Veränderung von Gesundheitsverhalten. Gesundheitspsychologische Modelle und Strategien zur Veränderung von Gesundheitsverhalten am HAPA-Modell


Hausarbeit, 2020

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Genderhinweis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Gesundheitspsychologie
2.2. Gesundheit und Krankheit
2.3. Theorie und Modell

3. Gesundheitspsychologische Theorien und Modelle
3.1. Biomedizinisches Krankheitsmodell
3.2. Biopsychosoziales Gesundheitsmodell
3.3. Sozial-kognitive Lerntheorie
3.4. Theory of Reasoned Action und Theory of Planned Behavior
3.5. Health Belief Modell – Modell gesundheitlicher Überzeugungen
3.6. Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung
3.7. HAPA-Modell

4. Strategien für die Veränderung von Gesundheitsverhalten am HAPA-Modell
4.1. Darstellung des Beispiels
4.2. Präintentionale Phase
4.3. Postintentionale Phase
4.4. Präaktionale Phase
4.5. Aktionale Phase
4.6. Postaktionale Phase

5. Kritische Diskussion

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Gesundheits-Krankheits-Kontinuum

Abbildung 2 Stadien der Verhaltensänderung im Transtheoretischen Modell

Abbildung 3 Einsatz von Veränderungsstrategien in den unterschiedlichen Stadien der Verhaltensänderung nach dem transtheoretischen Modell

Genderhinweis

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Hausarbeit eine einheitliche Sprachform verwendet. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung eines Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein.

1. Einleitung

Die Gesundheitspsychologie konnte bereits viele bedeutsame Erkenntnisse im Umgang mit gesundheitsspezifischen Fragestellungen und im Bezug zu Strategien zur Verhaltensveränderung leisten. Dabei durchlief sie einen Wandel, der bis heute anhält und wohl auch noch in Zukunft den Umgang mit Themen, die sich auf die Gesundheit beziehen, prägen wird. Hierzu stellen sich die Fragen:

1. Mit welchen Inhalten beschäftigt sich die Gesundheitspsychologie?
2. Welche Veränderungen, betreffend der theoretischen Grundlagen, gab es?
3. Wie sehen diese Theorien und Modelle aus?
4. Wie erfolgt die Anwendung in der Praxis eines dieser Modelle und welche Strategien können davon abgeleitet werden, um eine Person bei der Verhaltensveränderung zu unterstützen?
5. Welche Rolle spielen andere Disziplinen im Bezug zum Verändern des Gesundheitsverhaltens?

Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, dem Leser themenbezogene Begrifflichkeiten zu erklären sowie Theorien und Modelle der Gesundheitspsychologie vorzustellen, um anschließend eines davon durch ein konkretes Praxisbeispiel näher zu erläutern. Zudem sollen die Grenzen der gesundheitspsychologischen Ansätze zu anderen Disziplinen diskutiert werden.

Dazu werden unter Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen in Bezug zu den Begriffen Gesundheit und Krankheit sowie das Fach Gesundheitspsychologie näher beleuchtet, um danach in Kapitel 3 eine Auswahl relevanter gesundheitspsychologischer Modelle sowie Theorien vorzustellen. Kapitel 4 widmet sich dem HAPA-Modell, eines der im Theorieteil vorgestellten Modelle, und zieht ein Beispiel heran, um die Anwendung in der Praxis zu erklären. Dabei werden konkrete Umsetzungen zur Verhaltensveränderung als auch mögliche Strategien detailliert erläutert. Letztendlich zeigt eine kritische Diskussion unter Kapitel 5 die Grenzen einer rein gesundheitspsychologischen Herangehensweise auf und stellt andere, für das Erreichen einer Verhaltensänderung wesentlichen Disziplinen, vor. Ein Fazit rundet diese schriftliche Arbeit im 6. Kapitel ab.

2. Theoretische Grundlagen

Der spezielle Zweig der Psychologie, die Gesundheitspsychologie, beschäftigt sich, wie nachfolgend detaillierter beschrieben wird, u.A. mit den Fragen nach gesundheitsförderlichen und krankmachenden Aspekten, die auf den Menschen einwirken sowie den Zusammenhängen zwischen psychischen Prozessen und physischem Gesundheitsstatus. Für ein einheitliches Verständnis und einführend dazu, bedarf es im Vorhinein einiger themenspezifischer Begriffserklärungen.

