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Bedarfsermittlungen in der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Eine Evaluation im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Título: Bedarfsermittlungen in der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Tesis (Bachelor) , 2019 , 50 Páginas

Autor:in: Sophie Trenkler (Autor)

Trabajo social
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In einer modernen Gesellschaft sollte jeder Mensch, mit oder ohne Behinderung, dass Leben führen können, welches er für richtig hält. Gesellschaftliche Ungleichheitsstrukturen oder Barrieren sollten nicht daran hindern, den eigenen Platz zu finden. Menschen mit Behinderungen sollten nicht in „Sonder“-welten leben, sondern mittendrin und an allen Gestaltungsprozessen partizipativ teilnehmen. Moderne Behindertenhilfe muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Mit dem BTHG ist von der Bundesregierung ein Reformgesetz verabschiedet worden, diese Dinge zu ermöglichen und schickt sich an, Inklusion in der Gesellschaft zu etablieren.

Mein Praktikum im Sommersemester 2018 startete zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen in einem Umstrukturierungsprozess befand. Es mussten neue gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden und ein neues Bedarfsermittlungsgesetz kam zum Einsatz: der ITP. Dieser soll es ermöglichen die leistungsberechtigten Bürger in den Blick zu nehmen, mit ihren Ressourcen und Zielen. Während dieser Zeit bildete sich die Frage, wie sich eben diese Bürger in dem Hilfeprozess fühlen. Fühlen sie sich als Mitgestalter ihrer Zukunft, im Fokus der Hilfeplanung? Bietet der ITP die Chance, personenzentrierte Hilfe zu ermöglichen?

Zur theoretischen Einordnung von Bedarfsermittlungen wird im ersten Kapitel die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen beschrieben. Dafür wird die UN-BRK erläutert und die Auswirkungen dieser auf die Judikative der Bundesrepublik, die zur Verabschiedung des BTHGs führte. Im folgenden Kapitel geht es um Grundlagen von Bedarfsermittlungen, denn während dieser kommt der ITP zum Einsatz. Es wird der ICF-Katalog erläutert und wie dieser den Behindertenbegriff, der in der Behindertenhilfe zum Einsatz kommt, verändert hat. Im praktischen Teil dieser Arbeit wird im dritten Kapitel zum Anfang auf die Entstehung der Fragestellung eingegangen und welche Methode verwendet wurde, um diese möglichst genau beantworten zu können. Anschließend wird der genutzte Fragebogen dargestellt, mit den unterschiedlichen Fragenkomplexen. Es werden die gewonnenen Ergebnisse vorgestellt, welche Fehler bei der Erhebung entstanden sein können und abschließend werden Handlungsempfehlungen abgeleitet. Dies kann dazu beitragen, die Qualität der Arbeit im ASD zu steigern, da Erfahrungen der leistungsberechtigten Bürger sichtbar gemacht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1 Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

1.1 UN-Behindertenrechtskonvention

1.2 Das Bundesteilhabegesetz

1.3 Der Integrierte Teilhabeplan

1.4 Eingliederungshilfe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

2 Grundlagen einer Bedarfsermittlung

2.1 Der International Code of Functioning, Disability and Health

2.2 Der Behindertenbegriff

2.3 Der personenzentrierte Ansatz

3 Evaluation von Bedarfsermittlungen

3.1 Fragestellung und Methodenvorstellung

3.2 Der Fragebogen

3.3 Die Durchführung

3.4 Die Auswertung

4 Die Ergebnisse

4.1 Die Atmosphäre

4.2 Das Netzwerk

4.3 Die Ziele

4.4 Das Verfahren

5 Darstellung der Fehlerquellen

6 Ableitung von Handlungsempfehlungen

7 Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Qualität und Umsetzung der Bedarfsermittlung im Rahmen des Integrierten Teilhabeplans (ITP) bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Ziel ist es, das subjektive Erleben der leistungsberechtigten Bürger während des Hilfeprozesses zu evaluieren, um Ansätze zur Qualitätssteigerung und zur Förderung der Partizipation und Personenzentrierung abzuleiten.

  • Evaluation der Bedarfsermittlung mittels ITP aus Sicht der Bürger
  • Theoretische Einordnung von Inklusion, UN-BRK und Bundesteilhabegesetz
  • Analyse des personenzentrierten Ansatzes in der sozialen Arbeit
  • Einfluss der Gesprächsführung und Atmosphäre auf den Hilfeplanungsprozess
  • Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Bedarfsermittlungsverfahren

Auszug aus dem Buch

1.3 Der Integrierte Teilhabeplan

Der ITP ist eine Weiterentwicklung des IBRP und versucht eine Lücke der vormals genutzten Bedarfsermittlungsinstrumente, zu den vom BTHG vorgegeben Grundsätzen zu schließen. Entwickelt wurde er von Frau Prof.in Dr.in Gromann und wird derzeit in fünf Bundesländern angewandt. Frau Professorin Gromann beschreibt den ITP als „eine prozess- und dialogorientierte Ermittlung von Teilhabebedarfen von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Bezeichnung ‚integriert‘ steht dabei für die Einsicht, dass vielfältige Wechselwirkungsprozesse zwischen Person, Lebenslage und Sozialraum existieren.“ Hieraus ergeben sich die Prinzipien, die dem ITP zu Grunde liegen: Transparenz, Trägerübergreifend, Interdisziplinarität, Konsensorientiertheit, Individualität, Lebensweltbezogenheit, Sozialraum- sowie Zielorientiertheit. Durch diese Vorgaben wird ein Gerüst an die Hand gegeben, welches die Möglichkeit bietet, eine gründliche Bedarfsermittlung durchzuführen.

