Hat motivierende Musik einen messbaren Einfluss auf Krafttraining? Empirische Untersuchung eines kraftorientierten Schnellkrafttrainings


Bachelorarbeit, 2020

38 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

2 ZIELSETZUNG

3 GEGENWÄRTIGER WISSENSTAND
3.1 Definition Musik
3.1.1 Musikgeschichte
3.2 Auswirkung der Musik auf den Menschen
3.2.1 Musikpsychologie
3.2.2 Musikphysiologie
3.2.3 Neuronale Auswirkungen der Musik
3.3 Kraft
3.3.1 Kraftarten
Schnellkraft
Maximalkraft
Kraftausdauer
3.3.2 Trainingsmethoden
Kraftausdauertraining
Maximalkrafttraining
Schnellkrafttraining
3.3.3 Schnellkraft als T eilkomponente der Maximalkrafttrainings

4 METHODIK
4.1 Untersuchungsdesign
4.1.1 Testung mit Beast Sensor und ohne Musik
4.1.2 Testung mit Beast Sensor und Musik
4.2 Operationalisierung
4.3 Stichprobenziehung
4.4 Datenerhebung
4.5 Datenaufbereitung
4.6 Datenanalyse

5 ERGEBNISSE

6 DISKUSSION
6.1 Weitere Anwendungsbereiche
6.2 Alternative Anwendungsbereiche

7 ZUSAMMENFASSUNG

8 LITERATURERZEICHNIS

9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS

10 TABELLENVERZEICHNIS

11 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

12 ANHANG

1 Einleitung und Problemstellung

Risin' up, back on the street, Did my time, took my chances,Went the distance, now I'm back on my feet, Just a man and his will to survive It's the eye of the tiger, it's the thrill of the fight, Risin' up to the challenge of our rival, And the last known survivor stalks his prey in the night, And he's watchin' us all with the eye of the tiger (Survivor, 1982)

Die meisten Menschen kennen Rocky Balboa den Starboxer aus den erfolgreichen Boxfilmen. Der Song iger direkt für die

Rocky- Filme geschrieben. Hört man diesen Song, so hat man jene berühmte Filmsequenzen im Kopf, die den Hauptcharakter Stunde um Stunde in der Trainingshalle trainierend zeigen. Bei Rocky spielt die Motivation, die durch die Musik erreicht wird, eine große Rolle so auch für die meisten Menschen, die die Musik auf verschiedene Art und Weise in ihren Alltag integrieren. Auch die Autoren Hempel, Hempel, Zeraschi und Ziegenrücker (1977, S.108) sind der Ansicht, dass Musik den breitesten Platz im menschlichen Leben einnimmt, egal in welcher Art und Form. Die Frage der Motivation wendet sich an viele Bereiche des Alltags, sei es die Arbeit, das Lernen oder auch der Sport in vielen Dingen scheinen gewisse Mittel der Motivationssteigerung der einzige Antrieb zu sein. Die vorliegende Arbeit soll sich vor allem dem Motivationsmittel der Musik, bezogen auf den Sport und die sportliche Leistungssteigerung, widmen Durch das konnte gezeigt werden, dass Musik ein effektiver Faktor ist, um die Motivation beim Sport zu steigern und so die Trainingsfrequenz zu erhöhen (Vlist, Bartneck, Mäueler, 2011). Musik kann demzufolge das Training beeinflussen. Die dadurch resultierende Problematik stellt sich dahingehend auf, ob Musik einen Einfluss auf das Training, hinsichtlich der Leistungssteigerung hat. Dass Musik beim Sport eine motivierende Wirkung hat, wurde vorher erläutert. Aber: ist die erzeugte Motiviationssteigerung auch so groß, um die sportliche Leistung zu erhöhen?

