form von zusätzlich nötigen Behandlungen, Operationen oder Rehamaßnahmen anfallen würden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arten freiheitsentziehender Maßnahmen

2.1 Körpernahe freiheitsentziehende Maßnahmen

2.2 Räumliche freiheitsentziehende Maßnahmen

2.3 Psychische freiheitsentziehende Maßnahmen

3. Rechtliche Aspekte und Strafbarkeit

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Arten freiheitsentziehender Maßnahmen in der stationären Kranken- und Altenpflege unter Berücksichtigung strafrechtlicher Aspekte, um bei bestehender Rechtsunsicherheit im pflegerischen Alltag für mehr Klarheit zu sorgen.

  • Differenzierung zwischen körpernahen, räumlichen und psychischen Fixierungsmaßnahmen.
  • Analyse der gesetzlichen Grundlagen, insbesondere PsychKG und Grundgesetz.
  • Untersuchung der strafrechtlichen Relevanz bei unsachgemäßer Anwendung (z.B. Freiheitsberaubung, Nötigung).
  • Notwendigkeit von Leitlinien und Personalschlüsseln zur Reduktion von Fixierungen.
  • Bedeutung der ärztlichen Anordnung und Dokumentationspflicht bei Freiheitsentzug.

Auszug aus dem Buch

Arten der Fixierung und freiheitsentziehende Maßnahmen

Bei den körpernahen freiheitsentziehenden Maßnahmen handelt es sich um äußere oder innere Einwirkungen auf den Körper des Patienten, welche seinen Bewegungsspielraum bis auf ein Minimum einschränken. Diese werden noch einmal unterteilt in mechanische, sowie chemische Hilfsmittel. Durch das direkte Einwirken auf die körperliche Bewegungsfreiheit und auf die geistige Gegebenheit, handelt es sich bei diesen um die stärkste Form der freiheitsentziehenden Maßnahmen. Im Bereich der Krankenpflege lassen sich mechanische Hilfsmittel vor allem in Form von Bettgittern, Bauchgurten sowie Handfesseln beobachten. Im Falle eines maximal unkooperativen oder verwirrten Patienten kann zum Beispiel eine Anwendung von Ganzkörperfixierungen beobachtet werden, welche das Anlegen von Gurten im Bereich von Füßen, Beinen, Händen und des Oberkörpers umfassen. Ebenfalls werden Patienten, welche zur Frühmobilisation in einen Stuhl gesetzt werden oftmals mit Sitz-, oder Bauchgurten fixiert um ein mögliches unkoordiniertes Aufstehen zu verhindern. Auch hier kommt es oftmals zum Einsatz von Handfesseln, oder speziellen Handschuhen, mit denen dem Patienten das Greifen unmöglich gemacht wird. Dieses soll das Ziehen von noch notwendigen Drainagen oder intravenösen Zugängen vermeiden.

Zu den chemischen Hilfsmitteln zählen beispielsweise Sedativa, Neuroleptika oder Hypnotika, welche eine Ruhigstellung des Patienten bewirken sollen. Wie bereits erläutert finden vor allem die Medikamente Propofol, Dexdor, oder Haloperidol Anwendung in der Krankenpflege. Weitere, neben vielen anderen gängigen, dämpfend wirkenden Pharmazeutika sind Clonidin, Melperon, Risperdal und Diazepam. In der Praxis findet vor allem ein kombinierter Einsatz von mechanischen und chemischen Hilfsmitteln statt. Ein Patient wird mit Gurten an den Händen fixiert und erhält zusätzlich ein Sedativum, um ihn zusätzlich abzuschirmen oder vor möglichen Verletzungen durch Unruhe in der Fixierung zu schützen. Es kommt aber auch vor, dass Sedativa ohne die gleichzeitige Verwendung von mechanischen Hilfsmitteln angewandt werden. Wird auf Intensivstation beobachtet, dass ein Patient zunehmend unruhig wird, oder an den Kabeln oder Leitungen der Infusionen nestelt, gibt es schnell die Indikation zur Gabe von Melperon und Risperdal, um einer möglichen Verschlimmerung des Zustandes vorzubeugen. Ebenfalls wird bei vermeidlichen optischen Halluzinationen zügig zu Neuroleptika wie Haloperidol gegriffen, ohne vorher eine ausgiebige Diagnostik des psychischen Zustandes vorzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Fixierung im Pflegealltag und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Arten freiheitsentziehender Maßnahmen: Detaillierte Unterteilung und Erläuterung körpernaher, räumlicher sowie psychischer Maßnahmen der Fixierung.

3. Rechtliche Aspekte und Strafbarkeit: Untersuchung der verfassungs- und strafrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Voraussetzungen für zulässige Unterbringungen und Fixierungen.

4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Themas mit Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des professionellen Umgangs mit Fixierungen in der Praxis.

Schlüsselwörter

Fixierung, Pflege, Strafrecht, Freiheitsentziehung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, PsychKG, mechanische Hilfsmittel, chemische Hilfsmittel, Grundgesetz, Selbstbestimmungsrecht, Intensivpflege, Patientensicherheit, Dokumentationspflicht, Leitlinien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen in der Kranken- und Altenpflege und analysiert diese kritisch aus strafrechtlicher Sicht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Kategorisierung von Fixierungsarten, die rechtlichen Voraussetzungen und Grenzen im Rahmen des Grundgesetzes und des PsychKG sowie die strafrechtlichen Konsequenzen bei Fehlern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Unsicherheiten im pflegerischen Umgang mit Fixierungen abzubauen, indem die rechtlichen Anforderungen an eine rechtmäßige Durchführung transparent gemacht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine juristische und pflegewissenschaftliche Literaturanalyse zu den bestehenden Rechtsnormen und den Standards im Pflegealltag.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von körpernahen, räumlichen und psychischen Maßnahmen sowie die detaillierte Darstellung der rechtlichen Anforderungen an ärztliche Anordnung und richterliche Kontrolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fixierung, Freiheitsberaubung, PsychKG, Grundgesetz, Patientenautonomie und rechtliche Haftung im Pflegekontext.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen körpernahen und räumlichen Fixierungen?

Körpernahe Maßnahmen wirken direkt auf den Bewegungsspielraum einzelner Körperteile oder des gesamten Körpers ein, während räumliche Maßnahmen die freie Bewegung einer Person auf einen bestimmten Bereich, etwa ein Zimmer oder eine Station, begrenzen.

Was passiert, wenn Fixierungen ohne ärztliche Anordnung oder Dokumentation durchgeführt werden?

Fehlen diese zwingenden Voraussetzungen, kann dies den Tatbestand der Freiheitsberaubung, der Nötigung oder sogar der Aussetzung nach dem Strafgesetzbuch erfüllen.

Welche Rolle spielt der Personalschlüssel bei der Vermeidung von Fixierungen?

Die Arbeit schlussfolgert, dass ein besserer Personalschlüssel Fixierungen reduziert, da eine ausreichende Betreuung Zeitdruck minimiert und so häufig auf mildere, nicht freiheitsentziehende Alternativen zurückgegriffen werden kann.

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Details

Title
Die Fixierung in der Pflege aus strafrechtlicher Sicht
Subtitle
Ein kurzer Essay
College
University of applied sciences, Cologne
Grade
1,3
Author
Pascal Eichler (Author)
Publication Year
2020
Pages
8
Catalog Number
V959573
ISBN (eBook)
9783346306012
Language
German
Tags
Recht Fixierung Pflege Altenpflege Strafrech
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pascal Eichler (Author), 2020, Die Fixierung in der Pflege aus strafrechtlicher Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/959573
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