Bildbetrachtung im Kunstunterricht dargestellt an praktischen Beispielen aus einer 9. Realschulklasse


Unterrichtsentwurf, 2013

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Begründung der Themenwahl
1.2. Leitfragen
1.3. Zum Inhalt

2. Zur didaktischen Relevanz der Kunstbetrachtung
2.1. Das Fach Kunst und die Persönlichkeitsbildung
2.2. Bildkompetenz und Umgang mit Bildern im Kunstunterricht
2.3. Wahrnehmungsprozess als ästhetischer Lernprozess

3. Medien in der Kunstbetrachtung
3.1. Auswahl der Bilder
3.2. Präsentationsmöglichkeiten im Unterricht
3.3. Urheberrechte bei der Nutzung der Bilder aus dem Internet

4. Exemplarische Vorschläge zu Methoden der Bildbetrachtung
4.1. Die Schärfe des Bildes variieren
4.2. Bildausschnitte zeigen/ Sukzessives Aufdecken
4.3. Methode „Koffer packen“
4.4. Kreativer Filmeinsatz – Methode „Kugellager“

5. Dokumentation der Unterrichtsversuche zur aktiven Bildbetrachtung
5.1. Situation im Schulalltag
5.2. Unterrichtseinheit „Nanas an der Ostsee“ in Anlehnung an Kunstwerke von Niki de Saint Phalle. Experiment zur Wahrnehmung der Farben
5.3. Aktive Bildbetrachtung der Modeentwürfe der Mitschülerinnen und Mitschüler mit der Methode „Koffer packen“

6. Reflexion und Auswertung

7. Literaturliste

Anhang
Fotografische Dokumentation des praktisches Beispiels I: Unterrichtseinheit „Nanas an der Ostsee“
Fotografische Dokumentation des praktisches Beispiels II: „Entwerfe deine eigene Modekollektion“

1. Einleitung

1.1. Begründung der Themenwahl

Die Bildbetrachtung gehört zu den wichtigen Aufgaben im Kunstunterricht und hat eine besondere Relevanz in unserer zunehmend von Bildern geprägten Welt. Die Bildbetrachtung fließt praktisch in jede Unterrichtsstunde ein. Jede Wahr­nehmungsübung ist gleichzeitig eine Schau und die Unterrichtsplanung im Fach Kunst beginnt für mich mit den Fragen: „Wo finde ich geeignete Medien? Können alle Schülerinnen und Schüler von ihren Plätzen in einem relativ engen Kunst­raum die Reproduktion gut sehen? Darf ich eine elektronische Kopie vom ausgewählten Bild anfertigen und verwenden? Es ist ja allgemein bekannt: Besser keine Bildbetrachtung als die Betrachtung einer schlechten Kopie! Das kann anstatt der inneren Begeisterung bei der Begegnung mit einem Kunstwerk das Gegenteil bewirken. Oft scheitert die praktische Planung eines interessanten und zugleich aufwendigen Kunstunterrichts an diesen ständigen Begleitfragen. Es wird dann oft zu einem weniger anspruchsvollen und gleichwohl gut erprobten Unterricht ausgewichen. Darum werden in dieser Arbeit einige Wege skizziert, wie die Jugendlichen zur aktiven Bildbetrachtung hingeführt werden können.

1.2. Leitfragen

Folgende Leitfragen werden in dieser Arbeit gestellt:

1. Welche Medien sind für die Bildbetrachtung geeignet? Wo kann ich als Kunstlehrerin diese Medien in XY ausleihen?
2. Wie bleibe ich bei der Nutzung der Medien rechtlich auf dem sicheren Terrain?
3. Mit welchen Methoden kann ich ein Kunstwerk erfolgreich entdecken lassen, ohne es zu erklären?

1.3. Zum Inhalt

Die außerschulischen Lernorte für die Auseinandersetzung mit Kunstwerken im Original werden hier nicht berücksichtigt, da dies für den Schulalltag oft nicht realisierbar ist. Vielmehr handelt es sich hier um Reproduktionen der Kunstwerke und digitale Medien sowie ihre Verwendung im nicht kommerziellen schulischen Kunstunterricht.

Die Ergebnisse werden anhand der praktischen Unterrichtsversuche der Betrachtung eigener und fremder Bilder in einer 9. Realschulklasse dargestellt und ausgewertet. Die Reflexion und praktische Einsatzmöglichkeit meiner Unter­suchungen in Form eines Leitfadens für Kunstlehrkräfte schließt diese Arbeit ab.

