Selbstdarstellung auf Facebook. Chancen und Risiken

Wer bin ich? Wie sehen mich andere?


Hausarbeit, 2017

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Selbstdarstellung im Alltag
2.1 ImpressionManagement und Sozialpsychologische Hintergründe
2.2 Selbstdarstellungstechniken

3 Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken
3.1 Das Unternehmen Facebook
3.2 Selbstdarstellungauf Facebook
3.2.1 Das eigene Profil und da Profilbild
3.2.2 Weitere Darstellungsmöglichkeiten

4 Chancen und Risiken der Selbstdarstellung auf Facebook
4.1 Chancen
4.2 Risiken
4.2.1 Privatsphäre und Datenschutz
4.2.2 Konfrontation mit anderen Nutzem
4.2.3 GesellschaftlicherDruck

5 Fazit

II Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wer bin ich? Wie sehen mich andere? Jeder Menschen besitzt ein individuelles Selbstbild und sucht gleichzeitig nach der Akzeptanz von Freunden, Familie und der Gesellschaft. Die Darstellung des eigenen Selbst, um einen positiven Eindruck in der Öffentlichkeit zu machen, zählt zu den Bedürfnissen, welchen jeder Mensch nachgeht. Früher kommunizierte man ausschließlich im direkten Aufeinandertreffen miteinander, was sich mit dem Wandel zur Informations- und Mediengesellschaft langsam änderte. Im Zuge der Digitalisierung wurden neue Technologien und Kommunikationsmittel entwickelt, die es uns ermöglichen, auch ohne direkten Augenkontakt, miteinander zu interagieren. Ein großer Bestandteil der Digitalisierung sind sogenannte Social Media Plattformen im Internet, welche uns nicht nur den Alltag erleichtern, sondern außerdem dabei helfen, soziale Kontakte zu pflegen und aufrecht zu erhalten, sowie neue Bekanntschaften zu machen. In diesen Netzwerken können sich Nutzer völlig frei und selbst bestimmend darstellen. Doch sind unsere Daten überhaupt sicher? Entsprechen persönliche Angaben und Menschenbilder wirklich der Realität? Verschönerte Selbstbilder und verfälschte Eindrücke sind heutzutage keine allzu unrealistischen Gegenstände im Umgang des Internets. Nun stellt sich die Frage, zu welchem Zweck und auf welche Art und Weise die Selbstdarstellung in der medialen Welt gesteuert wird und vor allem welche Chancen und Risiken dies mit sich bringt. In dieser Hausarbeit werden die Themen der alltäglichen Selbstdarstellung, sowie der Selbstdarstellung auf der Social Media Plattform Facebook untersucht. Außerdem wird behandelt, ob und welche Chancen und Risiken die Selbstdarstellung der Benutzer von Facebook birgt.

2 Selbstdarstellung im Alltag

Was ist Selbstdarstellung? Weshalb hat sie so eine hohe Bedeutung?

„Der Begriff der Selbstdarstellung - ein Name für die Tatsache, dass ein lebendiges Wesen, nicht nur Stoffwechsel treibt und als ein Gefüge von lebenserhaltenden Strukturen zu erklären ist, sondern dass der Organismus über das bloße Fristen des Lebens hinaus, über alles Notwendige hinaus, eine Form aufbaut, welche das Besondere dieser Art darstellt.“1

Seine Person, den Charakter, die Fähigkeiten und Kompetenzen, kurzum das was uns einzigartig und individuell macht, nach außen zu tragen und vermitteln zu wollen, stellt eines der grundlegenden Bedürfnisse des Menschen dar. Die eigene Selbstbild behält man selten für sich, sondern man möchte es zeigen. Jeden Tag und zujeder Sekunde befinden sich Menschen in sozialen Interaktionen und es findet Kommunikation statt. Die Selbstdarstellung kann so beschrieben werden: „Man kann nicht sich nicht selbst darstellen“2

2.1 Impression Management und Sozialpsychologische Hintergründe

Die Inhalte und Aspekte zum Begriff der Selbstdarstellung können unter dem Begriff des Impression Management, also Eindruckssteuerung zusammengeführt werden. Darunter können Inszenierungsstrategien zur Herstellung eines bestimmten Ansehens in der öffentlichen Meinung verstanden werden.3 Es wird davon ausgegangen, dass man sich bewusst über den eigenen Eindruck, den man auf sein Umfeld macht, Gedanken macht und diesen versucht zu beeinflussen und zu kontrollieren. Außerdem lässt sich feststellen, dass Auffassungen von der eigenen Person größtenteils durch Urteile anderer Menschen geformt werden. Dies hat die logische Konsequenz, dass versucht wird, eben diese Urteile bewusst oder unbewusst beeinflussen und steuern zu wollen.

