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Theorie der Macht bei Niklas Luhmann

Title: Theorie der Macht bei Niklas Luhmann

Term Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Thomas Schröder (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Die weltweite Vernetzung von Systemen und Systemstrukturen scheint analog zum Theorem der Globalisierung mit zunehmender Eigendynamik und Rasanz eine Entwicklung zu nehmen, die sich mehr denn je dem Einfluß und der Steuerbarkeit durch Politik entzieht. Durch die strukturell asymmetrische Lagerung der Grundbedingungen der multilateralen Weltgesellschaft auf der einen und der territorialen Gebundenheit der Politik auf der anderen Seite, kommt es scheinbar zunehmend zum Rückgang der politischen Einflußmöglichkeiten.
Die Frage, inwieweit das politische System überhaupt noch steuerungsfähig ist, verweist auf ein dirigistisches Vorverständnis und soll hier mit der kritischen Bemerkung präzisiert werden, dass das Steuern im Sinne von Navigieren und richtunggebendem Lenken nicht notwendig als zentrale Aufgabe von Politik aufgefasst werden muß. Die Gegenposition stellt in Betracht, dass das politische System zunehmend die Fähigkeit verliert, sich (im Sinne von Talcott Parsons Begriff des collectiv goal attainment) hinreichend an strukturelle Veränderungen anpassen zu können.
Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur systemtheoretischen Annäherung an diesen Fragenkomplex leisten. Eine Theoretisierung von Macht (als Einflußmöglichkeit) ist angesichts (global) unüberschaubarer werdender Einfluß- und Interdependenzstrukturen unabdingbar. Die Machttheorie Niklas Luhmanns bietet dazu einen wesentlichen Ausgangspunkt. Um einen Überblick auf die Theorie der Macht bei Luhmann zu gewinnen, bedarf es zahlreicher Definitionen und Erläuterungen von Begriffen. Ebenso wie die allgemeine Systemtheorie Luhmanns (1984) bedeutet auch die Theorie der Macht einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der bisherigen Terminologie und des vorherrschenden Verständnisses in der Soziologie. Die luhmannsche Theorie versteht sich als eine Weiterführung des machttheoretischen Ansatzes von Talcott Parsons und lädt somit zu vergleichenden Exkursen mit dessen Ideen ein. Luhmann erläutert dem Begriff der Macht allgemein aus einer sozio-kulturellen und evolutionstheoretischen Perspektive, um dann –deduktiv – auf Spezifika und Einzelerscheinungen, wie die Einschränkung von politischer Macht durch intersystemische Wechselbeziehungen und durch die Generierung von (Organisations)Systemen mit machtabsorbierenden Eigenschaften überzuleiten.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DARSTELLUNG UND ÜBERBLICK

2.1. Macht als Kommunikationsmedium

2.2. Handlungsbegriff im Verhältnis zu Macht

2.3. Funktion von Medien-Codes

2.4. Macht und physische Gewalt

2.5. Technisierung des Sozialen

2.6. Dreidimensionaltät von generalisiertem Einfluß

2.7. Risiken der Macht

2.8. Gesellschaftliche Relevanz von Macht

2.9. Macht und organisationsspezifische Systeme

3. RESÜMEE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systemtheoretischen Beitrag zur Theoretisierung von Macht zu leisten, um die Möglichkeiten und Grenzen politischer Steuerung in einer global vernetzten Weltgesellschaft zu analysieren. Dabei wird der Ansatz von Niklas Luhmann kritisch dargelegt und in Bezug auf seine strukturelle Logik sowie seine sozio-kulturelle Evolution untersucht.

  • Macht als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium
  • Differenzierung zwischen Macht, Zwang und physischer Gewalt
  • Die Rolle der Technisierung und binärer Codes in sozialen Systemen
  • Risiken der Macht und das Problem der Entscheidungssteuerung
  • Interdependenzen und Macht innerhalb von Organisationen

Auszug aus dem Buch

2.1. Macht als Kommunikationsmedium

Die Grundlage des theoretischen Konzeptes von Macht bei Niklas Luhmann ist die Theorie der Kommunikationsmedien. Bei der Betrachtung der aus dem 19. Jahrhundert überlieferten Gesellschaftstheorien handelt es sich zum einen um die Theorie der sozialen Differenzierung nach funktionalen Subsystemen, Mechanismen und Formen von Stratifikation und zum anderen um die Theorie der sozio-kulturellen Evolution. Die Frage nach den Begriffen der Kommunikation und der Motivation hat in diesen Theorien keine nachhaltige Bedeutung, worin Luhmann einen Mangel sieht. Er unternimmt daher den Versuch, eine allgemeine Theorie symbolisch verallgemeinerter Kommunikation zu formulieren und diese sowohl mit dem Konzept der Gesellschaftsdifferenzierung als auch mit dem der sozio-kulturellen Evolution zu verbinden.

