Qualitative vs. Quantitative Forschung. Einführung und Kurzübersicht


Essay, 2020

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Qualitative Forschung
2.1 Qualitative Forschung- Begriffserläuterung
2.2 Stärken & Schwächen
2.3 Einsetzung

3 Quantitative Forschung
3.1 Quantitative Forschung- Begriffserläuterung
3.2 Stärken & Schwächen
3.3 Einsetzung

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Forschung begleitet die Menschheit seit Jahrzehnten und führt stets zu Faszination. Faszinierend sind aber nicht nur die Ergebnisse einer Forschung, sondern allein die Tatsache, dass Forschung nahezu in allen Sektoren stattfindet. Es gibt Forschungen im Medizinbereich, in der Industrie, im Weltall oder auch im Sportbereich. Ein kurzer Blick auf alltägliche Produkte oder Medikamente reicht, um die Relevanz und Begeisterung für die Forschung zu unterstreichen. Dank tiefgründiger und systematischer Arbeit gibt es heute „Babynahrung“ oder die Narkose und Impfungen im Medizinbereich. Die Möglichkeiten in der Forschung haben sich mit der Zeit weiterentwickelt und somit auch die Vorgehensweisen. Der Ihnen vorliegende Scientific Essay baut auf das Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ auf und thematisiert zwei Forschungsmethoden. Im nächsten Kapitel wird zunächst die qualitative Forschungsmethode untersucht. Dies bedeutet erst wird der Begriff erläutert und eingeordnet. Anschließend werden die Stärken und Schwächen dieser Methode aufgezeigt. Zum Abschluss der Analyse werden die Einsatzbereiche dieser Methode dargestellt. Diese drei Aspekte werden anschließend im darauffolgenden Kapitel, in derselben Chronik bei der quantitativen Forschungsmethode untersucht. Abschließend wird es eine Zusammenfassung und einen Ausblick geben.

2. Qualitative Forschungsmethoden

2.1 Begriffserklärung

Qualitative oder quantitative Forschungsmethoden lassen sich der empirischen Forschung unterordnen. „Empirische Forschung“ stammt ursprünglich aus dem Griechischen „em pirisch“ und bedeutet wörtlich übersetzt: „auf Erfahrung beruhend“. Diese Forschung baut dementsprechend auf systematische Auswertungen von Erfahrungen aus, um neue Erkenntnisse zu suchen (vgl. Bortz & Döring, 2006, S.2). Die Methoden hierbei sind die bereits erwähnten qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden.

Qualitative Forschung ist ein Sammelbegriff für unterschiedlichste Methoden und Ansätze, die sich mit subjektiven Sichtweisen und Deutungsmustern der Akteure, sowie deren Kommunikation und Interaktion in ihren alltagsweltlichen Zusammenhängen beschäftigen (vgl. May/Ruppel, 2018, S. 207). Qualitative Ansätze unterstreichen, dass Menschen sich in der Welt orientieren und handeln aufgrund der subjektiven Bedeutungen, die die Dinge aus deren Umwelt und das Verhalten ihrer Mitmenschen für sie haben (vgl. Kelle/Reith/Metje, 2017, S.49). Man kann definitiv unterstreichen, dass die Subjektivität der Forschenden eine wichtige Forschungsressource ist - ohne ein Grundverständnis von einer Gesellschaft zu haben, ist es gar nicht möglich zu verstehen, was in eben Gesellschaft passiert (vgl. Blasius/Baur, 2014, S. 47). Der Gegenstand der Forschung wird in seiner natürlichen Umgebung und ohne aktive Manipulation untersucht. Das Ziel ist immer das Verstehen von bestimmten Handlungen und die Entwicklung neuer Theorien. Hervorzuheben ist auch die Vielfältigkeit bei der qualitativen Forschung im Bezug auf Daten, Verfahren und Methoden. Ein wesentlicher Aspekt sind die offenen Verfahren bei der vorliegenden Forschungsmethode. Bei qualitativen Daten kann es sich sowohl um Texte, Bilder, Video- als auch Audio­Aufzeichnungen und viele weitere Varianten handeln (vgl. Kuckartz, 2012, S.14). Bekannte Methoden bei der Forschung sind Interviews, Beobachtungen, interaktive Forschung, Rollenspiele, audiovisuell unterstützte Beobachtungen oder auch Gruppendiskussionen.