Ein beachtlicher Faktor bei der Frage nach motivierender Musik ist die Musik selbst. Mit ihrer bloßen Anwesenheit ist es oft nicht getan: Elemente, wie Klang, Rhythmus, Interpreten oder Text spielen eine wichtige Rolle, unterscheiden sich je nach Musikrichtung und tragen zum individuellen Musikgeschmack des Sportlers oder der Sportlerin bei. Die Musikgeschmäcker sind unter Menschen höchst unterschiedlich. Nicht nur im allgemeinen hört man unterschiedliche Musik; auch bei sportlicher Aktivität ist die gespielte Musik sehr unterschiedlich. Es gibt unzählige Musikgenres und es kommen ständig welche hinzu. Jedes dieser Genres hat bestimmte Merkmale, Charakterzüge und Wirkungen. So wird es im weiteren Verlauf der Arbeit nötig sein, zu untersuchen, welche psychologischen, physiologischen und neuronale Auswirkungen Musik auf den Menschen und auf seine sportlichen Leistungen haben kann. Welche biochemischen Vorgänge können dabei im Körper ablaufen? Welche musiklaisch hervorgerufenen Emotionen können letztlich die sportliche Leistung beeinflussen?

Studien haben beispielsweise gezeigt, dass bei der Erwärmung unter Einsatz von Musik eine Verminderung der RPE (Rate of Perceived Exertion) sowie eine Verminderung der kardiovaskulären Reaktion stattfindet.(vgl. Arazi, Asadi &Purabed, 2015). RPE bedeutet Wiederholungen als Reserve übrig zu lassen. Dabei werden also letzte Wiederholungen beim Krafttrainig absichtlich nicht absolviert, sondern als Reserve behalten. Laut weiteren Studien bewirkt Musik eine Optimierung der einfachen motorischen Aufgaben. Des Weiteren wird bei Ausdauer -Aktivitäten die Energieeffizenz durch den Musikeinsatz verbessert und die wahrgenommene Anstrengung verringert. Die Arbeitsleistung wird erhöht. Es ist zudem möglich, durch speziell ausgewählte Musik psychologische Vorteile zu fördern, d.h. die wahrgenommene Anstrengung kann über die anaerobe Schwelle hinaus reduziert werden. (vgl.Karageorghis &Priest, 2012, S.67-84) Die bisher genannten Adaptionen des Körpers auf die Musik lassen positives hoffen. Folglich soll in der vorliegenden Bachelorarbeit untersucht werden, ob Musik ein probates Mittel zur Steigerung der Schnellkraftleistung innerhalb eines kraftorientierten Trainings ist.

2 Zielsetzung

Anhand der in Kapitel 1 genannten Adaptionen des Körpers auf die Musik lässt sich ver- muten,dass die Muskulatur auf den Reiz der Musik anspringt und somit eventuell ihre Leistung steigern könnte. Wie sollen diese Aspekte der Musik Wirkung auf das Krafttraining verüben? Im Rahmen der Zielsetzung stellt sich demnach die Frage, ob Musik eine Geschwindigkeitssteigerung beim Schnellkrafttraining bewirkt. Diese quantitative Forschung wird anhand einer konzeptionellen Arbeit für unabhänige Stichproben betrachtet. Gemessen wird der Unterschied unter Einbezug eines Trainingssensors, welcher die Geschwindigkeiten der Testübung aufzeichnet.