2. Zur didaktischen Relevanz der Kunstbetrachtung

2.1. Das Fach Kunst und die Persönlichkeitsbildung

Vor beinahe vierhundert Jahren bezeichnete Johann Amos Comenius den „Menschen als das höchste, vollkommenste und vortrefflichste der Geschöpfe“ und „die Schulen als Werkstätte der Menschlichkeit“. Dabei behauptete der große Pädagoge, dass die Künste mehr Studien als die Wissenschaften erfordern. Die Kunst erfordert dreierlei: Vorbild, Material und Werkzeug (vgl. Comenius, Große Didaktik, 143). Das Fach Kunst dient der Allgemeinbildung, leistet durch praktisches schöpferisches Tun und Rezeption einen erheblichen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und fördert die ästhetische Urteils- und Wahrnehmungs­fähigkeit. „Vorbilder“ (Medien), „Wahrnehmungsübung“ (Didaktik und Methodik), „Bildkompetenz“ sind Begriffe, die eine wichtige Rolle dabei spielen.

2.2. Bildkompetenz und Umgang mit Bildern im Kunstunterricht

Ein Kunstwerk wahrnehmen, beschreiben, deuten, interpretieren und werten zu können ist ein anstrengender Lernprozess, der eine Herausforderung sowohl für Lernende, als auch für Lehrende bedeutet. Die Wahrnehmung als Fähigkeit soll dabei entwickelt und geschult werden. Ich bin überzeugt, dass die Bildbetrachtung unter dem Aspekt der Persönlichkeits­entwicklung der Jugendlichen eine zunehmende Rolle im Kunstunterricht spielt.

Die Bestätigung dieser Hypothese finde ich sowohl im schulischen Alltag, als auch in den rechtlichen Grundlagen. So wird die Rolle von Bildern im Erwerb von Bildkompetenz im Kerncurriculum des Niedersächsischen Kultusministeriums folgendermaßen legitimiert (Kerncurriculum, 2012, S. 7): „Das Unterrichtsfach Kunst dient den Kindern und Jugendlichen zur Orien­tierung in einer zunehmend von Bildern geprägten Welt und ermöglicht so die kulturelle Teilhabe. In den Kernbereichen des Kunstunterrichts nehmen die Schülerinnen und Schüler eigene und fremde Bilder wahr, entwickeln ein Verständnis für Bilder, kommunizieren mit Bildern und über Bilder, erlernen fachspezifische Methoden der Bildaneignung und –verwendung, beherrschen bildliche Darstellungsformen und entwickeln dabei ihre Imagination, Phantasie und Kreativität. Durch die Sensibilisierung und Schärfung der Wahrnehmung werden den Schülerinnen und Schülern Entstehungen und Wirkungszusammenhänge von Bildern deutlich. Die Entwicklung der Wahrnehmung und des Ausdrucksvermögens der Jugendlichen vollzieht sich, indem sich ästhetische Erfahrungen und gestalterische, rezeptive sowie reflexive Prozesse wechselseitig durchdringen. Dies ist ebenso bedeutsam wie die Förderung der Freude und Genussfähigkeit im Umgang mit Bildern.“

„Ästhetische Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit eigenen und fremden Bildern aus Kunst und Alltag stehen im Mittelpunkt des Unterrichts und ziehen auf den Erwerb von Bildkompetenz als grundlegende kulturelle Kompetenz. Die Bildkompetenz umfasst folgende Bereiche:

- Bilder herstellen und gestalten
- Bilder verwenden und kommunizieren
- Bilder wahrnehmen und beschreiben
- Bilder empfinden, deuten, interpretieren und werten“

Im Kerncurriculum wird ein erweiterter Bildbegriff zugrunde gelegt. Hiernach werden sowohl Ergebnisse als auch Prozesse bildnerischen Handelns als Bild verstanden, welches auch dreidimensionale Werke einschließt.“ (Kerncurriculum, 2012, S. 9)

2.3. Wahrnehmungsprozess als ästhetischer Lernprozess

Zu allen Zeiten war die Auseinandersetzung mit Kunstwerken ein zentraler Aspekt der Kunsterziehung, unabhängig von der jeweils aktuellen didaktisch-theoretischen Ausrichtung und Zeitströmung. Die Kunstbetrachtung betraf jedoch ausschließlich den kognitiven Bereich und mündete nicht in einen praktischen Gestaltungsprozess.

