Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, "Welchen Beitrag leistet Hans Jonas‘ Werk "Das Prinzip Verantwortung" für die Übernahme einer Zukunftsverantwortung in Anbetracht des Klimawandels?"
Zu diesem Zwecke wird zunächst das Phänomen des Klimawandels definiert und hinsichtlich der Ursachen und Folgen untersucht. Auf der Basis der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des Klimawandels wird nach einer Handlungsverantwortung der aktuell lebenden Menschen gefragt. Der Verantwortungsbegriff wird zunächst aus wissenschaftlicher Sicht eingegrenzt und in Bezug auf eine Zukunftsverantwortung für später lebende Menschen gedeutet. Daraufhin werden relevante Abschnitte des Werkes "Das Prinzip Verantwortung" zur Beantwortung der Fragestellung vorgestellt. In diesem prägt Jonas ausgehend von neuen Anforderungen an die Ethik einen zukunftsorientierten Imperativ. Dieser fordert von uns eine Pflicht zur menschlichen Zukunft, die durch die Verantwortungsübernahme gewährleistet werden soll. Nach der Darlegung von Jonas‘ Thesen im Prinzip Verantwortung wird im Folgenden sein Werk auf die Aktualität unserer Zeit, die durch den Klimawandel beeinflusst wird, beurteilt. Abgeschlossen wird die Arbeit durch ein Fazit, welches die Hauptpunkte zusammenfasst und einen Ausblick auf eine weitere Betrachtung mit dem großen Themenkomplex der Verantwortungsübernahme in Anbetracht des Klimawandels ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aktualität des Klimawandels
2.1 Definition
2.2 Ursachen
2.2.1 Der Treibhauseffekt
2.2.2 Anthropogene Ursachen
2.2.3 Natürliche Ursachen
2.3 Aktuelle und zukünftige Folgen
2.3.1 Anstieg des Meeresspiegels
2.3.2 Extremwetterereignisse
2.4 Zwischenfazit
3 Eine zukunftsethische Verantwortungstheorie
3.1 Verantwortung
3.1.1 Differenzierung des Begriffs „Verantwortung“
3.1.2 Verantwortung für zukünftige Generationen
4 Hans Jonas – Das Prinzip Verantwortung
4.1 Problemkonstrukt – Veränderung der Ethik durch die Möglichkeiten der Technik
4.2 Jonas grundlegender Imperativ
4.3 Heuristik der Furcht als Handlungsgrundlage
4.4 Pflicht zur Zukunft
4.5 Theorie der Verantwortung
4.5.1 Verantwortung für begangene Taten und für Zu-Tuendes
4.5.2 Eigenschaften der Verantwortung: Totalität, Kontinuität, Zukunft
4.6 Verantwortung für die Zukunft der Menschheit und der Natur
5 Aktualität von Hans Jonas Prinzip Verantwortung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Beitrag des Werkes „Das Prinzip Verantwortung“ von Hans Jonas zur Begründung einer moralischen Zukunftsverantwortung vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise. Dabei wird die ethische Relevanz seines Imperativs auf die heute durch den Klimawandel bedrohten Lebensgrundlagen analysiert.
- Wissenschaftliche Analyse des Phänomens Klimawandel
- Ethische Grundlagen der Verantwortungstheorie
- Hans Jonas’ imperativische Forderung für die Zukunft
- Heuristik der Furcht als Handlungsansatz
- Verantwortung für kommende Generationen und die Natur
Auszug aus dem Buch
4.2 Jonas grundlegender Imperativ
Der neue und oft zitierte Imperativ von Jonas wird auch als ökologischer Imperativ bezeichnet. In diesem wird dem Menschen, in Anbetracht des vielfältigen Bedrohungspotenzials der Moderne, die Verantwortung für die zukünftige Menschheit in einer intakten Umwelt, übertragen (W. E. Müller 2008: 9).
In Anlehnung und Kritik an Kants Imperativ: „Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte“ (K. Müller 2012: 169) formuliert Jonas einen neuen Imperativ, „der auf einen neuen Typ menschlichen Handelns paßt und an den neuen Typ von Handlungssubjekten gerichtet ist“ (Jonas 1979: 36). Der in die Zukunft gerichtete Imperativ lautet: „Handle so, dass die Wirkung deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde“ (Jonas 1979: 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verknüpft die ökologische Krise und den Klimawandel mit der Forderung nach Zukunftsverantwortung, wie sie durch kirchliche Enzykliken und junge Klimabewegungen thematisiert wird.
2 Aktualität des Klimawandels: Dieses Kapitel definiert den Klimawandel wissenschaftlich, beleuchtet dessen anthropogene sowie natürliche Ursachen und beschreibt die gravierenden globalen Folgen.
3 Eine zukunftsethische Verantwortungstheorie: Hier wird der philosophische Verantwortungsbegriff eingeführt und die spezielle ethische Herausforderung im Hinblick auf künftige Generationen erörtert.
4 Hans Jonas – Das Prinzip Verantwortung: Das Hauptkapitel expliziert Jonas’ ethisches System, insbesondere seinen neuen Imperativ, die Heuristik der Furcht und die Unterscheidung von Verantwortungstypen.
5 Aktualität von Hans Jonas Prinzip Verantwortung: Dieses Kapitel prüft, inwiefern die 40 Jahre alten Thesen von Jonas angesichts der gegenwärtigen ökologischen Krise weiterhin oder sogar verstärkt Gültigkeit besitzen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Jonas’ Werk wesentliche Impulse für ein verantwortliches Handeln angesichts der Zukunftsgefahren durch den Klimawandel bietet.
Schlüsselwörter
Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung, Klimawandel, Zukunftsethik, Verantwortung, Nachhaltigkeit, Ökologischer Imperativ, Anthropogene Ursachen, Heuristik der Furcht, Generationengerechtigkeit, Technikethik, Umweltschutz, Zukunftsverantwortung, Ethik, Biosphäre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Relevanz der zukunftsethischen Philosophie von Hans Jonas, insbesondere seines Werkes „Das Prinzip Verantwortung“, in Bezug auf die aktuelle globale Klimaproblematik.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, der philosophische Begriff der Verantwortung und die ethische Notwendigkeit einer Handlungsorientierung für kommende Generationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Beitrag von Hans Jonas’ Werk zur Begründung einer Zukunftsverantwortung im Kontext menschlicher Eingriffe in die Biosphäre zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine ethisch-philosophische Analyse, die mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel verknüpft wird, um Jonas’ Theorien auf aktuelle Probleme anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Veränderung der Ethik durch moderne Technik, präsentiert Jonas’ Imperativ, die „Heuristik der Furcht“ sowie die spezifische Verantwortungstheorie für zukünftige Generationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hans Jonas, Klimawandel, Zukunftsethik, Ökologischer Imperativ, Verantwortung und Zukunftsverantwortung.
Wie definiert Jonas das Verhältnis zwischen heutigem Handeln und zukünftiger Existenz?
Jonas postuliert, dass heutige Handlungen so gestaltet sein müssen, dass sie die dauerhafte Möglichkeit echten menschlichen Lebens auf der Erde nicht gefährden.
Warum spielt die „Heuristik der Furcht“ eine so zentrale Rolle?
Die Heuristik der Furcht dient als Handlungsgrundlage, da der Mensch das „Schlechte“ oder Bedrohliche oft leichter erkennt als das „Gute“ und dieses Gefühl als Motivation für verantwortungsvolles Handeln fungiert.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Klimawandel und Zukunftsverantwortung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/968745