Ziel dieser Arbeit ist es, die Eignung eins Schulgartens hinsichtlich einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu untersuchen. Dabei soll zu Beginn der Begriff der nachhaltigen Entwicklung sowie die Bedeutung der Agenda 2030 geklärt werden, die wiederum den Ursprung sowie die Grundlage für die sogenannte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) darstellen. Wodurch sich eine solche BNE auszeichnet, bildet den Inhalt des folgenden Kapitels. Im Anschluss wird der Schulgarten hinsichtlich seiner Eignung untersucht sowie seine aktuelle Situation in Deutschlands Schullandschaft betrachtet und exemplarisch offengelegt. Eine erweiterte Perspektive auf den Schulgarten soll durch die Förderung weiterer Bildungsprozesse an diesem Lernort eröffnet werden, bevor schließlich ein allumfassendes Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Nachhaltige Entwicklung
2.1 Werdegang des Begriffs
2.2 Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung
3. Bildung für nachhaltige Entwicklung
4. Der Schulgarten
4.1 Der Schulgarten und seine aktuelle Bedeutung für die BNE
4.2 Förderung der Gestaltungskompetenz durch die Schulgartenarbeit
4.3 Aktuelle Situation der Schulgärten in der Praxis
5. Schulgarten - ein Ort der Förderung vielfältiger Bildungsprozesse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung des Schulgartens als außerschulischen Lernort zur Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und analysiert, wie dieser in den Schulalltag integriert werden kann, um Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gestaltung der Welt zu vermitteln.
- Bedeutung der Agenda 2030 und der BNE im schulischen Kontext.
- Die Rolle des Schulgartens als Ort zur Förderung der Gestaltungskompetenz.
- Analyse der aktuellen Situation und Implementierung von Schulgärten in Deutschland.
- Förderung interdisziplinärer, sprachlicher und transformatorischer Bildungsprozesse im Garten.
- Bedeutung des Schulgartens als Ort der sozialen Vernetzung und transkulturellen Begegnung.
Auszug aus dem Buch
4.2 Förderung der Gestaltungskompetenz durch die Schulgartenarbeit
Wie der Schulgarten und die Arbeit darin konkret dazu beiträgt, dass die bloße Betroffenheit durch die allseits beklagten nicht-nachhaltigen Umstände überwunden und in eine aktive Gestaltungskompetenz überführt wird, soll im Folgenden unter Betrachtung der einzelnen Teilkompetenzen untersucht und dargelegt werden.
Betrachtet man die erste der zwölf Teilkompetenzen nach de Haan, kommt die Frage auf, wie in einem Schulgarten weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufgebaut werden kann, da man doch vermutet, dass gerade dieser Ort die Regionalität hervorheben soll. Dies gestaltet sich allerdings einfacher als gedacht, indem man sich mit den bereits eingebürgerten Kulturpflanzen näher auseinandersetzt und nach ihrem jeweiligen Ursprung forscht. „In Schulgärten kann deshalb nicht nur die regionale Kultur vermittelt werden, […] sondern durch den Anbau geeigneter, fremdländischer Kulturpflanzen auch ein Einstieg ins globale Lernen […] geleistet werden.“ Des Weiteren wird den Schülerinnen und Schüler eine neue Sicht hinsichtlich des Aufwands eröffnet. So wird ein Bewusstsein gefördert, das den gärtnerischen Aufwand zur Produktion von Gemüse oder Obst hervorhebt und wertschätzt und den eigenen Umgang mit diesen beeinflusst.
Die zweite Teilkompetenz des vorausschauenden Denkens und Handelns wird durch eine gelungene Gartenarbeit impliziert und kann nahezu unmöglich umgangen werden, sofern beabsichtigt wird, eine beispielsweise gute Ernte oder ein blühendes Blumenbeet zu erhalten. Ebenso wird diese durch einen noch nicht vorhandenen Schulgarten gefördert, der in der Planung ist und auf einem bestimmten Gelände angelegt werden soll.