3 Gegenwärtiger Wissenstand

3.1 Definition Musik

3.1.1 Musikgeschichte

Nach der Geburtsstunde der Musik zu fragen, ist nicht ganz einfach. Es gibt einige Theorien darüber, wo die Musik ihren Ursprung hat: Lange Zeit wurde die Nachahmung von Tierstimmen durch den Menschen als jener zündende Moment betrachtet, das ihn auf die Idee gebracht haben könnte (Schönfelder, 1984, S.12). Charles Darwin sah die Ursache der Musik im Paarungstrieb der Tiere und Menschen. Durch Beobachtungen behauptete er, dass die besten Sänger oder Brüller die Weibchen erobern konnten (vgl. Darwin, 1871, S.289-296) Schönfelder (1984) erkennt später aus jenen natürlichen Ursprüngen eine Tendenz zum Ästhetischen (S.12). In einigen Kreisen gibt es die Theorie, die Musik sei- ein Fortsatz der Sprache und bringe somit emotionale Verhaltensweisen zum Ausdruck. Im Gegensatz dazu bringe die Sprache das begriffliche Denken hervor, wobei zu ähnlichen emotionalen Verhaltensweisen die Poesie geschaffen wurde (vgl. Schönfelder, 1984, S. 12). und Sammeln, den hauptsächlichen Arbeitsweisen des paläoli- thischen Menschen, werden gewiß die Rufverständingungen über weite Räume hin, möglicherweise unter allmählich gewohnheitsgemäßer Bevorzugungen elementarer Intervallbildungen mit Signalcharakter, eine nicht unbeudeutende Rolle gespielt haben (Schönfelder, 1984, S.13). Folgt man Carl Stumpf, so würde dies als akustische Signalgebung , 1911, S.26) bezeichnet werden. Schon zu dieser Zeit gab es gemein schaftliche Musikbetätigung. Schönfelder (1984) zu Folge erstreckte es sich vom Händeklatschen, dem Gegeneinanderschlagen von Jagdgeräten, dem Stampfen auf Erd- und Grubentrommeln über die Erdharfen bis hin zum gezupften Jagbogen und schließlich dem seinerzeit höchstentwickelten Musikinstrument, der Grifflochflöte (S. 14).

3.2 Auswirkung der Musik auf den Menschen

Musik hat für die Menschen einen hohen Stellenwert im Alltag. Egal wo man hinsieht, die Menschen hören Musik - egal, ob durch ein öffentliches Medium oder durch die init- mere Variante der Kopfhörer. Im foglenden Kapitel werden Informationen aufgelistet, welche die möglichen Wirkungen der Musik auf den Menschen und seinen Körper aufzeigen.

3.2.1 Musikpsychologie

Die menschliche Reaktion auf Musik kann sehr unterschiedlich sein. Sie hängt von Faktoren, wie z.B. Erziehung, Temperament, aktueller Stimmungslage und soziokultureller Umgebung ab. Natürlich auch das Musikwerk an sich hat seine eigene Wirkung. Die Bewertung, ob Musik positive, bzw. negative Wirkung hat, ist eine rein subjektive. (vgl. Luban Plozza, Delli Ponti & Dickhaut, 1988, S. 110)

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wäre es demzufolge für Sportler/innen sinnvoll, Musik zu wählen, auf die sie positiv reagieren bzw. die sie als motivierend empfinden. Die beim Musik hören entstehenden Emotionen verursachen Prozesse im Gehirn, die sich auf das vegetative und endokrine Nervensystem auswirken. Diese Prozesse haben wiederum Auswirkungen auf die Organarbeit bzw. das Immunsystem.(vgl. Kölsch, 2020, S.136) die Aktivität in jeder Struktur des Gehirns beeinflussen .(Kölsch, 2020, S.38) Wenn man die Musik auf sportliche Aktiviät bezieht, bezüglich des Tempos beim Sport, kann man dem Sport musikalische Tempi zuordnen. Diese sind musikalisch ausgedrückt beispielsweise allegro, presto oder allegro viviace ( schnell, sehr schnell, lebhaft). Diese können einem Tempo/Takt von 144 Schlägen/Minute entsprechen. Musikalische Rhythmen stehen in Verbindung mit rhythmischer Organisation der Zentren des Hirnstammes. Diese Zentren regulieren wiederum vitale Funktionen des Körpers, wie z.B. den Puls oder die Atmung. Anhand der erhöhten Perspiration (Hautatmung) wird das neurovegetative System durch Musik beeinflusst. (vgl. Luban Plozza, Delli Ponti & Dickhaut, 1988, S. 109-113)

Im Normalzustand hat unsere Haut einen bestimmten elektrischen Widerstand. Wenn die Haut feuchter wird, als normal, wie bei einer Emotion, verringert sich dieser Widerstand, da die feuchte Haut ein besserer elektrsicher Leiter ist. Wenn also die Musik den Hautwiderstand beim Stromdurchfluß reduziert, ist dies ein weiterer Beweis, daß die Musik selbst auf mehr oder weniger intensiver Weise das neurovgetative System, welches diese Veränderung vermittelt, stimuliert.( Luban Plozza, Delli Ponti & Dickhaut, 1988, S.109

3.2.2 Musikphysiologie

Im Allgemeinen erhöht sich die Herz- und Atemfrequenz bei körperlicher Aktivität. Daraus resultierend wird die Schweißproduktion angeregt und der Blutdruck passt sich an.