2.3 Stärken & Schwächen

Nachdem die relevantesten Merkmale dieser Forschung erläutert wurden, wird die qualitative Forschung detaillierter analysiert, um die Stärken und Schwächen vorzuzeigen. Die qualitative Forschung ist im hohen Maße deskriptiv und versucht Beobachtungen in der Forschung zu verstehen und zu erklären. Zudem kommt es zu einer Verwendung von mehreren Methoden. Wie bereits erwähnt können diese zum Beispiel Beobachtungen, Interviews oder Rollenspiele sein. Diese zwei Aspekte können zweifelslos als Stärke angesehen werden, da dadurch das Potenzial einer neuen Theoriebildung, welches unter anderem mit einer der Ziele dieser Forschung ist, erheblich steigt. Auch die intensive Analyse von dem Verhalten der Personen unter natürlichen Forschungsbedingungen oder die detaillierten Beschreibungen von Handlungen in realen Lebenskontexten, führen zu einem realitätsnahen und praxisbezogenen Ergebnis. Eine weitere Stärke dieser Forschung. Ergänzend wird das Merkmal der Forschung, die Vielfältigkeit, Flexibilität und Offenheit bei der Verwendung verschiedener Erhebungsmethoden, als Stärke eingestuft. Dadurch können die menschlichen Interaktionen und die Subjektivität viel angemessener untersucht werden (vgl. Gephart, 2004, S.454-459).

Bei der Analyse der qualitativen Forschung ist jedoch festzustellen, dass Schwächen auch dazugehören. Dazu gehört der Aufwand dieser Forschung. Das Verstehen und die Untersuchung von menschlichen Verhalten stehen im Vordergrund. Es ist auch wichtig, solche Daten sehr sorgfältig zu analysieren oder zu interpretieren, nicht nur zu präsentieren. Diese Praxis ist problematisch, da es wichtig ist, zu zeigen, wie die Ergebnisse aus den Daten hervorgehen oder auf andere Weise durch die Analyse offengelegt wurden. All diese Punkte müssen sehr genau befolgt werden und dies ist sehr zeitintensiv und aufwendig. Man könnte an dieser Stelle intervenieren und die geringe Fallzahl, die in der Forschung genutzt wird, hervorheben, um den Aufwand der Arbeit zu entkräften. Nur leider ist insbesondere dieser Aspekt ein weiterer Nachteil. Durch die geringe Fallzahl fehlt ein wenig die Aussagekraft und Basis der Forschung (vgl. Gephart, 2004, S. 459-460).

2.4 Einsetzung

Nachdem die wichtigsten Merkmale der qualitativen Forschung und ihre Stärken und Schwächen genannt wurden, stellt sich noch die Frage, wann die qualitative Forschung bevorzugt eingesetzt wird. Die qualitative Forschung arbeitet bewusst mit kleinen Fallzahlen, um bei der Forschung mehr in die Tiefe zu gehen und das menschliche Verhalten zu verstehen und neue Theorien zu bilden. Aufgrund dieser Merkmale lässt sich diese Forschungsmethode vielfältig einsetzen. Eines der Verwendungsfelder ist die Arbeitswelt. Um die Ziele von Arbeitshandlungen oder die Motive zur Arbeitstätigkeit wirklich verstehen zu können, ist die systematische Sammlung, Verarbeitung und Interpretation von Daten erforderlich. Somit wird die qualitative Forschung zur Analyse der Arbeitsbedingungen, Belastungen auf der Arbeit oder auch für die Forschung der Arbeitslosigkeit genutzt (vgl. Frieling/Westermayer/Dammer/Pelzmann/Böhle, 1995, S.285-299). Aufgrund der Subjektbezogenheit, die Bedeutung der Interpretation, sowie das Ziel Menschenverhalten zu verstehen, wird die qualitative Forschung auch in der Forschung bei abweichendem Verhalten eingesetzt. Dazu gehört die Polizeiforschung, aber auch die Terrorismusforschung (vgl. Schumann/Kreissl/Sack, 1995, S. 370-380). Natürlich wird die qualitative Forschung, bedingt durch die Merkmale dieser Forschung, in vielen weiteren Themengebieten genutzt. In der Gesundheitsforschung (vgl. Faltermaier/Nestmann/Gerhardt/Hohl/Keupp, 1995, S. 305-319) spielt sie zum Beispiel eine wichtige Rolle, bestimmte Krankheitsbilder besser zu verstehen, und um diese gezielt therapieren zu können. Kurz zusammengefasst, lässt sich festhalten, dass qualitative Forschung dann eingesetzt werden sollte, wenn der Mensch mit seinen Erfahrungen oder Verhalten im Vordergrund steht. Es geht auch um zwischenmenschliche Forschung und Gefühle, sowie Motivation von Menschen bezogen auf bestimmte Themenfelder.