Den Grundstein zur Kunstbetrachtung im heutigen Sinne legte Gunter Otto, indem er den Wahrnehmungsprozess als ästhetischen Lernprozess und die Orientierung des Kunstunterrichts an drei Erkenntnisdimensionen definierte (vgl. Walter Barth, S.59):

- Perzept – Strukturierungsleistungen des Wahrnehmenden
- Konzept – Untersuchung des Zusammenhangs von Inhalt und Bedeutung der formellen Strukturen und
- Allokation – Zuordnung des Kunstwerks zu sozialen, kulturellen und histori­schen Kontexten.

Somit werden zwei Unterrichtsmodelle zur Kunstbetrachtung unterschieden:

- der ursprüngliche Kontextunterricht: die Belehrung über geschichtliche Bedingungszusammenhänge mit dem Ziel der Einordnung des Werkes in geschichtliche Kontexte und
- die Wahrnehmungsübung: die Förderung spontaner Wahrnehmungs­aktivitäten am evidenten Bildgefüge mit dem Ziel der Übung und Verfeine­rung der Wahrnehmungsfähigkeit.

Die Dominanz der Sachinformationen im Kunstunterricht sollte durch das Heran­führen der Jugendlichen an die Moderne Kunst und das Wecken ästhetischer Potentiale ersetzt werden. So vermittelt Walter Barth, Kunstprofessor an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, seinem Zuhörerkreis, zu dem ich in den 90er Jahren auch gehörte, dass der Bereich des Kunstzuganges in der Schule der zentrale Vermittlungsaspekt sein muss. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich mit Arbeiten der Bildenden Kunst selbstständig auseinandersetzen zu können. Hier haben sie sicherlich auch den größten Bedarf, im positiven Sinn "beschult" zu werden, da ihre alltäglichen Sehgewohnheiten zum überwiegenden Teil die Erfahrungen der bewussten sehenden Begegnung mit einem Kunstwerk nicht mehr bieten. Sie sollen bei den Übungen zur Bildbetrachtung die Beobachtungsgabe und Sensibilität, Ausgelassenheit und Toleranz für Bilder und Kunstwerke entwickeln, auch wenn diese zunächst unverständlich erscheinen.

Das Wort „Rezeption“ ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet „Aufnahme“. Der Begriff wurde seit Beginn der 60er Jahre zum Thema des Kunstunterrichts, im Sinne der Aufnahme eines Werks durch den Betrachter. Laut heutigem Kerncurriculum sind „Rezeption, Produktion, Reflexion und Präsentation grundlegend für den Kompetenzerwerb. Diese Bereiche greifen ineinander und durchdringen alle Themenfelder und Gestaltungsbereiche. In der Rezeption beschreiben die Schülerinnen und Schüler Bilder, Bildelemente, Stimmungen; erfassen, benennen und erläutern bildsprachliche Strukturen und die Wirkung von bildnerischen Mitteln; verwenden Fachbegriffe“ (vgl. Kerncurriculum, 2012, S. 16).

In der heutigen Schulpraxis wird von der Kunstrezeption in drei Schritten gesprochen (vgl. Kunst+Unterricht: Kunstrezeption mit Kindern, Heft 288, 2004, S. 8):

1. Einstieg

Stummes Betrachten des Bildes: man soll sich ganz allein Gedanken machen und beim Betrachten etwas empfinden. Es kann von der „Stummen Betrachten“ eine Frage zum Bild abgeleitet oder die Aufgabe gestellt werden.

2. Vertiefte Rezeption

a) Bewusstes Wahrnehmen, differenziertes und genaues Beschreiben der Inhalte, Förderung der Ausdruckskraft, Begriffsbildung und logisches Denken,
b) Erkennen und Beschreiben einfacher Probleme und Zusammenhänge von Linie, Farbe, Struktur, Fläche, Form, Raum, Bewegung, einfacher Bildkompositionen,
c) Kennenlernen, Beschreiben und Ausführen verschiedener Techniken,
d) Kennenlernen der zitierten Künstler mit ihren Lebensdaten aus ausgewählten Werken,
e) Geschichte des Bildes: Was wollte der Künstler aussagen? Was sagt uns das Bild heute?
f) Historische Hintergründe, Stilrichtungen und Funktionen können mehr und mehr im Laufe der Schuljahre einbezogen werden (vgl. Marianne Merz, 1985, S. 3)

3. Transfer (in die kindliche Lebenswelt) mit einer Aufgabe zur künstlerischen Gestaltung in Anlehnung an das Objekt der Kunstbetrachtung.