Des Weiteren wird die Darmtätigkeit verrringert. Sobald der Körper wieder in einen Ruhezustand verfällt, regenerieren sich alle körperlichen Funktionen. Im Körper herrscht dann ein optimales Gleichgewicht, welches durch das vegetative und endokrine Nervensystem reguliert wird. Wie unter 3.2.1 beschrieben, bewirkt jede Emotion eine Reaktion des Körpers. In diesem Fall, wenn Musik, welche positiv empfunden wird, gehört wird, steigert sich die Herz-und Lungenaktivität, was zur Folge hat, dass die Leistungsfähigkeit erhöht wird (vgl. Kölsch, 2020, S. 136-139).

Kölsch führte eine Studie durch, in der er zwei Probandengruppen verschiedenen Klängen aussetzte. Die eine Gruppe hörte fröhliche, angenehm klingende Musik in diversen Stilen und Epochen. Die andere Gruppe hingegen hörte einfache Tonfolgen, teilweise verzerrte, geräuschähnliche und dissonante Klänge. Die Ergebnisse beider Gruppen waren gleich. Nach ca 2,5 Sekunden setzte bei beiden Gruppen eine erhöhte Schweißproduktion ein, der Herzschlag stieg nach 6 Sekunden an und erhöhte sich um zwei Schläge/Minute. Die Atemfrequenz stieg nach etwa zehn Sekunden an. Die entscheidenden Faktoren dabei waren die Tempi, die bei den bei beiden Gruppen verwendeten Klängen dieselben waren. Es spielt demzufolge keine Rolle, welche Art von Klängen oder Musik gehört wird. Der Körper reagiert dahinsichtlich gleich. Ein Fazit der Studie war, dass sobald der Rhythmus schneller war als der Ruhepuls, die Herzrate anstieg (vgl. Kölsch, 2020, S. 140-141). Wie schon beschrieben bewirkt Musik eine Aktivierung des endokrienen Nervensystems. Sobald das endokrine Nervensystem aktiviert wird, findet eine Cortisol-Ausschüttung statt, welches dem Körper Energie liefert. Demzufolge wird der Cortisolspiegel beim Hören von aktivierender, vitalisierender Musik erhöht. Somit kann die Leistungsfähigkeit erhöht werden, da der Körper in diesem Moment mehr Energie zur Verfügung hat. Lockeren Sport nimmt der Körper als gesunden war. Stress steht immer in Verbindung mit dem Cortisolspiegel, d.h. je mehr Stress (egal, ob positiv oder negativ) desto höher ist auch der Cortisolspiegel. (vgl. Kölsch, 2020. S. 141-143) Luban Plozza, Delli Ponti & Dickhaut beschreiben ähnliche Zusammenhänge von Musik auf den Körper.

Wenn man bedenkt, daß der Interpret einer stetig andauernden Selbskontrolle unterliegt, kann man die physiologischen Auswirkungen der Musik gut verstehen. Nehmen wir beispielsweise zwei Stücke, ein feuriges und ein entspannendes. Das feurige Stück wird stimulieren, die Herzfrequenz beschleunigen, das Blut schneller fließen lassen und die Kapillaren öffnen. Das entspannendere Stück wird eine sedierende Wirkung auf Herz und Kreislauf haben. Dies konnte oft von verschiedenen Autoren durch Messungen der entsprechenden physiologischen Parameter (EKG-Kontrollen etc.) gezeigt werden. (Luban Plozza, Delli Ponti & Dickhaut, 1988, S.105)

