In der Arbeit soll untersucht werden, welche Absicht der Mensch verfolgt, wenn er sich für Sportwetten entscheidet, sprich beschränkt rational handelt. Außerdem wird untersucht, ob das Motiv Rückschlüsse und Auswirkungen auf das Wett- und Risikoverhalten beim Abschluss einer Sportwette hat. Hierbei gilt es folgende Hypothese zu prüfen: Teilnehmer, die dem Motiv folgen, durch Sportwetten Geldgewinne zu generieren, weisen beim Wetten auf Sportereignisse risikofreudiges und aktiveres Verhalten auf, als Teilnehmer, die beispielsweise dem Motiv der Unterhaltung, dem Zeitvertreib oder anderen Motiven folgen.
Um die Beweggründe für den Entscheid eines Abschlusses einer Sportwette zu untersuchen und zu analysieren, ob diese Rückschlüsse auf das Wett- und Risikoverhalten geben, wird mithilfe eines quantitativen Online-Fragebogens eine Umfrage durchgeführt. Dieser wird neben den bereits genannten Aspekten ebenfalls soziodemografische Daten der Teilnehmer erheben.
Kapitel 2 der Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen im Zusammenhang mit dem Sportwetten, gibt einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand, einen Einblick über das Risikoverhalten sowie mögliche Erklärungsansätze der Wettenden für die Teilnahme an Sportwetten.
Im darauffolgenden Kapitel 3 wird die durchgeführte empirische Untersuchung vorgestellt sowie deren Ergebnisse. In der anschließenden Diskussion, welche das 4. Kapitel darstellt, werden erhobene Ergebnisse diskutiert und Implikationen hinsichtlich der Motive und der Risikobereitschaft sowie des Wettverhaltens abgeleitet.
Die Arbeit endet in Kapitel 5, dem Fazit, mit einer Zusammenfassung des in der Diskussion erworbenen Wissens. Außerdem wird die eigene Untersuchung kritisch reflektiert und ihre Grenzen werden aufgezeigt. Im Anhang besteht die Möglichkeit den Fragebogen sowie die jeweils verwendeten Variablen nachzuvollziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Forschungsfrage
1.2 Aufbau
2. Begriffliche konzeptionelle Grundlage
2.1 Begriffsklärung Sportwette
2.2 Forschungsstand
2.3 Nachfrageerklärung
3. Empirische Untersuchung
3.1 Methode
3.2 Durchführung
3.2.1 Stichprobe
3.2.2 Messgrößen & Variablen
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Deskriptive Analyse
3.3.2 Sportwettenaktivität in den Motiven
3.3.3 Risikobereitschaft in den Motiven
4. Diskussion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rationalität des Wahlverhaltens von Sportwetten-Teilnehmern unter Berücksichtigung ihrer individuellen Motive, wobei insbesondere untersucht wird, ob sich Teilnehmer mit unterschiedlichen Motivlagen (z. B. Geldgewinn vs. Unterhaltung) in ihrem Wett- und Risikoverhalten signifikant voneinander unterscheiden.
- Analyse des Sportwettenmarktes und theoretische Fundierung des Nachfrageverhaltens.
- Empirische Erhebung mittels eines quantitativen Online-Fragebogens.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Beweggründen und dem Wettverhalten.
- Gegenüberstellung von risikofreudigem und risikoaversem Verhalten der Teilnehmer.
- Ableitung von Erkenntnissen zur rationalen vs. irrationalen Entscheidungsfindung bei Sportwetten.