Aus den Prinzipien kann abgeleitet werden, dass der ITP ein dialogisches Verfahren ist, welches darauf ausgelegt ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zuallererst mit dem Bürger selbst, sowie mit allen an dem Hilfeprozess beteiligten Personen. Damit werden die Bürger als gleichwertige Partner im Prozess anerkannt.

Auf insgesamt acht Seiten werden im ITP soziale Daten der Bürger, aktuelle Angaben zum sozialen Umfeld, Wohnsituation, Arbeitssituation und finanzieller Lage erfasst. Außerdem Fähig- und Fertigkeiten, sowie Ziele und deren Indikatoren (Wann ist das Ziel erreicht?). Zudem werden schon aktuell erbrachte Unterstützungsleistungen aufgenommen, Leistungen vorrangiger Rehabilitationsträger (Pflegeleistungen, Leistungen vom Jobcenter etc.), sowie die Form der Behinderung und eine ICD Erkrankung (zur Feststellung des leistungsberechtigten Personenkreises). Daten werden nur erhoben, wenn die Bürger damit einverstanden sind. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass eine fehlende Mitwirkung (§66 SGB I) zu einer Kürzung / Ablehnung der gewünschten Leistung führen kann. Das kann Bürger unter Druck setzen und birgt ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zum Sozialarbeiter.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Eingliederungshilfe für behinderte Menschen: Beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen wie die UN-BRK und das Bundesteilhabegesetz sowie die spezifische Struktur der Eingliederungshilfe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

2 Grundlagen einer Bedarfsermittlung: Erläutert die theoretischen Basis-Konzepte, insbesondere den ICF-Katalog und den personenzentrierten Ansatz als Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Hilfeplanung.

3 Evaluation von Bedarfsermittlungen: Legt die wissenschaftliche Vorgehensweise, die Erstellung des Fragebogens, die Durchführung der Befragungen und die gewählte Auswertungsmethode dar.

4 Die Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Daten der Befragung, unterteilt in die Kategorien Atmosphäre, Netzwerk, Ziele und Verfahren, ergänzt durch die Beobachtungsprotokolle.

5 Darstellung der Fehlerquellen: Diskutiert kritisch die Limitationen der Studie, wie die Stichprobengröße und mögliche Interviewereffekte.

6 Ableitung von Handlungsempfehlungen: Formuliert auf Basis der Ergebnisse praxisnahe Vorschläge zur Verbesserung der Qualität der Bedarfsermittlung und des ITP-Verfahrens.

7 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der aktuellen sozialpolitischen Anforderungen und der Rolle des ITP als Instrument der Teilhabe.

Schlüsselwörter

Eingliederungshilfe, Bundesteilhabegesetz, BTHG, Integrierter Teilhabeplan, ITP, Bedarfsermittlung, Personenzentrierung, Soziale Arbeit, Teilhabe, Inklusion, ICF-Katalog, Hilfeplanung, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Evaluation, Behindertenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Thesis evaluiert die Qualität und Durchführung von Bedarfsermittlungen innerhalb der Eingliederungshilfe, wobei der Fokus auf dem Integrierten Teilhabeplan (ITP) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes, der Paradigmenwechsel von der Fürsorge zur Teilhabe, das Konzept des personenzentrierten Arbeitens und die Einbeziehung der Sichtweise von Menschen mit Behinderungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie sich Bürger im Hilfeprozess fühlen, ob sie sich als Mitgestalter ihrer Zukunft wahrnehmen und ob der ITP tatsächlich die Chance bietet, personenzentrierte Hilfe zu verwirklichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Sozialforschungsmethode gewählt, bestehend aus einem strukturierten, anonymen Fragebogen für die leistungsberechtigten Bürger und ergänzenden Beobachtungsprotokollen für die Bedarfsermittlungstermine.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung und Grundlagenarbeit, gefolgt von einer detaillierten Auswertung der empirischen Ergebnisse in verschiedenen Kategorien sowie der Diskussion der Fehlerquellen und Handlungsempfehlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ITP, Bedarfsermittlung, BTHG, Teilhabe, Inklusion und personenzentrierter Ansatz charakterisieren.

Wie bewerten die Bürger im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte die Atmosphäre während der Bedarfsermittlung?

Die Bürger bewerten die Atmosphäre mehrheitlich positiv. Über 83% konnten dem Gespräch gut folgen, fühlten sich ernst genommen und konnten ihre Anliegen äußern, was auf hohe kommunikative Kompetenzen der Sozialarbeiter hinweist.

Welche Kritikpunkte bringen die befragten Personen am Verfahren vor?

Kritisiert wurden insbesondere der hohe bürokratische Aufwand, lange Bearbeitungszeiten und das Gefühl, dass teilweise zu viele oder sehr persönliche Fragen in kurzer Zeit gestellt werden, was als anstrengend empfunden wurde.

Final del extracto de 50 páginas  - subir

Detalles

Título
Bedarfsermittlungen in der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
Subtítulo
Eine Evaluation im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Universidad
University of Applied Sciences Neubrandenburg
Autor
Sophie Trenkler (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
50
No. de catálogo
V960802
ISBN (Ebook)
9783346305770
ISBN (Libro)
9783346305787
Idioma
Alemán
Etiqueta
bedarfsermittlungen eingliederungshilfe menschen eine evaluation landkreis mecklenburgische seenplatte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sophie Trenkler (Autor), 2019, Bedarfsermittlungen in der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960802
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