Die Atmung wird durch Musik ebenfalls verändert. Durch lebhafte Musik wird die Atmung angeregt, während langsame, getragende Musik eine beruhigende Wirkung auf die Atmung hat. Außerdem kann anregende, lebhafte Musik den Muskletonus steigern, was dazu führen kann, dass die Aktivität des Sportlers gefördert wird. Je nach Musikrichtung und Klangeigenschaften werden verschiedene Muskelgruppen angeregt. Es gibt Unterschiede, bei welcher Art der Musik verschieden Muskelgruppen angeregt werden, beispielsweise wird bei Tanz und militärischer Marschmusik die elektrische Spannung der Beinmuskulatur erhöht, während die Stirnmuskulatur fast unbeeinflußt bleibt. Der Pulsschlag wird in der Musik als Moderator-(andante) mit 72 Schlägen/Minute übersetzt. Andante wird als Grundrhytmus oder auch Nullpunkt in der Musik gesehen. (Luban Plozza, Delli Ponti & Dickhaut, 1988, S.105-111)

3.2.3 Neuronale Auswirkungen der Musik

Ein Anstieg von Corstisol durch schnellere Musik, wie z.B. Techno ist durchaus möglich, vorallem bei Männern, die dazu noch physisicher Aktivität ausgesetzt sind. Bei Frauen findet durch entspannende oder langsamere Musik eine Reduktion des Cortisol-Spiegels statt.(vgl. Stegemann, 2013, S.80)

Jegliche Einwirkung von Musik wirkt sich auf die Emotionen, welche entweder den Sympathikus oder den Parasymphatikus anregen, aus. Durch die Erregung der Nervensysteme erfolgt eine Adaption des Herz-Kreislauf-Systems. Eine Erhöhung der Atemfrequenz hat Auswrikungen auf die Leistungsfähigkeit, welche genutzt werden kann, um bei sportlicher Aktivität bessere Leistung zu erzielen. Der Symphatikus, bzw. der Parasymphatikus ist mit dem Herznervensystem gekoppelt. Durch Erregung der Nervensysteme wird automatisch die Herzaktivität beeinflusst. (vgl. Kölsch, 2020, S.139) Kölsch (2020) fand heraus, dass Musik die gesamte Neurochemie in einem essenziellen Emotionsnetzwerk des Gehirns moduliert Folgende Bereiche im Gehirn zählen beispielsweise dazu: der Nucleus accumbens (Spaß-Motor), die Amygdala oder auch Mandelkern genannt, welche für die Steuerung der Emotionen im Gehirn verantwortlich ist, der mediodorsale Tha- lamus( Spaß-, Schmacht- und Schmerz-System), Orbitofrontalkortex (Unterbewusstseinszentrum). Das sind nur einige Teile im Gehirn, die betroffen sind. Diese werden auch durch Essen, Geschlechtsverkehr und finanzielle Belohnung aktiviert. Diese Regionen des Gehirns kommen auch zum Einsatz, wenn Schmerzen verspürt werden.

Es gibt auch Strukturen des Schmerznetzwerkes, die zwar nicht zum Spaß-Netzwerk gezählt werden, jedoch ebenfalls durch Musik beieinflusst werden können; dazu zählen vegetative Nervenkerne im Hirnstamm. Die starke Überlappung des Spaß-Netzwerks mit dem Schmerz-Netzwerk im Zusammenhang mit der Tatsache, dass Musik das gesamte Spaß-Netzwerk aktivieren kann, ist ein Grund dafür, dass Musk bei Schmerzen helfen kann.(Kölsch, 2020, S.191)

3.3 Kraft gen, beschleunigen, abbremsen, elastisch verformen, plastisch verformen, drehen, ziehen, schieben, drücken, rotieren oder biegen und andere Kräfte, wie z.B. die Schwerkraft kompensieren (Gottlob, 2001,S.1). In dem folgenden Kapitel geht es nicht um mechanische Kraft, sondern wie Gottlob (2001, S. 1) meint, geht es um muskulär erzeugte Muskelkraft, welche Arbeit und Leistung erbringt oder beispielsweise Wiederstände überwindet. Die Kraft der Muskulatur hängt von der funktionellen Querschnittsfläche sowie vom Anteil der schnellkontrahierenden Muskelfasern ab (vgl. Hohmann, Lames & Letzelter, 2010,S.72).

