Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Outdoor Fitness und hierbei konkret mit dem Phänomen der Trimm-dich-Pfade in der lokalen Sportentwicklung. Diese werden am Beispiel der Stadt Bayreuth untersucht. Insbesondere wird analysiert, wie man diese Pfade reaktivieren und modernisieren kann und neue Outdoor-Trends aufgreifen kann. Ob der Bedarf der Reaktivierung oder Erneuerung auch für Bayreuth zutrifft, wird durch eine Bedarfsanalyse betrachtet. Anschließend werden konkrete Konzepte solcher Trimm-dich-Pfade beziehungsweise eines modernen Fitnessparcours herausarbeitet.
"Ein Schlauer trimmt die Ausdauer", "Laufen ohne zu Schnaufen" oder einfach "Lauf mal wieder" - Mit diesen Sprüchen animierte Trimmy, das Maskottchen des Deutschen Sportbundes die deutsche Bevölkerung zu sportlicher Betätigung in der freien Natur. Die ersten Pfade entstanden in der Schweiz und wurden "Vitaparcours" getauft; ein Name, der auf die damalige Zürcher Lebensversicherung Vita zurückgeht. Wegen der steigenden Anzahl von Herzinfarkten und Kreislauferkrankungen infolge von Bewegungsmangel und Übergewicht in den 70er-Jahren in Deutschland wurde auf Initiative des Deutschen Sportbundes mit Unterstützung von Politik, Krankenkassen und Sponsoren der Wirtschaft die "Trimm dich"-Bewegungskampagne ins Leben gerufen.
Kernpunkt dieser Bewegung war, in Anlehnung an die Vitaparcours der Schweiz, die Errichtung von Pfaden in der Natur, auf denen sich die Bevölkerung körperlich ertüchtigen konnte. Durch mehr Bewegung sollten die Volkskrankheiten der deutschen Wohlstandsgesellschaft vorgebeugt werden. Im Volksmund bürgerte sich dann der Name "Trimmpfade" ein. Diese bestehen aus Stationen, die die Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit fördern.
Auf den etwa zwei bis vier Kilometer langen Pfaden durch Wald und Wiese wurden im Abstand von ca. 200 Metern Stationen errichtet wie Klimmzugstangen, Recks oder Baumstümpfe, wobei jede Belastung eine andere Muskelgruppe anspricht. Die korrekten Bewegungsausführungen sind an den einzelnen Stationen auf kleinen Schildern dargestellt. Freude, Bewegung und Gesundheit stehen bei der Ausführung klar im Vordergrund. Der Sport soll für alle erlebbar, kostenlos und zu jederzeit praktizierbar sein sowie unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit stattfinden können. Trimmy ist mittlerweile über 45 Jahre alt. Was ist aus dieser Bewegung und vor allem aus den Parcours geworden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Outdoor-Fitness in der lokalen Sportentwicklung
2.1 Lokale Sportentwicklung und Wandel des Sportverhaltens in der Bevölkerung
2.2 Gesundheitsorientierter Fitnesssport
2.3 Sport im naturnahen Umfeld
2.4 Zwischenfazit
3 Analyse des Marktes für Outdoor-Fitness
3.1 Der Markt für Outdoor-Fitness und Fitnesstrends
3.2 Anbieter von Outdoor-Fitness
3.2.1 BodyWeightStation der Firma Eibe
3.2.2 4F-Bewegungsparcours der Firma Playparc
3.2.3 Outdoor-Fitnessgeräte der Firma KOMPAN
3.2.4 Fitnesspfad der Firma Trimm-dich-Pfad.com
3.3 Outdoorsport in der lokalen Sportentwicklung
3.4 Zwischenfazit
4 Entwicklung von Szenarien für die Stadt Bayreuth
4.1 Outdoor-Fitnessangebot in der Stadt Bayreuth
4.2 Möglichkeiten und Konzepte
4.2.1 Modernisierung des alten oder Bau eines neuen Trimm-dich-Pfads
4.2.2 Geräteparks zur freien Nutzung: „Urban Fitness“
4.2.3 Alternativen zum Trimm-dich-Pfad und Geräteparcours
4.3 Gestaltung und Kosten
4.3.1 Renovierung und Ergänzung des vorhandenen Trimm-dich-Pfades
4.3.2 Neubau eines Trimm-dich-Pfades im Studentenwald
4.3.3 Entwurf für einen kompakten Fitnessparcours im städtischen Umfeld
4.3.4 Entwurf für einen Bewegungsparcours im städtischen Umfeld
4.3.5 Möglichkeiten der Finanzierung
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten, das Outdoor-Sportangebot in der Stadt Bayreuth durch die Modernisierung bestehender Anlagen oder die Schaffung neuer Bewegungsparcours zu erweitern, um der Bevölkerung ein gesundheitsorientiertes und niederschwelliges Training zu ermöglichen.
- Analyse des Wandels im lokalen Sportverhalten und der Bedeutung von Outdoor-Fitness.
- Marktanalyse relevanter Anbieter und aktueller Trends wie „Urban Fitness“ und „Calisthenics“.
- Bedarfsanalyse bestehender Sportgelegenheiten in Bayreuth (z.B. Trimm-dich-Pfad „Buchstein“).
- Entwicklung konkreter Gestaltungskonzepte für neue oder modernisierte Sportflächen.