2.1. Gesundheitspsychologie

Die Gesundheitspsychologie ist eine eher junge Subdisziplin der Psychologie, die in den letzten drei bis vier Jahrzenten entstand. Aufgrund der erheblichen Zunahme an chronisch-degenerativen Erkrankungen, den Erkenntnissen der Zusammenhänge zwischen Entstehung sowie Verlauf von Erkrankungen und dem individuellen Risikoverhalten einer Person und der Zunahme an Kosten im Gesundheitsbereich gewannen die Inhalte, mit denen sich die Gesundheitspsychologie nun beschäftigt, immer mehr an Interesse.1 Zu diesen Inhalten zählen u.A. Fragen, die das Gesundheits- und Risikoverhalten, Gesundheitsverhaltensänderungen sowie die Krankheits- und Stressbewältigung betreffen aber auch Fragen bzgl. Strategien und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung.2 Dies zeigt, dass es sich bei der Gesundheitspsychologie um ein teil-anwendungsbezogenes Fach der Psychologie handelt, was bedeutet, dass sie zwar Erkenntnisse, die aus der Grundlagenforschung anderer Subdisziplinen (Sozial-, Entwicklung-, Persönlichkeits- und kognitive Psychologie) gewonnen wurden, heranzieht und diese in der praktischen Forschung anwendet, jedoch gleichermaßen auch selbst Grundlagenforschung betreibt, wenn es um die Untersuchung noch unbekannter Phänomene geht.3

2.2. Gesundheit und Krankheit

Zu diesen Begrifflichkeiten besteht keine allgemeingültige Definition in der Fachliteratur. Stattdessen existieren unterschiedliche Definitionen, die auf verschiedenen Theorien und Modellen beruhen. Um die teils äußert konträren Sichtweisen darzustellen, bieten sich Pschyrembel und Parson als Vergleich an. Nach Pschyrembel, der einen naturwissenschaftlichen, biomedizinischen Hintergrund mitbringt, meint Gesundheit das Freisein von körperlichem Gebrechen. Parson hingegen, der einen soziologischen Ansatz pflegt, versteht Gesundheit als Voraussetzung für das Führen eines gesellschaftlichen Lebens und definiert Gesundheit somit als gesellschaftlichen Faktor. 4 Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahre 1946 ist Gesundheit „(…) der Zustand des völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“. 5 Zudem wird Krankheit definiert als „(…) das Stadium des Ungleichgewichtes von Risiko- und Schutzfaktoren, das eintritt, wenn einem Menschen eine Bewältigung von inneren (körperlichen und psychischen) und äußeren (sozialen und materiellen) Anforderungen nicht gelingt. Krankheit ist ein Stadium, das einem Menschen eine Beeinträchtigung seines Wohlbefindens und seiner Lebensfreude vermittelt“.6 Nach Antonovsky stehen Gesundheit und Krankheit nicht für sich allein, schließen einander aber auch nicht automatisch aus. Er beschreibt Gesundheit als einen dynamischen und mannigfaltigen Prozess, nicht ausschließlich als körperlichen Status 7 und Krankheit zwar als Auslöser für eingeschränkte Gesundheit, jedoch aus Gründen der Nichtbewältigung der belastenden inneren und/oder äußeren Anforderungen und Ansprüchen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen. 8 Während dieses Prozesses können punktuelle Zustände des Wohlbefindens einer Person beschrieben werden, da diese Punkte aus dem Kontinuum zwischen völliger Krankheit und völliger Gesundheit (siehe Abb. 1.) entnommen werden können. Diese Theorie verfolgt die Annahme, dass sich eine Person zu jedem Zeitpunkt an einem bestimmten Punkt dieses Kontinuums befindet, die völlige bzw. absolute Gesundheit aber auch die völlige bzw. absolute Krankheit jedoch nie erreicht. Es wird bei jeder Person immer Anteile geben, die das Wohlbefinden positiv beeinflussen, genauso existieren immer Anteile die Missempfindung bewirken. Dieses rangeln um ein besseres Wohlbefinden besteht laut Antonovsky permanent und endlos. 9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Gesundheits-Krankheits-Kontinuum10

