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In-Vitro-Fleisch. Eine Analyse der Auswirkungen von Aufklärung auf die Kaufentscheidung der Konsumenten

Título: In-Vitro-Fleisch. Eine Analyse der Auswirkungen von Aufklärung auf die Kaufentscheidung der Konsumenten

Tesis (Bachelor) , 2020 , 102 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Julia Segermann (Autor)

Tecnología de los alimentos
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Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll der aktuelle Wissensstand und die Akzeptanz der Konsumenten in Deutschland bezüglich In-Vitro-Fleisch (IVF) untersucht werden. Zudem soll ermittelt werden, ob die Akzeptanz der Verbraucher durch Aufklärung positiv beeinflusst werden kann. Die Erkenntnisse können Unternehmen dabei helfen, ihre Aufklärungsarbeit und Marketingstrategie auf die Bedürfnisse potenzieller Verbraucher auszurichten, um einen erfolgreichen Markteintritt zu gestalten.

Seit Jahrzehnten wächst die globale Nachfrage nach Fleisch. Laut Welternährungsorganisation der Vereinigten Staaten (FAO) wird für das Jahr 2020 eine Produktionsmenge von 333 Millionen Tonnen Schlachtgewicht prognostiziert. In Deutschland entspricht dies einem Pro-Kopf-Verbrauch von 59,5 kg pro Jahr 2019. Auch wenn dieser seit 1991 leicht rückläufig ist, scheint ein vollkommener Verzicht oder eine weltweite drastische Reduzierung des eigenen Fleischkonsums nur wenigen Menschen zu gelingen. Die Fleischproduktion steht zudem speziell aus ökologischen und tierethischen Gründen stark in der Kritik. Ebenfalls wünschen sich immer mehr Verbraucher Produkte, die nachhaltig produziert werden. Als eine Alternative kann dabei die zelluläre Landwirtschaft – auch als In-Vitro-Fleisch (IVF) bekannt – genannt werden. IVF, auch als kultiviertes Fleisch oder umgangssprachlich als Laborfleisch bezeichnet, ist das Ergebnis von tierischen Gewebezüchtungen mit dem Ziel, Fleisch zum menschlichen Verzehr im industriellen Maßstab synthetisch herzustellen und damit die weltweiten Ressourcen zu schonen sowie für mehr Tierwohl zu sorgen und die menschliche Gesundheit zu fördern.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Fleischkonsum & Fleischindustrie

2.1.1 Ökologische Aspekte

2.1.2 Tierethische Aspekte

2.1.3 Ernährungsphysiologische Aspekte

2.1.4 Humanitäre Aspekte

2.2 Kunstfleischalternative In-Vitro-Fleisch

2.2.1 Definition und Ziel von In-Vitro-Fleisch

2.2.2 Forschungs- und Entwicklungsgeschichte

2.2.3 Herstellungsverfahren

2.2.4 Unternehmenslandschaft und geplanter Markteintritt

2.2.5 Rechtliche Regulierungen und Stand der Zulassung

2.2.6 Herausforderungen

2.3 Zwischenfazit: Vergleich konventionelles- und In-Vitro-Fleisch

2.4 Ernährungsverhalten, Verbraucherakzeptanz und Konsumbarrieren

2.4.1 Forschungsstand Deutschland

2.4.2 Forschungsstand International

2.4.3 Einflussfaktoren, Motive und Änderungskriterien

2.5 Forschungsfragen und Hypothesen

3. Methodisches Vorgehen

3.1 Fragebogenentwicklung

3.2 Untersuchungsinstrument

3.3 Durchführung der Erhebung

3.4 Grundgesamtheit und Stichprobe

3.5 Datenauswertung

4. Ergebnisse

5. Diskussion

5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse

5.2 Methodenkritische Betrachtung

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht den aktuellen Wissensstand sowie die Akzeptanz von In-Vitro-Fleisch (IVF) bei Konsumenten in Deutschland. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwiefern sich die Akzeptanz der Verbraucher durch gezielte Aufklärung positiv beeinflussen lässt, um Unternehmen bei der Gestaltung erfolgreicher Markteintrittsstrategien zu unterstützen.

  • Aktueller Forschungsstand zu In-Vitro-Fleisch und zellulärer Landwirtschaft.
  • Analyse der Fleischindustrie und deren ökologische sowie tierethische Auswirkungen.
  • Untersuchung der Verbraucherakzeptanz und Konsumbarrieren in Deutschland.
  • Methodische Anwendung eines Befragungsexperiments (between-subject-design) zur Wirkungsanalyse von Aufklärung.
  • Diskussion über Herausforderungen bei Technologie, Markteintritt und gesetzlicher Regulierung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

In Europa ist das Unternehmen Mosa Meat eines der Vorreiter in der Forschung und Entwicklung von IVF. Gegründet wurde das Start-Up-Unternehmen durch den Universitätsprofessor Mark Post aus Maastricht in den Niederlanden. Bekannt ist er seit seinem Vorpreschen im Jahr 2013, bei dem er seinen ersten Burger aus im Labor kultiviertem Fleisch für einen Preis von 250.000 Euro im englischen Fernsehen vorstellte. Zu diesem Zeitpunkt prognostizierte er bereits für das Jahr 2020 einen Preis von umgerechnet neun Euro für ein Burger-Patty.

