Die Flüchtlingswelle und die gesundheitliche Lage der Bevölkerung in Deutschland. Eine Darstellung des Zusammenhangs und der Auswirkungen


Hausarbeit, 2020

19 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE FLÜCHTLINGSWELLE 2015
2.1. GRÜNDE DER FLÜCHTLINGSWELLE 2015
2.2. AUSWIRKUNGEN DER FLÜCHTLINGSWELLE IN EUROPA

3. GESUNDHEITSPOLITISCHE HERAUSFORDERUNGEN IN DEUTSCHLAND

4. WISSENSSTAND ZUR GESUNDHEIT VON ASYLSUCHENDEN

5. DIE MEDIZINISCHE VERSORGUNG VON ASYLSUCHENDEN

6. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Im Jahr 2018 beliefen sich die Ausgaben im Gesundheitssektors auf 390,6 Milliarden Euro, was 11,7% des Bruttoinlandsprodukts entspricht (Statistisches Bundesamt, 2020). Zum Vergleich betrug das

Bruttoinlandsprodukt der Automobilindustrie im Jahre 2018 3,14% (statista, 2020). Dies verdeutlicht, dass das Bruttoinlandsprodukt des

Gesundheitssektors im Vergleich zu der Automobilindustrie um ein Vielfaches höher und somit von politischer Bedeutung sind.

Ein Fachgebiet, welches sich konkret mit den aktuellen Themen der Gesundheit der Bevölkerung auseinandersetzt, ist Public Health. Dies sind die Wissenschaft und die Praxis zur Verhinderung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens sowie zur Förderung der Gesundheit durch organisierte Anstrengungen der Gesellschaft. Somit ist Public Health anwendungs- und bevölkerungsbezogen sowie interdisziplinär. Einige zentrale Aufgaben sind nach dem WHO-Regionalkomitee die Surveillance von Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung, die Beobachtung von Gesundheitsgefahren und gesundheitlichen Notlagen sowie Gesundheitsschutzmaßnahmen, Gesundheitsförderung und

Krankheitsprävention. Diese Aufgaben dienen dem Ziel, die Angebote und die Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu stärken (Robert Koch Institut, 2016).

Im Jahre 2015 stand das deutsche Gesundheitswesen aufgrund einer hohen Anzahl von Zuwanderungen durch Asylsuchende vor einer großen Herausforderung. Aufgrund der enormen körperlichen und geistigen Belastungen, welchen die Flüchtlinge ausgesetzt waren, sind vielschichtige Kooperationen von einzelnen Leistungserbringern von Nöten, um alle Menschen adäquat zu behandeln (Adler, 2017).

Das vorliegende Assignment befasst sich mit der Frage, ob die Flüchtlingswelle Auswirkungen auf die gesundheitliche Lage der Bevölkerung in Deutschland hatte. Im folgenden Kapitel werden relevante Daten über die Flüchtlingskrise im Allgemeinen dargestellt.

Darauf aufbauend befasst sich das nächste Kapitel mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie dem Weg bis zur Genehmigung von Asyl.

Das vierte Kapitel eruiert, inwieweit die Flüchtlingskrise das Aufkommen von infektiösen und nichtübertragbaren Krankheiten verändert hat.

Aufbauend wird im darauffolgenden Kapitel die medizinische Versorgung von Asylsuchenden in Deutschland beschrieben.

Abschließend endet das Assignment mit einem Fazit, in dem die Frage beantwortet werden soll, ob sich durch die Flüchtlingswelle die gesundheitliche Lage in Deutschland verändert hat.

Im Sommer 2015 spitzte sich die Flüchtlingskrise der Europäischen Union drastisch zu. Daraus resultierten humanitäre Katastrophen auf den Mittelmeer und der Balkanroute. Die deutsche Kanzlerin öffnete dabei entgegen den Regeln des Schengenraums die Grenzen für hunderttausende Asylsuchende. So strömten insbesondere nach Deutschland eine Vielzahl von Flüchtlingen, sodass von einer Flüchtlingswelle gesprochen wird (Weerth, o.J.).

Im Folgenden werden die Faktoren, die zu dieser Flüchtlingswelle geführt haben, aufgeführt.

2.1. Gründe der Flüchtlingswelle 2015

Die Auslöser der sogenannten Flüchtlingswelle sind vielfältig. Zum einen ist dies die Hoffnungslosigkeit der Menschheit in den Herkunftsländern. Viele Flüchtlinge, wie aus Syrien, haben die Hoffnung verloren, dass die Lage in ihrem Land sich bessert. Der Krieg und die daraus resultierende ungewisse Zukunft gepaart mit den schlechten Lebensbedingungen führen zu Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, sodass Einwohner1 gezwungen sind, ihr Land zu verlassen (The UN Refugee Agency, 2015).