Der aktuelle Gesundheitszustand einer Person kann dabei aber auch, wie bereits die Definition der WHO erläutert, in drei Dimensionen unterteilt und angegeben werden: die physische, psychische und die soziale Dimension. Alle diese Aspekte können wieder im Kontinuum gepunktet beschrieben werden. In Bezug zur physischen Dimension liegt der Gesundheitszustand auf dem Wohlbefinden – Beschwerden – Kontinuum. Je mehr Schmerzen, Krankheiten oder sonstige körperliche Beschwerden existieren, desto weniger Wohlbefinden empfindet eine Person und folglich fällt die Bewertung des physischen Gesundheitsstatus zum Zeitpunkt X aus. Die soziale Dimension zeigt sich in Form von Wohlbefinden oder aber Einschränkungen, die sich in Form von Abweichungen der persönlichen Vorstellung zeigen können. Der soziale Gesundheitsstatus einer Person ist eingeschränkter, je mehr Abweichungen vorhanden sind. Die psychische Dimension der Gesundheit befindet sich auf einem Wohlbefinden – Schwächung – Kontinuum, wobei sich die Schwächung durch Probleme, Krankheiten oder sonstigen negativen Belastungen auszeichnet. Der psychische Gesundheitsstatus kann als positiver gewertet werden, umso weniger Schwächungen eine Person erfahrt. 11

Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich fortan nicht mehr die Frage, ob eine Person gesund oder krank ist, sondern vielmehr wie weit eine Person von der völligen Gesundheit bzw. der völligen Krankheit entfernt oder wie nahe eine Person der völligen Gesundheit bzw. der völligen Krankheit ist.12

2.3. Theorie und Modell

Die Definitionen der beiden Begrifflichkeiten „Theorie“ und „Modell“ weisen, unabhängig voneinander betrachtet und aus der Fachliteratur entnommen, Unterschiede auf. 13

So wird der Begriff „Modell“ definiert als „(…) Wirklichkeitsausschnitt, Nachbildung der Wirklichkeit.“ 14 Ein Modell ist folglich ein Ausschnitt der Realität, der herangezogen wird, um ein Abbild der Wirklichkeit zu erhalten, um anhand von diesem, Erkenntnisse auf die Gesamtrealität zu erhalten.

Der Begriff „Theorie“ wird hingegen beschrieben als „(…) ein in sich stimmiges System von Hypothesen, die mehr oder weniger gut empirisch gesichert (…) sind. Eine Theorie liefert die grundlegende Orientierung (…) und stellt das begriffliche Bezugssystem zur Verfügung (…). Theorien dienen der Vorhersage zukünftiger Ereignisse und geben Hinweise auf vorhandene Wissenslücken (wissenschaftliche Erklärung). “ 15 Damit stellt eine Theorie abgeleitete Annahmen aus beobachteten Verhältnissen dar, die zu widerlegen oder zu bestätigen versucht werden und die einen Nutzen für die Praxis bringen.

In den Sozialwissenschaften werden sie jedoch zumeist als Synonyme zueinander verwendet. Daher wird diese Ansicht der Synonymität auch für die vorliegende Hausarbeit verwendet.

3. Gesundheitspsychologische Theorien und Modelle

Auf der Suche nach Antworten auf die komplexen Fragestellungen der Gesundheitspsychologie entwickelten sich unterschiedliche gesundheitspsychologische Theorien sowie Modelle, 16 die unter Punkt 3.1. bis 3.7. näher beleuchtet werden.

