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Juristische Aspekte des Werbens in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken durch das Prisma des Daten-für-Software-Handels

Titel: Juristische Aspekte des Werbens in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken durch das Prisma des Daten-für-Software-Handels

Magisterarbeit , 2019 , 79 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Adnan Hamzic (Autor:in)

Jura - IT-Recht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wollten sie immer schon wissen, ob bei dem Erstellen eines Social-Media-Profils ein rechtsgültiger Vertrag zwischen Ihnen und dem Anbieter für die Softwarenutzung zustande kommt? Interessiert Sie, welche Rechte und Pflichten mit so einem Vertrag eingeräumt werden? Was sind die datenschutzrechtlichen, werberechtlichen und vertragsrechtlichen Implikationen der Nutzung "kostenloser" Software wie Google, Facebook und Co? Und was für ein Milliarden-Business steht dahinter?

In dieser Einser-Arbeit werden für das juristische Schrifttum atypische Gedankenspiele und Schlussfolgerungen zu den offenen Fragen angeboten. Okkultismus wird mit greifbarer Logik angegangen. Das vertragliche und wirtschaftliche Verhältnis zwischen Nutzer und Anbieter von Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken wird neu definiert und in den Kontext des unvermeidlichen Daten-für-Software-Geschäftsmodells platziert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

B. Einleitung

I. Gegenstand der Untersuchung

II. Struktur der Arbeit

III. Methodik der Arbeit

C. Wirtschaftlicher Hintergrund des Online-Advertising-Businesses

D. Die Merkmale des Daten-für-Software-Handels: Einführung in Daten und Software

I. Die Kriterien für die rechtliche Triangulation zwischen Daten – Software - Werben

II. Daten und Informationen

1. Technische Definierung

2. Personenbezogene Daten als Rechts- und Wirtschaftsgut

III. Software

1. Technische Definierung

2. Software als Rechtsgut

E. Das Werben in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken

I. Einführung

II. Das Verhältniss des Werbens in Bezug auf das Datenschutz- und Vertragsrecht

III. Die Grundregeln der Lauterkeit von Online-Werbung

1. Einführung

2. Blickfangwerbung in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken

3. Keyword Advertising und der Preis personenbezogener Daten

4. Affiliate Marketing

IV. Die Rechtsfolgen unzulässiger Handlungen

F. Die datenschutzrechtlichen Aspekte

I. Einführung

II. Personenbezogene Daten

II. Informationelle Selbstbestimmung

1. Bedeutung, Kontext und Reichweite

2. R.a.i.S. und das Subsumtionsabenteuer

III. Drittwirkung und Verantwortlichkeit der Anbieter von Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken

III. Grundprinzipien des Datenverarbeitung

1. Die Befugnis zur Datenverarbeitung

2. Der Grundsatz der Rechtmäßigkeit, des Handelns nach Treu und Glauben und der Transparenz

3. Die Grundsätze der Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, Speicherbegrenzung und der Intergrität und Vertraulichkeit

4. Die Rechenschaftspflicht des Verantwortlichen

5. Arten der Datenverarbeitung in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken

6. Werberelevante Datenklassen in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken

7. Rechte der betroffenen Personen

E. Die vertragsrechtlichen Aspekte

I. Charakteristiken und rechtliche Einordnung der Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerke

II. Die vertragliche Einordnung

1. Einführung

2. Der ASP-Vertrag und SaaS-Vertrag

3. Entgeltliche und unentgeltliche Verträge

4. Der Social-Media-Vertrag

V. Das Spezifikum der wesentlichen Geschäftseigenschaften der Social-Media-Verträge

1. Die wesentlichen Geschäftseigenschaften

2. Anwendung von AGB-Recht und Verbraucherschutzrecht auf Social-Media-Verträge

3. Bestimmtheit und Bestimmbarkeit der wesentlichen Geschäftseigenschaften

H. Reflexion und Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wettbewerbs-, datenschutz- und vertragsrechtlichen Implikationen von Werbung in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken. Ziel ist es, das Vertragsverhältnis zwischen Nutzern und Anbietern unter Berücksichtigung des "Daten-für-Software"-Geschäftsmodells zu analysieren, um Rechte der Verbraucher und Mechanismen der Datenverarbeitung präzise rechtlich einzuordnen.

