Ziel der Arbeit ist es, ein Ernährungs- und Bewegungskonzept für pflegende Angehörige zu erstellen, welches im Rahmen eines dreistündigen Kompaktseminars vorgestellt wird. Dies würde eine wichtige Weiterentwicklung in der Unterstützung von pflegenden Angehörigen darstellen.
Das erste Kapitel umfasst eine Einführung in den Bedarf häuslicher Pflege und schildert die Problematik pflegender Angehöriger sowie das Ziel der Fallstudie. Die theoretischen Grundlagen, welche auf wissenschaftlich relevanter Literatur basieren, bilden das zweite Kapitel. Diese werden vorgestellt, um das Fallbeispiel im Anschluss besser bearbeiten zu können und sich der Problematik bewusst zu werden, welche mit der Pflege eines Angehörigen einhergeht. Im Zuge dessen erfolgt die Definition der Angehörigenpflege, der Pflegebedürftigkeit, von Kinaesthetic und der primären Prävention. Im Anschluss daran wird die Situation pflegender Angehöriger beleuchtet, wobei hierbei besonders auf die Belastungen sowie die physischen als auch psychischen Auswirkungen eingegangen wird.
Im dritten Kapitel erfolgt die Vorstellung des ernährungs- und bewegungsspezifischen Kompaktseminars. Hierbei werden die Ziele, die Organisation, die Methodik sowie die personellen Gegebenheiten thematisiert. Im Anschluss erfolgt die Vorstellung eines Evaluationsansatzes und die Erläuterung, wie ein Transfer in den Alltag vonstattengehen könnte. Zuletzt werden die Modulinhalte vorgestellt. Dies wären einerseits die zehn Regeln einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Ernährungsweise und zum anderen kinästhetisch korrekte und rückenschonende Verfahren der Mobilisation und Transferierung hilfs- und pflegebedürftiger Personen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemaufriss und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Fallstudie
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Angehörigenpflege
2.1.2 Pflegebedürftigkeit
2.1.3 Kinaesthetics
2.1.4 Primäre Prävention
2.2 Situation pflegender Angehöriger
2.2.1 Geschlecht, Alter und Verwandtschaftsgrad
2.2.2 Soziale Lage
2.2.3 Motive und Belastungen
2.2.4 Beziehung zwischen pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen
2.3 Gesundheitlicher Zustand pflegender Angehöriger
2.3.1 Physische Auswirkungen auf pflegende Angehörige
2.3.2 Psychische Auswirkungen auf pflegende Angehörige
3. Kompaktseminar pflegender Angehöriger
3.1 Ziele
3.2 Organisation und Methode
3.3 Personal
3.4 Seminarabfolge im Überblick
3.5 Evaluation
3.6 Transfer in den Alltag
4. Präventiv wirksame Ernährung bei pflegenden Angehörigen mittleren Alters
4.1 Lebensmittelvielfalt
4.2 Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag
4.3 Vollkorn
4.4 Tierische Produkte
4.5 Fette
4.6 Zucker und Salz
4.7 Flüssigkeitszufuhr
4.8 Schonende Zubereitung
4.9 Bewusstes Essen
4.10 Körperliche Bewegung
5. Hintergründe von Kinästhetik
5.1 Kinästhetik in der Pflege
5.2 Menschliche Bewegungswahrnehmung
5.3 Transfer Stuhl - Bett (Knietransfer) nach kinästhetischen Prinzipien
4.4 Bewegen vom Fuß- zum Kopfende im Bett nach kinästhetischen Prinzipien
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, ein präventives Ernährungs- und Bewegungskonzept für pflegende Angehörige zu entwickeln, um deren gesundheitliche Belastungen im Pflegealltag zu minimieren und Ressourcen zu fördern.
- Analyse der physischen und psychischen Belastungssituation pflegender Angehöriger.
- Entwicklung eines strukturierten Kompaktseminars als Unterstützungsangebot.
- Vermittlung gesundheitsfördernder Ernährungsprinzipien nach DGE-Standards.
- Einführung in kinästhetische Prinzipien zur rücken- und körperschonenden Mobilisation.
- Transfer der erlernten Kompetenzen in den häuslichen Pflegealltag.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemaufriss und Zielsetzung
„Pflege kann nur gut gehen, wenn es den Pflegenden selbst gut geht.“
Jansen & von Kardorff (1995)
Im Jahr 2017 belief sich die Zahl an hilfs- und pflegebedürftigen Personen in Deutschland auf rund 3,4 Millionen. Auch in kommenden Jahren wird diese Zahl aufgrund zahlreicher Faktoren, wie beispielsweise der immer besser werdenden medizinischen Versorgung (Statistisches Bundesamt, 2019), der steigenden Lebenserwartung und dem demografischen Wandel stetig zunehmen (Lange, Rommel & Wetzstein, 2015, S. 1).