Die verschiedenen Kraftfähigkeiten werden über die (resultierende) Muskelkraft bestimmt, die sich aus der Kontraktion des an einer Bewegung beteiligten Muskels ergibt. Die Muskelkraft wird gemessen entweder als (a) die maximale physikalische Kraft (in N), die bei einer bestimmten Aktionsgeschwindigketi erreicht wird, oder als (b) die maximale Masse ( in kg bzw. %), die bis zur subjektiven Erschöpfung angehoben werden kann. (Hohmann, Lames & Letzelter, 2010. S.65)

Laut Hohmann, Lames & Letzelter erfolgt die Kraftentfaltung in den Myosinköpfchen und die Energie für die Kontraktion stammt aus dem Adenosintriphosphat (ATP) welches gespalten wird zu Adenosindiphosphat (ADP) und einem Phosphatrest (P) (2010, S. 69). Was die Energiebereitstellung beim Kraftsport angeht, geben die zuvor genannten Autoren einen Überblick. Diese Fakten gelten generell der Belastungsdauer beim Sport jeglicher Disziplin. Zur Energiebereitstellung wird in den ersten 10 s Kreatinphosphat gespalten, welches in der Muskulatur gespeichert ist. Bei Untrainierten wird das Kreatinphosphat bis ca. 6 Sekunden und bei Hochtrainierten bis zu 20 s als Energiequelle genutzt. Dieser Vorgang verläuft ohne die Bildung von Laktat, dadurch zählt die Energiebereitstellung auch als anaerob-alaktazid. Bei längeren hochintensiven Belastungen, wobei das Kreatinphosphat ausgeschöpft ist, wird das Glykogen anaerob gespalten. Der Höhepunkt der sogenannten Glykolyse ist nach 45 s erreicht. Ab ca. 2 min überwiegt die aerobe Energiebereitstellung. Ab diesem Momentum findet keine Energie Rückgewinnung in Form der ATP-Resynthese statt. Es werden nach diesen 2 min die restlichen Glykogenvorräte umgesetzt. Nach ca. 30 min Belastung (bei Untrainierten) und ca. nach 60-100 .in (bei Trainierten/Hochtrainierten) sind alle Glykogenvorräte verbraucht. Bei keiner externen Zufuhr von Kohlenhydraten in Form von Getränken oder Festnahrung wie Bana- nen/Riegeln beginnt der Körper die Glykogenspeicher der Leber oder Aminosäuren zu verbrauchen. Bei niedrig-intensiver Belastung werden alle Glykogenspeicher geschont und es werden über aerobe Oxidation Triglyzeride umgesetzt. Diese niedrig intensive Belastung findet vor allem bei Ausdauertrainings im Fitnesssport sowie im Leistungssport gebrauch (vgl. Hohmann, Lames & Letzelter, 2010,S.53-55). Um Kraft aufzubauen, soll die tägliche Durschnittsbelastung überschritten werden. Nur durch wöchentliches Training wird vermehrt Kraft entwickelt. Bevor die Muskulatur hypertrophiert, nimmt die Kraft zu. Hobbysportler erreichen durch Kraftausdauertraining mit niedrigem Gewicht die besten Resultate. Die trainierten Muskelzellen nehmen mehr Aminosäuren auf, welche zu Aktin- und Myosinfilamenten aufgebaut werden (vgl. Ahonen, Lahtinen, Sandström, Pogliani, 2003, S.78-79).

3.3.1 Kraftarten

Im Kapitel 3.3.1 werden diese Vorgänge näher erläutert und diese gelten theoretisch für jede der folgenden Kraftarten, welche in diesem Kapitel näher gerbacht werden.