  • Rechtliche Einordnung des "Daten-für-Software"-Geschäftsmodells
  • Analyse der Werbemechanismen (Blickfangwerbung, Keyword Advertising, Affiliate Marketing)
  • Datenschutzrechtliche Anforderungen (DSGVO, Informationelle Selbstbestimmung)
  • Vertragsrechtliche Qualifizierung der Social-Media-Verträge
  • Anforderungen an die Transparenz und Bestimmtheit wesentlicher Geschäftseigenschaften

Auszug aus dem Buch

3. Keyword Advertising und der Preis personenbezogener Daten

Stichwortwerbung oder Keyword Advertising ist eine Art von Online-Werbung bei der der Werbetreibende über Schlüsselworte Werbung in Suchalgorithmen (z.B. Google Search oder Facebook News Feed), bzw. in die Ergebnisse der Suche platzieren kann. Wenn der Nutzer eine Information sucht und dabei eins oder mehrere Begriffe benutzt die mit Stichworten aus der Werbung korrespondieren, wird als Suchergebnis u.a. die Anzeige des Werbenden hervorgebracht. Diese Anzeigen sollen aber entsprechend abgegrenzt sein mit einer kurzen Ergänzung wie z.B. „Anzeige“ oder „Sponsored“ und wird üblicherweise mit Links zur werbenden Internetseite verkuppelt.

Das Keyword-Advertising-Business ist wegen seiner Vorteile äußerst populär bei Anbietern von Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken aber auch bei Anbietern sog. Search-Engine Optimisation Dienste. Im Gegenteil zur herkömmlicher, indirekter Bannerwerbung bei der die Klickrate zwischen 0,01 und 0,1 % liegt, werden die Schlüsselwort-Anzeigen kontextorientiert platziert, was zu einer Klickrate von 3,5% führt. Außerdem zahlt der Werbende nicht für die Anzahl der hervorgebrachten Anzeigen, so wie es bei meisten Bannerwerbungen der Fall ist, sondern für Feedback über Werbung oder geklickte Anzeigen (sog. Cost per klick).

Das spezifische dabei ist, dass der Preis der Anzeigen über automatisierte Auktionsverfahren bestimmt wird, bzw. über Real Time Bidding, wonach beliebte Stichworte konsequent teurer sind. Das beste Beispiel dafür ist Google Adwords. Das heißt, das sich der Preis für Werbung nach dem Werbemarkt bestimmt und dieser Preis wiederum nach dem Preis des Datenmarktes. In anderen Worten, die Marktanfrage (Beliebtheit der Stichwörter) bestimmt sich nach den personenbezogenen Daten (Feedback der Nutzer über Internetinhalte), die der Nutzer im Rahmen der datenschutzrechtlichen Einwilligung dem Anbieter zur Verfügung gestellt hat. Weiter lässt sich ohne Zweifel schließen, dass der Preis personenbezogener Daten als Reflexion der Preise von Anzeigen auch durch automatisierten Abläufen regelmäßig, in Echtzeit bestimmt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

B. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Gegenstand der Untersuchung, die Struktur der Arbeit sowie die methodische Herangehensweise zur rechtlichen Analyse von Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken.

C. Wirtschaftlicher Hintergrund des Online-Advertising-Businesses: Hier werden die wirtschaftlichen Machtverhältnisse und die Entwicklung der digitalen Vermittlungsdienste beleuchtet, die durch werbefinanzierte Geschäftsmodelle geprägt sind.

D. Die Merkmale des Daten-für-Software-Handels: Einführung in Daten und Software: Dieses Kapitel definiert die technischen und rechtlichen Begriffe von Daten und Software, um die Basis für das Verständnis des Tauschverhältnisses zu schaffen.