Auszug aus dem Buch
2.3 Nachfrageerklärung
Der Mensch verfolgt bei der normativen Entscheidungstheorie, nach dem Menschenbild „Homo oeconomicus“ die Absicht mit seinem rationalen Denken und Handeln den jeweiligen Nutzen zu maximieren (Hoffmann & Akbar, 2016, S. 109 f). „Dieses Verhaltensmodell des ausschließlich wirtschaftlich handelnden Menschen geht davon aus, dass Entscheider über lückenlose Informationen über sämtliche Entscheidungsalternativen und deren Konsequenzen verfügen. Handelnde nach diesem Menschenbild sind nur am eigenen Nutzen interessiert, handeln also rein egoistisch“ (Sellenthin, 2017, S. 14 f). Die deskriptive Entscheidungstheorie hingegen beleuchtet den tatsächlichen Ablauf der Entscheidungsprozesse eines Teilnehmers. Danach agieren Menschen oft nicht als Homo oeconomicus und handeln bei der Entscheidungsfindung nicht stets rational, da oft die Annahme der vollständigen Informationen nicht gewährleistet ist beziehungsweise die kognitiven Kapazitäten nicht ausreichen, um auf alle relevanten Fakten einzugehen und diese zu untersuchen (Hoffmann & Akbar, 2016, S. 109 f; Sellenthin, 2017, S. 4). Liegen Informationsmängel vor, wie das beim Abschluss einer Sportwette der Fall ist, so ist der Wettende gezwungen, sich an anderen Faktoren wie Erwartungen, Entscheidungen anderer Teilnehmer oder dem persönlichen Risikoempfinden zu orientieren.
Angenommen ein Sportwettenteilnehmer entscheidet sich dafür eine Ergebniswette bei einem Fußballspiel mit zwei etwa gleichstarken Teams abzuschließen, so kann er zwischen den drei folgenden Möglichkeiten wählen: Sieg Mannschaft 1, Unentschieden, Sieg Mannschaft 2. Dem Teilnehmer ist bewusst, dass er den Spielverlauf nicht beeinflussen kann und somit über keinerlei Informationen bezüglich des Spielausgangs verfügt. Dementsprechend handelt er bei dem Entscheid auf dieses Sportereignis zu wetten, irrational. Die Wahrscheinlichkeit, dass Team 1 gewinnt, liegt dabei bei 30 %.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sportwetten als wachsender Markt und Definition der zentralen Forschungsfrage.
2. Begriffliche konzeptionelle Grundlage: Erläuterung der Marktstrukturen, theoretische Ansätze zum Nachfrageverhalten und Einordnung des aktuellen Forschungsstandes.
3. Empirische Untersuchung: Detaillierte Darstellung der gewählten Methodik (Online-Befragung), Durchführung der Datenerhebung sowie Präsentation und deskriptive Analyse der Ergebnisse.
4. Diskussion: Kritische Interpretation der erhobenen Daten im Kontext der eingangs aufgestellten Hypothese und Zusammenführung der Ergebnisse.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage sowie Reflexion der Grenzen der Studie und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Sportwetten, Rationalität, Homo oeconomicus, Wettverhalten, Risikobereitschaft, Geldgewinn, Online-Befragung, Nachfrageerklärung, Spielsucht, Wettmotiv, Ergebniswette, Live-Wette, Cash-Out, Motivationsanalyse, Sportmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rationalität des Wahlverhaltens bei Sportwetten, insbesondere in Bezug auf die Absichten und Beweggründe der Teilnehmer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Verknüpfung von Wettmotiven (wie Geldgewinn oder Unterhaltung) mit dem tatsächlichen Wett- und Risikoverhalten der Nutzer.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, welche Absichten Menschen verfolgen, wenn sie Sportwetten platzieren, und ob sich Teilnehmer mit dem Motiv „Geldgewinn“ anders verhalten als solche, die aus Unterhaltungsgründen wetten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Zur Erhebung der Daten wurde eine quantitative Online-Befragung mittels eines strukturierten Fragebogens durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise sowie die empirische Analyse und Diskussion der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sportwetten, Rationalität, Wettverhalten, Risikobereitschaft, Motivationsanalyse und Homo oeconomicus.
Welche Rolle spielt das Motiv „Geldgewinn“ bei den Teilnehmern?
Es stellt sich als ein dominierendes Motiv heraus und beeinflusst das Wettverhalten, wobei diese Teilnehmer tendenziell ein aktiveres Wettverhalten zeigen.
Welche Erkenntnis lässt sich zur Risikobereitschaft ableiten?
Teilnehmer, die nicht primär durch das Motiv Geldgewinn getrieben sind, zeigen in der Studie oft ein risikofreudigeres Verhalten als die Gruppe der gewinnorientierten Wettenden.
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- Anonym (Autor), 2019, Die Teilnahme an Sportwetten. Eine Analyse zur Rationalität der Wahlhandlung der Teilnehmer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960261