Welche Ziele verfolgt werden können, ist unterschiedlich. Die angestrebte maximale Muskelquerschnittsvergrößerung kann erreicht werden, um im Bodybuilding erfolgreich zu sein. Des Weiteren ist es für manche Ballsportarten sinnvoller, eine Schlag- bzw. Sprungkraftoptimierung anzustreben, um erfolgreicher zu werden oder die Kraftausdauer zu verbessern, z.B. für den Skilanglauf. Neben der Maximalkraft gibt es die Schnellkraft, Reaktivkraft und die Kraftausdauer als eigenstänidige Kraftfähigkeiten. (vgl. Hohmann, Lames & Letzelter, 2010,S.74-75)

Die in der Bachelorarbeit wichtigen Bereiche der Kraft lassen sich auf drei begrenzen: die Schnellkraft, Maximalkraft und Kraftausdauer. Die Energiebereitstellung erfolgt primär bei Kontraktion der Muskelfasern durch den Abbau von ATP zu ADP. Durch geringe lokale Ansammlung von ATP und wiederholte Kontraktion der Muskulatur muss durch sekundäre Energiequellen die Versorgung sichergestellt werden. Man unterscheidet dabei anaerobe von aerober Energiebereitstellung.(vgl. Hohmann, Lames & Letzelter, 2010,S.52) Nicht jede der genannten Kraftarten nutzt auch die aerobe Energiebreitstellung.

Schnellkraft

Unter Schnellkraft wird einheitlich die Fähigkeit verstanden, einen möglichst hohen Impuls in möglichst kurzer Zeit zu entfalten Oftmals werden im selben Kontext die Schnellkraft und die Schnelligkeit zusammen genannt. Daher werden im Bereich des Schnellkrafttrainings Aspekte zur Schnelligkeit wiedergegeben. r Schnelligkeit zielt darauf ab, einzelne Bewegungen mit einer höheren Bewegungsgeschwindigkeit ausführen zu können, bei zyklischen Bewegungen eine höhere Beschleunigung und Maximalgeschwindigkeit zu erreichen oder auf Signale in kürzerer Zeit zweckmäßig zu reagieren (Hauptmann & Witt, 2008, S.337).

Fähigkeit, unter ermüdungsfreien Bedingungen in maximal kurzer Zeit motorisch zu reagieren und/oder zu agieren Letzelter, 2010. S.86). Die Schnelligkeit kann laut Hohmann, Lames & Letzlter in elementare-, komplexe- und Handlungsschnelligkeit unterteilt werden (2010, S.86). Güllich und Schmidtbleicher (1999) geben die Definition für die Schnellkraft wie folgt an: Schnellkraft ist die Fähigkeit des neuromuskulären Systems, einen möglichst großen Impuls (Kraftstoß) innerhalb einer verfügbaren Zeit zu entfalten (S.225).

Maximalkraft

Güllich und Schmidtbeicher (1999) definieren wie folgt: man die höchste Kraft, die das neuromuskuläre System bei einer maximalen willkürlichen Kontraktion entfalten kann (S.224) hohe Bewegungsgeschwindigkeit angesehen wird, erfordert die Transmutation in Geschwindigkeit oder Leistung den Einsatz der Wettkampfübung mit Zusatzlasten und von Hilfsübungen, um die Maximalkraft, den Kraftanstieg pro Zeiteinheit, die dynamische Kraft und die Kraft Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus zu entwickeln mer, 2008, S.226) bis zur Grenze der maximalen Mobilisierung erreicht und bei der einer maximalen konzentrischen oder isometrischen Muskelaktion erreicht 2010. S.75). Das Kraftdefizit ist ein Mangel an intramuskulärer Koordination und tritt zwischen der Maximalkraft und einer supramaximalen exzentrischen Muskelaktion auf. Es gelten bei der Maximalkraft drei determinierte Faktoren: der physiologische Muskelquerschnitt, die Muskelfaserzusammensetzung und die willkürliche Aktivierungsfähigkeit. (vgl. Hohmann et al, 2010)

[...]

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Hat motivierende Musik einen messbaren Einfluss auf Krafttraining? Empirische Untersuchung eines kraftorientierten Schnellkrafttrainings
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,9
Autor
Jahr
2020
Seiten
38
Katalognummer
V968062
ISBN (eBook)
9783346334497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, Musik, Motivation, Training, Bachelorthesis, Bachelor, Schnellkraft, Maximalkraft
Arbeit zitieren
Jonas Kopp (Autor), 2020, Hat motivierende Musik einen messbaren Einfluss auf Krafttraining? Empirische Untersuchung eines kraftorientierten Schnellkrafttrainings, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/968062

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