Die nach außen dargestellten Selbstbilder tragen also zu den entstehenden Fremdbildem bei, welche bei Rückmeldung entweder zu Bestätigung oder Veränderung des Selbstkonzepts beitragen.4 Das Streben danach, eine bestimmte soziale Rolle zu erfüllen beziehungsweise sich zu einer Gruppe, bestehend aus anderen Menschen, dazugehörig zu fühlen, bestimmt unser Verhalten.3 Innerhalb einer Gesellschaft, in welcher jeder mit jedem in Kontakt tritt und Interaktionen stattfinden, stellen wir uns dar und erzeugen somit ein Bild von uns beim Gegenüber. Dies geschieht automatisch, jedoch wird dies durch unser Verhalten und unsere Wahrnehmung beeinflusst. Die Gegebenheiten, Situationen und Voraussetzungen, wie und wo wir uns anderen Personen gegenüber präsentieren, variieren dabei nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern verändern sich auch im Laufe des Lebens. Das Ziel ist die Inszenierung eines erwünschten Selbst mit der wesentlichen Funktion, den sozialen und gegebenenfalls gesellschaftlichen Einfluss zu vergrößern. Ebenso dient dies dem Zweck, Erwartungen der Gesellschaft möglichst gut zu erfüllen und bestimmten Werten und Normen weitestgehend gerecht zu werden und zu entsprechen. Man versucht also, mithilfe diverser Mittel und Techniken das eigene Selbst zu präsentieren und einen für sich nützlichen Eindruck zu vermitteln.6 Fast alle Verhaltensweisen des Menschen können dem Impression Management dienen oder sind durch Impression Management-Bemühungen gesteuert. Ferner unterscheiden sich Individuen teilweise erheblich voneinander in der Fähigkeit, erfolgreich Impression Management zu betreiben, was so viel bedeutet wie die Fähigkeit das Selbst wie gewünscht darzustellen.5

2.2 Selbstdarstellungstechniken

Das äußere Erscheinungsbild, sowie die Eindrücke, die andere von uns haben, decken sich optimalerweise mit dem eigenen Selbstbild. Wie schon erwähnt stellt sich jeder Mensch in jeder Situation anders dar. Individuen haben unterschiedliche Ziele im Bezug darauf, wie sie wahrgenommen werden wollen. Es gibt also demnach verschiedenste Darstellungstechniken der eigenen Persönlichkeit. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Mensch immer darum bemüht ist sich Selbst im positiven Sinne zu zeigen. Das Hervorheben von Fähigkeiten, Qualifikationen und Alleinstellungsmerkmalen festigt unser Selbstwertgefühl und das Selbstbild, welches sich jeder Mensch erschafft und hinterlässt einen guten Eindruck. Die positive und somit offensive Darstellung des Selbst kann unter anderem geschehen durch das Betreiben von Eigenwerbung, das Herausstellen von Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit, das beispielhafte Erscheinen, das Aufzeigen der eigenen Attraktivität und Stärke, und das Einschmeicheln bei anderen Menschen.6 7 Man versucht über eine positive Selbstdarstellung die soziale Macht und den Einfluss zu festigen und zu vergrößern. Allerdings gibt es auch Umstände, in denen eine negative beziehungsweise ungünstige Selbstdarstellung und Verhalten, welches das Selbst mindert, von Vorteil ist. Sich selbst ungünstig und auf negative Weise darzustellen kann ebenso das gewünschte Fremdbild erzeugen.6 Die negative und defensive Selbstdarstellung soll die negativen Eigenschaften und Schwächen seines Selbst betonen und einen noch schlechteren Eindruck von sich verhindern. Wird zum Beispiel ein schlechtes Ergebnis in Bezug auf eine Leistung erwartet, können situativ bedingte negative Eigenschaften wie Aufregung oder physische Beeinträchtigung verhindern, von anderen für unfähig oder ungenügend gehalten zu werden.7 Weitere negative und defensive Selbstdarstellungstechniken können sein: Es kann demnach festgestellt werden, dass das Erzeugen eines negativen Eindrucks die Absicht mit einbezieht, den Umständen entsprechend so positiv wie möglich dar zustehen. Defensive und negative Darstellungstechniken können sein: Das bewusste Untertreiben und Mindern der eigenen Person und Leistungen, hilfsbedürftig und überfordert zu erscheinen und sich selbst als unvollkommen darzustellen.8 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jeder Mensch über ein individuelles Selbstbild verfügt und sich gleichzeitig auf unterschiedlichste Art und Weise so darstellt, dass ein entsprechend gewünschter Eindruck in seinem sozialen Umfeld und der Öffentlichkeit entsteht. Nachdem in diesem Kapitel auf die sozialpsychologischen Aspekte der Selbstdarstellung, den Grundbegriff des Impression Management und die verschiedenen Techniken der Selbstdarstellung eingegangen wurde, wird im Folgenden ausschließlich die Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken des Internets, am Beispiel von Facebook, betrachtet und untersucht.

