Ziel dieser Seminararbeit soll es sein, herauszufinden, ob und inwiefern die Verwendung der Blockchain Technologie bereits heute ein disruptives Potential außerhalb der Verwendung von Kryptowährungen allein aufweist und welche Chancen und Risiken sich hieraus insbesondere im Finanzsektor ergeben.
Kaum jemand vermag 2009 das Potential der im Whitepaper von Satoshi Nakamoto vorgestellten Kryptowährung namens Bitcoin anfänglich erkannt haben. Wahrlich war Bitcoin zunächst nur in Fachkreisen bekannt und wurde nicht weitreichend genutzt. Erst durch exponentielle Kursanstiege insbesondere im Jahre 2017 erlangte Bitcoin zunehmend Aufmerksamkeit in der Bevölkerung: Der Bitcoin fand seinen Weg in den allgemeinen Sprachgebrauch und avancierte auch außerhalb der Fachkreise zur volatilen Wertanlage. Das 2009 vorgestellte Whitepaper beinhaltete jedoch nicht allein die Kryptowährung Bitcoin, sondern ferner die zugrundeliegende Technologie der Blockchain. Nachdem der Bitcoin allgemeine Bekanntheit erlangt hat, rückt nun die ihm zugrundeliegende Blockchain Technologie in den Fokus von Staaten, Banken und Unternehmen. Die Anwendungsbereiche sowie das Innovationspotential der Blockchain sind so vielfältig wie kontrovers und gehen über den Einsatz von Kryptowährungen hinaus.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Zielsetzung
2 Technologie der Blockchain
2.1 Grundlagen der Blockchain
2.2 Distributed Consensus und Double Spending Problem
2.3 Konsens durch Proof-of-work
2.4 Kryptografische Verfahren
3 Anwendung und disruptives Potential
3.1 Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain
3.1.1 Entwicklung der Kryptowährungen
3.1.2 Smart Contracts
3.2 Distributed Ledgers als Grundlage des disruptiven Potentials
3.2.1 Disruptives Potential der Blockchain im Finanzsektor
3.2.2 Chancen des Finanzsektors durch Nutzung von Blockchain
4 Fazit
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie jenseits von Kryptowährungen und analysiert deren Auswirkungen sowie Chancen und Risiken für den Finanzsektor.
- Grundlagen der Blockchain-Technologie und dezentraler Konsensmechanismen
- Kryptografische Verfahren zur Sicherung von Transaktionen
- Entwicklung von Kryptowährungen und Smart Contracts
- Disruptives Potenzial der Distributed Ledger Technology im Finanzwesen
- Strategische Herausforderungen und Chancen für Kreditinstitute
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Smart Contracts
Ein wesentliches Potential der Blockchain Technologie stellt die Realisierung von Smart Contracts dar. Der Begriff Smart Contract wurde bereits in den 1990er Jahren vom Kryptografie Wissenschaftler Nick Szabo verwendet und definierte einen Smart Contract als eine Reihe von Zusagen inklusive Protokollen in digitaler Form, die die Übereinkommenden an entsprechende Konsequenzen bindet.25 Der Smart Contract hat sich seither entwickelt und insbesondere durch die Einführung der Blockchain sehr konkrete Ausgestaltungsformen angenommen. Diesem Sinne folgend ist der Smart Contract eine im Rahmen des Application Stacks vertragliche, selbstregulierende Übereinkunft mehrerer Parteien, die in die Blockchain digital integriert wird und einer Wenn-Dann-Logik folgt. Insbesondere durch das Ethereum Projekt lassen sich solche digitalen, dezentralen Vertrauensstrukturen aufbauen. Die Blockchain des Ethereum Projektes ist die nach Bitcoin meist verbreitete Blockchain und beinhaltet eine Programmiersprache die es ermöglicht, Smart Contracts und dezentrale Applikationen, sog. Dapps zu erstellen. Mit ihnen lassen sich beliebige Funktionalitäten, Transaktionsformate sowie Regeln schreiben.26 Die technischen Rahmenbedingungen des zugrundeliegenden Blockchain Protokolls überwachen und setzen den Vertrag automatisiert durch, ohne dass hierfür eine zentrale Instanz oder ein Intermediär notwendig ist. Die Blockchain