Das zeitliche Volumen innerhalb des Unterrichts ist variabel: die Begegnung mit einem Werk kann nur wenige Minuten dauern, an anderer Stelle kann sich die Auseinandersetzung mit dem Bild über die gesamte Stunde oder sogar mehrere Stunden erstrecken.

3. Medien in der Kunstbetrachtung

3.1. Auswahl der Bilder

Welche Medien sind geeignet, um „Sehen“ zu lernen und die Bildkompetenz im Umgang mit Bildern zu entwickeln? Wie sollen die Jugendlichen zum Verweilen bei den Bildern motiviert werden? Erstens, die Bilder müssen in angemessener Form gezeigt werden. „Die Muster für das, was ausgeführt werden soll, müssen möglichst vollkommen sein, so dass einer, der sie völlig nachzuahmen versteht, in dieser Kunst für perfekt gelten kann“, so beschreibt Comenius in seiner Didactica magna die Ansprüche an die Vorbilder (S. 147).

Welche Bilder sollen nun gezeigt werden? Da spricht vieles für Kunstwerke. In Werken der Kunst verdichtet sich all das, was man über Bilder wissen muss. Kunstwerke verweisen auf die Geschichtlichkeit von Form und Inhalt der Bilder. Komprimiert zeigen sie Bilder als Ausdruck kultureller Entwicklung. Das Kerncurriculum legt fest (S. 8f.): „Die Auseinandersetzung mit Kunstwerken im Original u. a. in Museen, Ausstellungen und Ateliers ist ein ebenso wichtiger Bestandteil des Kunstunterrichts wie auch die Beschäftigung mit Bildern, die uns im Alltag umgeben wie z. B. digitale Medien, Plakate, Denkmäler… Für den handelnden Erkenntniserwerb sind Medien im Kunstunterricht ein selbstständiger Bestandteil. Sie dienen den Schülerinnen und Schülern dazu, sich Informationen zu beschaffen, sie zu interpretieren und ggf. kritisch zu bewerten sowie sie produktiv und kreativ zur bildhaften Gestaltung zu nutzen…Bilder sollen dabei so ausgewählt werden, dass sowohl zeitgeschichtlich gebundene Ausdrucksformen – geprägt durch einzelne Künstlergruppen oder Künstlerinnen und Künstler – deutlich werden als auch regionale Besonderheiten Berücksichtigung finden. Immer wieder soll die Möglichkeit bestehen, Reproduktionen (Folie, Plakat, Video, DVD, Internet…) oder Kunstwerke im Original zu nutzen. Die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst ist von besonderer Bedeutung, da die Arbeitsweisen und Themen der Erfahrungswelten der Schülerinnen und Schüler oftmals näher stehen.“

3.2. Präsentationsmöglichkeiten im Unterricht

Mit welchen Präsentationsmedien ist eine optimale Vermittlung von Bildern im Schulalltag möglich? Zu den verbreiteten Darbietungs- und Veranschauli­chungsmitteln gehören Reproduktion, Dia, Poster, Postkarten, Ausstellungs­kataloge, Film, Folie. Fritz Seydel (vgl. Kunst, 2008, S. 47f.) gibt einen Überblick der gängigen Medien(ª) mit ihren Vor- («) und Nachteilen (Ø), die hier in einer Tabelle zusammengefasst sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für den kunsthistorischen Kontextunterricht eignet sich besonders ein Film als Medium. „Zu keinem anderen Medium haben junge Menschen einen unbefange­neren und leichteren Zugang. Der Film ist das Medium der Moderne, das die Weltsicht der Menschen wie kein anderes beeinflusst hat, sagt Wolfgang Mattes“ (Methoden für den Unterricht, S. 66).

Die Begegnung mit einem Kunstwerk im Original ist in seiner Wirkung auf den aktiven Betrachter unvergleichbar. Danach empfiehlt sich zweifelsohne die Betrachtung der Reproduktionen von Bildern in hoher Qualität in professioneller Druckform. „Wenn Bildmaterialien in einer übersichtlichen Weise gesammelt und kategorisiert werden, so erwächst heraus eine immense Entlastung im Bereich der Unterrichtsvorbereitung. Ein Leichtes wäre es auch, innerhalb einer Fachschaft mit digitalen Datenträgern wie USB-Sticks eine umfangreiche gemeinsam benutzte Bildersammlung anzulegen“, empfiehlt Andreas Schoppe (Bildzugänge, 2011, S. 179). Was sollen aber Kunstlehrkräfte machen, wenn diese Bildersammlung noch nicht ausreichend ist, um systematisch arbeiten zu können? Wenn ein Museumsbesuch nicht realisierbar ist? In diesem Fall eignet sich z. B. eine PowerPoint-Präsentation als eine verbreitete Präsentationsform im Kunstunterricht. Dabei sind einige Nutzungsregeln zu berücksichtigen.

