Das Thema der folgenden Arbeit sind grundlegende Forschungsfelder der biologischen Psychologie.
In einem ersten Abschnitt wird deshalb der Unterschied zwischen dem somatischen und vegetativen Nervensystem behandelt, an den sich ein zweiter Abschnitt über die vier wichtigsten Hypophysenhormone anschließt. In einem dritten und letzten Abschnitt werden dann das Prinzip und die Anwendungsmöglichkeiten des sogenannten Neurofeedbacks näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Unterscheidung des somatischen und vegetativen Nervensystems
2. Funktionen der Hormone der Hypophyse
2.1 Adrenocorticotropes Hormon
2.2 Somatotropin
2.3 Oxytocin
2.4 Vasopressin
3. Neurofeedback
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Untersuchung der neurobiologischen Steuerungsprozesse des menschlichen Organismus sowie der therapeutischen Anwendung von Biofeedback-Verfahren zur Regulation von Hirnaktivitäten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Differenzierung komplexer Nervensysteme und der hormonellen Regulation durch die Hypophyse.
- Differenzierung zwischen somatischem und vegetativem Nervensystem
- Hormonelle Funktionen und Wirkweisen der Hypophyse
- Neurobiologische Bedeutung von Oxytocin und Vasopressin
- Grundlagen, Methoden und Anwendungsbereiche des Neurofeedbacks
- Zusammenhänge zwischen neuronaler Aktivität und klinischer Symptomatik
Auszug aus dem Buch
2.3 Oxytocin
Das Oxytocin wird im Hypothalamus bzw. im Nucleus supraopticus und Nucleus paraventricularis gebildet, über Axone zur Neurohypophyse transportiert, dort gespeichert und von dieser bei Bedarf freigesetzt. In Psychiatrie und Psychotherapie besteht ein großes Interesse an Oxytocin. 1906 wurde es in der Hypophyse entdeckt und dessen Zusammenhang mit dem Geburtsvorgang und dem Stillen dargestellt. Über die Blutbahn gelangt es zu seinen primären peripheren Zielorganen, der Gebärmutter und den Brustdrüsen. Beim Uterus führt es zu Kontraktionen, die den Geburtsvorgang fördern. Im Anschluss an die Geburt unterstützt es den Milcheinschuss in der Brust.
In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die Bedeutung von Oxytocin für das menschliche Verhalten noch viel weitreichender ist. Umgangssprachlich wird es als „Kuschelhormon“ genannt, da es förderlich für zwischenmenschliche Beziehungen ist. So spielt es bei der Regulation von Sozialverhalten bspw. bei der Mutter-Kind-Bindung und beim Paarverhalten (Monogamie) eine Rolle. Insbesondere in dopaminergen Regionen im Gehirn, die wichtig für das Belohnungslernen sind, ist die Dichte an Oxytocinrezeptoren besonders hoch. Dies wird als Erklärung angesehen, warum soziale Bindung als belohnend empfunden wird. In Untersuchungen mit Wühlmäusen hat sich gezeigt, dass sich monogam lebende (Präriewühlmäuse) und polygam lebende (Bergwühlmäuse) Arten in der Oxytocin-Rezeptorausstattung im Gehirn unterscheiden. Wird Präriewühlmäusen ein Oxytocin-Antagonist verabreicht, vermeiden sie ebenfalls engere soziale Kontakte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Unterscheidung des somatischen und vegetativen Nervensystems: Dieses Kapitel erläutert die anatomische und funktionelle Gliederung des Nervensystems in zentrale, periphere, somatische und vegetative Anteile.
2. Funktionen der Hormone der Hypophyse: Hier werden die zentralen Hormone der Hypophyse (ACTH, Somatotropin, Oxytocin, Vasopressin) hinsichtlich ihrer Bildung, Wirkweise und physiologischen Bedeutung detailliert beschrieben.
3. Neurofeedback: Dieses Kapitel beschreibt die wissenschaftlichen Grundlagen und klinischen Anwendungsgebiete des Neurofeedbacks als Verfahren zur bewussten Modulation neuronaler Aktivität.
Schlüsselwörter
Nervensystem, Somatisches Nervensystem, Vegetatives Nervensystem, Hypophyse, Adrenocorticotropes Hormon, Somatotropin, Oxytocin, Vasopressin, Neurofeedback, Biofeedback, Elektroenzephalogramm, Psychotherapie, Homöostase, Stressregulation, Neuronale Plastizität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die neurobiologischen Grundlagen der menschlichen Steuerung, insbesondere die Unterscheidung von Nervensystemen sowie die hormonellen Funktionen der Hypophyse und die Möglichkeiten der therapeutischen Beeinflussung mittels Neurofeedback.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Neuroanatomie und -physiologie, die Endokrinologie (speziell Hypophysenhormone) sowie moderne verhaltensmedizinische Therapiemethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Regulationsmechanismen zwischen Gehirn, Körper und Verhalten zu schaffen und die wissenschaftliche Fundierung therapeutischer Ansätze aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender wissenschaftlicher Studien und Publikationen basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die funktionelle Unterscheidung des Nervensystems, die Wirkung spezifischer Hormone wie Oxytocin und Vasopressin sowie die Funktionsweise des Neurofeedbacks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Nervensystem, Hypophysenhormone, Biofeedback, neuronale Regulation und endokrine Prozesse.
Was unterscheidet Oxytocin von Vasopressin in ihrer Wirkung?
Während Oxytocin primär als "Kuschelhormon" für soziale Bindung und Paarverhalten bekannt ist, reguliert Vasopressin maßgeblich den Wasserhaushalt und beeinflusst zusätzlich Blutdruck sowie emotionale Lernprozesse.
Warum gilt Neurofeedback als wirksames Verfahren bei ADHS oder Autismus?
Neurofeedback ermöglicht Patientinnen und Patienten durch Echtzeit-Rückmeldung der Hirnaktivität, diese gezielt zu beeinflussen und Fehlregulationen – wie sie bei ADHS oder Autismus vorliegen – zu stabilisieren.
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- Sina Heller (Author), 2020, Biologische Psychologie. Somatisches und vegetatives Nervensystem, Hypophysenhormone und Prinzip und Anwendungsmöglichkeiten von Neurofeedback, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962108