Im Jahr 2017 äußerte sich der wissenschaftliche Mitarbeiter Ruud Theunissen, Laborleiter eines Fleischlabors von Mosa Meat, über den Stand der Forschungen. Zu diesem Zeitpunkt wurde hier noch im Labormaßstab experimentiert. Das Wissen über die Technologie und Umsetzung in dafür vorgesehenen 25.000 Liter Bio-Reaktoren ist heute jedoch schon vorhanden. Eine Marktreife sieht Mosa Meat jedoch erst in drei bis vier Jahren, vermutlich in den Niederlanden und in Großbritannien, als realistisch an. Zusammen mit über 30 weiteren IVF-Konkurrenten und mit finanzieller Unterstützung von Start-Up-Investoren gehen derzeit hauptsächlich Unternehmen aus den USA, Niederlanden und Israel zielstrebig auf eine baldige Marktreife zu.

Im Gegensatz dazu gibt es seitens deutscher Unternehmen bisher nur zaghafte Bewegungen in Richtung IVF. Hierbei ist der Wiesenhof Konzern einer der ersten und einzigen Investoren in ein israelisches IVF-Start-Up, welches sich auf In-Vitro-Hühnerfleisch spezialisiert hat. Ein Grund für dieses Verhalten kann die eher zurückhaltende Bereitschaft und Akzeptanz der Konsumenten in Deutschland, IVF zu probieren oder sogar in den täglichen Speiseplan aufzunehmen, sein. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage im Zeitraum vom 12.02. – 14.06.2020 sind von insgesamt 3.040 Befragten nur 18,4 % bereit, IVF auf jeden Fall zu essen oder es eher essen. 72 % sagten, sie würden es auf keinen Fall essen oder eher nicht essen und 9,6 % waren noch unentschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des steigenden globalen Fleischkonsums ein und präsentiert In-Vitro-Fleisch als nachhaltige technologische Alternative zur konventionellen Fleischproduktion.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel beleuchtet die ökologischen, tierethischen und gesundheitlichen Herausforderungen der heutigen Fleischindustrie und erläutert Herstellungsverfahren sowie den Status quo von In-Vitro-Fleisch.

3. Methodisches Vorgehen: Hier wird das Untersuchungsdesign erläutert, das auf einem standardisierten Online-Fragebogen und einem between-subject-design basiert, um die Wirkung verschiedener Informationsaufbereitungen auf die Akzeptanz zu messen.

4. Ergebnisse: Dieser Abschnitt stellt die statistischen Analysen und Korrelationen der Umfrageergebnisse dar, welche den Zusammenhang zwischen soziodemografischen Faktoren, dem Wissensstand und der Akzeptanz untersuchen.

5. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse unter Berücksichtigung methodischer Limitationen und diskutiert, warum Aufklärung in dieser Studie teilweise zu gegenteiligen Effekten auf die Akzeptanz führte.

6. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung betont, dass IVF trotz seines Potenzials eine langfristige Herausforderung bleibt und eher als Nischenprodukt für eine gesellschaftliche Transformation fungieren kann.

Schlüsselwörter

In-Vitro-Fleisch, kultiviertes Fleisch, Fleischkonsum, Verbraucherakzeptanz, zelluläre Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Tierwohl, Markteintritt, Ernährungsgewohnheiten, Umweltschutz, Biotechnologie, Konsumbarrieren, Wissensstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Potenzial von im Labor gezüchtetem Fleisch (In-Vitro-Fleisch) als nachhaltige Alternative zu konventionellem Fleisch und untersucht, wie Informationen über diese Technologie die Akzeptanz der deutschen Konsumenten beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem ökologischen und ethischen Druck der aktuellen Fleischindustrie, der technischen Entwicklung von In-Vitro-Fleisch, rechtlichen Rahmenbedingungen und einer quantitativen Analyse der Konsumenteneinstellung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob ein höherer Wissensstand und gezielte Aufklärung durch Informationen die Akzeptanz der Konsumenten gegenüber In-Vitro-Fleisch steigern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie nutzt ein quantitatives Befragungsexperiment nach dem between-subject-design, bei dem zwei Gruppen unterschiedliche Informationsformate erhalten, um anschließend statistisch (Korrelationen, Regressionen) ausgewertet zu werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Literaturrecherche zu den globalen Folgen der Nutztierhaltung als auch die detaillierte Darstellung und Auswertung der Primärdaten zur Verbraucherakzeptanz in Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind In-Vitro-Fleisch, Verbraucherakzeptanz, Fleischkonsum, zelluläre Landwirtschaft und Aufklärungskampagnen.

Welche Rolle spielt die Aufklärung im Experiment?

Das Experiment testet zwei Aufklärungsstufen: Eine Kontrollgruppe erhält eine knappe Definition, während die Treatment-Gruppe ein ausführliches Video sieht, um die Wirkung unterschiedlicher Informationsdichte auf die Bereitschaft zum Verzehr zu prüfen.

Zu welchem zentralen Ergebnis kommt der Autor?

Entgegen der Erwartung führte die ausführliche Aufklärung in der Studie teilweise zu einer Verringerung der Akzeptanz, da beispielsweise unappetitliche Details der Schlachtung bei den Befragten eher Skepsis und ein Gefühl des Künstlichen hervorriefen.

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Detalles

Título
In-Vitro-Fleisch. Eine Analyse der Auswirkungen von Aufklärung auf die Kaufentscheidung der Konsumenten
Universidad
University of Applied Sciences Riedlingen
Calificación
1,7
Autor
Julia Segermann (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
102
No. de catálogo
V962302
ISBN (Ebook)
9783346322319
ISBN (Libro)
9783346322326
Idioma
Alemán
Etiqueta
clean meat lab grown meat In Vitro Fleisch Laborfleisch Cultured meat
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Segermann (Autor), 2020, In-Vitro-Fleisch. Eine Analyse der Auswirkungen von Aufklärung auf die Kaufentscheidung der Konsumenten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962302
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