Gleichermaßen verhält es sich mit der Gewinnung interdisziplinärer Erkenntnisse. Erhofft man sich einen gärtnerischen Erfolg durch eine gelungene Ernte, kann auf biologisches Wissen nicht verzichtet werden. Aber auch Motorik, technisches Verständnis, physikalische Gesetze und mathematische Berechnungen finden in diesem Rahmen Anwendung. Der Garten ermöglicht auf diese Weise ein fächerübergreifendes sowie ganzheitliches Lernen, indem der überlegte Umgang mit der Natur, die Sinne miteinbezieht und eine unmittelbare Verbindung zur Natur schafft und somit Kopf, Hand und Herz in den Schaffensprozess einbindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Dringlichkeit nachhaltigen Handelns angesichts aktueller Krisen und stellt den Schulgarten als potenziell geeigneten Lernort für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung vor.
2. Nachhaltige Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Ursprung des Nachhaltigkeitsbegriffs und die Bedeutung der Agenda 2030 für eine globale Zukunftsgestaltung.
3. Bildung für nachhaltige Entwicklung: Das Kapitel definiert BNE als notwendige pädagogische Antwort auf globale Herausforderungen und skizziert die entsprechenden weltweiten Aktionsprogramme.
4. Der Schulgarten: Hier wird der Schulgarten als idealer Ort für BNE analysiert, seine pädagogische Bedeutung hervorgehoben, die Förderung der Gestaltungskompetenz untersucht und der aktuelle Status der Schulgärten in Deutschland beleuchtet.
5. Schulgarten - ein Ort der Förderung vielfältiger Bildungsprozesse: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Schulgarten durch interdisziplinäres, sprachliches und transformatorisches Lernen zur ganzheitlichen Bildung der Schülerinnen und Schüler beiträgt.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Schulgarten durch gezieltes Engagement als wesentlicher, fächerverbindender Lernort zur Förderung der Gestaltungskompetenz dienen kann und für eine nachhaltige Zukunft unverzichtbar ist.
Schlüsselwörter
Schulgarten, Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Agenda 2030, Gestaltungskompetenz, Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit, fächerübergreifendes Lernen, transformatorische Bildung, Partizipation, soziale Kompetenz, Umweltbildung, transkulturelles Lernen, Handlungsfähigkeit, Globales Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Schulgärten als Lernorte, um Schülerinnen und Schüler für eine nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und ihnen handlungsorientierte Kompetenzen zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Agenda 2030, der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), der theoretischen Begründung von Schulgartenarbeit und der praktischen Implementierung dieser Lernorte in den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Eignung des Schulgartens als Ort zur Förderung der Gestaltungskompetenz zu belegen und Wege aufzuzeigen, wie dieser als feste Komponente in Schulen etabliert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle bildungstheoretische Konzepte wie die Gestaltungskompetenz nach de Haan mit der praktischen Schulgartenarbeit verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (BNE) mit der pädagogischen Relevanz des Schulgartens zusammengeführt, die aktuelle Situation an deutschen Schulen betrachtet und der Schulgarten als Ort interdisziplinärer sowie transformatorischer Bildungsprozesse analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: BNE, Gestaltungskompetenz, Schulgarten, Agenda 2030, Partizipation, Handlungsfähigkeit und fächerübergreifendes Lernen.
Warum spielt die sogenannte "Gestaltungskompetenz" eine so zentrale Rolle?
Die Gestaltungskompetenz wird als das Ziel der BNE identifiziert, da sie Lernende befähigt, Wissen in verantwortungsbewusstes und zukunftsfähiges Handeln zu übersetzen, was im Schulgarten exemplarisch geübt werden kann.
Welche Rolle spielt der Schulgarten bei der Bewältigung der "Natur-Defizit-Störung"?
Der Schulgarten fungiert als natürlicher Wegbegleiter, der die durch die zunehmende Urbanisierung bedingte Entfremdung von der Natur überwindet und Kindern ermöglicht, ökologische Zusammenhänge wieder unmittelbar zu erleben.
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- Anonym (Author), 2020, Förderung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel eines Schulgartens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960397