3. Quantitative Forschung

3.1 Begriffserklärung

In diesem Kapitel wird die zweite Methode, die quantitative Forschungsmethode, näher erläutert. Die quantitative Forschung wird als jene Forschung charakterisiert, welche mit der Anwendung unterschiedlicher Methoden, Techniken und Verfahren dazu dient, eine statistische Überprüfung einer Theorie oder Hypothese durchzuführen. Diese Forschungsmethode zeichnet sich in der Regel durch eine deduktive Veranlagung aus. Vorliegende theoretisch hergeleitete Wirkungszusammenhänge werden auch ihre Gültigkeit überprüft (vgl. Goldenstein, Walgenbach, Hunoldt, 2018, S. 107). Im Gegensatz zu der qualitativen Forschung wird hier mit numerischen Daten gearbeitet. Um die Strategie oder auch die Merkmale kurz auf den Punkt bringen, dient folgende Darlegung: „Ein streng zielorientiertes Vorgehen, das die Objektivität seiner Resultate durch möglichst weitgehende Standardisierung aller Teilschritte anstrebt und das zur Qualitätssicherung die intersubjektive Nachprüfbarkeit des gesamten Prozesses als zentrale Norm postuliert.“ (vgl. Kromrey, 2009, S. 25). Die Methoden, die zu der Forschung genutzt werden, sind gewissermaßen ähnlich wie bei der qualitativen Forschung - Befragungen, Beobachtungen oder Experimente. Nur der entscheidende Unterschied ist, bei den quantitativen Methoden sind alle standardisiert, und eben nicht offen oder flexibel, wie bei den qualitativen Methoden (vgl. Raithel, 2008, S.65-82).

3.2 Stärken & Schwächen

Im Folgenden werden nun, nachdem die Charaktereigenschaften der quantitativen Analyse näher erläutert wurden, die Stärken und Schwächen dieser Forschung aufgezeigt. Die Daten, die aus quantitativen Studien hervorgehen, werden oft als hart, rigoros und zuverlässig dargestellt. Diese Adjektive deuten darauf hin, dass solche Daten eine beträchtliche Präzision aufweisen und durch systematische, sowie strukturierte Verfahren gesammelt werden. Die Reliabilität ist somit eine Stärke der Forschungsmethode. Durch die Standardisierung in den Erhebungsmethoden kann diese Forschung größere Datenmengen und Fallzahlen sehr schnell verarbeiten und ist somit nicht so Zeit- und Kostenaufwändig, wie die qualitative Forschung. Durch die vorliegende Objektivität in dieser Forschung ist auch die schnellere und bessere Vergleichbarkeit zwischen Ergebnissen gegebene, da Personen in der Forschung alle unter denselben Bedingungen untersucht werden (vgl. Carr, 1994, S. 716-721; Bryman, 1988, S.11-45).

Doch für jede Stärke scheint es eine entsprechende Schwäche zu geben. Die fehlende Subjektivität ist eines der Kritikpunkte. In der quantitativen Forschung ist der Kontakt des Forschers mit den untersuchten Personen eher flüchtig oder gar nicht existent. Der Forschende nimmt die Haltung eines Außenseiters ein. Zudem kommt, dass die Erhebungsmethoden sehr strukturiert aufgebaut sind und kaum Platz für Anpassung oder Offenheit bieten. Dies führt dazu, dass die Forschungsergebnisse nicht vollständig der Realität entsprechen und sehr weit von der Praxis entfernt sind. Darüber hinaus bietet die quantitative Forschung keine Ursachenforschung an, genauso wenig eine Lösung für ein vorhandenes Problem. Diese Schwäche leitet davon ab, dass vorliegende Theorien oder Hypothesen nur überprüft werden und weiter keine Forschungen stattfinden (vgl. Carr,1994, S.716-721; Bryman, 1988, S. 93-126).

3.3 Einsetzung

Quantitative Verfahren eignen sich mit ihrer standardisierten Befragungs- und Beobachtungsform, der Überprüfung großer Stichproben ideal zur objektiven Messung und Quantifizierung von Sachverhalten. Man kann mit Sicherheit darüber hinaus festhalten, dass sich die quantitative Forschung für Beobachtungen zu den zwischenmenschlichen oder sozialen Thematiken, aufgrund fehlender Subjektivität, nicht eignet. Dennoch kann man gewissen Sozialstrukturen auch mit der quantitativen Forschung untersuchen. Die Erforschung von Armut oder die Lebensphasen des Alters sind zwei Beispiele, welche von Nicole Burzan genauer analysiert werden (vgl. Burzan, 2008).

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Details

Titel
Qualitative vs. Quantitative Forschung. Einführung und Kurzübersicht
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Bonn früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V966090
ISBN (eBook)
9783346316691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
qualitative, quantitative, forschung, einführung, kurzübersicht
Arbeit zitieren
Shiva Thakur (Autor), 2020, Qualitative vs. Quantitative Forschung. Einführung und Kurzübersicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/966090

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