Der Begriff der Kommunikation setzt sich nach Luhmann aus drei Komponenten zusammen, von denen jede für sich eine Entscheidung bedeutet. Eine Komponente von Kommunikation ist die Mitteilung, die die Art und Weise bezeichnet, mit der ein Inhalt kommuniziert wird. Der Inhalt selbst ist die zweite Komponente und ist gleichbedeutend mit der Information. Als drittes Element nennt Luhmann das Verstehen. Verstehen liegt genau dann vor, wenn Ego die Differenz zwischen Mitteilung und Information erkennt und in Bezug darauf die Anschlußbedingungen für die Nachfolgekommunikation festlegt; diese bestehen in der zweiwertigen Struktur von Annahme und Ablehnung. Nur wenn gewährleistet ist, dass eine dreifache Auswahl, nämlich auf der Ebene der Mitteilung, der Information und des Verstehens vorliegt, entsteht Kommunikation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die abnehmende Steuerbarkeit politischer Systeme in der Weltgesellschaft und führt in die systemtheoretische Machttheorie von Niklas Luhmann als analytischen Ausgangspunkt ein.

2. DARSTELLUNG UND ÜBERBLICK: Dieses Kapitel erläutert Macht als Kommunikationsmedium, thematisiert das Verhältnis zum Handlungsbegriff sowie die Funktion von Medien-Codes und diskutiert den Zusammenhang zwischen Macht, physischer Gewalt, Technisierung und gesellschaftlicher Organisation.

3. RESÜMEE: Das Resümee fasst den systemtheoretischen Ansatz zusammen und bewertet dessen Plausibilität und Nutzen bei der Analyse politischer Einflussmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Systemtheorie, Machttheorie, Kommunikationsmedien, soziale Differenzierung, symbolische Generalisierung, doppelte Kontingenz, physische Gewalt, Technisierung, Organisationen, Entscheidung, Handlung, Machtstruktur, politische Steuerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Machttheorie von Niklas Luhmann innerhalb der systemtheoretischen Perspektive, insbesondere mit Blick auf die Steuerungsfähigkeit politischer Systeme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Macht als Kommunikationsmedium, die Rolle von Medien-Codes sowie die Einschränkungen und Risiken von Macht in hochkomplexen Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine systemtheoretische Annäherung an Machtstrukturen, um zu verstehen, wie Macht in einer komplexen Weltgesellschaft konstituiert und übertragen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Methodik nach Luhmann, wobei Begriffe theoretisch definiert und in ihrem funktionalen Zusammenhang dargestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Macht als Code funktioniert, wie sie sich von Zwang abgrenzt und wie sie innerhalb von Organisationen und sozialen Systemen operiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Systemtheorie, Kommunikationsmedien, Machtstruktur, soziale Differenzierung, Entscheidungsleistung und politische Steuerung sind prägende Begriffe.

In welcher Beziehung steht Macht zu physischer Gewalt bei Luhmann?

Luhmann betrachtet physische Gewalt als ein Mittel, das zwar die symbolische Ebene vermittelt, aber die Macht-Funktion annulliert, sobald sie faktisch als Zwang ausgeübt wird.

Warum ist die „Zweit-Codierung“ für Luhmann so wichtig?

Die Zweit-Codierung, beispielsweise durch das Recht, ermöglicht eine universelle Anschlussfähigkeit und verhindert die Beliebigkeit von Machtausübung durch die Verknüpfung mit festen Kriterien.

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Details

Title
Theorie der Macht bei Niklas Luhmann
College
University of Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Grade
sehr gut
Author
Thomas Schröder (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V9605
ISBN (eBook)
9783638162623
ISBN (Book)
9783638641166
Language
German
Tags
Macht; Systemtheorie; Luhmann Theorie der Macht Machttheory Willen Neutralisierung des Willens des Anderen Niklas Luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schröder (Author), 2001, Theorie der Macht bei Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9605
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