3.1. Biomedizinisches Krankheitsmodell

Das biomedizinische Krankheitsmodell wurde im 19. Jahrhundert begründet und dient als Grundlage für das Verständnis des heutigen Gesundheitsversorgungssystems. Dieses Modell greift die Definition der WHO, die eingangs bereits beschrieben wurde, auf und zeigt einen naturwissenschaftlichen Zugang zur Thematik Gesundheit bzw. Krankheit. Physiologische sowie biochemische und damit objektive Messungen stehen im Fokus des Erkenntnisinteresses, was den Menschen mit einer Maschine gleichsetzt. Hierbei wird die Annahme vertreten, dass einer Krankheit eine physiologische oder biochemische Ursache zugrunde liegen muss, deren Erforschung und Erklärung von Interesse ist. Psychische oder soziale Prozesse werden dabei nicht berücksichtigt und gelten als nicht vorhanden. Dass damit bedeutsame Faktoren ausgelassen werden, begründet die häufig ausgeübte Kritik zum biomedizinischen Krankheitsmodell, weshalb dieses um die fehlenden Faktoren durch das biopsychosoziale Gesundheitsmodell erweitert wurde.17

3.2. Biopsychosoziales Gesundheitsmodell

Das biopsychosoziale Gesundheitsmodell bezieht neben den physischen Komponenten auch psychologische und soziale Bereiche mit ein. Ein optimaler Gesundheitszustand wird nach diesem Dogma beeinflusst durch emotionale, körperliche, spirituelle, soziale, intellektuelle und Umweltaspekte, welche es alle zu berücksichtigen gilt.18 Dementsprechend haben biologisch-organische, psychische und soziale Bedingungen wie bspw. Gedanken, Gefühle, Verhalten, soziale Unterstützung, Umweltbedingungen und die Interaktion zwischen diesen Faktoren einen hohen Stellenwert in dieser Theorie.19 Sie interagieren miteinander und sind durch einander veränderbar, was einen dynamischen Prozess darstellt, bei dem Störungen entstehen können, wenn eine der Bedingungen fehlerhaft ist. So wird z.B. jede medizinische Behandlung keinerlei Erfolge erzielen, wenn bei einer Person die emotionalen Ressourcen nicht ausreichend vorhanden sind.20 Die WHO nahm diese Annahmen im Jahr 2000 auf, ins heutige Gesundheitsversorgungssystem haben es bis dato jedoch lediglich Ansätze dieser Gedanken geschafft.21 Nach diesen Annahmen kann schlussgefolgert werden, dass eine Person durch ihr Gesundheitsverhalten und die Umwelt, in der sie sich bewegt, großen Einfluss auf die Gesundheit ausüben.22

[...]


1 Vgl. Knoll/Scholz/Rieckmann (2017)

2 Vgl. Lippke/Renneberg (2006), S. 4

3 Vgl. Daniel (2018), S. 10 - 11

4 Vgl. Hurrelmann (2010), S. 114-115

5 Renneberg/Hammelstein (2006), S. 8

6 Hurrelmann (2010), S. 146

7 Vgl. Faltermaier (2005), S. 35

8 Vgl. Hurrelmann (2010), S. 146

9 Vgl. Bengel/Strittmatter/Willmann (2001), S. 32

10 Hurrelmann (2010), S. 125

11 Vgl. Faltermaier (2005), S. 150

12 Vgl. Bengel/Strittmatter/Willmann (2001), S. 32

13 Vgl. Spektrum (2000)

14 Ebd.

15 Ebd.

16 Vgl. Gerrig (2016), S. 490

17 Vgl. Faltermaier (2017)

18 Vgl. Gerrig (2016), S. 490-491

19 Vgl. Double (2006), S. 192

20 Vgl. Pauls (2013), S. 3-5

21 Vgl. WHO (2000)

22 Vgl. Schwarzer (1997)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Veränderung von Gesundheitsverhalten. Gesundheitspsychologische Modelle und Strategien zur Veränderung von Gesundheitsverhalten am HAPA-Modell
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V963008
ISBN (eBook)
9783346313546
ISBN (Buch)
9783346313553
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
100I100 Punkte, keinerlei Beanstandungen, inhaltlich entspricht diese Arbeit einer Bachelorarbeit.
Schlagworte
Gesundheitspsychologie, Gesundheitsverhalten, HAPA, gesundheitspsychologische Theorien, gesundheitspsychologische Modelle, Strategien zur Verhaltensänderung, Verhaltensänderung, Motivationstheorie, TTM
Arbeit zitieren
Nina Hammerer (Autor), 2020, Veränderung von Gesundheitsverhalten. Gesundheitspsychologische Modelle und Strategien zur Veränderung von Gesundheitsverhalten am HAPA-Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/963008

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