Ein weiterer Grund sind die hohen Lebenskosten und die steigende Armut. Flüchtlinge aus Libanon und Ägypten geben an, dass die Mietpreise und die Lebenskosten stetig steigen und das Erfüllen der Grundbedürfnisse immer schwieriger wird. Daraus resultiert, dass die Versorgung der eigenen Familie nicht gewährleistet werden kann, da nur wenige legale Arbeitsplätze auf dem Arbeitsmarkt zu vergeben sind. Somit gestaltet sich die Sicherung des Lebensunterhalts schwierig, viele Einwohner sind gezwungen ungeregelte Arbeitsplätze anzunehmen und somit Ausbeutung, unsichere Arbeitsbedingungen und Unterbezahlung zu unterstützen (The UN Refugee Agency, 2015).

Die unterfinanzierten Hilfsprogramme für Flüchtlinge sind als Ursache nicht wegzudenken. Dies hat zur Folge, dass Kürzungen der Lebensmittelrationen und mangelnde finanzielle Unterstützung auftreten. Die sinkende humanitäre Hilfe ist vor allem für Flüchtlinge im Irak, Jordanien und Ägypten der Auslöser, nach Europa zu fliehen. Zudem führen neue gesetzliche Regelungen im Libanon zu einem eingeschränkten Zugang für Asylsuchende aus Syriern. Durch diese Regelungen ist eine Verlängerung des rechtmäßigen Aufenthaltes schwierig und kostspielig, sodass viele Syrer durch den Libanon in die Türkei gereist sind (The UN Refugee Agency, 2015).

Ein weitere Faktor sind die wenigen Bildungsmöglichen in den Herkunftsländern im Vergleich zu Europa. Besonders in Jordanien, Ägypten und Libanon sind eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten ein großes Problem, da Bildung für Syrer ein hohes Gut ist und vor dem Krieg jeder kostenfrei eine Schule besuchen konnte. Durch diesen Faktor haben Jugendliche kaum Zugang zu tertiärer Bildung, da sie um zu überleben eine berufliche Tätigkeit aufnehmen müssen (The UN Refugee Agency, 2015).

Die aufgeführten Faktoren führten dazu, dass im Jahr 2015 viele Flüchtlinge und Asylsuchende nach Europa gereist sind, um besseren Rahmenbedingungen und Sicherheitsmaßnahmen ausgesetzt zu sein.

Im Folgenden wird beschrieben, wie viele Flüchtlinge im Gesamten nach Europa gereist sind und wie sich die Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren verändert hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zudem zeigt Abbildung 1 den Unterschied der Anzahl von Asylantragen von 2014 zu 2015. Deutlich zu erkennen ist, dass sich die Anzahl stark erhöht hat. Insbesondere in Deutschland ist ein Anstieg von 202.815 im Jahr 2014 zu 476.620 im Jahr 2015 und somit ein Anstieg um 135% festzustellen.

Im Gesamten wird ersichtlich, dass auf den ersten Blick die Anzahl der Asylanträgen in einigen europäischen Ländern sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt hat. So hat Spanien beispielsweise im Jahr 2015 14.785 Asylanträge erhalten, während dies im Jahr 2014 lediglich 5.615 waren.

Die Abbildung 2 zeigt deutlich, dass alle europäischen Länder im Jahre 2015 ein erhöhtes Aufkommen von Asylanträgen aufweisen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gesamtzahl der Asylanträge nach Jahren (Europäische Kommission, 2016)

Zudem zeigt Abbildung 2 die Gesamtzahl der Asylanträge innerhalb der europäischen Union. Deutlich zu erkennen ist, dass die Asylanträge nicht signifikant gestiegen sind. So zeigt sich eine leichte Abnahme von Asylanträgen zwischen den Jahren 2002 und 2006 und eine leichte Zunahme von 2006 zu 2010. Auf Grundlage dieser Erkenntnis ist anzunehmen, dass die europäische Union mit der großen Masse an Asylanträgen vor großen Herausforderungen stand, da diese nicht kalkulierbar war (Europäische Kommission, 2016).

Lediglich die globalen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen hätten eine Tendenz aufzeigen können. So war beispielsweise 2002 der Irak sehr von militärischen und politischen Aktionen betroffen und 2015 Syrien (Lehmann, 2015). Dies zeigt sich zumindest in der Herkunft von Flüchtlingen, welche um Asyl bitten. In Deutschland kamen über 60 Prozent der Asylsuchenden lediglich aus drei Ländern. Diese kamen aus Syrien (40%), Afghanistan (12%) und Irak (9%). Der Grund dafür, dass Deutschland eine hohe Anzahl aufgenommen hat findet sich im Grundgesetz (Lehmann, 2015). Mit dem Wissen über die Entwicklung der Zahlen der Asylsuchenden in Europa und deren Herkunft, wird nun der konkrete Umgang in Deutschland damit betrachtet.

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle drei Geschlechter.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Flüchtlingswelle und die gesundheitliche Lage der Bevölkerung in Deutschland. Eine Darstellung des Zusammenhangs und der Auswirkungen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Karlsruhe, früher: Berufsakademie Karlsruhe
Note
1,2
Autor
Jahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V962233
ISBN (eBook)
9783346333674
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Public Health, Flüchtlingswelle
Arbeit zitieren
Maik Werner (Autor), 2020, Die Flüchtlingswelle und die gesundheitliche Lage der Bevölkerung in Deutschland. Eine Darstellung des Zusammenhangs und der Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962233

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