E. Das Werben in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken: Das Kapitel analysiert verschiedene Werbeformen, deren datenschutzrechtliche Zulässigkeit sowie die entsprechenden Rechtsfolgen bei Verstößen.

F. Die datenschutzrechtlichen Aspekte: Hier steht die informationelle Selbstbestimmung, die Datenverarbeitungsgrundsätze sowie die Rechte der betroffenen Personen unter der DSGVO im Mittelpunkt.

E. Die vertragsrechtlichen Aspekte: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich der rechtlichen Einordnung der Verträge, der Typologie (z.B. SaaS, Social-Media-Vertrag) und der Anwendung von Verbraucherschutzrecht auf Massengeschäfte im Internet.

H. Reflexion und Konklusion: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die rechtliche Natur von Social-Media-Verträgen zusammen und zieht ein Fazit zur Praxis der Datenvermarktung.

Schlüsselwörter

Online-Werbung, Internet-Suchalgorithmen, Soziale Netzwerke, Datenschutzrecht, DSGVO, Daten-für-Software, Informationelle Selbstbestimmung, Social-Media-Vertrag, Keyword Advertising, Affiliate Marketing, Verbraucherschutzrecht, Personenbezogene Daten, Online-Dienstleistungsvertrag, Profiling, AGB-Recht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für Werbung in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken, wobei sie den Fokus auf das zugrunde liegende wirtschaftliche "Daten-für-Software"-Modell legt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen gehören das Wettbewerbsrecht (insb. UWG), das Datenschutzrecht (insb. DSGVO) und das Vertragsrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Verbraucherschutzes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte abstrahieren, welcher Vertragstyp das Verhältnis zwischen Nutzer und Anbieter bei modernen Such- und Vernetzungsplattformen eigentlich gestaltet und wie dieser rechtlich zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor kombiniert einen normorientierten und fallorientierten Ansatz, wobei der Fokus auf Rechtsprinzipien und Abstrahierung liegt, anstatt auf einer rein thesenorientierten Beweisführung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der technischen Definition von Daten und Software, den rechtlichen Aspekten von Online-Werbemechanismen, den datenschutzrechtlichen Anforderungen an die Verarbeitung sowie der vertragsrechtlichen Einordnung dieser Dienste als Dauerschuldverhältnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das Daten-für-Software-Geschäftsmodell, Social-Media-Vertrag, informationelle Selbstbestimmung, DSGVO, Online-Werbung und Verbraucherschutz.

Wie bewertet der Autor die informationelle Selbstbestimmung in der Praxis?

Der Autor konstatiert, dass das Prinzip der informationellen Selbstbestimmung für den durchschnittlichen Nutzer in der komplexen digitalen Praxis kaum praktikabel ist und die Last der Einhaltung daher verstärkt auf die Anbieter übertragen werden sollte.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der rechtlichen Natur von Social-Media-Verträgen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Social-Media-Verträge als gegenseitige Mietverträge einzuordnen sind, in denen Nutzer personenbezogene Daten als Gegenleistung (in Analogie zu einem Tauschvertrag) erbringen.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Juristische Aspekte des Werbens in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken durch das Prisma des Daten-für-Software-Handels
Hochschule
Universität Augsburg  (Juristische Fakultät)
Veranstaltung
Magisterstudiengang für im Ausland graduierte Juristen
Note
1.0
Autor
Adnan Hamzic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
79
Katalognummer
V966253
ISBN (eBook)
9783346314819
ISBN (Buch)
9783346314826
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Netzwerke Suchmaschinen Werbung Personenbezogene Daten IT-Recht IT-Vertragsrecht Datenschutzrecht Digitales Gold Facebook Google Instagram Affiliate Marketing Keyword Advertising Advertising SaaS Vertrag Informationelle Selbstbestimmung Data for Software Social-Media-Vertrag Jura Recht Rechtswissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adnan Hamzic (Autor:in), 2019, Juristische Aspekte des Werbens in Internet-Suchalgorithmen und sozialen Netzwerken durch das Prisma des Daten-für-Software-Handels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/966253
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Leseprobe aus  79  Seiten
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