3.3. Urheberrechte bei der Nutzung der Bilder aus dem Internet

Für eine PowerPoint-Präsentation werden oft digitale Kopien der Bilder aus dem Internet benutzt. Grundsätzlich soll man davon ausgehen, dass dies ohne Über­prüfung der urheberrechtlichen Bestimmungen unzulässig ist. Wie bleibe ich als Kunstlehrerin rechtlich auf dem sicheren Terrain? Die Nutzungsrechte der Texte und Bilder sind in jedem Fall einzeln zu prüfen.

In einem Interview über Urheberrechte und legale Quellen der Internet-Nutzung nennt Herr XY, der medienpädagogischer Berater am Kreismedienzentrum XY, einige Portale, die nicht kommerzielle Verwendung der Materialien zulassen. Die Untersuchungsergebnisse zu diesem Thema sind in einem „Leitfaden“ im Anhang dieser Arbeit zusammengefasst.

4. Exemplarische Vorschläge zu Methoden der Bildbetrachtung

Bilder lösen verschiedene Empfindungen und Assoziationen im Betrachter aus. Es gibt eine Vielzahl von Methoden, die helfen, diese Reaktionen hervorzurufen, um die Wege ins Bild zu finden. Hier werden exemplarisch einige Methoden und deren Verwendung in praktischen Unterrichtsbeispielen beschrieben, die teil­weise auch in meinem Kunstunterricht erprobt wurden.

4.1. Die Schärfe des Bildes variieren

Die Projektion des Bildes (über Beamer oder Overhead-Projektor) ist unscharf eingestellt. Die SuS äußern sich zur Gesamtwirkung des verschwommenen Bildes. Gegebenenfalls können sie auch Vermutungen anstellen, um welchen Bildinhalt und welche Gattung oder Kunstrichtung es sich handeln könnte. Die Scharfstellung kann nach und nach oder auch in einem Zug erfolgen.

Fantasie und Assoziationsfähigkeit werden geweckt, die Bildwirkung wird heran­getastet, ohne dass vorab eine Beeinflussung durch einen klar erkennbaren Bildinhalt erfolgt.

4.2. Bildausschnitte zeigen/ Sukzessives Aufdecken

Ingo Wirth beschäftigt sich mit dieser Methode (vgl. Kunst Methodik, S. 71ff.): „Der Reiz dieser Methode liegt in der Aufmerksamkeit, die zufälligen Ausschnit­ten aus Bildern zugewendet wird. Auch in kleinen, zufälligen Ausschnitten aus Bildern lassen sich Strukturen und Merkmale erkennen, die Fantasie anregen und die auf das zugehörige Bild verweisen. Bei intensiver Auseinandersetzung mit den Fragmenten wird Neugier auf das ursprüngliche Bild geweckt. Dabei geraten Aspekte in den Blick, die bei der Betrachtung des Gesamtwerkes nicht gleich ins Auge springen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Bildbetrachtung im Kunstunterricht dargestellt an praktischen Beispielen aus einer 9. Realschulklasse
Veranstaltung
Ausbildungsfach Kunst
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V960978
ISBN (eBook)
9783346310217
ISBN (Buch)
9783346310224
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Welches unserer Sinnesorgane nimmt die Farben wahr? Das Experiment rief eine aufregende Reaktion hervor. Der Aha-Effekt war aus allen Gruppen zu hören. Ein Schüler beschrieb seine Wahrnehmung: „Nachdem ich zuerst auf das grüne Papier und danach auf die weiße Tischfläche geschaut habe, habe ich rosarot gesehen“. Einen solchen Gegensatz zwischen den Farbwirkungen wird als „Komplementärkontrast“ bezeichnet und es wird dann auch von harmonischen Kombinationen gesprochen.
Schlagworte
Bildbetrachtung, Medien in der Kunstbetrachtung, „Nanas an der Ostsee“, „Deine Modekollektion“
Arbeit zitieren
Natalja Krutova-Soliman (Autor), 2013, Bildbetrachtung im Kunstunterricht dargestellt an praktischen Beispielen aus einer 9. Realschulklasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960978

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