löst bei Erfüllung der vertraglich festgehaltenen Bedingungen die Ausführung des im Smart Contracts beinhalteten Programmcodes aus. Ist ein Vertrag in die Blockchain integriert, so kann sein Inhalt nicht mehr verändert werden und ist für die beteiligten Parteien transparent. Aus diesem Grund entfällt die Notwendigkeit, das Vertrauen durch einen zwischengeschalteten Intermediär aufzubauen.27 Die Blockchain erfüllt folglich eine Treuhänderfunktion, jedoch mit sehr geringen Transaktionskosten und nahezu in Echtzeit.28 Inhalte und Bedingungen eines Smart Contracts sind im Maschinencode in der Blockchain integriert und lösen bei Erfüllung einer vorherbestimmten Bedingung ein vorprogrammiertes Ergebnis aus. Dies kreiert den Vorteil, dass ihre Klauseln, im Gegensatz zu herkömmlichen Verträgen, keinen semantischen Spielraum innehaben und immer das gleiche Ergebnis auslösen.29 Durch
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung von Bitcoin und der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Technologie der Blockchain: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen, einschließlich dezentraler Konsensmechanismen wie Proof-of-Work sowie die Funktionsweise kryptografischer Sicherheitsverfahren.
3 Anwendung und disruptives Potential: Es werden Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain wie Kryptowährungen und Smart Contracts beschrieben und das disruptive Potenzial für den Finanzsektor analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und schätzt die zukünftige Entwicklung als Symbiose aus traditionellen Prozessen und Blockchain-Technologie ein.
Schlüsselwörter
Blockchain, Distributed Ledgers Technology, DLT, Bitcoin, Kryptowährungen, Smart Contracts, Dapps, Finanzsektor, Disruption, Dezentralisierung, Peer-to-Peer, Proof-of-work, Transaktionssicherheit, Intermediäre, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Blockchain-Technologie, ihre Funktionsweise und ihr Potenzial, bestehende Prozesse insbesondere im Finanzsektor disruptiv zu verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die technischen Grundlagen der Blockchain, deren Anwendungsmöglichkeiten (wie Smart Contracts) und die daraus resultierenden Chancen und Risiken für Banken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob die Blockchain-Technologie über Kryptowährungen hinaus ein disruptives Potenzial besitzt und wie der Finanzsektor darauf reagieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Als Methode für diese theoretische Arbeit wurde ein strukturiertes Literaturstudium gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Beschreibung der Blockchain sowie eine Analyse ihrer Anwendungsmöglichkeiten und der damit verbundenen disruptiven Auswirkungen auf den Finanzmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Blockchain, Distributed Ledgers, Kryptowährungen, Smart Contracts, Finanzsektor, Dezentralisierung und Disruption.
Wie lösen Smart Contracts das Vertrauensproblem?
Sie ermöglichen vertragliche Vereinbarungen, die durch Maschinencode automatisiert und irreversibel in der Blockchain ausgeführt werden, wodurch die Notwendigkeit von Intermediären entfällt.
Warum stellt die Blockchain ein Risiko für klassische Banken dar?
Durch die Möglichkeit, Transaktionen direkt und ohne Intermediär abzuwickeln, könnten Kernprozesse von Finanzinstituten überflüssig werden oder stark unter Druck geraten.
Wie ist das disruptive Potenzial der Blockchain im Finanzsektor zu bewerten?
Das Potenzial ist hoch, da Effizienzsteigerungen bei Clearing, Settlement und Zahlungsverkehr möglich sind, doch steht dem eine notwendige Symbiose mit regulierten Prozessen gegenüber.
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- Anonym (Autor), 2018, Blockchain. Technologie, Anwendung und disruptives Potential, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/963118