Synergie. Wortherkunft und Definition


Ausarbeitung, 2000

5 Seiten, Note: 1


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Synergie

der Sozialpsychologie erst seit kurzer Zeit eine definitive Bedeutung bekommen hat, nämlich im Zu- sammenhang mit den Schlagwörtern „Organisations-entwicklung“, „Team-Coaching“ und „Bera- tung“.

1) Klärung der Wortherkunft und Definition des Begrif- fes Synergie in seinen verschiedenen Bereichen

SYNERGIE: „Jene Energie, die für den Zusammenhalt und die gemeinsame Erfüllung von Aufgaben zur Verfügung steht“(Duden 1982 S.743).

„[griech. Synergía >Mitarbeit<, zu synergein >zusammenarbeiten<] Allgemein: Das Zusammenwirken verschiedener Kräfte, Faktoren oder Organe zu einer abgestimmten Gesamtleistung [...], auch die hieraus resultierende Gesamtkraft“ (Brockhaus, Band 21, 1993, S. 531-533).

Der Begriff Synergie wird in oben angeführter Erklärung genau definiert. Er ist aber ein Unterbegriff zum Wort Synergetik, welches in den Bereichen der Naturwissenschaften sehr häufig gebraucht wird. Geprägt wurde der Fachbegriff vom Physiker H. Haken im Jahre 1969 im Sinne einer „Lehre vom Zusammenwirken verschiedener Kräfte“.

Die Synergetik findet Anwendung im Bereich der Physik, zum Verständnis der Beziehung Lichtquelle zu Laser, und weiters in den Bereichen der Chemie, Biologie, und Ökologie. (vgl. Brockhaus Band 21, 19 , S. 531-533).

Im Fachwörterbuch der Medizin, wird Synergie wie folgt beschrieben: „Zusammenwirken; z. Bsp. von Muskeln, innersekretorischen Drüsen“ (Pschyrembel 257. Auflage 1994, S. 1502).

Eine für uns aber interessantere Erklärung des Wortes Synergie, finden wir im Bereich der Sozialpsychologie.

2) Die Bedeutung des Wortes Synergie in der Pädagogik

Synergie:„Durch das Zusammenwirken mehrerer Personen erwächst aus den individuellen Einzelkenntnissen und Einzelfähigkeiten ein Problemlösungs- und Handlungsvermögen, das mehr ist als die Summe dieser Einzelvermögen. Wesentliche Voraussetzungen sind der offene Diskurs, die Distanz zu eigenen Ansichten und die Bereitschaft, den gemeinsamen Arbeitsprozeß vorbehaltlos zu unterstützen“ (Wörterbuch Pädagogik 1995, S. 335).

Exzerpt aus dem Buch „Beratung“ von Frank Nestmann

Der Begriff Synergie, wie er im Bereich der Pädagogik definiert ist, trifft auch auf die Themenbereiche Beratung und Team-Coaching zu. Synergie besagt, daß in einer Gruppe Energien gesammelt und freigegeben werden, die eine einzelne Person nicht hervor- bringen kann. Anders ausgedrückt: Jeder einzelne Beitrag eines Gruppenmitgliedes, bringt je- nen Effekt hervor, der in einer Zusammenarbeit der Gruppe resultiert. Um eine solche Zu- sammenarbeit, genannt Synergieeffekt, zu erzielen, müssen gewisse Voraussetzungen ge- schaffen werden:

1) Die gegenseitige Wertschätzung: Diese ist vor allem in der psychosozialen Bera- tung ein wichtiger Faktor. Das Verhältnis zwischen Berater, Beraterin und Klient, Klientin soll von gegenseitigem Respekt geprägt sein.
2) Klarheit der Kommunikation: Beide Kommunikationsteilnehmer müssen sich einer eindeutigen und unmißverständlichen Redeweise bedienen, um einen Konsens im Gespräch zu finden.

Der Synergieeffekt tritt aber nicht nur dann auf, wenn Berater, Beraterin und Klient, Klientin zusammentreffen, sondern auch, wenn sich mehrere Personen in einer Gruppe mit sich selbst auseinandersetzen. Diese Gruppen können Groß- oder Kleingruppen sein, wobei letztere besser geeignet sind, einen positiven Effekt zu erzielen.

Die Meinung, die in einer Kleingruppe vorherrscht, wird von den einzelnen Gruppenmitgliedern bzw. von deren Interaktion gebildet, was wiederum bewirkt, daß sich Probleme von einer Gruppe leichter lösen lassen, als von einem einzelnem Gruppenmitglied.

Wie kommt es nun zu diesem Leistungsvorteil der Gruppe? Der Vorteil resultiert aus der Theorie der Selbstorganisation, die besagt, daß das Zusammenwirken aller Gruppenmitglieder eine Qualitätssteigerung gegenüber der Einzelarbeit der Gruppenmitglieder nach sich zieht.

Wenn nun der Synergieeffekt auftreten soll, wie kann man diesen nun voll ausschöpfen? Er kann auf verschiedenste Weise aktiviert werden, nämlich durch:

1) Kooperation der Gesprächsteilnehmer
2) Positive Bewertung der in der Gruppe eingebrachten Gedanken

Man muß aber auch auf gewissen Vorbehalte Rücksicht nehmen, um einen synergetischen Selbstorganisationseffekt zu erzielen.

- Es muß gewährleistet sein, daß jeder in der Gruppe seine Gedanken frei aussprechen und mit anderen Gedankengängen verbinden kann.
- Es darf keine Bevormundung eines Mitgliedes durch ein anderes erlaubt sein.
- Es müssen alle Gruppenmitglieder als gleichwertig und gleichberechtigt angesehen werden.

Schlußworte

Das theoretische Konzept der Synergetik ist für mich ein wichtiger Denkansatz um Lösungen für Probleme zu finden, die in der Gruppe auftreten, und von der Gruppe sicher besser gelöst werden können, als von den Einzelpersonen der Gruppe.

Synergie zeigt aber auch, daß man, wenn man Probleme wirklich lösen will, sich an gewisse Regeln halten muß.

Quellenverzeichnis

Brockhaus (Hg.) (1993): Brockhaus in 24 Bänden. 19. Auflage, Band 21. Mannheim: F. A. Brockhaus. S. 531-533

Duden (Hg.) (1982): Duden in 10 Bänden. Das Fremdwörterbuch. 4. Auflage, Band 5. Dudenverlag. S. 743

Pschyrembel, W. (Hg.) (1994): Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 257.Auflage. Berlin-New York; de Gruyter. S. 1502

Nestmann, Frank (Hg.) (1997): Beratung. Bausteine für eine inter- disziplinäre Wissenschaft und Praxis. Tübingen; Dgvt-Verlag. S. 91-98

Schaub H., Zenke K. G. (Hg.) (1995): Wörterbuch Pädagogik. 2. Auflage. München; DTV GmbH Co. KG. S. 335

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Details

Titel
Synergie. Wortherkunft und Definition
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V96082
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Synergie
Arbeit zitieren
Markus Woschitz (Autor), 2000, Synergie. Wortherkunft und Definition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96082

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