3 Selbstdarstellung im Internet

Das Internet als Medium hat sich im Laufe der letzten Jahre nicht nur schnell entwickelt, es hat auch einen erheblichen Einfluss auf unsere Art und Weise zu kommunizieren. Es steht im Interessenzentrum der Öffentlichkeit und wird von nahezu Jedem genutzt. Unerheblich ob im Beruf oder in der Freizeit, die bequeme und simple Form der Kommunikation erleichtert und verbessert den Alltag. Besonders die sozialen Netzwerke oder Social Media Plattformen., welche inzwischen ein Teil der Massenmedien sind, stehen im Mittelpunkt. Sie bieten die Möglichkeit des Informationsaustauschs, der Unterhaltung und vor allem der Selbstdarstellung. Wie bereits erwähnt, kann sich dort jeder Mensch selbst darstellen. Wer ein Profil in einem Sozialen Netzwerk pflegt, kann sich grundsätzlich an ein unbegrenztes Publikum wenden und von völlig fremden Personen Reaktionen auf die eigenen Inhalte erhalten.9

3.1 Das Unternehmen Facebook

Im Jahr 2004 wurde das Unternehmen Facebook von Mark Zuckerberg gegründet, welches eine der ersten grundlegenden Social Media Plattformen ist.10 Es ist das größte Soziale Netzwerk mit rund 1,79 Milliarden monatlich aktiven Nutzem weltweit (Stand 2016).11 12 Allein in Deutschland sind es 27 Millionen aktive Nutzer (Stand 2016).12 Ein wesentlicher Grund, weshalb sich Menschen auf Facebook registrieren, ist die Furcht davor, einsam zu sein. Man möchte dazugehören und mitreden können.13 In den sozialen Netzwerken ist es uns möglich mit Menschen aus der ganzen Welt verbunden zu sein, neue Kontakte zu knüpfen und Inhalte mit anderen zu teilen.17 Es gibt viele Möglichkeiten, um sich auf Facebook selbst zu präsentieren. Allerdings stimmen das Ergebnis und die Realität nicht immer überein. Als Nächstes wird näher beleuchtet, wie und in welcher Form sich Nutzer auf der SocialMediaPlattform selbst darstellen.

3.2 Selbstdarstellung auf Facebook

Wer sich auf Facebook registriert, gibt ab dem ersten Moment Etwas über sich Preis, während esjedochjedem selbst überlassen ist, in welchem Ausmaß dies geschieht. Man betreibt also Impression Management. Von der absoluten Anonymität bis hin zur umfangreichen Präsentation einer Persönlichkeit gibt es alle Abstufungen. Genau wie bei einem realen Aufeinandertreffen bestimmt man seine Selbstdarstellung und die Wahrnehmung seiner Person durch andere Nutzer durch das Verhalten auf der Plattform.14 15

[...]


1 Portmann 1974, S. 138.

2 Vgl. Mummendey 1994, S. 2. 3 Vgl. Ebert,E/Piwinger, M. 2007, S. 1. 4 Vgl. Mummendey 1994, S. 2.

3 Vgl. Lersch 1964, S. 11-13. 6

4 Vgl. Schultz 2003, S.12.

5 Vgl. Mummendey 1993, S. 59.

6 Vgl. Mummendey 1994, S. 2 ff.

7 Vgl. Mummendey 1993, S. 59 ff.7 Vgl. Haferkamp 2010, S. 83.

8 Vgl. Mummendey 1993, S. 59.

9 Vgl. Bedijs, K./Heyder, K. 2012, S. 10.

10 Vgl. https://newsroom.fb.com/company-info/ (22.01.2017).

11 Vgl. Facebook InvestorRelations 2016, o.S.12

12 Vgl. Statista 2016,o.S.

13 Vgl. Adamek 2011, S.308. 17 Vgl. Facebook [o.J.], o.S.

14 Vgl. Bedijs, K./Heyder, K. 2012, S. 12. 19 Vgl.

15 Wikipedia [o.J.], o.S.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Selbstdarstellung auf Facebook. Chancen und Risiken
Untertitel
Wer bin ich? Wie sehen mich andere?
Hochschule
Hochschule Fresenius; Hamburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V962261
ISBN (eBook)
9783346310361
ISBN (Buch)
9783346310378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Facebook, Selbstdarstellung, Soziale Netzwerke, Chancen und Risiken der Selbstdarstellung, Hausarbeit Facebook, Hausarbeit Selbstdarstellung, Hausarbeit soziale Netzwerke
Arbeit zitieren
Vincent Herkert (Autor), 2017, Selbstdarstellung auf Facebook. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962261

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