- Bewertung von Finanzierungsmöglichkeiten und Umsetzungsstrategien für die Kommune.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Markt für Outdoor-Fitness und Fitnesstrends
Der Outdoorsport erlebt derzeit eine Renaissance. Fitness-Trends wie „Crossfit“, „Calisthenics“, TRX-Training bzw. Schlingentraining, „Functional“-Training, “Street Workouts” sind momentan in aller Munde und die jeweiligen Communities in Deutschland wachsen rasant. In Ländern wie Brasilien, den USA oder Australien, wo sich ein Großteil des Lebens im Freien abspielt, ist dieser Trend zum Outdoorsport schon seit längerer Zeit zu beobachten (Burneckas, 2017). Hierzulande besitzen viele Kommunen noch einen Pfad aus den Zeiten der Trimm-dich Bewegung. Einige Übungen der alten Pfade entsprechen nicht mehr den neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und bedürfen einer Erneuerung (Seitz, 2000). Städtische Sportämter und Kommunen erwägen daher eine Modernisierung der alten Pfade oder den Neubau eines Geräteparks zur freien Nutzung im städtischen Bereich.
Während der Trend des Outdoorsports bisher immer mit Sport im naturnahen Umfeld in Zusammenhang gebracht wurde, lässt sich derzeit vor allem der Trend beobachten, dass Outdoorsport zunehmend in den Städten selbst betrieben wird. Städte sind nicht mehr nur Wirtschafts-und Wohnraum, sondern entwickeln sich zu einem öffentlichen Fitnessstudio. Dabei werden die urbanen Gegebenheiten einer Stadt für ein Workout genutzt (Regioactive, 2016).
Auch der Sportmarkt hat diese Entwicklung erkannt. Personal Trainer bieten beispielsweise Individual- oder Gruppentraining an der frischen Luft an, Gerätehersteller entwickelten eine Vielzahl von Geräten für den Outdoor-Bereich und in den Metropolen Deutschlands hat sich eine „Urban Fitness“ Szene etabliert. All diese Ausprägungsformen des Outdoorsports haben gemeinsam, die individuelle Fitness der Nutzer durch verschiedene Übungsformen ohne oder mit Geräten in urbanem Umfeld bzw. in der Natur zu steigern. Unterschiede ergeben sich bei der Zielgruppenausrichtung. Während sich einige Anbieter auf das gesundheitsorientierte Training von Senioren spezialisiert haben, fokussieren sich andere Gerätehersteller auf fortgeschrittene Fitnessenthusiasten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der „Trimm-dich“-Bewegung, den gesellschaftlichen Wandel hin zu informellen Sportformen und die gesundheitliche Relevanz von Outdoor-Fitness.
2 Outdoor-Fitness in der lokalen Sportentwicklung: Dieses Kapitel analysiert den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Gesundheit sowie die veränderten Anforderungen an die lokale Sportinfrastruktur durch Trendsportarten.
3 Analyse des Marktes für Outdoor-Fitness: Hier werden aktuelle Fitness-Trends, verschiedene Anbieter von Outdoor-Geräten sowie Erkenntnisse aus Pilotprojekten anderer Kommunen untersucht.
4 Entwicklung von Szenarien für die Stadt Bayreuth: In diesem Kapitel werden der aktuelle Status quo in Bayreuth bewertet und spezifische Konzepte zur Modernisierung sowie zur Neugestaltung von Fitnessanlagen inkl. Kostenplanung erstellt.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die verschiedenen Handlungsoptionen anhand einer Vergleichsmatrix zusammen und spricht Empfehlungen für die Realisierung aus.
Schlüsselwörter
Outdoor-Fitness, Trimm-dich-Pfad, Lokale Sportentwicklung, Stadt Bayreuth, Gesundheitsförderung, Bewegungsparcours, Urban Fitness, Fitnesstrends, Calisthenics, Prävention, Sportinfrastruktur, Functional Training, Fitnessmarkt, Sportpolitik, Gemeindesport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Stadt Bayreuth ihr öffentliches Sportangebot durch moderne Outdoor-Fitness-Konzepte erweitern kann, um dem Bewegungsmangel der Bevölkerung entgegenzuwirken.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die gesundheitspolitische Bedeutung von Sport, die Analyse des Fitnessmarktes, die Evaluierung von Outdoor-Geräten und die strategische Planung kommunaler Sportanlagen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Bedarf an neuen oder modernisierten Outdoor-Sportflächen in Bayreuth zu ermitteln und konkrete, finanzierbare Umsetzungsszenarien zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse aktueller Trends, einer Bedarfsanalyse vorhandener Standorte sowie eine vergleichende Bewertung verschiedener Herstellerkonzepte und Finanzierungsmodelle.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung von Gesundheits- und Outdoorsport, die Markt- und Anbieteranalyse sowie die Erstellung spezifischer Fallstudien für Standorte im Stadtgebiet von Bayreuth.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Outdoor-Fitness, lokale Sportentwicklung, Gesundheitsförderung, Stadtplanung und Fitnesstrends beschreiben.
Welche konkreten Standorte in Bayreuth werden für die Errichtung von Anlagen vorgeschlagen?
Als Standorte werden unter anderem das Gebiet der ehemaligen Landesgartenschau (Wilhelminenaue), der Röhrensee, der Studentenwald sowie bereits existierende Sportanlagen wie die „Schanz“ oder die Scheffelstraße diskutiert.
Wie könnten die Kosten für ein solches Projekt in einer Kommune geschultert werden?
Der Autor schlägt Finanzierungsmodelle auf Basis von städtischen Mitteln, Sponsorengeldern, Bürger-Initiativen sowie Eigenleistungen ortsansässiger Vereine und Firmen vor.
- Citation du texte
- Sebastian Kleine (Auteur), 2017, Outdoor-Fitness und Trimm-dich-Pfade in der lokalen Sportentwicklung. Konzeption und Evaluation am Beispiel der Stadt Bayreuth, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961766