Durch die kontinuierliche Zunahme der hilfs- und pflegebedürftiger Menschen in unserer Gesellschaft steigt ebenfalls die Anzahl der pflegenden Angehörigen. Ihnen wird zukünftig eine noch größere Bedeutung in der Pflege zuteil. Demnach wurden im Jahr 2017 insgesamt 52% der hilfs- und pflegebedürftigen Personen in Deutschland in ihrer gewohnten Umgebung durch einen Angehörigen gepflegt oder betreut. Pflegende Angehörige sind demnach der größte Pflege- und Betreuungsdienst unserer Gesellschaft (Statistisches Bundesamt, 2018).
Pflegende Angehörige sind einer hohen Anzahl an emotionalen, körperlichen, psychischen und finanziellen Belastungen sowie sozialen Risiken ausgesetzt (Lange, Rommel & Wetzstein, 2015, S. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die steigende Relevanz der häuslichen Pflege in Deutschland dar und definiert das Ziel, ein Unterstützungskonzept für pflegende Angehörige zu entwickeln.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Angehörigenpflege, Pflegebedürftigkeit, Kinästhetik und Prävention geklärt sowie die Belastungssituation pflegender Personen analysiert.
3. Kompaktseminar pflegender Angehöriger: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept eines dreitägigen Seminars zur Vermittlung von Kompetenzen in Ernährung und Kinästhetik sowie dessen organisatorische und methodische Umsetzung.
4. Präventiv wirksame Ernährung bei pflegenden Angehörigen mittleren Alters: Hier werden konkrete Ernährungsempfehlungen nach DGE-Richtlinien gegeben, um pflegende Angehörige bei der Gesunderhaltung zu unterstützen.
5. Hintergründe von Kinästhetik: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Kinästhetik ein und erläutert praktische Techniken zur rücken- und körperschonenden Mobilisation von Pflegebedürftigen.
Schlüsselwörter
Pflegende Angehörige, Häusliche Pflege, Prävention, Kinästhetik, Gesunde Ernährung, Gesundheitsförderung, Mobilisation, Belastungssituation, Kompaktseminar, DGE-Richtlinien, Pflegende Belastung, Lebensqualität, Rückenschonende Pflege, Gesundheitsverhalten, Transfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung eines speziellen Seminarangebots, das pflegende Angehörige durch Wissen über Ernährung und Kinästhetik bei der Bewältigung ihrer pflegerischen Aufgaben gesundheitlich unterstützen soll.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die gesundheitliche Belastungssituation pflegender Angehöriger, präventive Ernährungsberatung und die Anwendung kinästhetischer Prinzipien zur körpergerechten Mobilisation im Pflegealltag.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die Erstellung eines ernährungs- und bewegungsspezifischen Kompaktseminars, das als Interventionsinstrument die gesundheitlichen Ressourcen pflegender Angehöriger stärkt.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Literatur von Organisationen wie dem Statistischen Bundesamt, der DEGAM und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie auf Konzepte der Kinästhetik nach Hatch und Maietta.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Situationsanalyse pflegender Angehöriger, die methodische Konzeption eines Seminars und detaillierte fachliche Module zu gesunder Ernährung und kinästhetischen Transfertechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Kernbegriffe sind Angehörigenpflege, Prävention, Kinästhetik, gesundes Ernährungsverhalten und die physische wie psychische Entlastung durch Wissenstransfer.
Warum ist Kinästhetik ein wichtiger Bestandteil des Seminars?
Kinästhetik hilft pflegenden Angehörigen, ihre eigenen Bewegungsmuster bewusst zu steuern, um den eigenen Körper bei der Mobilisation des Pflegebedürftigen zu entlasten und Rückenbeschwerden vorzubeugen.
Wie soll der Transfer der Lerninhalte in den Alltag gelingen?
Der Transfer wird durch praxisnahe Übungen innerhalb des Seminars, die Bereitstellung von Informationsmaterialien und einfache, im Alltag direkt anwendbare Empfehlungen sichergestellt.
Welche Rolle spielt die DGE-Ernährungslehre in diesem Kontext?
Die DGE-Richtlinien dienen als wissenschaftliche Basis für eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, die das Risiko für Zivilisationskrankheiten bei pflegenden Angehörigen senken kann.
Wie werden die Teilnehmer des Seminars evaluiert?
Die Evaluation erfolgt über einen Fragebogen, der nach Kursabschluss ausgefüllt wird, um Feedback zur Seminarorganisation und zum Nutzen der vermittelten Inhalte für kontinuierliche Verbesserungen zu erhalten.
- Citar trabajo
- Tashina Celine Nemec (Autor), 2020, Ernährung und kinästhetische Prinzipien der Mobilisation bei pflegebedürftigen Personen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/963402